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Veröffentlicht am 08.04.2022

Ein Kriminalfall vor spannender historischer Kulisse

Engel des Todes
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„Engel des Todes“ von Thomas Ziebula ist der 3. Teil aus der Paul-Stainer-Reihe.
In diesem Band befinden wir uns in Leipzig im März 1920. Nachdem in Berlin die legitim gewählte Regierung gestürzt wurde ...

„Engel des Todes“ von Thomas Ziebula ist der 3. Teil aus der Paul-Stainer-Reihe.
In diesem Band befinden wir uns in Leipzig im März 1920. Nachdem in Berlin die legitim gewählte Regierung gestürzt wurde und die meuternden Truppen Kapp zum neuen Reichskanzler proklamiert haben, kommt es im ganzen Land zu massiven Ausschreitungen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Auch in Leipzig kommt es auf den Straßen zu blutigen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Demonstranten.
Während all dieser Geschehnisse kommt es zu einer grausamen Mordserie, die Kriminalinspektor Paul Stainer und seine Kollegen in Atem hält. Ein Serienmörder treibt in der Stadt sein Unwesen.
Der Schreibstil des Autors ist sehr gut zu lesen.
Anfangs waren mir die vielen verschiedenen Personen zu unübersichtlich, sodass ich teilweise Probleme hatte, die einzelnen Protagonisten zuzuordnen. Dies wurde jedoch im Laufe des Lesens besser. Da es sich um Teil 3 einer Reihe handelt, kann ich nur empfehlen, die ersten beiden Teile vorab zu lesen, um bestehende Zusammenhänge besser zu verstehen. Auch wenn der Fall an sich abgeschlossen ist und daher auch ohne Vorkenntnisse lesbar ist, bauen die Geschichten der Charaktere auf die Vorbände auf.
Das Buch ist so eingeteilt, dass man die Geschehnisse in Leipzig vom 13. bis 19.03.1920 verfolgt. Durch das Einstreuen von Zeitungsausschnitten sowie Verordnungen von damals wirkt die Geschichte noch authentischer.
Der Leser bekommt einen Einblick in die historischen Ereignisse der noch sehr jungen Weimarer Republik und den verschiedenen politischen Strömungen. Wer nur ein bisschen Ahnung von Geschichte hat, weiß, wohin Deutschland in späteren Jahren treiben wird, doch bereits im Jahr 1920 sind diese Strömungen mehr als deutlich zu spüren. Ewiggestrige, die den Versailler Vertrag als Schmach für Deutschland ansehen, stehen den linken Arbeiterbewegungen gegenüber. Die Bereitschaft zur Gewalt wird auf beiden Seiten deutlich und die Szenarien sind teilweise erschreckend realistisch.
Hierbei werden die historischen Ereignisse gekonnt mit Einzelschicksalen verbunden, sodass man noch mehr in der Geschichte versinkt.
Die Protagonisten sind dabei ebenfalls sehr authentisch beschrieben, mehrdimensional und sie geben einem die Möglichkeit, mit ihnen mitzufühlen.
Die Kriminalgeschichte läuft teilweise nebenher und rückt in den Hintergrund. Der Täter ist relativ schnell bekannt, doch trotzdem ist bis zum Schluss offen, was ihn zu seinen brutalen Morden treibt. Der Einblick in das Seelenleben des Täters ist sehr gut gelungen und zeigt auf, welche Schicksale ein Krieg und dessen Grauen hervorbringen kann.
Es hat mir gut gefallen, dass dieser Roman das Thema Kriegstrauma aufgreift, da es damals wie heute immer noch sehr in den Hintergrund rückt. Es sollte jedoch im Bewusstsein der Menschen ankommen, dass Soldaten keine Maschinen sind und das, was sie im Krieg erleben, nicht immer gut verarbeiten können. Ein sehr wichtiges Thema, welches immer noch brandaktuell ist.

Fazit:
Für mich war dieses Buch nicht nur ein Kriminalroman, sondern auch ein ganzes Stück historischer Roman. Geschickt wurde die Tätigkeit der Ermittler mit den historischen Ereignissen verknüpft.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, der Ermittler Paul Stainer ist mir jetzt schon ans Herz gewachsen und ich hoffe, schon bald wieder einen neuen Fall von ihm lesen zu dürfen.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für alle, die Kriminalfälle lieben, welche in eine sehr gut recherchierte Hintergrundgeschichte eingebettet sind.

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Veröffentlicht am 04.04.2022

Romantische Liebesgeschichte mit tierischer Begleitung

Nur eine Fellnase vom Glück entfernt
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„Nur eine Fellnase vom Glück entfernt“ von Petra Schier ist ein Roman aus einer mehrteiligen Reihe. Er entführt seinen Leser in das kleine Örtchen Lichterhaven im Norden Deutschlands. Wer bereits die Vorgängerbände ...

„Nur eine Fellnase vom Glück entfernt“ von Petra Schier ist ein Roman aus einer mehrteiligen Reihe. Er entführt seinen Leser in das kleine Örtchen Lichterhaven im Norden Deutschlands. Wer bereits die Vorgängerbände gelesen hat, begegnet lieb gewonnenen Protagonisten, doch auch als Neueinsteiger hat man das Gefühl, sofort Anschluss zu finden. Somit kann man diesen Roman auch unabhängig von den bereits erschienenen Bänden gut lesen.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die sehr begabte Bäckerin und Konditorin Caroline, die zusammen mit ihren Freundinnen den Partyservice „Foodsisters“ erfolgreich führt und sehr auf ihre Emanzipiertheit bedacht ist.
Sie ist eine scheinbar selbstbewusste, eher nüchterne Person, die aufgrund ihrer strengen Erziehung keinen Mann in ihr Leben lassen möchte, um ihre Unabhängigkeit nicht zu verlieren.
Schon gar nicht Henning – ein ehemaliger sehr erfolgreicher Formel-1-Rennfahrer, den sie bereits aus der Schule kennt und dessen Machogehabe sie unglaublich nervig und abtörnend findet.
Doch als sowohl Caroline als auch Henning sich für den Rottweiler-Rüden Duke aus der Tierpension interessieren, ist sie gezwungen, mehr Zeit mit ihm zu verbringen.
Duke ist ein 60 Kilo schwerer, 2-jähriger Rottweiler, der aufgrund eines tödlichen Unglücks sein Herrchen verloren hat und nun auf einen neuen Besitzer hofft. Dieser große Rüde ist jedoch ein Angsthase und erschreckt sich vor jeder Maus. Gerade dieser Gegensatz zwischen einem Hund, der vielen Menschen schon vom Grunde her Angst macht und dem sensiblen Wesen, dass diesem Tier auf den Leib geschrieben wurde, macht die Geschichte noch sympathischer.
Der Schreibstil ist locker-leicht und sehr bildhaft. Man ist gedanklich sofort im gemütlichen Lichterhaven mit all seinen Bewohnern, kann sich die verschiedenen Kulissen sehr gut vorstellen.
Durch die Gedanken von Duke bekommt man auch einen wunderbar ulkigen Einblick in dessen Sicht auf die Welt, die mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat.
Die verschiedenen Szenen wirken immer authentisch und auch die Charaktere haben die Chance sich zu entwickeln. Was ich auch sehr lobend erwähnen muss, ist, dass der Autorin eine sehr romantische Liebesgeschichte gelungen ist, ohne dabei die üblichen dramatisch aufgebauschten Klischees zu verwenden. Das hat mir sehr gefallen.
Zum Schluss gibt es natürlich ein Happy-End, doch einige „Baustellen“ bleiben offen, sodass man direkt nach dem Schließen des Buches gespannt auf den nächsten Band wartet.

Fazit:
Für mich war es das erste Buch, das ich aus dieser Reihe gelesen habe. Ich war sehr gern in Lichterhaven und freue mich jetzt schon auf den nächsten Band. Ich hatte wunderschöne Lesestunden. Ein absoluter Wohlfühlroman und eine klare Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 25.03.2022

Ein gelungener Ratgeber für Jung und Alt

Tschüss, Stress!
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„Tschüss, Stress – 50 geniale Ideen zum Runterkommen und Entspannen“ ist ein kleiner Ratgeber aus der Feder von Karina Sillmann.
Bereits das farbenfrohe Cover zeigt, dass hier als Zielgruppe die jüngere ...

„Tschüss, Stress – 50 geniale Ideen zum Runterkommen und Entspannen“ ist ein kleiner Ratgeber aus der Feder von Karina Sillmann.
Bereits das farbenfrohe Cover zeigt, dass hier als Zielgruppe die jüngere Generation angesprochen werden soll und auch der Text spricht die Kinder direkt an.
Es werden 50 verschiedene Ideen vorgestellt, die den Kindern dabei helfen sollen, dem Stress zu entfliehen und eigene Entspannungsmethoden zu finden.
Dabei handelt es sich nicht nur um ganz bekannte Ideen wie Yoga oder Massagen, sondern auch Dinge wie „Sortier eine Schublade aus“, „Sei ganz langsam unterwegs“ oder „Finde den schönsten Platz in der Natur“.
Jeder Idee ist jeweils eine Doppelseite gewidmet und eine hübsche Zeichnung verdeutlicht noch einmal das Geschriebene.
Ein Pluspunkt ist hierbei auch die sehr gut verständliche Sprache, die es einem Kind ermöglicht, sich jede Idee auch allein zu erarbeiten, wenn die Erwachsenen keine Zeit dafür haben.
Meine 8- und 12-jährigen Kinder haben einige Ideen aus diesem Buch ausprobiert und uns ist dabei aufgefallen, dass man vor allem viel intensiver ins Gespräch kommt, wenn man sich bewusst Zeit dafür nimmt. Gerade das kommt im Alltag oft zu kurz und ist so wichtig für die Kinder.
Dieses Buch ist in der heutigen Zeit mit all den fordernden und teils belastenden Umständen, mit denen diese Generation aufwächst, ein gutes Hilfsmittel, um zu lernen, sich selber zu entspannen und zu entschleunigen.

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Veröffentlicht am 25.03.2022

Sonnig und süß - so soll dein Leben sein!

Zusammen sind wir wundervoll
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„Zusammen sind wir wundervoll“ ist ein Roman aus der Feder von Marina Kirschner.

Wir begleiten darin Anna, eine junge Frau Anfang 30, die das Café „Sonnigsüß“ von ihrer Oma Gertraud geerbt hat und dort ...

„Zusammen sind wir wundervoll“ ist ein Roman aus der Feder von Marina Kirschner.

Wir begleiten darin Anna, eine junge Frau Anfang 30, die das Café „Sonnigsüß“ von ihrer Oma Gertraud geerbt hat und dort ihren Gästen fast täglich die leckersten Kreationen anbietet.
Das Café ist für viele Menschen zu einem Ort geworden, in dem sie Halt und Geborgenheit finden. So begegnen wir dort auch dem 11-jährigen Mädchen Mira, dass jeden Tag nach der Schule Zuflucht bei Anna sucht, um nicht nach Hause zu müssen, denn dort wartet keine angenehme Atmosphäre auf sie. Mira unterhält sich immer mit dem über 80-jähirgen Witwer Augustin Havel, der den Apfelstrudel seiner verstorbenen Frau schrecklich vermisst und bei Anna ein Stück Gesellschaft findet.

Eines Tages begegnet Anna auf dem Salzburger Grünmarkt Marco – einem jungen Mann, der direkt gegenüber von ihrem Café ein veganes Bistro eröffnet. Es herrscht sofort ein spürbares Kribbeln zwischen den beiden, doch irgendwie scheinen sie nicht zusammen zu finden. Es stehen immer wieder Missverstände und Anschuldigungen zwischen ihnen.

Der Leser erfährt die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln.
Anna begleitet man aus der Ich-Perspektive, doch auch die anderen Protagonisten kommen immer wieder aus der Erzählerperspektive zu Wort und so erfährt man Stück für Stück mehr aus deren Lebensgeschichte.

Der Schreibstil hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. Die Lektüre ist leicht zu lesen. Durch bildhafte Beschreibungen habe ich mich teilweise selbst gefühlt, als würde ich an der Salzach entlang spazieren oder die Leckereien im Café Sonnigsüß probieren.
Die Charaktere haben alle ihr eigenes Päckchen zu tragen und werden sehr authentisch beschrieben.

So ist dieses Buch nicht wie zunächst angenommen eine reine Liebesgeschichte, sondern viel mehr als das. Für mich selber waren viele sehr emotionale Momente dabei. Es werden auch ernste Themen angesprochen, die mich sehr berührt haben.

Am Ende laufen die Erzählstränge alle zusammen und für den richtigen Wohlfühlfaktor gibt es ein Happy End.

Einen Pluspunkt gibt es außerdem für all die leckeren Kuchenrezepte und die ebenso passenden veganen Rezepte, die immer mal wieder ins Buch eingestreut werden und einem richtig Lust machen, sie nach zu backen oder zu kochen.

Fazit:
Dieses Buch hat mir sehr schöne romantische und emotionale Lesestunden bereitet und ich kann es auf jeden Fall weiter empfehlen!

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Veröffentlicht am 15.03.2022

Ein Mysterytrhiller, den man kaum aus der Hand legen kann

DAS EULENTOR
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„Das Eulentor“ ist ein Mystery-Thriller aus der Feder von Andreas Gruber. Es handelt sich hierbei um eine Neuauflage eines bereits im Jahr 2008 erschienen Romans, der durch eine erweiterte Handlung ein ...

„Das Eulentor“ ist ein Mystery-Thriller aus der Feder von Andreas Gruber. Es handelt sich hierbei um eine Neuauflage eines bereits im Jahr 2008 erschienen Romans, der durch eine erweiterte Handlung ein neues Antlitz erhalten hat.
Inhalt:
Im Jahre 1911 macht sich eine Expeditionsmannschaft rund um Alexander Berger auf nach Spitzbergen, um die Insel im hohen Norden erstmals zu kartografieren. Die Expedition läuft jedoch sehr schnell aus dem Ruder – die Teilnehmer sind den widrigen Wetterbedingungen schutzlos ausgeliefert.
Kurz bevor die Expedition vollends abgebrochen wird, entdecken die verbliebenen Teilnehmer einen Schacht, der senkrecht und scheinbar endlos in die Tiefe führt.
Die nächsten Jahre werden der Erforschung dieses Schachts gewidmet, denn sie wollen dessen Rätsel lösen, doch dieser birgt nicht nur die Dunkelheit, sondern auch den Tod und den Wahnsinn…
Meine Meinung:
Der Autor untergliedert das Buch in zwei Handlungen. Die erste spielt in der Vergangenheit rund um Alexander Berger, den wir in der Ich-Form aus seinen Tagebüchern von 1911 – 1952 mit dem Blick auf die Expedition sowie die damalige Erforschung des Schachts begleiten. Umrahmt wird diese Geschichte jedoch von den Nachforschungen von Neele Tujunen – einer jungen Frau, die sich im November 2021 auf den Weg nach Spitzbergen macht, um ihre Vergangenheit und die Geheimnisse vor Ort zu erkunden.
Der Wechsel zwischen beiden Handlungen gelingt dabei sehr geschickt und die Kapitel enden je näher man dem Ende des Buches kommt, mehr und mehr mit fiesen Cliffhangern, sodass man immer weiterlesen muss.
Der Schreibstil ist von Beginn an fesselnd, mysteriös und spannungsgeladen. Ein namenloses Grauen wird durch teilweise Ungesagtes erzeugt und beim Lesen habe ich nicht nur einmal Herzklopfen verspürt. Auch durch die bildhafte Sprache habe ich die ansteigende Kälte förmlich in meinem Wohnzimmer gefühlt.
Die Geheimnisse des Schachts sind dabei unbegreiflich und man fragt sich die ganze Zeit, was es wohl damit auf sich hat. Die Auflösung des Ganzen fand ich persönlich gelungen.
Fazit:
Für mich war dieses Buch das erste von Andreas Gruber und seit langem mal wieder ein Mystery-Thriller. Dieser hat mich jedoch komplett überzeugt und ist durch seine spannungsgeladene Handlung und düstere Atmosphäre ein absolutes Muss für jeden Liebhaber dieses Genres!
Für mich wird es definitiv nicht das letzte Buch dieses Autors bleiben!

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