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Veröffentlicht am 15.09.2016

Toller Auftakt einer fesselnden Fantasy-Reihe

Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken
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Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (one by Lübbe); Auflage: 1. Aufl. 2015 (15. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3846600092
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: ...

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (one by Lübbe); Auflage: 1. Aufl. 2015 (15. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3846600092
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: An Ember in the Ashes

Toller Auftakt einer fesselnden Fantasy-Reihe

Inhalt:
Elias wird in der Militärschule Schwarzkliff zu einem der besten Elitesoldaten des Imperiums ausgebildet. Doch er ist mit der willkürlichen Grausamkeit den unterdrückten Stämmen gegenüber gar nicht einverstanden und plant seine Flucht aus Schwarzkliff.

Laia ist ganz auf sich gestellt, nachdem ein nächtlicher Überfall der „Masken“ ihr ihre Großeltern genommen hat. Ihr Bruder Darin wurde gefangengenommen. Laia schließt sich dem Widerstand an, um gemeinsam mit den Rebellen Darin zu befreien. Sie wird nach Schwarzkliff eingeschleust, um zu spionieren. Hier kreuzen sich die Wege von Elias und Laia, die schließlich erkennen, dass es mehr Verbindendes als Trennendes zwischen ihnen gibt.

Meine Meinung:
Sabaa Tahir konnte mich mit ihrem Debütroman von der ersten Seite an fesseln. Ohne langes Vorgeplänkel wird man gleich mitten ins Geschehen geworfen. Erklärungen zur Gesellschaft fließen nach und nach ein. Es bleiben zwar nach diesem ersten Band noch einige Unklarheiten diesbezüglich, aber die Menge der Informationen reicht mir erst einmal. Ich nehme an, dass wir in den weiteren Bänden noch mehr darüber erfahren werden.

Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist grausam. Seit Jahrhunderten unterdrücken die Martialen die Kundigen. Letztere müssen ständig um ihr Leben fürchten, denn jederzeit kann es einen Überfall der Martialen geben. Die Martialen haben Spaß am Foltern, Vergewaltigen und Morden. Es ist daher nicht verwunderlich, dass das Buch sehr brutal ist, für manchen Leser vielleicht zu brutal. Ich fand es nicht so schlimm, weil immer wieder zur Sprache kommt, dass dieses System nicht richtig ist, dass man so nicht leben sollte. Vor allem der Protagonist Elias, der ja eigentlich auf der Seite der Unterdrücker ist, kann sich nicht mit der Ungerechtigkeit abfinden.

„Ja, wir werden frei sein. Frei, zu vergewaltigen und zu töten und dem Imperator zu huldigen.
Seltsam, dass das so gar nicht nach Freiheit schmeckt.“
(Elias’ Gedanken, S. 55)


Das macht ihn natürlich sehr sympathisch. Aber auch Laia heimst jede Menge Sympathiepunkte ein, ist sie doch bereit, alles erdenkliche Leid auf sich zu nehmen, um ihrem Bruder zur Freiheit zu verhelfen.

Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Laia und Elias, sodass man beide gut kennenlernt. Ihre Handlungsstränge laufen immer näher aufeinander zu, bis sie zuletzt eng miteinander verwoben sind. Ihre Handlungsweisen konnte ich meistens gut nachvollziehen, ihre Gedanken und Gefühle verleihen den Figuren Tiefe.

Anfangs dachte ich, klar, das ist eine Romeo- und Julia-Geschichte, wie es viele gibt. Doch schon hier konnte die Autorin mich überraschen. Denn so einfach macht sie es uns Lesern nicht. Auch manch andere Abläufe waren gänzlich unerwartet. Dies ist vielleicht vor allem den Intrigen und Ränken zuzuschreiben, mit denen die Protagonisten es zu tun bekommen. Ich finde es immer toll, wenn ein Autor es schafft, mich wirklich zu überraschen. Und wenn die Geschichte dann auch noch spannend, lebendig und mit hohem Tempo erzählt wird, so wie hier, dann ist mir das 5 Sterne wert.

Der 2. Band der Reihe soll 2016 erscheinen.

★★★★★

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein rasanter Thriller mit dem genialen Ermittler-Duo Hunter und Garcia

Der Knochenbrecher (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 3)
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Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (11. Mai 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3548284217
Originaltitel: The Night Stalker
Preis: 9,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Ein ...

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (11. Mai 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3548284217
Originaltitel: The Night Stalker
Preis: 9,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Ein rasanter Thriller mit dem genialen Ermittler-Duo Hunter und Garcia

Meine Meinung:
Nach Der Kruzifix-Killer und Der Vollstrecker liegt nun das dritte Buch von Chris Carter vor. Alle drei gehören zu einer Reihe um die Ermittler Robert Hunter und Carlos Garcia, sind jedoch in sich abgeschlossen und können daher auch gut einzeln gelesen werden. Wer allerdings mit dem Gedanken spielt, die anderen Bände auch noch zu lesen, sollte besser beim ersten anfangen, da sich die Protagonisten und ihre Zusammenarbeit natürlich weiterentwickeln.

Hunter und Garcia arbeiten beim Morddezernat I in L.A., das für besonders grausame Verbrechen und Serienmörder zuständig ist. Die Ermittlungen in ihrem neuen Fall gestalten sich sehr schwierig, da eine in der ersten Leiche platzierte Bombe bei der Obduktion explodiert und keine verwertbaren Spuren übrig lässt. Doch bald darauf wird eine zweite Leiche aufgefunden, und langsam bekommen die Ermittler Hinweise an die Hand, mit denen sie arbeiten können. Was ich toll finde, ist, dass der Leser ganz nah an den Ermittlungen dran ist, es wird quasi von jedem Schritt und jeder Überlegung berichtet. So ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild und man kann alles prima nachvollziehen.

Das Buch beginnt rasant und geht auch mit flottem Tempo weiter. Carter gönnt dem Leser nur ganz kurze Verschnaufpausen. Sehr kurze Kapitel, die meistens mit einem kleinen Cliffhanger enden, sorgen zusammen mit den wirklich abartigen Morden für einen Pageturner-Effekt. Der Schreibstil ist super zu lesen, ohne allzu einfach zu wirken. Der Täter ist bis zum Schluss gut getarnt, man kann also lange Zeit miträtseln.

Die Protagonisten Hunter und Garcia sind ein absolut tolles, sympathisches Ermittler-Team, von dem ich noch ganz viele Bücher lesen möchte. Lediglich Hunter wurde mir hier manchmal fast etwas zu perfekt dargestellt. Aber um einen intelligenten psychopathischen Mörder zu fassen, braucht man eben auch einen intelligenten Ermittler mit besonderen Gaben?

Cover und Titel passen leider gar nicht zum Inhalt. Ich habe keine Ahnung, was der Verlag sich hierbei gedacht hat. Aber der guten Geschichte tut das ja keinen Abbruch.

Die Reihe:
1. Der Kruzifix-Killer
2. Der Vollstrecker
3. Der Knochenbrecher
4. Totenkünstler
5. Der Totschläger
6. Die stille Bestie
7. I am Death. Der Totmacher

★★★★★

Veröffentlicht am 15.09.2016

Typisch Eberhofer!

Zwetschgendatschikomplott
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Audio CD (6 CDs, Laufzeit: ca. 464 min., ungekürzte Lesung)
Verlag: Der Audio Verlag (16. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3862314171
Sprecher: Christian Tramitz

Typisch Eberhofer!

Inhalt:
In ...

Audio CD (6 CDs, Laufzeit: ca. 464 min., ungekürzte Lesung)
Verlag: Der Audio Verlag (16. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3862314171
Sprecher: Christian Tramitz

Typisch Eberhofer!

Inhalt:

In München werden die Leichen von drei Frauen gefunden. Zusammen mit dem Birkenberger Rudi ermittelt der Eberhofer Franz im Rotlichtlilieu. In Niederkaltenkirchen soll ein Hotel gebaut werden, was dafür sorgt, dass das Dorf in zwei Lager gespaltet wird. Und die Susi ist …

Meine Meinung:
Die ersten fünf Eberhofer-Krimis habe ich selbst gelesen. Diesmal habe ich mir vorlesen lassen, obwohl ich kein wirklicher Fan von Hörbüchern bin. Doch die Eberhofer-HBs werden absolut genial gelesen von Christian Tramitz. Er verleiht jeder Figur eine Persönlichkeit und eine unverwechselbare Stimme. Ihm zuzuhören, ist ein wahrer Genuss. Und so habe ich nach Beendigung des Hörbuchs beschlossen, auch die künftigen Bücher zu hören, weil es einfach noch mehr Spaß macht. Ein bis zwei Sterne in der Bewertung gehen allein auf das Konto des Sprechers.

Der Kriminalfall an sich ist wie üblich nicht wirklich aufregend oder hyperspannend. Er läuft eher nebenher. Viel Raum nehmen auch die Unruhen in NKK ein, die der Franz natürlich auf seine eigene Art und Weise löst. Und natürlich geht nicht immer alles gesetzeskonform zu. Da der Franz eher ein ich-bezogener Mensch ist, um es mal freundlich auszudrücken, bleiben auch Reibereien mit Kollegen und Dorfbewohnern nicht aus.

Alles in allem ist das Buch mal wieder recht kurzweilig und witzig. Einen spannenden Krimi sollte man allerdings nicht erwarten.

Der Kriminalfall ist abgeschlossen, sodass man das Buch unabhängig von den anderen Bänden lesen oder hören kann. Allerdings spielen halt auch die zwischenmenschlichen Beziehungen der vorkommenden Personen eine große Rolle, weshalb ich eher das Lesen in der richtigen Reihenfolge empfehle.

Die Reihe:
1. Winterkartoffelknödel
2. Dampfnudelblues
3. Schweinskopf al dente
4. Grießnockerlaffäre
5. Sauerkrautkoma
6. Zwetschgendatschikomplott

★★★★★

Veröffentlicht am 15.09.2016

Was ist schon normal?

Die unglaublichen Abenteuer des Barnaby Brocket
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Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 1 (5. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596811939
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren
Originaltitel: The Terrible Thing That Happened ...

Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 1 (5. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596811939
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren
Originaltitel: The Terrible Thing That Happened to Barnaby Brocket

Was ist schon normal?

Inhalt:
Alistair und Eleanor Brocket sind die normalsten Menschen von ganz Sidney, vielleicht sogar von ganz Australien. Ihr Lebensziel ist: nicht auffallen. Und dafür tun sie so ziemlich alles. Auch die beiden Kinder Henry und Melanie sind ganz normal und immer brav. Doch das dritte Kind, Barnaby, ist anders. Schon kurz nach der Geburt beginnt das Baby zu schweben – es widersetzt sich der Schwerkraft. Das können Alistair und Eleanor nun gar nicht gebrauchen. Zuerst verstecken sie das Kind, um in der Nachbarschaft nicht aufzufallen. Doch als Barnaby immer größer wird, wissen sich seine Eltern keinen anderen Rat, als ihn einfach davonschweben zu lassen.

Für Barnaby beginnt ein riesengroßes Abenteuer, das ihn um die ganze Welt und noch weiter führt. Er trifft auf wunderbare Menschen, die ihm helfen und denen er hilft. Er lernt viel über das Normale und das Besondere und schließlich über sich selbst.

Meine Meinung:
John Boyne schreibt einfach wundervolle Bücher für Kinder, aber an „Der Junge im gestreiften Pyjama“ kommt in meinen Augen kein anderes heran. Trotzdem ist auch „Die unglaublichen Abenteuer des Barnaby Brocket“ ein kleines Juwel. Mit viel Fantasie und Charme lässt uns der Autor an den verrückten Erlebnissen des achtjährigen Barnaby teilhaben.

Barnaby ist ein einfühlsamer kleiner Junge, geprägt von einer enormen Offenheit seinen Mitmenschen gegenüber. Obwohl er selbst nie von seinen Eltern Toleranz erlebt hat, ist es für ihn kein Fremdwort. Er nimmt die Menschen, wie sie sind – genau das wünscht er sich für seine Person auch. Und glücklicherweise lernt er ja auch Menschen kennen, die ihn einfach akzeptieren.

Es stellt sich immer wieder die Frage: Was ist eigentlich normal? Wer bestimmt das? Durch Barnabys Reise durch die Welt erfahren wir, wie unendlich reich an Variationen das Leben ist und dass eben alles seine Berechtigung hat und gut ist, so wie es ist. Dies ist auch die Quintessenz aus dem Buch: Sei am besten du selbst, dann ist alles richtig. Und außerdem: Normal ist langweilig!:)

★★★★★

Veröffentlicht am 15.09.2016

Einfach köstlich!

Mein Leben und andere Katastrophen
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Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (26. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3737352116
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren

Einfach köstlich!

„Ich wollte ...

Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (26. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3737352116
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren

Einfach köstlich!

„Ich wollte ein iPad zum 13. Geburtstag. Und alles, was ich bekam, ist dieses doofe Notizbuch.“ (S. 7)

Dies ist der erste Satz in Kathrin Schrockes neustem Jugendbuch und gleichzeitig der erste Eintrag in Barnies Tagebuch, denn als solches benutzt sie dieses „doofe Notizbuch“ fortan.

Barnie, eigentlich Bernadette, ist 13 und eigentlich ein ganz gewöhnlicher Teenager mit einer Radiergummisammlung und einer Liste von Jungs, für die sie schwärmt. Das Besondere an Barnie ist, dass sie mit zwei Vätern zusammenlebt. Für sie ist das völlig normal, doch muss sie sich leider auch mit Anfeindungen gegen Homosexuelle auseinandersetzen.

Als in der Schule das Babyprojekt startet, wo sich immer zwei Schüler um eine computergesteuerte Babypuppe kümmern sollen, bietet sich Sergej als Vater für Barnies Baby an. Barnie ist überglücklich, schwärmt sie doch seit geraumer Zeit für Sergej, und vergrault dadurch sogar ihre beste Freundin Finja. Leider lässt Sergej sich von seinen Eltern und seinen Freunden stark beeinflussen, und die halten von Regenbogenfamilien dummerweise überhaupt nichts …

Barnie war mir sofort sympathisch, ihre Väter ebenso. In dieser Familie gibt es so viel Liebe, das ist einfach schön zu lesen. In ihren Tagebucheinträgen wirkt Barnie absolut ehrlich und offen. Durch ihren herzhaften Humor nimmt sie auch weniger schönen Szenen das Düstere.

Mit viel Witz, Charme und Gefühl gelingt es Kathrin Schrocke, dem Leser ein Tabuthema nahezubringen. Dabei wirbt sie um Toleranz und Offenheit, was in meinen Augen wichtige Eigenschaften sind, die bei uns aber leider immer wieder zu kurz kommen. Die Geschichte wirkt locker und leicht, dabei aber trotzdem sehr tiefgründig.

Da das Buch recht dünn ist und die einzelnen Kapitel sehr kurz bis kurz sind, ist das Buch bestens auch für Lesemuffel ab ca. 12 Jahren geeignet.

★★★★★