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Veröffentlicht am 19.03.2022

Ein spannender Ausflug an die Küst

Syltfluch
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Lene Cornelsen hat mit 19 Jahren ihre Heimat Sylt verlassen, um in Düsseldorf ein neues Leben anzufangen. Nach dem ihr Mann sie mit ihrer besten Freundin betrogen hat, kehrt sie zurück in ihre Heimat. ...

Lene Cornelsen hat mit 19 Jahren ihre Heimat Sylt verlassen, um in Düsseldorf ein neues Leben anzufangen. Nach dem ihr Mann sie mit ihrer besten Freundin betrogen hat, kehrt sie zurück in ihre Heimat. Doch Sylt macht es ihr nicht leicht. Mitten auf dem Hindenburgdamm hält der Zug, denn die Wetterlage ließ es nicht zu, dass der Zug weiterfuhr. Kurz entschlossen, zeigt Lene ihren Polizeiausweis vor, um aussteigen zu können. Der bayrische Journalist Michi Müller nutzt die Gelegenheit und hat sich hinter Lene aus dem Zug geschlichen. Er soll eine Story über das Wikinger-Wrack schreiben, dass vor der Küste angespült wurde. Als Lene sich in der Polizeistation meldet, bekommt sie sogleich ihren ersten Einsatz zu geteilt. Am Morsum-Kliff, in der Nähe des gestrandeten Wracks, wurde eine Frauenleiche gesichtet. Durch die Strömung war es unmöglich die Tote zu bergen, einziger Anhaltspunkt war ein Runenstein, den die Tote in der Hand hatte. Der Stein führt Lene auf die Spuren des Wikingers Frederic und einen schrecklichen Fluch.

Die Geschichte hat zwei Handlungsstränge. Der Vergangenheitsstrang erzählt eine alte Wikingersage, die der Autor geschickt mit der Gegenwart verwoben hat. Durch die bildhaften Beschreibungen konnte ich mir die Personen und Handlungsorte gut vorstellen. Die aufziehende Sturmflut und der Orkan waren spürbar.

Die Laufzeit des Hörbuchs umfasst 477 min. Etwas gestört haben mich die teilweise langen Hörbuch-Tracks. Die Hörbuchsprecherin Stefanie Wittgenstein konnte mich überzeugen. Ihr Sprechstil ist angenehm, so dass ich ihr gern zugehört habe und dem Hörbuch problemlos folgen konnte.

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Veröffentlicht am 16.03.2022

Spannende Familiengeschichte

Flüchtiges Glück
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Milla ist bei ihrer Mutter Jola in Berlin liebevoll aufgewachsen. Es fehlte ihr nie, nicht zu wissen wer ihr Vater ist. Nun ist Milla selbst schwanger. Auf Drängen ihres Freundes Navid, will sie nach ihren ...

Milla ist bei ihrer Mutter Jola in Berlin liebevoll aufgewachsen. Es fehlte ihr nie, nicht zu wissen wer ihr Vater ist. Nun ist Milla selbst schwanger. Auf Drängen ihres Freundes Navid, will sie nach ihren Wurzeln forschen. Navid reagiert sehr sensibel auf die unterschwelligen Signale, die die Familie aussendet. Gemeinsam mit ihren Eltern hat Jola kurz vor der Wende die DDR plötzlich verlassen. Nun möchte sie die Vergangenheit ruhen lassen und auch ihre Eltern weichen den Fragen aus. Als dann Milla von einem betrunkenen Mann erfährt, dass ihre Großmutter bei der Stasi war und seine Frau auf dem Gewissen hat, lässt Milla mit ihren Fragen nicht locker.

Die Geschichte spielt auf wechselnden Zeitebenen. Ich muss gestehen, dass ich die Befürchtung hatte, damit durcheinander zu kommen, aber diese Ängste waren unbegründet. Schnell war ich im Geschehen und konnte feststellen, dass die Wechsel zusätzliche Spannung in die Geschichte bringen. Durch den leichten, flüssigen Schreibstil fliegt man regelrecht durch die Seiten. Ich fand es sehr interessant mehr über Bitterfeld und dem Stadtteil Wolfen zu DDR-Zeiten zu erfahren. Die Umweltsünden von damals waren mir bekannt, aber ich habe nicht darüber nachgedacht, was es mit der Gesundheit der Menschen damals angestellt hat. Vieles wurde zu der Zeit von den Obersten der DDR vertuscht.

Freunde, Nachbarn und Kollegen haben sich damals bespitzelt und für die Staatssicherheit gearbeitet. Vieles kam erst ans Tageslicht, als die Stasi-Akten einsehbar wurden. Dass die Großmutter damals bei der Stasi war, wurde von der Familie unter den Tisch gekehrt und man hat nie darüber gesprochen. Durch die Fragen von Milla wird eine Lawine losgetreten.

Mich hat diese spannende Familiengeschichte bewegt und auch nachdenklich gestimmt.

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Veröffentlicht am 06.03.2022

Als Frauen noch nicht dazu gehörten

Eine Frage der Chemie
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Das Buch spielt zu einer Zeit, als alles noch ganz anders war und Frauen noch nicht dazu gehörten. Die Chemikerin Elizabeth Zott arbeitet im Hastings Forschungsinstitut und musste täglich Demütigungen ...

Das Buch spielt zu einer Zeit, als alles noch ganz anders war und Frauen noch nicht dazu gehörten. Die Chemikerin Elizabeth Zott arbeitet im Hastings Forschungsinstitut und musste täglich Demütigungen über sich ergehen lassen. In Calvin Evans, ein Chemiker und Nobelpreiskandidat, hatte sie jemand getroffen mit dem sie reden konnte und der sich in ihren Verstand verliebt hatte. Calvin gab ihr den Rat, nicht gegen das System anzukämpfen, sondern es zu überlisten. Als ihr dann eine TV-Kochshow angeboten wurde, griff sie zögernd zu, aber die Stelle wurde besser bezahlt, als ihre Arbeit im Labor.

Bonnie Garmus gibt in ihren Roman wunderbare Einblick in die gesellschaftliche Stellung der Frauen Ende der 50er – Anfang der 60er Jahre. Als Frau hatte man es zu der Zeit viel schwerer, für sie galten die 3 K’s – Küche – Kinder – Kirche. Die Arbeitgeber hatten kein Interesse an Frauen in der Wissenschaft, sie wurden nur auf ihre Weiblichkeit reduziert. Elizabeth ist eine starke Persönlichkeit, die sich nicht so leicht unterkriegen lässt und sagt, was sie denkt. Jeder Mensch hat eine Grenze, was er oder sie ertragen kann und so nimmt Elizabeth die Stelle in der Kochsendung an. Neben Elizabeth gefiel mir auch der Charakter der Nachbarin Harriet. Sie unterstützt Elizabeth und da diese nun beim Fernsehen gut bezahlt wird, bekommt Harriet einen Lohn. Es war ihr erstes selbst verdientes Geld und dies tat ihrem Selbstbewusstsein gut.

Der ganze Roman liest sich flüssig, spannend und interessant mit einem besonderen Humor gewürzt. Bonnie Garmus jongliert mit den Worten. Es gibt wunderbare Satzperlen, die ich mir am liebsten notieren oder anstreichen möchte. Oft hatte ich beim Lesen ein Lächeln im Gesicht. Die Autorin hat mich mit einem außergewöhnlichen Roman beschenkt, der für mich ein Highlight dieses Jahres ist.

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Veröffentlicht am 05.03.2022

Veilchens zweiter Fall

Veilchens Feuer
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Veilchens Feuer ist ein Alpenkrimi der in Innsbruck und Umgebung spielt. Nach Veilchens Winter ist dies der zweite Band um Valerie Mauser, Oberstleutnant bei der österreichischen Polizei.

Der alternde ...

Veilchens Feuer ist ein Alpenkrimi der in Innsbruck und Umgebung spielt. Nach Veilchens Winter ist dies der zweite Band um Valerie Mauser, Oberstleutnant bei der österreichischen Polizei.

Der alternde Deutschrocker Wolf Rock kehrt in seine Heimat Innsbruck zurück, um dort sein letztes Konzert zu geben. Die Veranstaltung soll nicht irgendwo stattfinden, sondern im Bergiselstadion trotz der vorhandenen Sicherheitsmängel. Es werden 30.000 Besucher erwartet. Vor dem Konzert bekommt Wolf Rock einen Drohbrief mit dem Inhalt: „In Innsbruck hat es begonnen, in Innsbruck wirst du enden. Wolf Rock, du wirst für deine Schandtat 76 brennen.“ Valerie Mauser versucht herauszubekommen, was 1976 geschah. Gleichzeitig startet auf Facebook eine Hetzkampagne gegen den Sänger.

In seinem Alpenkrimi hat Joe Fischler interessante Charaktere geschaffen, die mehrschichtig und liebenswert sind. Allen voran Valerie Mauser, genannt Veilchen, mit ihren Afro-Haaren, die nicht perfekt ist und daher sehr authentisch wirkt. Sie trägt ein Geheimnis mit sich herum, denn als junges Mädchen hat sie eine Tochter geboren und zur anonymen Adoption freigegeben. Die Informationen hierüber werden nur kurz eingestreut, so dass man als Leser sehr gespannt ist. Selbst ihr bester Freund und Ex-Kollege Stolwerk, den sie zur Unterstützung nach Innsbruck holt, weiß nichts davon. Die beiden sind ein tolles Ermittlerduo, obwohl sie sehr gegensätzlich sind. Auch der ehemalige EDV-Techniker Schmatz und nun neuer Assistent ist ein unterhaltsamer Charakter.
Man folgt dem Autor mühelos durch die Geschichte auch wenn man den ersten Band nicht kennt. Das Buch ist leicht geschrieben, mit einer Prise Humor gewürzt, ein wenig Lokalkolorit ist eingestreut, so dass man sich nach Österreich versetzt fühlt. Hierbei kommt die Spannung aber nicht zu kurz. Gut durchdacht fand ich die Handlung und die Lösung des Falles war für mich nachvollziehbar. Mir hat der Krimi rundherum gut gefallen. Eine klare Leseempfehlung für alle, die gern einen spannenden, mit einem Augenzwinkern geschriebenen, aber unblutigen Regionalkrimi lesen wollen.

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Veröffentlicht am 21.02.2022

Einblicke in die Familie Delgado

Zeiten des Wandels
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Nachdem in Deutschland und Frankreich die Reblaus besiegt war, verloren die Trauben aus Mallorca immer mehr an Wert. Der Weinmarkt brach ein und auch die Familie Delgado kämpft um das Überleben ihres Weingutes. ...

Nachdem in Deutschland und Frankreich die Reblaus besiegt war, verloren die Trauben aus Mallorca immer mehr an Wert. Der Weinmarkt brach ein und auch die Familie Delgado kämpft um das Überleben ihres Weingutes. Die vier Kinder der Familie versuchen auf unterschiedlichen Wegen das elterliche Gut zu retten. Tochter Antonia Delgado und ihr Mann Mateo sehen für sich auf der Insel keine Zukunft und gehen nach Kuba, um ihre Familie von dort unterstützen zu können. Der älteste Sohn Diego träumt von der Fischerei und Sohn Leo hat seine eigenen Vorstellungen. Die jüngste Tochter Carla findet auf der Insel Arbeit in der Fabrik. Wird die Familie es schaffen das Weingut zu retten?

Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen, dank des angenehmen Schreibstils lässt sie sich flüssig lesen, so dass die Seiten nur dahin flogen. Ich habe die Familie Delgado sowie ihre Kinder in der Zeit von 1913 bis 1926 begleitet und dabei die Inseln Mallorca und Kuba bereist. Die Charaktere der Personen sind durch die Art ihres Handelns sehr facettenreich gezeichnet. Sie wirken lebendig und authentisch für die damalige Zeit. Die Familie erlebt nicht nur Trauer und Schicksalsschläge, sondern auch schöne Momente. Besonders sympathisch empfand ich Antonia, die sich zu einer starken, selbstbewussten Frau entwickelt.

Ich habe die Familie Delgado gern begleitet und bin traurig, dass ich sie verlassen muss. Am liebsten würde ich sofort weiterlesen, doch jetzt heißt es warten auf die Fortsetzung.

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