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Veröffentlicht am 15.09.2016

Schönheit als Wurzel allen Übels

Das Mona-Lisa-Virus
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Auf der Reise in ein Trainingscamp in Mexiko werden die schönsten Mädchen der USA entführt. Die Aufregung ist groß und wandelt sich in Entsetzen, als die erste Schönheitskönigin freigelassen wird: komplett ...

Auf der Reise in ein Trainingscamp in Mexiko werden die schönsten Mädchen der USA entführt. Die Aufregung ist groß und wandelt sich in Entsetzen, als die erste Schönheitskönigin freigelassen wird: komplett entstellt, mit starken chirurgischen Veränderungen am Körper und gleich einem Bild von Picasso. Das FBI ermittelt und muss sich bald noch zwei weiteren Gefahren stellen: überall auf der Welt sterben Bienen und ein Computervirus zerstört jedes Bild, das es finden kann. Wer steckt dahinter?

„Das Mona-Lisa-Virus“ war mein erster Thriller von Tibor Rode und hat mich gut unterhalten. Mehr aber auch nicht. Leider, denn die Grundidee ist super. Jedoch gibt es im Verlauf einige Punkte, die mir als leidenschaftliche Thrillerleserin aufgestoßen sind.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man nicht nur dem FBI bei seinen Ermittlungen in Mexiko, sondern beschäftigt sich auch mit dem Bienensterben, dem Virus, reist nach Europa und schaut sowohl dem FBI als auch der Neuroästhetikerin Helen Morgan, deren Tochter verschwunden ist, über die Schulter. Die Perspektiven und Handlungsorte wechseln gerade zu Beginn sehr schnell, was mich persönlich begeistert hat. Ich mag es sehr, wenn es mehrere Handlungsstränge gibt, die im Laufe des Buches zusammengeführt werden. Und obwohl die Orte und Personen zügig wechseln, hatte ich kein Problem, der Story zu folgen. Super!

Die Figuren sind gut, wenn auch nicht tiefgründig ausgearbeitet. Hier nähert sich Tibor Rode seinen amerikanischen Kollegen an. Von den Charakteren, insbesondere von Helen Morgan und dem FBI-Agent Millner, erfährt man nur gerade so viel, wie es notwendig ist. Das fand ich schade, denn der Thriller bietet genug Raum um die Protagonisten ausführlich vorzustellen. So jedoch bekommt man nur Happen aus der Vergangenheit, was es mir in manchen Situationen schwierig machte, die Handlungen der Figuren nachzuvollziehen.

Die Story ist geradlinig und fesselnd erzählt, wenn auch nicht immer realitätsnah oder logisch. So wirft der Autor seine Leser in Situationen, die zwar für die Dramatik gut sind, jedoch im weiteren Verlauf kaum noch Beachtung finden. Hier wäre weniger mehr gewesen. Denn so wäre auch der Schrecken, den die einzelnen Aktionen auslösen sollten, größer gewesen. Da Tibor Rode aber viele Ereignisse kurz anreißt, ohne sie zu vertiefen, bleiben sie blass. Schade!

Auch so manche Entscheidung des FBI ist weit entfernt von der Realität, wenn auch gut für die Dramatik. Jedoch hätte ich mir in dem Punkt einfach mehr Nähe zum wahren Leben gewünscht. Oder eine bessere Erklärung, warum wieso weshalb so gehandelt wird. Hier waren mir die Hintergründe zu flach.

Das Finale ist passend für das Buch, für mich allerdings zu stark verkürzt. Tibor Rode führt die Spitze des Thrillers sehr gut herbei und lässt sie dann verpuffen. So erfährt man so manches erst im Rückblick, wo ich persönlich gern „live“ dabei gewesen wäre.

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist direkt, schnell und er geht nur dann ins Detail, wenn es nötig ist. So flogen die Seiten nur so dahin.

Fazit: eine super Grundidee, die in der Ausführung teilweise verreckt. Eher Mittelmaß als das Maß aller Dinge.

Veröffentlicht am 25.12.2016

Mädchenkiller - Tod durch Laberei

Mädchenkiller
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Ein 19-jähriges Mädchen verschwindet spurlos. Die Mutter wendet sich verzweifelt an den Kriminalexperten Dub Walker, der sich sofort auf die Suche macht. Die Spuren führen ihn ins Rotlichtmilieu und schon ...

Ein 19-jähriges Mädchen verschwindet spurlos. Die Mutter wendet sich verzweifelt an den Kriminalexperten Dub Walker, der sich sofort auf die Suche macht. Die Spuren führen ihn ins Rotlichtmilieu und schon bald wird klar: das Mädchen ist nicht die Einzige, die verschwunden ist. Was ist nur passiert??

"Mädchenkiller" ist der zweite Band der Dub-Walker-Reihe, aber für mich der erste Versuch mit D.P. Lyle. Mich hatte das Cover und der Klappentext angezogen. Nach der Lektüre kann ich sagen: hätte ich es dabei mal belassen. Denn das Äußere verspricht mal wieder mehr, als der Inhalt zu halten vermag.

Die Geschichte wird sowohl von einem auktorialen Erzähler berichtet als auch von Dub Walker selbst. Wenn Dub nicht von seinen Ermittlungen berichtet, folgt man dem Türsteher Alejandro bei seinen dreckigen Aufgaben. Dieser Wechsel der Perspektiven hat mich zu Beginn begeistert und ich konnte mich schnell in die Story einfinden. Das war toll.

Doch was bringt es, wenn man als Leser auf heißen Kohlen sitzt und auf den ersten Mord wartet? Ich hatte die Erwartung, dass der Killer brutal, grausam und effizient vorgeht. Nun ja, in diesem Fall hatte ich es mit einem humanen Mörder zu tun, der seine Opfer zwar in gewisser Hinsicht missbraucht, dafür aber kaum in Erscheinung tritt. Selbst nach 2/3 der Lektüre konnte ich die Leichen an einer Hand abzählen. Für mich zu wenig für einen so blutig angekündigten Thriller.

Auch die Figuren bleiben eher blass. Ich konnte weder zu Dub Walker, noch zu seinem Freund bei der Polizei, T-Tommy. eine Bindung aufbauen. Beide wirkten auf mich flach, ohne Ecken und Kanten und eher typisch draufgängerisch. So blieben sie nichts besonderes im Einheitsbrei des Genres. Schade!

Die Story an sich beginnt interessant. Die Ermittlungen führen ins Rotlichtmilieu, die dort umher irrenden Gestalten sind im Ansatz spannend und ich freute mich schon auf so manche Schlägerei oder zumindest Bedrohung. Pustekuchen. Der Thriller besteht großteilig aus Hin-und Herfahren, bisschen böse gucken und 2 Leichen. Viel zu wenig, zu flach, einfach kein spannendes Werk.

Der Stil von D.P. Lyle ist einfach und sehr gut zu lesen. Seine Erzählweise ist direkt, zügig und bemüht fesselnd. Leider konnte er mich nicht überzeugen.

Fazit: mich hat der Killer mit Langeweile um die Ecke gebracht. Schade!