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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2022

Fesselnder Abschluss

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein wilder Tanz
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Auch im 3. und leider letzten Teil um die Polizeiärztin Magda Mehring gibt es wieder tiefe Einblicke in das pulsierende Berliner (Nacht-)Leben Mitte der goldenen 20er Jahre. Magda hat zwischenzeitlich ...

Auch im 3. und leider letzten Teil um die Polizeiärztin Magda Mehring gibt es wieder tiefe Einblicke in das pulsierende Berliner (Nacht-)Leben Mitte der goldenen 20er Jahre. Magda hat zwischenzeitlich ihre Praxis für Frauen- u. Kinderheilkunde wieder eröffnet und kann sich über Mangel an Arbeit nicht beklagen. Ermittlungen ihres Mannes Kuno, in die sie als Polizeiärztin mit hineingezogen wird, erweisen sich für die beiden als äußerst gefährlich. Und dann ist da immer noch der Funken Hoffnung, den vor Jahren verschwundenen kleinen Otto wieder zu finden.
Der Titel „Das Leben, ein wilder Tanz“ passt besonders gut zu diesem Band, denn das Leben in Berlin zu dieser Zeit war wirklich wild, schillernd, voller dunkler Abgründe und alles andere als gewöhnlich. Historische Begebenheiten sind wieder gut in die Handlung integriert Wie bereits in den Vorbänden begleiten wir auch dieses Mal wieder die starken Frauen der Pension Bleibtreu bei ihren Vorhaben, ihrer Entwicklung oder der Verwirklichung ihrer Träume und Pläne.
Das Autorenduo hat auch mit diesem Band wieder einen fesselnden Einblick in die Berliner Zeitgeschichte gegeben, der mich fasziniert und bestens unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 29.03.2022

Amüsanter Krimispaß

Mord im Nord-Ostsee-Express
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Um des lieben Ehefriedens willen hat sich Thies zu einem Bildungsurlaub des VHS-Französisch-Kurses durchgerungen. Frühling in Paris sollte es werden. Stattdessen hat sich der Nord-Ostsee-Express im dicken ...

Um des lieben Ehefriedens willen hat sich Thies zu einem Bildungsurlaub des VHS-Französisch-Kurses durchgerungen. Frühling in Paris sollte es werden. Stattdessen hat sich der Nord-Ostsee-Express im dicken Schneegestöber in einer Schneewehe festgefahren. Und als ob das noch nicht genug Aufregung verursachen würde gibt es noch eine Leiche obendrauf. Die unbeliebte Latein-Lehrerin wurde ermordet. Sitzt der Täter etwas noch im Zug?
Thies hat gar keine Wahl – eingeschneit und vom so gut wie ohne Handyverbindung muss er allein ermitteln. Ungefragt wird er dabei von Kursleiter Picon begleitet, dessen Redefluss bei den Befragungen kein Ende nehmen will.
Aber auch in Fredenbüll ist einiges im Argen. Polizeianwärter Ole ist genauso von der Bildfläche verschwunden wie ein Elektroauto, die hochschwangere Nicole muss einspringen, und die hidde Kist wird kurzerhand zur Einsatzzentrale und Produktionsstätte der fischigen Köstlichkeiten (Rezepte gibt’s zum Schluss), die den schneeverwehten Bahnfahrenden per Helikopter zugestellt werden.
Die Kombination von dem friesisch herben, eher wortkargen Thies mit dem dauerquasselnden Picon – formidable, und auch unter den anderen Mitreisenden sind wieder herrlich skurrile Originale.
Ich mag diese Art von Humor und hatte wieder sehr unterhaltsame Lesestunden mit den lieb gewonnenen Fredebüllern.

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Veröffentlicht am 14.03.2022

Das große Finale

Tote tanzen keinen Walzer
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Das große Finale: Bärbel und Frank heiraten! Und damit nicht nur sie sondern auch ihre Freunde eine gute Figur auf dem Tanzparkett machen besuchen alle 6 gemeinsam die Tanzschule. Zunächst ist Loretta ...

Das große Finale: Bärbel und Frank heiraten! Und damit nicht nur sie sondern auch ihre Freunde eine gute Figur auf dem Tanzparkett machen besuchen alle 6 gemeinsam die Tanzschule. Zunächst ist Loretta alles andere als begeistert, aber so nach und nach findet sie doch Gefallen daran. Als aber während der Tanzstunde ein Teilnehmer erschossen wird machen sich Loretta und ihr dreamteam auf die Tätersuche.

„Tote tanzen keinen Walzer“, Band 15 der Loretta-Krimödien, wird wohl zunächst der letzte sein. Das bedauere ich sehr, denn Loretta und ihre Freunde haben mir schon oft unterhaltsame Lesestunden beschert. Mir gefallen die Charaktere mit ihren kleinen Macken und Schrullen und der wohldosierte Humor. Einmal begonnen legt man das Buch höchst ungern zur Seite. Die Kapitelüberschriften machen neugierig auf die folgenden Seiten, so dass man automatisch weiterlesen muss.
Auch in diesem Band ermitteln die Freunde zwischen eifersüchtigen Ex-Tanzpaaren und vermeintlichen Erbschleicherinnen. Loretta bringt sich wie so oft in Gefahr, es gibt einige mögliche Motive und überraschende Wendungen. Und natürlich ein filmreifes Ende..

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Veröffentlicht am 05.03.2022

Gelungene Fortsetzung

Ursula und die Farben der Hoffnung
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In Band 2 der Berliner Familiensaga der Autorin Ulrike Renk steht die junge Ursula im Mittelpunkt, die künstlerisch sehr begabt ist und ihre Gefühle als Farben sehen kann. Als 15-jährige trifft sie während ...

In Band 2 der Berliner Familiensaga der Autorin Ulrike Renk steht die junge Ursula im Mittelpunkt, die künstlerisch sehr begabt ist und ihre Gefühle als Farben sehen kann. Als 15-jährige trifft sie während der Sommerfrische mit ihrer Großmutter auf Vera, die Tochter von Paula Dehmel.
Durch die Freundschaft mit ihr macht sie schnell Bekanntschaft mit den unterschiedlichsten Künstlern, die im Hause Dehmel ein und aus gehen, und es wächst sehr schnell der Wunsch, an der Berliner Kunstgewerbeschule studieren zu wollen.
Der Einstieg ist mir wieder sehr leicht gefallen und durch den bildhaften Schreibstil hat sich auch sofort wieder mein Kopfkino in Betrieb gesetzt. Vor allem die bunten, lauten und teilweise schrillen Treffen und die Sommerauszeiten der vielen Künstlerinnen und Künstler habe mich bestens unterhalten. Der Roman geht über die Zeitspanne von 6 Jahren, in denen sich Ursula vom zurückhaltenden Backfisch zu einer jungen Frau mit eigenen Ideen entwickelt, die aber ihren Prinzipien treu bleibt, vor allem in Herzensdingen. Denn es ist auch Raum für eine zarte Liebesgeschichte mit Veras Bruder Heinrich. Aber nicht nur Ursula hat mich überzeugen können. Vera und Paula Dehmel leben für die damaligen Verhältnisse sehr modern und haben sich emanzipiert, in dem sie ihre eigenen Wege gehen und sich nicht von Männern abhängig machen.
Wie schon in Band 1 hat Ulrike Renk auch in diesem Roman reale Vorkommnisse mit fiktiver Handlung gekonnt verwoben und einen sehr unterhaltsamen Roman geschaffen. Im Nachwort sind alle historisch belegten Fakten noch einmal nachzulesen.
Da ich sehr gespannt auf Ursulas weitere Lebensgeschichte bin freue ich mich schon jetzt auf Band 3.

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Veröffentlicht am 02.03.2022

Eine Hallig wird Lebensmittelpunkt

Die Halligprinzessin
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In ihrem Roman „Die Halligprinzessin“ gibt die Autorin Karen Elste einen faszinierenden Einblick in das Leben auf einer Hallig, und das gleich in zwei Zeitebenen – Vergangenheit und Gegenwart.
Es ist die ...

In ihrem Roman „Die Halligprinzessin“ gibt die Autorin Karen Elste einen faszinierenden Einblick in das Leben auf einer Hallig, und das gleich in zwei Zeitebenen – Vergangenheit und Gegenwart.
Es ist die Geschichte zweier starker Frauen, von Ella sowie ihrer Urgroßmutter Charlotte, die beide auf ihre ganz eigene Art das Leben auf einer Warft kennen und letztendlich auch lieben lernen.
Insbesondere der Handlungsstrang in der Vergangenheit hat mich zunehmend gefesselt. Charlottes Weg von der verwöhnten und behüteten Tochter zur hart arbeitenden Arbeitskraft, einem Leben voller Entbehrungen und ohne jeglichen Komfort und Verbindung zur Außenwelt hat mir schon imponiert. Aber auch Ellas kalter Sprung ins Wasser steht dem in Nichts nach.
Der Autorin ist es gelungen, die Hallig in meinem Kopfkino zum Leben zu erwecken und mit ihr auch die schon sehr speziellen Halligbewohner. Die Beschreibung der Natur hat Urlaubsgefühle hervorgerufen (zumindest solange nicht „Land unter“ geherrscht hat) und auch für Emotionen ist genug Raum geblieben.
Ein sehr unterhaltsamer Roman, den ich gerne weiterempfehle.

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