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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2022

Spannend, tiefgründig, humorvoll

Einsame Entscheidung
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Leander Lost und seine Kollegen von der Polícia Judiciária aus Fuseta an der Algarve ermitteln endlich wieder. Wer die Serie noch nicht kennt, dem sei gesagt, dass hier die Hauptperson kein typischer Ermittler ...

Leander Lost und seine Kollegen von der Polícia Judiciária aus Fuseta an der Algarve ermitteln endlich wieder. Wer die Serie noch nicht kennt, dem sei gesagt, dass hier die Hauptperson kein typischer Ermittler ist. Leander Lost ist Asperger-Autist, was einerseits gerade im zwischenmenschlichen Bereich immer wieder zu bizarren und witzigen Situationen führt, und andererseits zeigt, was für ein außergewöhnlich brillanter Ermittler er ist. Und genau das muss er in seinem fünften Fall erneut unter Beweis stellen. Er ist von der Unschuld der Tatverdächtigen überzeugt und entschließt sich zu einer einsamen Entscheidung. Was nun folgt ist ein Krimi, der alle Beteiligten, ob Gut oder Böse, an ihre Belastungsgrenze bringt. Denn kann sich ein „normaler“ Mensch in die Denkstruktur eines Asperger-Autisten hineinversetzen?

Auch der neue Fall lebt zum einem von der gut durchdachten Krimihandlung, aber vor allem von seiner Hauptfigur Leander Lost. Durch seine Andersartigkeit belebt er sowohl die Arbeitsweise der Polizei, als auch die Nebenhandlungen, wenn es um das Private geht. Denn hier erschließt sich Leander nicht immer die Logik hinter einer Sache. So kommt es immer wieder zu Bemerkungen seinerseits, die mit trockenem und subtilem Humor gespickt sind.

Fazit: Auch der 5. Fall aus Fuseta konnte mich wieder wunderbar unterhalten. Schreib- und Erzählstil sind flüssig und mitreißend und für Spannung und Tempo ist dank der Einsatzbereitschaft Leander Losts auch gesorgt. Es ist ein sehr gelungener Mix aus Spannung, Lokalkolorit und tiefgründigem Humor. Von mir gibt es dafür eine uneingeschränkte Leseempfehlung und volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 03.04.2022

Emotional fesselnde und eindringliche Geschichte

Wo die Wölfe sind
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Nur da wo die Natur im Gleichgewicht ist, ist ein gedeihen aller Lebewesen möglich. Nach diesem Grundsatz arbeitet und handelt Inti. Sie ist Biologin und überwacht die Wiederansiedlung von grauen Wölfen ...

Nur da wo die Natur im Gleichgewicht ist, ist ein gedeihen aller Lebewesen möglich. Nach diesem Grundsatz arbeitet und handelt Inti. Sie ist Biologin und überwacht die Wiederansiedlung von grauen Wölfen in den schottischen Highlands. Doch nicht alle akzeptieren dieses Vorgehen als Notwendigkeit für ein ausgeglichenes Ökosystem. Und so bekommt es Inti, die sich auch noch um ihre hilfsbedürftige Zwillingsschwester Aggie kümmert, bald mit Anfeindungen zu tun, bei denen sie nur auf die Hilfe von Sheriff Duncan MacTavish hoffen kann.

Vor der lebendig beschriebenen Kulisse der Highlands entfaltet sich eine emotional fesselnde und eindringliche Geschichte, die viele Themen wie z. B. Verlust, Gewalt, Überlebenskampf, Menschlichkeit, Naturschutz vereint.

Dies ist ein vielschichtiger und hoffnungsvoller Roman, der dem Leser nahebringt wie wichtig es ist, dass es zwischen Mensch und Natur nur ein miteinander geben kann. Mich hat dieser Roman sehr berührt und auch nachdenklich gemacht. Ich kann ihn nur jedem wärmstens ans Herz legen.

Veröffentlicht am 03.04.2022

Herzerfrischend und humorvoll

Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe
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Dieses Buch ist der totale Hit – ein Liebesroman, der diese Bezeichnung echt verdient hat. Der Roman ist wunderbar nerdig, manchmal schön anzüglich und dann wieder sehr lustig. Die Charaktere sind mir ...

Dieses Buch ist der totale Hit – ein Liebesroman, der diese Bezeichnung echt verdient hat. Der Roman ist wunderbar nerdig, manchmal schön anzüglich und dann wieder sehr lustig. Die Charaktere sind mir schnell ans Herz gewachsen, allen voran natürlich Olive, die mit ihrer spontanen Aktion eine Kettenreaktion in Gang setzt, die sie so nie gewollt hatte. Der Schreib- und Erzählstil taten ihr übriges, dass ich mitten im Geschehen war und ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Zu schön waren z. B. die Passagen, wenn so kluge Köpfe wie Olive und Adam nicht wissen wie sie miteinander kommunizieren sollen. Und so reiht sich eine liebenswerte und witzige Szene an die Nächste. Das Hin und Her zwischen den beiden war einfach köstlich. Dieses Buch hatte alles, was einen tollen LiRo ausmacht – Humor, gute Freunde, liebevolle Rangeleien und den Sex, der auch nicht vergessen werden soll. Wer gern den Unterschied zwischen Theorie und Praxis in Sachen Liebe ergründen möchte, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen. Von mir gibt es dafür eine absolute Leseempfehlung und volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 03.04.2022

Mysteriös, spannend, informativ

Mrs Agatha Christie
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Nach „Frau Einstein“ und „Lady Churchill“ ist dies nun der 3. Band der Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte-Reihe von Marie Benedict.
In diesem Buch nimmt sich die Autorin eines kurzen Abschnitts ...

Nach „Frau Einstein“ und „Lady Churchill“ ist dies nun der 3. Band der Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte-Reihe von Marie Benedict.
In diesem Buch nimmt sich die Autorin eines kurzen Abschnitts aus dem Leben der Agatha Christie an, die bis heute zu einem Mysterium geworden sind. Denn wo war Agatha in den elf Tagen im Dezember 1926 und was ist in dieser Zeit geschehen? Ob es sich um ein freiwilliges Untertauchen oder gar um ein Verbrechen handelte, werden wir wohl nie erfahren. Aber weder der Ruf von Agatha Christie noch der ihres Mannes Archibald Christie blieb von diesem Vorfall unberührt. Und an diesem Punkt ansetzend verbindet nun Marie Benedict Fakten und Fiktionen zu einem hervorragenden Roman über das Leben von Agatha und Archie Christie. Anhand der eigenen Werke Agathas erzählt sie hier ihre Sicht der Dinge und verknüpft geschickt Wahrheit und Fantasie. Im Wechsel wird zum einen von den polizeilichen Ermittlungen zum Verschwinden Agathas und zum anderen über ihr Leben von 1912, als sie ihren Mann zum ersten Mal trifft, bis 1926, wenige Tage vor ihrem Verschwinden erzählt. In diesen Kapiteln erhält der Leser interessante Einblicke in das Privatleben aber auch über ihre Schriftstellerkarriere und wie sich diese in gewisser Weise auf ihre Ehe auswirkte. Nur eins erfährt der Leser eben nicht, was in den elf Tagen des Verschwundenseins der Agatha Christie wirklich passierte.
Fazit: Von der ersten Seite an konnte mich diese rätselhafte Geschichte in seinen Bann ziehen. Mit jedem neuen Kapitel, was in den Zeitebenen geschickt wechselte, wurde die Handlung immer noch ein wenig spannender. Es ist ein Roman der von zwei Aspekten getragen wird, der Person Agatha Christie und dem Geheimnis um die elf Tage. Und diese beiden Grundpfeiler dieser Geschichte hat die Autorin äußerst geschickt zu diesem fesselnden Roman verknüpft. Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen und ich empfehle ihn somit auch sehr gern weiter.

Veröffentlicht am 03.04.2022

Spannende Zeitreise und eine unerschütterliche Freundschaft

Revolution der Träume
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Endlich geht es nach „Schatten der Welt“ weiter mit Carl, Artur und Isi. Konnte der Leser im ersten Teil die drei als Heranwachsende in ihrem Heimatort begleiten bis zur Trennung durch den 1. Weltkrieg, ...

Endlich geht es nach „Schatten der Welt“ weiter mit Carl, Artur und Isi. Konnte der Leser im ersten Teil die drei als Heranwachsende in ihrem Heimatort begleiten bis zur Trennung durch den 1. Weltkrieg, setzt die Handlung von „Revolution der Träume“ nach dem Sturz des Kaisers und der Ernennung Eberts zum Reichskanzler, 1918, ein.
Isi, die Revolutionärin, die sich rebellisch und unwiderstehlich im Spartakusbund für ihre Überzeugungen einsetzt, Carl der als Fotograf auf die Reichen und Schönen im Filmgeschäft trifft und Artur, der sich in der Unterwelt Berlins einen Namen gemacht hat. Alle drei versuchen auf ihre Weise ihr Glück in dieser sich wandelnden neuen Zeit zu finden.
Die Geschichte wird zum größten Teil aus Carls Sicht erzählt. Alle drei haben eine Entwicklung durchlebt und diese hat sie auch ein Stück weit verändert. Aber im Notfall halten die drei zusammen und bilden eine unverrückbare Einheit. Und das ist auch notwendig, denn es passiert nicht nur Gutes in diesen unruhigen Zeiten in Berlin.
Fazit: Andreas Izquierdo hat die Geschichte der 3 Freunde mit all ihren Höhen und Tiefen, Freuden und Tragödien mit den damaligen historischen Begebenheiten verbunden. Durch die sehr authentisch gezeichneten Hauptcharaktere und die Epoche der Goldenen Zwanziger wurde der Roman für mich zu einem wahren Leseerlebnis. Ich hoffe sehr auf einen weiteren Teil mit Carl, Isi und Artur und bis dahin gibt es für Teil 2 eine Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne von mir.