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Veröffentlicht am 15.04.2022

Das Leben von Lenni und Margot in 100 Bildern

Die hundert Jahre von Lenni und Margot
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Zum Inhalt:
Die 17-jährige Lenni liegt auf der Mai Station im Krankenhaus. Intern bezeichnet man ihren Zustand als „terminal“, bedeutet: „Kind mit einer lebensverkürzenden Krankheit“. Sie gestaltet ihren ...

Zum Inhalt:
Die 17-jährige Lenni liegt auf der Mai Station im Krankenhaus. Intern bezeichnet man ihren Zustand als „terminal“, bedeutet: „Kind mit einer lebensverkürzenden Krankheit“. Sie gestaltet ihren langweiligen Alltag damit, das Krankenhaus zu erkunden und so trifft sie in der Kapelle auf Pater Arthur, den sie mit ihren Fragen selbst zum Nachdenken bringt, freundet sich mit dem Hausmeister und der neuen Krankenschwester an und begegnet der 83-jährigen Margot auf dem Flur. Als ein Kunstkurs im Krankenhaus angeboten wird, treffen Margot und Lenni erneut aufeinander. Beide dem Tode geweiht, stellen sie fest, dass sie zusammen genau 100 Jahre gelebt haben und beschließen für jedes ihrer Lebensjahre ein Bild zu malen und die dazugehörige Geschichte sich zu erzählen. Voller Tatendrang machen sie sich ans Werk, bleibt ihnen die Zeit, ihr Ziel auch zu erreichen?

Meine Meinung:
Etwas zögerlich wagte ich mich an das Buch, denn schließlich geht es hier auch um Krankheit und Tod eines Kindes. Aber die Autorin Marianne Cronin schaffte mit ihrem Roman eine wunderbare Geschichte. Lenni überzeugt durch ihre aufgeweckte und forsche Art, mit der sie auch, aber nicht nur Pater Arthurs Leben bereichert und ihr Schicksal ohne Wehklagen annimmt, harmonisch ergänzt wird das Ganze mit Margot, die mit ihrer ruhigen und freundlichen Art natürlich wirkt. Da die hundert Bilder die Lebensgeschichte der beiden erzählen erfährt man so nach und nach, wie das Leben von Margot und Lenni verlaufen ist. Natürlich überwiegt hier die Erzählung von Margots Leben, da sie älter ist und mehr erlebt hat, aber auch Lenni ist so einiges widerfahren. Kurze Kapitel bringen uns die beiden, mal harmonisch, traurig, unkonventionell und witzig, Seite für Seite näher. Zwar sah ich am Anfang meine Erwartungen nicht erfüllt, aber nach und nach habe ich die beiden Protagonisten und andere Figuren in mein Herz geschlossen und zum Schluss konnte ich vieles rückblickend besser verstehen. Ein tiefes Gefühl der Ruhe und Ausgeglichenheit hat bei mir der letzte Satz über Margot hinterlassen, denn auch welche Reise sie antreten wird, sie geht sie voller Zuversicht.

Fazit:
Eine berührende Hommage ans Leben mit zwei außergewöhnlichen Protagonisten.

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Veröffentlicht am 11.04.2022

Lucys Leben wird zerstört

Sturmopfer
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Zum Inhalt:
Auf den Klippen nähe Skentel an der Küste Südenglands lebt Lucy Locke mit ihrem Mann Daniel und ihren beiden Kindern Billie und Fin. Als Lucy in ihrem Haus auf den Klippen sitzt und die Buchhaltung ...

Zum Inhalt:
Auf den Klippen nähe Skentel an der Küste Südenglands lebt Lucy Locke mit ihrem Mann Daniel und ihren beiden Kindern Billie und Fin. Als Lucy in ihrem Haus auf den Klippen sitzt und die Buchhaltung durchgeht, bahnt sich für ihre Familie ein Unglück an. Ihr Mann Daniel ist mit seinem Boot trotz Sturmwarnung aufs Meer gefahren und musste einen Notruf absetzen. Während sich die Seenotrettung aufmacht, um nach Daniel zu suchen, will Lucy ihre Kinder aus der Schule holen. Zu ihrem Entsetzen scheint Daniel die Kinder jedoch mit auf das Boot genommen zu haben. Das Boot wird zwar gefunden, jedoch ohne Daniel und die Kinder, ein erweiterter Suizid scheint nicht ausgeschlossen, doch daran glaubt Lucy auf keinen Fall und setzt alles daran, dass trotz Sturm nach ihrer Familie gesucht wird. Detective Abraham Rose ermittelt indes im Umfeld der Familie Locke und entdeckt dabei so einiges, was seinen Verdacht erhärtet. Fieberhaft versucht Lucy den Grund für Daniels Verhalten zu erfahren, denn sie weiß, dass Daniel ihr nie so etwas antun würde.

Meine Meinung:
Sturmopfer ist mein erstes Buch des Autors Sam Lloyd und ich war gespannt, was sich hinter dem Titel sowie den Untersatz „Ein Boot. Drei Vermisste. Eine fatale Entscheidung“ verbirgt.
Begonnen wird mit einer Art Brief oder Gedanken, in dem klar ersichtlich ist, dass jemand einem anderen Menschen Leid zufügen wird. In Anbetracht des Klapptextes vermutet man Daniel dahinter. Zwischen den einzelnen Kapiteln erscheinen immer wieder in kursiver Schrift diese Gedanken, die versuchen, die Beweggründe für dieses Handeln zu erklären. Leider war mir außer der Tochter Billie und Sohn Fin kein Protagonist oder Figur so wirklich sympathisch. In Lucys Gefühlswelt konnte ich mich teilweise gut einfinden, sie wirkte allerdings manchmal zu beherrscht auf mich. Dennoch gab es Stellen, die mir die Tränen in die Augen trieben und die ständige Frage nach dem Warum beschäftigte mich. Trotz der Dramatik, die gleich zu Beginn des Buches einzieht, fehlte mir jedoch irgendwie die Spannung, diese kam erst langsam im Laufe der Geschichte auf und schaffte es doch noch, mich zum Ende hin zu fesseln. Der Abschluss des Buches war noch einmal sehr gefühlvoll, erklärte einiges und rundete die Geschichte ab.

Fazit:
Interessanter Thriller, der erst zum Ende hin spannend wird.

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Veröffentlicht am 21.03.2022

Wo ist Tessi?

Der Buchhändler
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Zum Inhalt:
Der Buchhändler Erik Lange übernimmt in dem beschaulichen Städtchen Neunkirchen eine Buchhandlung. Schnell lebt er sich ein und wird sogar Mitglied beim Volleyballverein. Alles läuft gut, bis ...

Zum Inhalt:
Der Buchhändler Erik Lange übernimmt in dem beschaulichen Städtchen Neunkirchen eine Buchhandlung. Schnell lebt er sich ein und wird sogar Mitglied beim Volleyballverein. Alles läuft gut, bis eines Tages die 9-jährige Tochter seines Vereinskollegen spurlos verschwindet. Die Polizei wird informiert und Suchmannschaften inkl. der Nachbarschaft machen sich auf die Suche nach dem Mädchen. Wer könnte es auf das bildhübsche Mädchen abgesehen haben? Schnell ist man sich einig, nur ein Pädophiler kann an dem Verschwinden des Mädchens beteiligt sein und je mehr Zeit ohne eine Spur von Tessi vergeht, umso mehr gerät auch Erik Lange ins Visier der Ermittlerinnen Judith Plattner und Pia Meyer. Doch ist es so einfach?

Meine Meinung:
Das Cover hat mich persönlich nicht sofort angesprochen, hier zog mich eher der Name der Autorin an. Petra Johann ist dafür bekannt, dass nichts so ist, wie es am Anfang scheint und sie konstruiert geschickt eine vielschichtige Geschichte um den Mittelpunkt. Der Prolog beginnt damit, dass eine Person unter Schlägen preisgeben soll, wo das Mädchen ist.
Eher ruhig begleitet man am Anfang den Buchhändler in das idyllische Städtchen Neunkirchen und erlebt, wie er neue Freunde gewinnt. Man weiß, er hat eine Tochter, die mit ihrer Mutter in einer anderen Stadt lebt, doch der Kontakt scheint schwierig zu sein. Nachdem die 9-jährige Tochter eines Freundes verschwunden ist, kreist alles um die Suche nach Tessi, nun lernt man auch die beiden Ermittlerinnen kennen. Pia und Judith haben mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen, wirken aber trotzdem sehr professionell. Der Buchhändler Erik gerät dann eine Zeitlang in den Hintergrund, erst später findet er sich wieder mitten in der Geschichte ein, als er zu einer Person polizeilichen Interesses wird. Sehr realistisch werden die einzelnen Figuren dargestellt und ihre Gedankengänge sind nachvollziehbar. Wie schnell man unter Verdacht gerät, zeigt uns hier die Autorin sehr gut auf. Verdächtigt habe ich auch so einige und obwohl ich dann doch recht schnell die Wahrheit vermutete, so hat mich das Buch doch mit seinem flüssigen Schreibstil gut unterhalten. Nur am Schluss fehlte mir noch etwas, dieser hätte meiner Meinung noch etwas abgerundet sein können. Spannungsgeladenen Nervenkitzel, wie ich von einem Thriller erwarte, vermisste ich jedoch und so würde ich das Buch eher unter einem soliden Kriminalroman einordnen.

Fazit:
Ein guter solider Kirminalroman mit einem heiklen Thema

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Veröffentlicht am 14.03.2022

Nicht alles ist so schlimm wie man glaubt

Einatmen, ausrasten
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Zum Inhalt:
Die 50-jährige Schauspielerin Eliza Finch hadert mit ihrem Leben. Ihre Karriere hat nie richtig begonnen, finanziell steht es nicht gerade zum Besten und sie befindet sich mitten in den Wechseljahren, ...

Zum Inhalt:
Die 50-jährige Schauspielerin Eliza Finch hadert mit ihrem Leben. Ihre Karriere hat nie richtig begonnen, finanziell steht es nicht gerade zum Besten und sie befindet sich mitten in den Wechseljahren, kämpft mit Schweißausbrüchen, ihrer Gefühlswelt und ihrer Familie. Von ihrer Tochter fühlt sie sich gehasst, ihr ältester Sohn ist ausgezogen und ihr jüngster Autist und in ihrer Ehe mit Paddy Hollander ist die Luft raus. Kurzum, das Leben lässt mit voller Wucht grüßen. Natürlich ist man während des Klimakteriums besonders empfindlich und so ist es auch kein Wunder, dass sich Eliza nicht geliebt und oft übersehen fühlt. Eine Wette mit ihrem Bruder zwingt Eliza allerdings dazu, sich aus ihrer Komfortzone zu wagen und so entdeckt sie nicht nur sich selbst wieder, sondern auch ihre liebe Familie.

Meine Meinung:
Georgie Hall ist das Pseudonym der Autorin Fiona Walker für mich aber das erste Buch dieser Autorin. Cover und Titel ist schon etwas ungewöhnlich und hat so meinen Blick auf sich gelenkt. Am Anfang konnte mich das Buch überhaupt nicht für sich gewinnen, zu sehr empfand ich Elizas stetes jammern, weil sie sich nicht mehr beachtet und geliebt fühlt, nervig und langatmig. Die Wortwahl, mit der sie von anderen und sie sich selbst betitelt konnte ich nicht gerade gutheißen.
Wie in Kapitel 1: „Vettel, Schabracke, Drache, Hexe, blöde Kuh, Matrone, Spinatwachtel, Schreckschraube. Wem fällt auch nur eine schmeichelhafte Bezeichnung für eine Frau über fünfzig ein?“
Alle Charaktere sind authentisch, wenn auch etwas überspitzt beschrieben und tragen wundervoll zur Geschichte bei, die für mich erst nach ca. 40 % richtig interessant wurde. Tief ins Herz geschlossen habe ich Eddie, Elizas autistischen Sohn. Der Schreibstil ist flüssig, mit ehrlichen nüchternen Worten, gespickt mit Musiktiteln und, da Eliza auch ein paar Fettnäpfchen nicht auslässt, humorvoll. Letztendlich hat mich der Roman doch gut unterhalten und für lustige Lesestunden gesorgt.

Fazit:
Ein humorvoller Roman über die Plagen des Klimakteriums und der Weg aus der Komfortzone.

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Veröffentlicht am 10.03.2022

Selbstzweifel und Rache

Mörderfinder – Die Macht des Täters
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Zum Inhalt:
Fallanalytiker Max Bischoff erhält einen Anruf von Katharina Baumann, eine Kollegin seines ehemaligen Partners Horst Böhmer. Ihr 22-jähriger Neffe stand unter Mordverdacht und hat Selbstmord ...

Zum Inhalt:
Fallanalytiker Max Bischoff erhält einen Anruf von Katharina Baumann, eine Kollegin seines ehemaligen Partners Horst Böhmer. Ihr 22-jähriger Neffe stand unter Mordverdacht und hat Selbstmord begangen. Die Familie will nicht an die Schuld des jungen Mannes glauben, deshalb bittet Katharina Max Bischoff darum, sich den Fall einmal näher anzusehen. Bischoff kommt ihrer Bitte nach und gerät dabei an seine Grenzen. Alle Indizien deuten auf den jungen Mann, doch passt einiges nicht. Als kurz darauf ein weiterer Mord passiert, der ebenfalls nicht in ein bestimmtes Schema passt, zweifelt Max an sich selbst und der Fallanalyse oder ist der Täter einfach nur viel schlauer als die Polizei?

Meine Meinung:
Das Cover ist durchgängig passend zur Reihe um den Fallanalytiker Max Bischoff. Gleich am Anfang wird man Zeuge einer schrecklichen Tat, um dann sofort in einer ruhigen, flüssigen Erzählweise zu dem Fallanalytiker Max Bischoff zu wechseln. Dieser agiert nun als Privatermittler und bei seinen Ermittlungen zweifelt er so manches Mal an sich selbst, unerwartet gerät er persönlich in das Zentrum unerklärlicher Geschehnisse und ist auf die Hilfe seines Freundes Horst Böhmer angewiesen.
Max kommt mir sehr ehrgeizig vor und seine Zweifel sind nicht sofort offensichtlich zu erkennen. Eine Analyse durch den etwas aufdringlichen Dr. Killian, der noch dazu auf mich einen unsympathischen Eindruck hinterließ, machte später aber so einiges klar. Neu dazugekommen ist der Schriftexperte Marvin Wagner, dieser konnte mich sofort mit seiner unkonventionellen Art für sich begeistern. Leider wurde die Spannung nicht durchgängig gehalten. Zwischendrin fand ich die Schilderungen etwas zäh. Allerdings gewann das Geschehen zum Ende hin wieder in den gewohnten Spannungsbogen und konnte so wieder einiges ausgleichen. Arno Strobel gelingt es auf falsche Spuren zu führen, legt aber gleichzeitig unterschwellig Hinweise auf die richtige Person. Nur die Sicht des Täters zwischendrin passt für mich nicht so rund zum Ende.

Fazit:
Ein guter Thriller, der mit außergewöhnlicher Auflösung und Figuren punktet.

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