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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.03.2022

Trifft meinen Geschmack nicht

Ancora
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Beim Buchcover und dem Klappentext habe ich mir einen Jugendroman vorgestellt, der vielleicht eher in Richtung Ursula Poznanskis „Saeculum“ geht. Jugendliche in der Wildnis, eine autarke Gesellschaft, ...

Beim Buchcover und dem Klappentext habe ich mir einen Jugendroman vorgestellt, der vielleicht eher in Richtung Ursula Poznanskis „Saeculum“ geht. Jugendliche in der Wildnis, eine autarke Gesellschaft, sonderbare Vorkommnisse. Dieses Buch ist aber in meinen Augen zu viel Fantasy, zu viele merkwürdige Ereignisse und eine Protagonistin, die mich nicht erreicht hat.

Zum Inhalt: Romy will in den Ferien mal was anderes machen. Und so beschließt sie, mit ihrem Freund Aurel und ihrem besten Freund die Ferien in dem abgeschiedenen Dorf Ancora zu verbringen. Die Gemeinschaft lebt autark, zeigt ein starkes Zusammenhaltsgefühl und kommt komplett ohne moderne Technik aus. Doch für Romy wird Ancora zum bitteren Ernst, als sie für die Feuerprüfung ausgewählt wird, für die sie sich gar nicht beworben hat. Und Romy stellt fest, dass alle Ereignisse genau so bereits von ihrer Mutter in einem Gedicht erfasst worden Sinn. Wie kann das sein? Und was bedeutet es, dass das Gedicht Romys Tod vorhersagt?

Der grobe Handlungsrahmen hat mich neugierig gemacht, ich mag einen guten Jugend-Mysterythriller. Die Grundhandlung wirkt auch erstmal sehr spannend, im Buch gibt es immer wieder Cliffhanger, die einen fast verzweifelt weiterlesen lassen, um endlich herauszufinden, was in Ancora vor sich geht. In Ancora selbst überschlagen allerdings die Ereignisse ziemlich schnell und es passieren viele schräge Sachen, die erst mal nicht weiter aufgeklärt werden und einfach so im Raum stehen. Zusammen mit Romy, aus deren Perspektive das Buch erzählt ist, und ihren Freunden schwankt der Leser zwischen Wahn und Realität. Auch Romy selbst ist alles andere als normal und scheint irgendwie die Zeit beeinflussen zu können oder besitzt zumindest eine veränderte Zeitwahrnehmung.

Generell ist Romy sehr Ich-zentriert. Alles dreht sich um Romy, die mich irgendwann einfach nur noch genervt hat. Sie ist ja so besonders, ihr Freund versteht sie nicht und überhaupt ist die Beziehung eigentlich bereits vorbei als die beiden in Ancora eintreffen. Statt die Feuerprüfung abzulehnen, zieht Romy sehr selbstverständlich in die Wildnis los, ohne zu wissen, was sie erwartet, es ist schließlich alles noch nicht merkwürdig genug. Witzig finde ich ja, dass Romy als klare Außenseiterin mit den Prüfungen scheinbar besser klarkommt als die Jugendlichen, die im Dorf aufgewachsen sind und sich in der Natur eigentlich besser auskennen sollten.

Auch der Twist am Ende konnte die Geschichte für mich nicht mehr retten, die mich einfach nicht gecatcht hat. Daher vergebe ich neutrale 3 Sterne, die aber wirklich hauptsächlich daraus basieren, dass mich die Story und die Protagonistin nicht abholen konnten.

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Veröffentlicht am 07.03.2022

Interessante Perspektive

Roxy
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„Roxy“ erzählt eine Geschichte über Drogenmissbrauch und die verheerenden Auswirkungen auf das Leben aller betroffenen. Dieses Buch greift dabei die Perspektive der gängigsten Drogen auf und vermenschlicht ...

„Roxy“ erzählt eine Geschichte über Drogenmissbrauch und die verheerenden Auswirkungen auf das Leben aller betroffenen. Dieses Buch greift dabei die Perspektive der gängigsten Drogen auf und vermenschlicht diese, der Drogentausch wird als exklusive Party geschildert. Wer empfänglich für sowas ist und leicht getriggert werden kann, sollte dieses Buch daher lieber nicht lesen.

Zum Inhalt: im Mittelpunkt der Handlung stehen die Geschwister Ivy und Isaac, die das genaue Gegenteil voneinander sind. Isaac ist der Mustersohn, der viel für die Schule tut, Kapitän der Fußballmannschaft ist und von einer Karriere als Ingenieur bei der NASA träumt. Ivy macht Party, gibt sich mit den falschen Leuten ab und schwänzt die Schule. Nach einer Verletzung nimmt Isaac zum ersten Mal Oxycodon und findet sich schnell in einem Strudel der Abhängigkeit wieder. Und auch Ivy kommt einfach von den Drogen los.

Was diese Geschichte so anders macht ist, dass sie den Drogen einen Raum für Gedanken und sogar Gefühle gibt. Sie werden personifiziert, bekommen Namen, eine Familiengeschichte und schließen unter einander Wetten ab. Die Drogen werden hier als cool, attraktiv und unverwüstlich dargestellt. Mit ihnen zusammen zu sein wirkt wie ein Privileg, man wird auf eine exklusive VIP Party eingeladen. Das alles wirkte sehr verherrlichend und ungesund auf mich.

Interessant fand ich die Unterkapitel, in denen sich einige der Drogen näher vorgestellt haben. Die Drogen selbst wurden auch sehr treffend dargestellt und ich hab sie trotz „Decknamen“ alle sofort wiedererkannt. Was mich anfangs irritiert hat waren die orange hervorgehobenen Buchstaben in jedem Kapitel die nochmal separat ein Wort oder einen Satz gebildet haben. Der Sinn dahinter hat sich mir bis zum Ende nicht erschlossen.

Die Geschichte zeigt sehr anschaulich, wie leicht man die Abhängigkeit rutschen kann und dass niemand davor sicher ist, besonders nicht in den USA wo Opiate großzügig als Schmerzmittel verschrieben werden.

Obwohl mir die Geschichte ganz gut gefallen hat, fand ich doch, dass sie die falsche Botschaft sendet. Drogenkonsum ist kein exklusiver Club, er zerstört Leben. Das ist mir hier einfach viel zu wenig betont worden. Daher habe ich das Buch mit sehr gemischten Gefühlen beendet und gebe nur 3 Sterne

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Veröffentlicht am 25.02.2022

keine Liebesgeschichte im herkömmlichen Sinne

Jeder Tag für dich
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Das Buch hat mich durch das Comic-artige Cover, dass die grundsätzliche Handlung widerspiegelt gelockt. Getriggert hat mich allerdings der Sticker auf dem Cover der das ominöse Werbeversprechen enthält ...

Das Buch hat mich durch das Comic-artige Cover, dass die grundsätzliche Handlung widerspiegelt gelockt. Getriggert hat mich allerdings der Sticker auf dem Cover der das ominöse Werbeversprechen enthält „der unvergesslichste Liebesroman des Jahres“. Sowas weckt bei mir immer unrealistische Erwartungen, die eigentlich nie erfüllt werden. So auch hier. Dieses Buch ist für mich kein Liebesroman.

Zum Inhalt: Mary liebt Jim. Doch als dieser vor sieben Jahren spurlos verschwindet bricht für Mary ihre heile Welt zusammen. Jeden Tag steht sie am Bahnhof und hält ein Schild in den Pendlerstrom auf dem steht „Komm nach Hause Jim“. Aber seit sieben Jahren kein Lebenszeichen von ihm. Als ein Video von Mary viral geht sieht Journalistin Alice ihre Chance für eine packende Reportage und macht sich auf die Suche macht Jim. Unwissend, dass das was sie findet ihrer aller Leben verändern wird.

Zuallererst nochmal ganz nachdrücklich: das hier ist für mich keine Liebesgeschichte. Viel mehr ist es die Beschreibung einer toxischen Beziehung, von Co-Abhängigkeit, seelischer Belastung und Verblendung. Dieses Buch romantisiert einen Zustand, den man als ungesund betrachten sollte und verharmlost körperliche und psychische Probleme. Natürlich ist es ein Roman und kein Sachbuch, trotzdem hätte ich mir bei solch einem Buch zumindest eine Triggerwarnung gewünscht.

Die Handlung wird in zwei Zeitsträngen erzählt. Einmal die Anfangszeit von Marys und Jims Beziehung, ihr Kennenlernen, ihre ersten Dates, wie sie zusammenziehen und miteinander leben. Und dann die Gegenwart in der Mary auf Jim wartet. Die Geschichte ist dadurch sehr lebendig und wird gut strukturiert erzählt. Besonders die Episoden aus ihrer Anfangszeit haben mir gut gefallen, es blitzt öfter durch, dass die beiden durchaus auch eine gute Zeit miteinander hatten und die Liebesgeschichte lässt sich hier in Ansätzen erahnen.

Abgesehen davon gibt es leider wiederholt Logikfehler, zum Beispiel dass die Namen der Protagonisten verwechselt werden. Zudem hat mich gestört, dass gefühlt alle handelnden Personen als auffällig attraktiv dargestellt werden, es werden wiederholt schöne Unterarme erwähnt, man geht direkt beim Kennenlernen miteinander ins Bett und das erste „Ich liebe dich“ fällt beim dritten Date. Das vermittelt ein sehr oberflächliches Bild.

Die Geschichte selbst ist in meinen Augen leider eher schleppend vorangekommen und ich habe irgendwie die Leichtigkeit und Herzlichkeit vermisst, die ich bei solch einem Buch erwarten würde.

Für mich war dieses Buch einfach überhaupt nicht was ich erwartet hatte und hat mich am Ende mit gemischten Gefühlen zurückgelassen.

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Veröffentlicht am 14.02.2022

Der Künstler und seine Muse

Gala und Dalí – Die Unzertrennlichen
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„Gala und Dalí- Die Unzertrennlichen“ ist ein biographischer Roman über den spanischen Künstler Salvador Dali, sein frühes Leben, seinen Aufstieg als Künstler und seine Liebe zu seiner großen Muße Gala. ...

„Gala und Dalí- Die Unzertrennlichen“ ist ein biographischer Roman über den spanischen Künstler Salvador Dali, sein frühes Leben, seinen Aufstieg als Künstler und seine Liebe zu seiner großen Muße Gala. Dali ist selbst als Kunstbanause ein Begriff und mir ist sofort das Bild der zerfließenden Uhren ins Gedächtnis geschossen. Über sein Privatleben hatte ich hingegen noch nie nachgedacht, sodass ich sehr gespannt auf dieses Buch war.

Zum Inhalt: Der Dichter Paul Eluard reist mit seiner Frau Gala in das spanische Fischerdorf Cadaqués. Dort will er Inspiration für neue Gedichte finden und seiner Ehe wieder neues Leben einhauchen. Gemeinsam mit Freunden, die ebenfalls wie das Ehepaar sehr an Kunst interessiert sind, treffen sie den aufstrebenden Künstler Dali, der an einer Ausstellung für eine Pariser Galerie arbeitet. Der gebürtige Spanier zeigt den Touristen seine Heimat und Kultur. Doch womit niemand gerechnet hat, ist dass der junge Künstler Salvador Dali sich in Gala verliebt. Und sie sich in ihn. Doch hat ihre Liebe eine Chance?

Das Buch ist in drei Teile gegliedert und umfasst einen Zeitraum von circa drei Jahren, in denen Gala und Dali sich kennenlernen, verlieben und den Widrigkeiten des Lebens trotzen müssen. In dieser Zeit wächst auch Dalis Bekanntheitsgrad und das Interesse an seiner Kunst, sodass neben der Liebe der beiden Protagonisten auch Dalis Karriere im Fokus der Handlung steht.

Dali wird deutlich eindringlicher gezeichnet als Gala, seine Familienverhältnisse, seine Herkunft, seine Gefühle- sein ganzes Sein- werden dezidiertes betrachtet und stehen im Fokus. Gala nimmt zwar mehr Raum ein als der Rest der blassen Nebencharaktere, bleibt aber deutlich hinter Dali zurück. Besonders zu Anfang ist sie mir sehr oberflächlich und eitel erschienen, hat aber im Verlauf der Handlung an Stärke und Selbstachtung gewonnen und somit in meinen Augen auch an Sympathie.

Das Buch ist gut und anschaulich geschrieben und mir haben besonders die Beschreibungen der Landschaften und Erlebnisse gefallen, an Emotionen hat es für meinen Geschmack und dafür, dass es sich um eine Liebesgeschichte handelt, etwas gemangelt. Dali selbst wirkte oft unbedarft sich und seine Gefühle auszudrücken und Gala hat sich gefühlt nicht getraut die erste damit zu sein.

Der Funke ist bei mir einfach nicht so ganz übergesprungen, sodass ich das Buch zwar mochte und gerne gelesen habe, es bei mir aber keine Begeisterungsstürme auslöst.

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Veröffentlicht am 07.02.2022

Ursprünglich

Bone Music
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„Bone Music“ ist ein Jugendbuch, in dem es um die Verbunden mit der Natur, der Geschichte, mit sich selbst geht. Es ist ein eindringliches, fast schon philosophisches Werk, dafür, dass es sich um ein Jugendbuch ...

„Bone Music“ ist ein Jugendbuch, in dem es um die Verbunden mit der Natur, der Geschichte, mit sich selbst geht. Es ist ein eindringliches, fast schon philosophisches Werk, dafür, dass es sich um ein Jugendbuch handelt. Und obwohl mir die Schilderungen gefallen haben, war mir die Botschaft zu dünn oder ist einfach nicht richtig bei mir angekommen.

Zum Inhalt: Sylvia macht Urlaub mit ihrer auf dem Land. Ihre Mutter, die beruflich schwierige Kinder und Jugendliche betreut braucht mal Abstand von ihrem Job und dem Abwesenden Ehemann, der lieber durch Kriegsgebiete zieht als mit seiner Familie zusammen zu sein. Was für Sylvia als öder Landurlaub beginnt, wird bald zu einer sehr ursprünglichen Reise, einer Entdeckung vergessener Künste und einer Besinnung zum Ursprung.

Das Cover ist dunkel und eher mysteriös gehalten, fast schon schauerlich. Das ganze Buch umgibt eine Aura der Mystik, des Okkulten, aber auch sehr ursprünglichen Lebens.

Das Buch ist recht kurz und beinhaltet viele komplexe Themen, die dadurch leider nur angeschnitten werden: die Abwesenheit des Vaters, die Mutter die ihren Job nicht loslassen kann und die eigene Tochter allein zurücklässt um fremden Kindern zu helfen und Sylvia, die lernt eine Knochenflöte zu spielen und eine außerkörperliche Erfahrung durchlebt.

Mir haben die Schilderungen der Natur und Sylvias Erlebnisse wirklich gut gefallen und ich denke das Buch hätte mir insgesamt besser gefallen, wenn der Fokus ganz darauf gelegen hätte und nicht permanent abgeschweift wäre. Vllt wurde mein ein Jugendbuch nicht zu sehr mit dieser metaphysischen Ebene überladen, aber die anderen Themen wirkten einfach fehl am Platz.

Irgendwie konnte die Botschaft des Buches nicht ganz zu mir durchdringen und das Ende war fast schon Nichtssagend. Schade, denn Potential war reichlich vorhanden.

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