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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2022

Ein tolles Ermittlerteam

Das Mädchen und der Totengräber (Die Totengräber-Serie 2)
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Inhalt:

Wien 1894: Leo von Herzfeld ist Inspektor bei der Wiener Kriminalpolizei und ermittelt in einem ungewöhnlichen Fall. Im kunsthistorischen Museum wurde eine Mumie gefunden, die nicht Jahrtausende ...

Inhalt:

Wien 1894: Leo von Herzfeld ist Inspektor bei der Wiener Kriminalpolizei und ermittelt in einem ungewöhnlichen Fall. Im kunsthistorischen Museum wurde eine Mumie gefunden, die nicht Jahrtausende alt ist, sondern aus jüngster Zeit stammt. Es handelt sich um einen bekannten Ägyptologen, der mit den historischen Methoden einbalsamiert wurde. Leo zieht Augustin Rothmayer zu Rate, der als Totengräber auf dem Wienser Zentralfriedhof arbeitet. Dieser kennt sich mit allen Formen des Todes aus und arbeitet sogar an einem Buch über Todesriten in der Welt. Schnell wird den beiden Ermittlern klar, es handelt sich um Mord

Meine Meinung:

Dieser Krimi ist wirklich ungewöhnlich, und das im positiven Sinne. Zum einen lebt dieses Buch von seinen besonderen Charakteren, Rothmayer und Leo.
Rothmayer lebt aufgrund seines Berufes am Rande der Gesellschaft, hat sich aber durch seine Arbeit ein enormes Wissen zu Todesursachen und Gebräuchen rund um den Tod angeeignet.
Leo ist ein für seine Zeit moderner Ermittler, der aufgrund seines jüdischen Glaubens immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert wird. In Kombination sind die beiden ein ungewöhnliches Ermittlerteam, das sich durch Wissen und Menschenkenntnis zur Lösung des Falls durcharbeitet.
Nebenbei kommt man noch ein schönes Bild der damaligen Wiener Gesellschaft und der gesellschaftlichen Entwicklungen. Sei es das Menschenbild im Bezug auf afrikanische Volker, die Stellung der Frau und dem vermeintlichen wissenschaftlichen Fortschritt.
Der Fall ist spannend, hält immer wieder Überraschungen bereit und wird zu einem logischen Ende geführt. Das Buch ist zu keinem Zeitpunkt langatmig, der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen.
Eine wirkliche Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.04.2022

Mord in Kloster

Ostseekreuz
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Inhalt:

Kommissarin Pia Korittki hat noch immer mit den Folgen ihrer Entführung zu kämpfen und entscheidet sich für einen Aufenthalt in einem Kloster, um wieder etwas zur Ruhe zu kommen. Sie entscheidet ...

Inhalt:

Kommissarin Pia Korittki hat noch immer mit den Folgen ihrer Entführung zu kämpfen und entscheidet sich für einen Aufenthalt in einem Kloster, um wieder etwas zur Ruhe zu kommen. Sie entscheidet ich für das Kloster Naumar an der Ostseeküste, das regelmäßig Gäste aufnimmt, die aus verschiedenen Gründe die Ruhe eines Klosters suchen.
Leider wird die Ruhe nach wenigen Tagen gestört als ein Novize einen toten Mitbruder in der Kirchenbank findet. Pia möchte sich eigentlich aus den Ermittlungen heraushalten aber als klar wird, dass es sich um einen Mord handelt und ein weiterer Gast verschwindet, arbeitet sie mit den ermittelnden Polizisten zusammen.

Meine Meinung:

Ich mag die Krimis rund um Pia Korittki und habe schon viele ihrer Fälle gelesen. Auch dieses Buch hat mir sehr gut gefallen.
Die Ermittlungen im Mordfall sind sehr spannend und bringen immer neue, überraschende Tatsachen ans Licht. Die Handlung spielt aber nicht nur im Kloster, sondern auch auf einer zweiten Ebene, in der nach dem entflohenen Entführer Pias gesucht wird. Grade diese Wechsel der Handlungen geben dem Buch eine besondere Würze.
Sehr interessant war auch, was man als Leser über das Klosterleben erfährt. Den Tagesablauf, das Leben der Mönche…. .
Pia ist eine Protagonistin, die mir schon aus den anderen Bänden der Reihe bekannt ist. Ich mag Krimis, in denen man als Leser auch etwas über das Privatleben der Ermittler erfährt, und Pias Privatleben spielt in den Bücher auch immer eine wichtige Rolle.
Fazit: Eine gelungene Fortsetzung der Pia Korittki Reihe an einem ungewöhnlichen Handlungsort und einen tiefen Blick hinter die Kulissen eines Klosters.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
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  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 25.03.2022

Spannender Krimi in interessanten Zeiten

Im Schatten der Wende
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Inhalt:

Dresden, wenige Monate nach dem Fall der Mauer. Der junge Kriminalpolizist Tobias Falck tritt seine erste Stelle beim Kriminaldauerdienst an. Die Zeit ist von Unsicherheit geprägt. Welche alten ...

Inhalt:

Dresden, wenige Monate nach dem Fall der Mauer. Der junge Kriminalpolizist Tobias Falck tritt seine erste Stelle beim Kriminaldauerdienst an. Die Zeit ist von Unsicherheit geprägt. Welche alten Regeln gelten noch, was hat sich schon geändert…? Die kriminelle Szenen beginnt Besitz von der damals noch existierenden DDR zu nehmen, Drogenhandel, Prostitution und Mord auf offener Strasse machen sich breit. Durch diese veränderten Umstände gerät das Team zunehmend unter Druck und dann kommt auch noch eine westdeutsche Kollegin zu dem Team, die auf der Suche nach einem Auftragskiller ist.


Meine Meinung:

Ein spannender Krimi, der den Leser weit in die DDR kurz nach dem Mauerfall führt und ein spannendes Bild der Menschen in diesen ungewissen Zeiten malt.
Der Fall selber war spannend, gut aufgebaut, flüssig zu lesen und nach zum Ende hin eine doch sehr überraschende Wendung. Viel spannender fand ich aber die Beschreibung der sich abzeichnenden gesellschaftlichen Veränderungen. Wir lernen zu Beginn des Buches Tobias Falck jungen Mann kennen, der aufgrund seiner Entscheidung zur damaligen DDR Polizei zu gehen, bei seinen Freunden und der Familie auf Missfallen stösst. Sehr interessant ist die Wandlung in ihm, die sich schon in der relative kurzen Zeit zeigt, sehr interessant. Für mich war Tobias ein schönes Beispiel eines Menschen, der die damalige Zeit erlebt hat und an ihm kann man schön die Veränderungen, die die Menschen durchgemacht haben, erkennen. Besonders spannend ist da das Zusammentreffen mit der Kollegin aus dem Westen, die aber auch wirklich viele Klischees einer Besser-Wessi verkörpert. Hier werden schon so einige Vorurteile bedient…. .

Insgesamt kann ich das Buch nur empfehlen. Es ist spannend geschrieben, die Charaktere sind sympathische, wenn sie auch einige Klischees bedienen müssen, der Schreibstil ist angenehm flüssig. Ein interessanter Krimi in einer spannenden Zeit.

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Veröffentlicht am 22.02.2022

Leben in den 70ern

Unser kostbares Leben
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Inhalt:

1972, Mainheim in Hessen:

Minka und Caro leben in diesem kleinen Ort, in dem es mehrere Industriebetriebe gibt. Minka ist die Tochter des Bürgermeisters, Caro die Tochter des Leiters der lokalen ...

Inhalt:

1972, Mainheim in Hessen:

Minka und Caro leben in diesem kleinen Ort, in dem es mehrere Industriebetriebe gibt. Minka ist die Tochter des Bürgermeisters, Caro die Tochter des Leiters der lokalen Schokoladenfabrik. Bei ihren Streifzügen durch den Ort, wird den Teenageren klar, dass in ihrem Ort einiges nicht in Ordnung ist. Die Chemiefabrik verpestet die Luft, das Fluss hat eine seltsame Farbe und bald wird ihnen klar, dass in dem neuen Gebäude am Waldrand Tierversuche stattfinden. Ihre Väter sind die mächtigsten Männer im Ort und schnell wird klar, dass hier so einiges unter den Teppich gekehrt wird.
Minka und Caro beginnen den Ereignissen in Mainheim auf den Grund zu gehen und machen dabei einige Entdeckung, die auch ihre Verhältnisse zu den Vätern beeinflusst.

Meine Meinung:

Dieses Buch nimmt den Leser mit auf die Reise in ein Zeit, in der eine heute unvorstellbare Umweltverschmutzung herrschte. Es war erschreckend zu lesen, wie der Ort Mainheim unter den Fabriken leidet. Je nach Windrichtung war es unmöglich, sich im Freien zu bewegen, da die Luft so belastet war, dass die Lunge schmerzte. Auch die Tierversuche, die hier beschrieben werden sind absolut erschreckend.
Insgesamt zeichnet dieses Buch ein schönes Bild des gesellschaftlichen Zustandes der Bundesrepublik in den 1970er Jahren. Die Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg, die Rolle der Frau, aber auch die politischen Ereignisse in Deutschland mit den Bundeskanzlern, dem Aufkommen der Grünen etc. Aber auch die Einstellung vieler Menschen zum Umweltschutz wird hier deutlich, wurde dieser doch als Hemmschuh für die Wirtschaft angesehen und nicht als eine Mehrwert für die Lebensqualität der Menschen.
Gut gefallen haben mir auch die beiden Charaktere Minka und Caro, die jede für sich eine sehr starke Persönlichkeit ist und die trotz der doch sehr dominanten Väter, ihre eigenen Ideen entwickeln und auch leben. Minka geht sogar so weit, dass sie ihr Elternhaus verlässt und in ein Widerstandsdorf zieht, das sich gegen den Bau einer Bundesstraße stellt.

Dieses Buch zeichnet anhand dieser ausgewählten Personen ein schönes Bild der Zeit und man kann schön erkennen, wie sich aufgrund der damaligen Proteste und neuer politischer Bewegungen, sich langsam Veränderungen durchzusetzen beginnen, die bis heute wirken und noch immer in der Entwicklung sind.
Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Es lässt sich angenehm lesen und zeigt doch, wie stark sich unsere Gesellschaft seit jener Zeit verändert hat und, auch wenn noch einiges zu tun ist, wir doch schon einige Schritte in die richtige Richtung gegangen sind.

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Veröffentlicht am 01.06.2021

Der Irlandkonflikt im 19. Jahrhundert

Der Abstinent
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Inhalt:

Manchester, 1867: James O´Connor ist vor kurzem von der Polizei in Dublin nach Manchester gewechselt. Dort wird nach der Hinrichtung dreier Fenians, irische Unabhängigkeitskämpfern, damit gerechnet, ...

Inhalt:

Manchester, 1867: James O´Connor ist vor kurzem von der Polizei in Dublin nach Manchester gewechselt. Dort wird nach der Hinrichtung dreier Fenians, irische Unabhängigkeitskämpfern, damit gerechnet, dass es zu weiteren Aufständen kommt. James soll die britische Polizei beim Kampf gegen die Fenians unterstützen. Für James ist es die letzte Chance, bei der Polizei bleiben zu können, denn nach dem Tod seiner Frau und seines Kindes war er dem Alkohol verfallen.
Die Fenians planen die Rache für ihre getöteten Kameraden und bekommen Unterstützung von Stephen Doyle, einem amerikanischen Iren. Schon bald entwickelt sich ein Kampf zwischen James und Doyle, der die beiden in einen Strudel aus Verrat, Schuld und Gewalt zieht.

Meine Meinung:

Der Autor nimmt den Leser mit ins Manchester des 19. Jahrhundert. Die Stadt ist gezeichnet vom Kampf der Fenians um die Unabhängigkeit Irlands von den Briten. Grade ist die Stimmung besonders ausgeheizt, nachdem drei von ihnen hingerichtet wurden, in diese Stimmung kommt die Information, dass die Fenians Unterstützung aus den USA bekommen sollen, was die Nervosität bei der Polizei zusätzlich erhöht.

Es ist eine etwas düstere, gedrückte Stimmung die dieses Buch vermittelt. James ist in einer blöden Situation. Die Polizisten der Polizei von Manchester scheinen ihm nicht so ganz zu vertrauen, denn er ist für sie auch ein Ire. Von den Iren wird er als Kollaborateur mit den Briten angesehen. Ich habe mir lange Zeit Sorgen gemacht, das er als Spitzel von den Fenians ermordet werden könnte.

Der Spannungsbogen bleibt über weiter Teile des Buches sehr hoch und man bekommt einen guten Einblick in den Irlandkonflikt und die Folgen für die Menschen. Etwas überraschend für mich war der Sprung der Handlung in die USA und die Wendung der Handlung ab diesem Zeitpunkt.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und zusammen mit den interessanten Protagonisten entsteht ein fesselnder Roman, der ein sehr spannendes Thema behandelt. Ein Roman, der ein nicht ganz so häufiges Thema behandelt und den Irland Konflikt den Menschen näher bringt. Leider gewinnt diese Thema ja wieder an Aktualität.

Einen klare Leseempfehlung.

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