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Veröffentlicht am 19.03.2022

Nette Reminiszenz an Jane Austen

Ashington – Verliebt in einen Earl
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Abbi Glines ist Amerikanerin mit einer Vorliebe für Großbritannien und die Welt von Janes Austen. Ihr historischer Liebesroman „Ashington“ spielt im London der Regency-Zeit.
Hauptfigur ist die hübsche ...

Abbi Glines ist Amerikanerin mit einer Vorliebe für Großbritannien und die Welt von Janes Austen. Ihr historischer Liebesroman „Ashington“ spielt im London der Regency-Zeit.
Hauptfigur ist die hübsche und intelligente Miriam Bathurst. Die junge Frau wäre das einfache Landleben eigentlich genug. Nach dem Tod des Vaters lastet auf ihren Schultern aber die Bürde, für das Auskommen ihrer Mutter und Schwester zu sorgen. Also muss ein Ehemann her. Sie reist zu Verwandtschaft nach London. Dort ist Ballsaison und Miriam wird in die Gesellschaft eingeführt. Dort gerät sie zwischen die verfeindeten Brüder Lord Ashington und Nicholas Compton.
Abbi Glines verwendet das typische Jane Austen-Strickmuster. Im Mittelpunkt steht eine starke Heldin, die die Männer verzaubert. Auf der einen Seite Lord Ashington: ein hochmütig erscheinenden Mann mit einem goldenen Herzen. Auf der anderen Seite Nicholas Compton: Ein anziehender Schwerenöter mit nicht ganz so edlen Absichten. Dazu kommen weitere nette Charaktere, wie zum Beispiel die unkonventionelle Tante aus Amerika und eine kleine, naseweise Dame, die das feine Ashington-Leben gehörig durcheinander wirbelt.
Die Geschichte ist recht einfach und vorhersehbar gestrickt. Wie sich die Dinge hier entwickeln, ist keine große Überraschung. Das Ende wird für meinen Geschmack etwas übers Knie gebrochen – hält aber nochmal eine unvorhergesehene Wendung bereit. Abbi Glines lehnt ihre Geschichte zwar erkennbar an die Romane von Jane Austen an, sie versucht aber nicht deren wortgewaltigen Schreibstil zu imitieren. Trotz einiger verschachtelter und sperriger Sätze schreibt Glines doch erkennbar modern und insgesamt leichtgängig.
Fazit: In „Ashington“ schafft Abbi Glines insgesamt eine schöne Atmosphäre. Die Charaktere sind nett – wenn auch eher stereotyp angelegt. Der Roman ist insgesamt unterhaltsam und kurzweilig. Die Autorin springt hier auf den Zug des „Bridgerton“-Hypes auf und liefert mit „Ashington“ eine weitere Reminiszenz an die große Jane Austen.

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Veröffentlicht am 15.03.2022

Feiner Krimi in historischem Ambiente

Die kalte Mamsell
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„Die kalte Mamsell“ ist der 3. Seebad-Krimi von Elsa Dix. Mal wieder ist es so, dass ich es bisher einfach nicht geschafft habe, die ersten beiden Bände der Reihe zu lesen. Dafür bin ich jetzt bei Erscheinen ...

„Die kalte Mamsell“ ist der 3. Seebad-Krimi von Elsa Dix. Mal wieder ist es so, dass ich es bisher einfach nicht geschafft habe, die ersten beiden Bände der Reihe zu lesen. Dafür bin ich jetzt bei Erscheinen direkt mit dem neuen Fall eingestiegen. Auch wenn hier zentrale Figuren im Fokus stehen und weiterentwickelt werden, ist dieses Buch auch ohne Vorkenntnisse problemlos lesbar.
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Der Titel „Die kalte Mamsell“ und die schöne Cover-Gestaltung lassen keinen Zweifel: Hier handelt es sich um einen historischen Krimi. Schauplatz ist Norderney im September 1913. Auf der Insel treffen Personen der feineren sowie der einfacheren Gesellschaft in den letzten Tagen der Sommerfrische aufeinander. Die Protagonisten sind Viktoria Berg, eine Lehrerin aus gutem Hause und Kriminalassistent Christian Hinrichs, der aus vergleichsweise einfachen Verhältnissen stammt. Beide hegen Gefühle füreinander, die Viktorias Vater allerdings ein Dorn im Auge sind.
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Das Krimi-Geschehen kommt in Fahrt, als im Eiskeller eines glamourösen Hotels zwei Leichen gefunden werden. Die junge Kaltmamsell Meentje Cordes und ein offensichtlich besser gestellter Unbekannter. Ein Fall für Christian Hinrichs. Und auch Viktoria steckt ihre Nase in den Fall – zumal sie bei der toten jungen Frau eine unglaubliche Entdeckung gemacht hat.
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Agatha Christie-Flair im norddeutschen Insel-Ambiente. Elsa Dix schafft eine wunderschöne Atmosphäre. Beim Lesen hatte ich ständig das Gefühl einer zarten Sommerbrise auf der Haut. In luftig-leichtem Ambiente trifft man auf einen kunterbunten Personen-Mix. Wie ich es aus den Miss Marple- und Poirot-Krimis von Christie kenne, machen sich auch im Seebad-Krimi von Elsa Dix ganz viele verdächtig. Langsam kommt die Wahrheit über die Toten im Eiskeller ans Licht. Danach ist der Krimi aber noch nicht zu Ende. Es gibt noch weitere Geheimnisse, die gelöst werden wollen. Letztendlich nimmt die Geschichte nochmal eine überraschende Wendung. Das Finale ist feinste Krimi-Dramatik. Und ein Schuss Romantik ist das Sahnehäubchen des Ganzen.
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Dieser Krimi ist etwas für Liebhaber historischen Ambientes. Cosy-Crime mit etwas Liebe und Humor gewürzt. Das ganze in feinem Norderney-Setting. Elsa Dix verquickt hier verschiedene beliebte Stilmittel miteinander und macht daraus ihr eigenes Ding. Die Protagonisten Viktoria und Christian mochte ich sofort. Ich bin schon gespannt, wie es für die beiden weitergeht und welcher Fall in der nächsten Sommerfrische auf sie wartet.
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Fazit: „Die kalte Mamsell“ ist ein unterhaltsamer und kurzweiliger Krimi mit angenehmer Spannung. Genau das Richtige für laue Abende. Liebevolle zeitgenössische Beschreibungen sorgen für ein ganz besonderes Flair. Eine feine Krimi-Empfehlung!

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Veröffentlicht am 12.03.2022

Packender Thriller, der in die Abgründe der menschlichen Psyche führt

Trigger - Das Böse kehrt zurück
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Bereits 2009 hat Wulf Dorn seinen Thriller "Trigger" veröffentlicht - und nach so langer Zeit jetzt eine Fortsetzung auf den Markt geschmissen. Für mich war "Trigger - Das Böse kehrt zurück" jetzt die ...

Bereits 2009 hat Wulf Dorn seinen Thriller "Trigger" veröffentlicht - und nach so langer Zeit jetzt eine Fortsetzung auf den Markt geschmissen. Für mich war "Trigger - Das Böse kehrt zurück" jetzt die erste Lese-Begegnung mit Wulf Dorn. Blindlings bin ich ohne Vorkenntnisse in die Story eingestiegen. Wulf Dorn hat es mir aber leicht gemacht. Ich habe das Gefühl, dass der Autor mir die wichtigsten Infos mit auf den Weg gegeben hat und ich so gut mitgekommen bin.
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Mark Behrendt ist ex-Psychiater. Nach dem Tod seiner Lebensgefährtin hat er eine schwere Zeit durchgemacht. Gerade hat er sein Leben wieder einigermaßen im Griff, als der Alptraum von vorne beginnt. Der Mörder ist zurück und entführt Marks beste Freundin. Um ihr Leben zu retten, soll Mark einen anderen Menschen töten. Die Zeit läuft…
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Wulf Dorn schickt seine Leser und seinen Protagonisten auf einen Trip des Wahnsinns. Dabei hat mich die Figur "Mark Behrendt" von Anfang an begeistert. Wir haben es hier wieder mal mit so einem durch und durch kaputten und traumatisierten Typen zu tun, der in letzter Sekunde nochmal die Kurve kriegt, nur um dann wieder durch die Hölle gehen zu müssen. Mark Behrendt ist Dreh- und Angelpunkt der Story - aber auch alle anderen Figuren sind so tiefgründig beschrieben, dass sie mir quasi vis a vis gegenüberstanden. Allgemein schreibt Dorn unglaublich intensiv. Er schafft Bilder, die einen packen und nicht so schnell loslassen.
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"Trigger - Das Böse kehrt zurück" ist ein Thriller, der einen in die düstersten Abgründe der menschlichen Psyche entführt. Seite um Seite habe mit Mark mitgefiebert und gebangt. Mein Hirn musste mit immer neuen unfassbaren Wendungen klarkommen. Dieser Thriller steckt voller Spannung und sorgt stetig für Adrenalinschübe.
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Fazit: Ein guter Thriller, der einen durch die Seiten peitscht und in die Untiefen der menschlichen Psyche führt.

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Veröffentlicht am 21.02.2022

Atmosphärischer und spannender Jugendthriller

Dreivierteltot
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Mit "Dreivierteltot" hat Christina Stein einen tollen Jugendthriller vorgelegt.

Darum geht's: Kim startet einen Wandertrip in Schottland. Zusammen mit ihrem Freund Jon begibt sie sich auf den West Highland ...

Mit "Dreivierteltot" hat Christina Stein einen tollen Jugendthriller vorgelegt.

Darum geht's: Kim startet einen Wandertrip in Schottland. Zusammen mit ihrem Freund Jon begibt sie sich auf den West Highland Way. Dabei macht sie einige seltsame Bekanntschaften. Außerdem bekommt sie seltsame SMS von ihrer Freundin Emma. Die Bedrohung spitzt sich zu...

Der Thriller ist für Jugendliche ab 14 Jahren empfohlen. Aber ich hatte auch als Erwachsene viel Spaß damit. Christina Stein schreibt sehr flüssig und anschaulich. Die Personen sind gut gezeichnet. Stück für Stück entsteht eine Atmosphäre, die mich als Leser in den Bann gezogen hat. Erst ist es eine unterschwellige Spannung. Dann kommen seltsame Ereignisse hinzu. Und schließlich wird es richtig bedrohlich. Die finale Auflösung ist sehr gelungen. Mitreißend. Emotional.

Das Buch erfüllt außerdem noch einen Bildungsauftrag. Es gibt viele englische Dialoge, die sich ganz selbstverständlich in den Ablauf der Handlung integrieren und ganz selbstverständlich mitgelesen und verstanden werden können. Das ist ganz nebenbei noch beste Fremdsprachenvermittlung.

Fazit: Als Jugendliche hätte ich diesen Thriller geliebt. Aber auch aus Erwachsenen-Sicht hat er mir gut gefallen. Dafür spreche ich gerne eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 13.02.2022

Amüsante Fernseh-Betrachtungen

Nur noch eine Folge!
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Back to the roots! Mit seinem neuen Buch “Nur noch eine Folge!“ kehrt Michael Mittermeier zu seinen Anfängen zurück. Was habe ich vor 25 Jahren über sein erstes Solo-Programm gelacht. „Zapped“ war eine ...

Back to the roots! Mit seinem neuen Buch “Nur noch eine Folge!“ kehrt Michael Mittermeier zu seinen Anfängen zurück. Was habe ich vor 25 Jahren über sein erstes Solo-Programm gelacht. „Zapped“ war eine lustige aber auch liebenswerte Hommage ans TV-Programm. Wie er da Serien, Filme und Werbespots aufs Korn genommen hat, war schon großartig. Danach hat er mich thematisch leider bis heute nie wieder so eingefangen und begeistert. Umso mehr freue ich mich, dass das neue Buch ein TV-Revival ist– zwar mit einigen Wiederholungen, aber auch neuen Betrachtungen. Herrlich!
Ich habe das Buch sofort und fast in einem Rutsch durchgelesen. Aktenzeichen XY, Columbo, Derrick, Michel aus Lönneberga, Biene Maja etc. – es ist immer wieder schön, an die Fernsehzeit seiner Kindheit und Jugend erinnert zu werden. Was Michael Mittermeier schreibt, hat 100% Wiedererkennungswert. Es ist eine Zeitreise in die Vergangenheit. Und auch, wenn ich vieles davon schon öfter bei Mittermeier gehört habe – es bleibt wahr und gut. Ich habe erneut schallend darüber gelacht.
Neues findet sich in diesem Buch aber auch. Michael Mittermeier reichert seine Retro TV-Erinnerungen mit Formaten an, die in der Zwischenzeit neu dazugekommen sind. Auswanderer-Dokus und der Bachelor zum Beispiel. Oder auch Streaming-Serien wie „Game of thrones“, die ich allerdings nur vom Hörensagen kenne. Entsprechend haben mich diese Kapitel weniger angesprochen und erreicht. Insgesamt sind sie aber doch eine gelungene Erweiterung des Spektrums.
Michael Mittermeiers Blick auf das Fernsehprogramm reicht von liebevoll-verklärt bis hin zu sezierend-ehrlich. Der TV-Junkie läuft mit "Nur noch eine Folge!" wieder zu Höchstform auf!

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