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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2022

Das große Schweigen

Für diesen Sommer
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Bis jetzt kannte ich nur die Krimis der Autorin. Bei diesem Familienroman dauerte es eine Weile, bis ich mich mit dem Buch anfreunden konnte. Cover und Titel lassen eher auf einen seichten Sommerroman ...

Bis jetzt kannte ich nur die Krimis der Autorin. Bei diesem Familienroman dauerte es eine Weile, bis ich mich mit dem Buch anfreunden konnte. Cover und Titel lassen eher auf einen seichten Sommerroman schließen, aber dass ist er auf keine Fall.
In diesem Familienroman geht es um die Familie Roth. Die jüngste Tochter Franziska, die in jungen Jahren im Zorn ihr Elternhaus verließ, kehrt jetzt mit Anfang 50 zurück, um sich um ihren alten und kranken Vater zu kümmern. Ihre Schwester Monika, die dieses jahrelang getan hat, brauchte unbedingt Urlaub. Vater und Tochter müssen lernen, mit ihrem Leben und miteinander Frieden zu schließen. Beide haben schmerzhafte Erinnerungen an das Schicksal, und an das vergangene Leben, schöne als auch traurige.
Die Geschichte beginnt sehr zäh und langatmig. Nervig empfand ich die schnell wechselnden Erzählperspektiven und die ewigen Zeitsprünge. Aber irgendwie passte dann doch alles zusammen. Einige Abschnitte haben mich sehr depremiert, werden wir doch alle einmal älter und müssen einiges an Selbständigkeit aufgeben, dass macht schon nachdenklich. So gar nicht verstehen konnte ich die Eltern Roth, wie kann man ein so schwerwiegendes Schicksal verschweigen.
Ich bin froh, dass ich durchgehalten habe und das Buch nicht vorher aus der Hand gelegt habe, es hat mir dann doch noch gut gefallen.

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Veröffentlicht am 11.03.2022

Auf Verbrecherjagd

Hafenmörder
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Das Cover gefällt mit gut, der Klappentext hat mich gleich angesprochen. Ich bin gleich gut in die flüssig geschriebene Geschichte reingekommen, die allerdings erst im letzten Drittel an Fahrt aufnahm. ...

Das Cover gefällt mit gut, der Klappentext hat mich gleich angesprochen. Ich bin gleich gut in die flüssig geschriebene Geschichte reingekommen, die allerdings erst im letzten Drittel an Fahrt aufnahm. Sie spielt in Hamburg im Jahre 1904. Mehrere Männer aus der Oberschicht werden ermordet und mit einem Zeichen auf der Stirn aufgefunden. Der junge Polizist Martin Bucher nimmt seinen Freund den Bakteriologen Carl-Jakob Melcher, der von Onkel und Tante aufgezogen wurde, mit auf Verbrecherjagd. Sie tauchen ein in Dreck und Schmutz des armen Viertels. Das Buch ist gut geschrieben, durch die detailgetreuen Schilderungen konnte man sich alles gut vorstellen. Die Charaktere passten und der Autor ließ historische Ereignisse der damaligen Zeit mit einfließen. Die Karte in der hinteren Klappe fand ich sehr hilfreich. Ich hatte unterhaltsame Lesestunden mit dem Buch und kann es auf jeden Fall empfehlen.

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Veröffentlicht am 26.02.2022

Gemeinsam sind wir stark

Im Schatten der Wende
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Das Cover fällt gleich ins Auge, man erkennt, dass die Geschichte in Dresden spielt. Die Zeitreise führt ins Jahr 1989, einige Monate vor und nach der Wende. Der Klappentext führt allerdings in die Irre. ...

Das Cover fällt gleich ins Auge, man erkennt, dass die Geschichte in Dresden spielt. Die Zeitreise führt ins Jahr 1989, einige Monate vor und nach der Wende. Der Klappentext führt allerdings in die Irre. Bevor das KDD Team in Erscheinung tritt, ist das erste Drittel des Buches schon vorbei. Die Hauptfigur ist Tobias Falck, Volkspolizist. Er ist ein typischer Befehlsempfänger, kann nicht verstehen, warum so viele Menschen in den Westen wollen, ist mit seinem Leben zufrieden. Erst als er undercover ermittelt und Einblick in die dunklen Ecken der Stadt bekommt und mit Verbrechen konfrontiert wird, die es angeblich nicht gibt, beginnt er nachzudenken. Nach der Wende wird er dem neuen Team Kriminaldauerdienst zugeteilt und trifft dort auf zwei alte Bekannte. Dann stößt eine Polizistin aus Frankfurt/Main dazu und bittet um Amtshilfe auf der Jagt nach einem Auftragskiller. Jetzt stoßen Welten aufeinander, die vier müssen sich zusammen raufen. Tobias lernt selbstständig zu denken und eigene Entscheidungen zu treffen, es gelingt ihm sogar alte Fälle zu lösen.
Die Schreibweise fand ich angenehm, (bis auf die Fehler). Die Schauplätze wurden detailgetreu vorgestellt. Der Autor erzählt authentisch und glaubwürdig über den Umbruch nach der Wende. Was ich vermisst habe waren die Erklärung der Kürzel, nicht jeder kennt sich damit aus. Auch fehlte es teilweise an der nötigen Spannung. Dafür habe ich Dinge erfahren, die mir bis dahin nicht bekannt waren.
Alles in allem ein solider Krimi, die Nachfolgebände haben sicher noch Potenzial nach oben.

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Veröffentlicht am 17.02.2022

Die kleine Bestie

Der Herzgräber
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Das Cover fällt sofort ins Auge, bevor man den Titel liest. An der Geschichte merkt man, dass die Autorin vorher Fantasy Romane geschrieben hat. Mysteriöses, Geheimnisvolles, Märchenhaftes und Familiengeschichte ...

Das Cover fällt sofort ins Auge, bevor man den Titel liest. An der Geschichte merkt man, dass die Autorin vorher Fantasy Romane geschrieben hat. Mysteriöses, Geheimnisvolles, Märchenhaftes und Familiengeschichte lässt sie in das Buch einfließen. Der Thriller wird in Gegenwart und Vergangenheit erzählt. Das kann der Leser gut unterscheiden.
Heather die mit sechszehn Jahren ihr Elternhaus verließ, muss zurückkehren. Nie hatte sie ein gutes Verhältnis zur Mutter, nun muss die deren Nachlass regeln, weil diese Selbstmord begangen hat. Sie findet Briefe von Michael Reave einem Serienmörder, der seit 20 Jahren im Gefängnis sitzt. Was hat Colleen mit diesem Monster zu tun? Warum weiß sie nicht das ihre Mutter in einer Hippie Kommune gelebt hat? Fragen über Fragen, Heather will verstehen. Irgendjemand schickt ihr mysteriöse Botschaften und es geschehen wieder bestialische Morde wie sie damals der rote Wolf verübte.
In diesem Roman tun sich menschliche Abgründe auf. Heather war mir vollkommen unsympathisch. Jähzornig, chaotisch, unerschrocken, trank sehr viel. Warum sie so ist, klärt sich später auf. Wenn die Geschichte auch teilweise etwas verworren war, hat sie mich gut unterhalten. Ich hatte beim Lesen auf jeden Fall mehr Angst als die Protagonistin. Obwohl am Ende noch viele Fragen offenblieben, kann ich das Buch empfehlen.

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Veröffentlicht am 06.02.2022

Auch Engel können fallen

Unser kostbares Leben
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Anhand des Covers hatte ich mir die Geschichte ganz anders vorgestellt. Sie spielt in den 70er und frühen 80er Jahren in einer hessischen Kleinstadt und basiert auf die eigene Familiengeschichte der Autorin. ...

Anhand des Covers hatte ich mir die Geschichte ganz anders vorgestellt. Sie spielt in den 70er und frühen 80er Jahren in einer hessischen Kleinstadt und basiert auf die eigene Familiengeschichte der Autorin. Die teilweise kurzen Kapitel werden aus verschiedenen Perspektiven erzählt. An viele Begriffe und Begebenheiten konnte ich mich beim Lesen gut erinnern.
In dieser Welt wachsen sie auf. Minka Tochter des Bürgermeisters und SPD Anhängers und Caro die Tochter des Direktors der ortsansässigen Schokoladenfabrik. Später Claire, ein vietnamesisches Waisenkind, das von Caros Eltern adoptiert wird. Der Leser darf die drei Mädchen auf dem Weg ins Erwachsenlebens begleiten. Die Mädchen spielen allerdings eine untergeordnete Rolle. Im Vordergrund geht es um Umwelt-und Naturzerstörung, Medikamentenmissbrauch im Kinderheim und Tierversuche. Und das Alles zum Wohle der Allgemeinheit. Auch das damals politische Zeitgeschehen wird hautnah wiedergegeben. Die Protagonisten bleiben dabei teilweise auf der Strecke und es gelang mir nicht, zu irgend einem eine Beziehung aufzubauen. Sie kamen sehr blass rüber. Auch die seitenlangen Passagen Schokoherstellung, Sicherheit Sprungbrett, politische Ansichten, Claires Forschungen u.m. nahmen für mich zu viel Raum ein. Das hätte wesentlich kürzer sein können. Da wäre weniger mehr gewesen.
Auch wenn ich mir mehr von dem Buch versprochen hatte, kann ich es empfehlen. Man sollte nur seine Erwartungen nicht zu hoch schrauben.

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