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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.07.2018

Eine solide Welle

Barbarentage
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In "Barbarentage" erzählt William Finnegan autobiographisch von seinem Leben als Surfer - und von seiner grenzenlosen Leidenschaft zu diesem Sport. Ich persönlich habe keinerlei Erfahrungen mit dem Surfen ...

In "Barbarentage" erzählt William Finnegan autobiographisch von seinem Leben als Surfer - und von seiner grenzenlosen Leidenschaft zu diesem Sport. Ich persönlich habe keinerlei Erfahrungen mit dem Surfen und hatte deshalb am Anfang etwas Schwierigkeiten, mich in das Buch einzufinden. Zum Glück gibt es da das Glossar am Ende, auch wenn es so viele fremde Wörter waren, dass ich irgendwann nicht mehr die Geduld hatte, alles nachzuschlagen, weil bei mir einmal nachschauen, leider nicht reicht, um sich alles zu merken ^^ Das hat den Lesespaß für mich ein bisschen geschmälert, gleichzeitig wirkte die Geschichte dadurch autentisch und irgendwie haben die Begriffe einfach gepasst. Ich glaube aber, wer entsprechendes Vorwissen mitbringt, kann an dem Buch noch mehr Freude haben.

Nichtsdestotrotz hat mir Finnegans Schreibstil sehr zugesagt und ich habe das Buch gerne gelesen, weil er es einfach schafft, schöne Sätze zu formulieren, über die seine Geschichte dann auch für Surf-Laien wie mich transportiert und spannend wird. Handlungstechnisch hätte es dann gegen Ende etwas weniger Surfen und etwas mehr Leben sein dürfen, aber das ist einfach Geschmackssache.

Das Buch bietet auf jeden Fall, was es verspricht - eine sommerliche Lektüre und Einblicke in ein aufregendes Leben und eine mir völlig neue Welt, die ich nach diesem Buch aber gerne mal betreten würde :)

Veröffentlicht am 07.06.2018

Der Sommer danach und wonach überhaupt

Der rote Swimmingpool
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Adams Eltern scheinen einfach nur perfekt, schienne sich sogar nach all den Jahren des Zusammenlebesn noch zu lieben - bis sein Vater die Familie eines Tages ohne ein Wort verlässt. Für Adam zerbricht ...

Adams Eltern scheinen einfach nur perfekt, schienne sich sogar nach all den Jahren des Zusammenlebesn noch zu lieben - bis sein Vater die Familie eines Tages ohne ein Wort verlässt. Für Adam zerbricht eine Welt und in einem Racheakt lässt er sich zu einer Tat hinreißen, in der der das gleiche mit dem Leben anderer versucht. Während Adam langsam seine Vergangenheit verarbeitet, lernt er im Sommer Tina kennen und mit ihr die Liebe. Und auf einmal scheint alles wieder besser zu werden.

"Der rote Swimmingpool" wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Wir sind immer ein Kapitel in Adams Vergangenheit, in der Geschichte rund um die Trennung seiner Eltern, und dann wieder eins in dem Sommer, in dem er Tina trifft. Das macht die Geschichte sehr spannend und dadurch, dass beide Handlungsstränge jede Menge Konflikte bieten, will man das Buch als Leser am liebsten gar nicht aus der Hand legen, sondern in einem Rutsch verschlingen. Obwohl beide Stränge aus Adams Sicht erzählt werden, bin ich nicht einmal dazu gekommen, sie zu verwechseln, ich wusste immer, wo ich mich gerade befand. Das kann auch daran liegen, dass sie in unterschiedlichen Zeitformen geschrieben sind. Das war auf jeden Fall sehr hilfreich.

Die Personen sind alle sehr individuell, nicht durchgängig sympathisch, wenn ich überlege, war die Mehrheit eher unsympathisch, aber das machte überhaupt nichts, war im Gegenteil eher erfrischend. Adam mochte ich als Protagonist sehr gerne und ich habe ihn gerne begleitet. Besonders gemocht habe ich seinen besten Freund Tom - ein richtiges Original und sehr liebenswert. Adams Begeisterung für Tina konnte ich nicht ganz nachvollziehen, aber da sind die Geschmäcker ja bekanntlich verschieden. Bei Adams Eltern hatte ich hin und wieder Schwierigkeiten nachzuvollziehen, warum sie etwas machten oder eben nicht. Ich habe mich wirklich bemüht sie zu verstehen, aber an manchen Stellen - ich will jetzt hier nicht spoilern - ist mir das leider nicht wirklich gelungen.

Besonders hervorzuheben ist für mich Natalie Buchholz Schreibstil. Sie schreibt wunderbar leichten und gleichzeitig so fesselnd, dass das Buch für mich auch nur über die Sprache hätte funktionieren können. Es fällt mir schwer zu sagen, was genau mir so gut gefallen hat - am besten in die Leseprobe reinschauen - aber der Stil transportierte die Geschichte wunderbar und war für mich eindeutig das Highlight des Buches.

Insgesamt habe ich mich bei der Lekütre von "Der rote Swimmingpool" gut unterhalten gefühlt. Es ist eine lockere und fesselnde Geschichte, rund um ein kleines Familiendrama und einen Sommer, in dem alles besser werden soll.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Geschichte
  • Dramaturgie
Veröffentlicht am 22.04.2018

Porträt einer Klasse

Der gefährlichste Ort der Welt
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Mill Valley ist eine ganz gewöhnliche Kleinstadt mitten in Amerika. Auf den ersten Blick wirkt hier alles beschaulich, aber hinter den Kulissen verbergen sich Abgründe. Jeder Bewohner hat seine ganz eigene ...

Mill Valley ist eine ganz gewöhnliche Kleinstadt mitten in Amerika. Auf den ersten Blick wirkt hier alles beschaulich, aber hinter den Kulissen verbergen sich Abgründe. Jeder Bewohner hat seine ganz eigene Geschichte und doch sind alle Geschehnisse unmittelbar miteinander verwoben.

Im Laufe des Buches lernen wir eine Klasse kennen. Die einzelnen Kapitel tragen Namen wie "Die Schöne", "Der Bemühte", "Der Spezialist" etc. und sind jeweils aus der Sicht eines Schülers geschrieben. Im Laufe des Kapitels wird bereits der Schüler, aus dessen Sicht das nächste Kapitel erzählt wird, eingeführt und näher vorgestellt. Dadurch entsteht ein Sog, dem ich mich nur schwer entziehen konnte.

Alle Personen sind sehr individuell und haben ihren eigenen Charakter. Es wird also nie langweilig. Häufig beginnt ein Ereignis aus einer Sicht und das Kapitel endet mit einem Cliffhanger. Erst im nächsten Teil erfährt man aus der Perspektive einer anderen Person, wie das Ereignis endete. Dadurch wird deutlich wie sehr alle Figuren voneinander abhängen, durch das unterschiedliche Erleben wird aber gleichzeitig auch gezeigt, dass sie einander doch auch fremd sind. Diese Art des Erzählens hat mir einfach sehr gut gefallen.

Am Anfang habe ich ein bisschen gebraucht, um mit dem Buch warm zu werden, aber nach den ersten fünfzig Seiten war ich so gefesselt, dass ich den Rest in einem Rutsch hätte durchlesen können. Ab und zu gab es ein paar Stellen, die sich ein bisschen gezogen haben, weil Ereignisse aufgegriffen wurden, die nicht in direktem Zusammenhang mit der Handlung standen. Das liegt natürlich zu Teil daran, dass jedes Kapitel aus einer anderen Sicht erzählt wird und so ständig ein neuer Hauptcharakter mit all seinen Hintergründen eingeführt werden musste. Das ist verständlich, war aber stellenweise ein bisschen zäh.

"Der gefährlichste Ort der Welt" war durch seine Erzählweise für mich ein ungewöhnliches Buch. Auch wenn mir der Einstieg nicht ganz so leicht fiel, hat es mich danach gepackt und begeistert.

Veröffentlicht am 27.11.2025

Brennt mit solider Flamme

Der brennende Garten
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Sasha lebt in den 1980er Jahren mit ihren Geschwistern in Sri Lanka, als der Bürgerkrieg ausbricht. Sashas größter Traum ist es Ärztin zu werden, doch gezwungen durch die Gräuel des Krieges, die auch ihre ...

Sasha lebt in den 1980er Jahren mit ihren Geschwistern in Sri Lanka, als der Bürgerkrieg ausbricht. Sashas größter Traum ist es Ärztin zu werden, doch gezwungen durch die Gräuel des Krieges, die auch ihre Familie auseinanderreißen, muss auch sie plötzlich politische Position beziehen und sie beginnt ihren eigenen Widerstand, der sie später ins Exil nach New York führt.

"Der brennende Garten" ist alles andere als ein Wohlfühlbuch und man muss schon in der richtigen Stimmung sein, um sich auf diese, teils doch wirklich harte und auch nur schwer auszuhaltende Geschichte einzulassen. Aber gerade das macht dieses Buch auch aus. Es nimmt einen mit in ein Land und in einen Bürgerkrieg, von denen ich bisher nicht viel gewusst habe. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte trotz all der Schrecken, das Thema ein bisschen zu abstrakt behandelt wurde, vielleicht ein paar zu viele Infos, ein bisschen zu Komplex, für Neulinge in dem Thema wie mich, und da hat es mich ein bisschen verloren. Gerade gegen Ende hat sich die Geschichte für mich dadurch auch ein bisschen gezogen.

Es ist ein wichtiges Buch, es ist kein einfaches Buch, aber es lohnt sich, für einen ersten Einblick in ein Leid und einen Krieg, von dem ich bisher viel zu wenig gewusst habe.

Veröffentlicht am 03.03.2022

Filmdreh mit bekanntem Plot

Viele Träume führen ans Ziel
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Es ist Sommer, Leni hat gerade das Abi in der Tasche und das einzige, was sie ganz genau weiß, ist, dass sie nicht Jura studieren will - aber was stattdessen? Durch Zufall landet sie als Praktikantin am ...

Es ist Sommer, Leni hat gerade das Abi in der Tasche und das einzige, was sie ganz genau weiß, ist, dass sie nicht Jura studieren will - aber was stattdessen? Durch Zufall landet sie als Praktikantin am Set einer Netflix-Serie, die in München gedreht wird. Am Set lernt einen der Hauptdarsteller Jonas kennen und geräht sofot mit ihm aneinander. Aber dann kommt es durch eine Verkettung verschiedener Ereignisse dazu, dass sie sich ausgerechnet mit Jonas verbünden muss ...

"Viele Träume führen ans Ziel" verspricht eine locker, leichte Liebesgeschichte und genau die bekommt man auch. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Der Einstieg ins Buch ist leicht gemacht und die Geschichte liest sich flott weg. Das ist vor allem Gloria Trutnaus tollem Schreibstil zu verdanken, der sich ganz unbeschwert lesen lässt und für gute Laune sorgt.

Die Geschichte wird abwechselnd mal aus der Sicht von Leni und dann wieder von Jonas erzählt, was natürlich interessant ist. Beide Protagonisten an sich waren mir sympathisch, nur die Love-Story habe ich leider nicht wirklich fühlen können. Das lag vielleicht daran, dass die Handlung sich zu Beginn ganz genüsslich entfaltet hat, nach hinten raus, dann aber leider sehr verdichtet und schon fast gedrängt war. Auf einmal ging alles recht schnell und für mich wäre es toll gewesen, wenn etwas mehr Zeit dagewesen wäre, um Gefühle aufkommen zulassen.

Es ist sehr schnell relativ klar, in welche Richtung sich die Handlung entwickelt und die meisten Plottwists lassen sich schon früh vorausehen. An sich stört mich das nicht unbedingt, weil es ja genau das ist, was ich von einem unterhaltsamen Liebesroman erwarte, trotzdem hatte ich irgendwann das Gefühl, dass ich gerne ein bisschen mehr überrascht worden wäre.

Gut hat mir auf jeden Fall der unterschiedliche Lebensansatz von Leni und Jonas gefallen und die gegensätzliche Art, wie ihre Eltern auf die Situationen reagiert haben.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, es war eine amüsante Lektüre, auch wenn ich ein bisschen mehr erwartet hätte.

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