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Veröffentlicht am 08.05.2022

Aufwühlend

Ein bisschen Konfetti macht noch keine Freundin
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„Ein bisschen Konfetti macht noch keine Freundin“ behandelt ein wichtiges und sehr ernstes Thema: toxische Freundschaften. Bisher habe ich kaum Bücher gelesen, in denen so etwas thematisiert wird, und ...

„Ein bisschen Konfetti macht noch keine Freundin“ behandelt ein wichtiges und sehr ernstes Thema: toxische Freundschaften. Bisher habe ich kaum Bücher gelesen, in denen so etwas thematisiert wird, und ich muss sagen, dass das auf jeden Fall eine Erfahrung war, die ich weiterempfehlen kann. Vielleicht haben besonders Jugendliche schon mal etwas ähnliches erlebt und es nur nicht richtig einzuordnen gewusst, dabei könnte dieses Buch helfen. Es kann ihnen zeigen, dass sie sich nicht alles gefallen lassen müssen und es auch okay ist, mal für sich selbst einzustehen.

Cilia auf ihrer emotionalen Reise zu begleiten, hat mich durch viele Hochs und Tiefs getrieben. Man merkt ihr sehr stark an, dass sie einfach nur auf der Suche nach Anschluss ist, und dankbar ohne nachzufragen Hels Einladung in ihre Clique annimmt. Aufgrund ihrer Erfahrungen in der Vergangenheit saugt sie Hels Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft auf wie ein Schwamm, aber da man wegen des Klappentextes schon weiß, dass das Ganze einen bösen Verlauf nehmen wird, kann man die gerade aufblühende Freundschaft gar nicht genießen.

Sehr gut dargestellt fand ich dann den langsamen Wandel von der vermeintlich wahren Freundschaft zum Negativen. Die Stimmung zwischen Hel und Cilia wurde schleichend schlechter, nach und nach offenbarten sich immer mehr unangenehme Charakterzüge von Cilias angeblich bester Freundin, die zeigen, dass Hel vielleicht gar nicht der Mensch ist, der sie vorzugeben scheint. Ihr Verhalten Cilia gegenüber ändert sich und es blutete mir das Herz, dass unsere liebenswürdige, harmoniebedürftige Protagonistin sich so ausnutzen und hinters Licht führen lässt.

Die Beziehung der Mädchen geht an die Nieren, ist aber, könnte ich mir vorstellen, leider sehr authentisch dargestellt. Man leidet richtig mit Cilia mit, möchte ihr sagen, dass sie etwas besseres verdient, dass sie sich nicht einwickeln lassen und lieber auf ihr Herz hören soll. Aber man weiß zugleich auch, dass sich das viel einfach sagen lässt, als es am Ende getan ist.

Dieses Buch klärt auf und öffnet einem die Augen darüber, dass man sich selbst wichtig nehmen und nicht unterbuttern lassen sollte. Dass man nicht, nur um jemandem zu gefallen, sich selbst verbiegen sollte. Besonders für Jugendliche, die sich eventuell auf der Suche nach Anschluss schnell beeinflussen lassen, ist dieses Buch eine wichtige Lektion und eventuell eine Hilfe.

Mich hat das Buch durch die ernsten, unfairen Stellen teilweise sehr runtergezogen. Hels Verhalten hat mich einfach nur wütend gemacht, sodass ich das Buch nur in kleinen Happen lesen konnte, trotz des flüssigen Schreibstils. Das in Kombination mit dem Ende macht einem die Gefahr der Situation noch viel deutlicher bewusst.

Mein Fazit:
Die Geschichte geht einem an die Nieren, toxische Freundschaften sind kein leichtes Thema. Ich habe zwischendurch Schwierigkeiten gehabt, mich wirklich auf die Story einzulassen, weil mich das Ganze stark aufgewühlt hat. Aber insgesamt finde ich trotzdem, dass das Buch viel Potenzial hat, die Zielgruppe für solche schwierigen Beziehungen zu sensibilisieren. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 26.04.2022

Unerwartet gut!

Die Adlerreiter und das Horn der Rohira
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Die Adlerreiter und das Horn der Rohira war bei mir zunächst ein „Vielleicht“-Buch. Ich war zwar auf den ersten Blick angetan vom Klappentext und dem Cover, aber ich brannte noch nicht richtig für die ...

Die Adlerreiter und das Horn der Rohira war bei mir zunächst ein „Vielleicht“-Buch. Ich war zwar auf den ersten Blick angetan vom Klappentext und dem Cover, aber ich brannte noch nicht richtig für die Geschichte, wie es manchmal der Fall ist. Das änderte sich im Laufe meines Leseerlebnisses und auch wenn das Buch kein Highlight geworden ist, würde ich es auf jeden Fall weiterempfehlen.

Da ich den Klappentext zuvor nicht noch ein weiteres Mal gelesen habe, war ich schon nicht mehr zu 100% sicher, worauf ich mich einlasse, denn so finde ich immer am besten heraus, ob die Schreibenden es schaffen, mich richtig bei der Hand zu nehmen und den roten Faden der Geschichte entlang zu führen. Und ich kann sagen: Das hat bestens funktioniert! Ich wurde wunderbar in die Story eingeführt und durch die wechselnden Erzählperspektiven mehrerer Figuren erhält man einen idealen Rundumblick, um sich in alle gut hineinversetzen zu können.

Der für die Zielgruppe bestens geeignete, unkomplizierte Schreibstil fesselte mich und schaffte es trotz seiner „Einfachheit“ (das soll nicht böse klingen), mir ein großes und detailliertes Kino vors innere Auge zu zaubern. Dafür sind nicht immer komplizierte und verschachtelte Sätze nötig, es braucht die Fähigkeit, die Lesenden mitzureißen, und die haben die Schreibenden offensichtlich.

Das Setting überzeugte mich auch auf Anhieb. Durch die lebendige Gestaltung der Szenerie in meinem Kopf fühlte ich mich schnell mit den Orten verbunden und bestens dort aufgehoben, konnte mich gut zurechtfinden und habe das Buch genießen können. Der Spannungsbogen zog sich kontinuierlich durch und mir wurde beinahe nie langweilig, selbst wenn ich ein bisschen Zeit gebraucht habe, um danach zu greifen. In der Mitte hatte ich einen kurzen Hänger, aber davon abgesehen gefiel mir das Buch echt gut.

Mein Fazit:
Ein fantastisches Buch, welches ich großen und kleinen Fantasy-Liebhabern nur weiterempfehlen kann. Da es für ein Highlight nicht gereicht hat, gibt es „nur“ 4,5 von 5 Sternen, aber wo lediglich ganze Sterne möglich sind, werde ich aufrunden.

Veröffentlicht am 09.04.2022

Gefiel mir gut

Carry me through the night
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Carry me through the night ist mein erstes Buch von Leonie Lastella. Ich habe in der Vergangenheit sehr viel Gutes über ihre Titel gehört und war daher mehr als gespannt, als ich endlich in meine erste ...

Carry me through the night ist mein erstes Buch von Leonie Lastella. Ich habe in der Vergangenheit sehr viel Gutes über ihre Titel gehört und war daher mehr als gespannt, als ich endlich in meine erste Geschichte von ihr eintauchen konnte. Ich fand das Buch auch echt gut, nur waren meine Erwartungen doch ein bisschen zu hoch, sodass es nicht für ein Highlight gereicht hat.

Die beiden Protagonisten Autumn und Ryan waren mir durchweg sympathisch. Keiner von beiden hat irgendwelche unangenehmen Charakterzüge und sie beide vereint, dass sie ihre Liebsten über alles stellen und man sich stets auf sie verlassen kann. Sie müssen aber beide auch oft zurückstecken und nehmen sich nicht so wichtig, vor allem wenn es um die Familie geht. Ab und zu hätte ich mir gewünscht, dass sie sehen, wie sehr sie sich selbst vernachlässigen und auch mal egoistisch sind, aber besonders in Ryans Fall ist das nahezu unmöglich und auch verständlich. Er hat ein Geheimnis, von dem ich positiv erstaunt war, muss ich sagen. Die meisten Protagonisten in New Adult Romanen haben irgendein suuuper mysteriöses und 'dunkles' Geheimnis, bei Ryan dagegen war es mehr eine angenehme Überraschung. Aber dazu kann ich nicht mehr sagen, ohne euch zu spoilern.

Der Schreibstil war luftig leicht, jugendlich und hat das Buch bestens lesbar gemacht. Ich habe die Kapitel nur so verschlungen, auch wenn ich mir das letzte Drittel sorgfältig eingeteilt habe, damit es nicht so schnell zu Ende geht. Gerade dort wurde es auch besonders spannend, es gab Drama, aber nie so überzogen, dass es für mich zu viel und unrealistisch wurde.
Die Beziehung von Ryan und Autumn entwickelte sich in einem schönen Tempo und es hat Spaß gemacht, ihnen dabei zuzusehen, wie sie sich langsam über ihre Gefühle füreinander klar werden. Und trotz all dieser positiven Punkte hat einfach der letzte Funke Begeisterung gefehlt, um das Buch für mich zu einem Highlight werden zu lassen.

Mein Fazit:
Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen und werde definitiv noch mal nach einem Buch der Autorin greifen, in der Hoffnung dass ich dann die 5 Sterne voll machen kann. Insgesamt war Carry me through the Night ein wirklich schöner, kurzweiliger Liebesroman mit sehr sympathischen Protagonisten, tollen Nebenfiguren und einem wunderbaren Plot.

Veröffentlicht am 05.04.2022

Sehr informativ

Rendezvous der Fabelwesen
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Fabelwesen haben schon immer eine Anziehung auf mich ausgeübt. Ich freue mich jedes Mal wie eine Schneekönigin, wenn es in einer Fantasy-Geschichte welche gibt, seien es bekannte oder neu erschaffene. ...

Fabelwesen haben schon immer eine Anziehung auf mich ausgeübt. Ich freue mich jedes Mal wie eine Schneekönigin, wenn es in einer Fantasy-Geschichte welche gibt, seien es bekannte oder neu erschaffene. Aber auch Sachbüchern oder Bildbänden über diese Wesen könnte ich durchaus öfter lesen. Bei wbg wurde ich fündig, nach meinem über alles geliebten Bestiarium jetzt mit einem Buch über die Herkunft und Geschichte der Fabelwesen.

Anders als in dem Bestiarium geht es hier weniger um die Steckbriefe und Aufschlüsselung einzelner Wesen als viel mehr darum, das große Ganze darum herum zu verstehen. Was sind Fabelwesen, was sind die Hintergründe? Wie sind diese Mythen entstanden, worauf sind die begründet? Wie hat sich die Sicht auf diese Wesen vielleicht im Laufe der Zeit gewandelt, haben sich Fokus oder Bedeutung verschoben oder ähnliches? All das wird in diesem Buch geklärt und beachtet.

Ich muss gestehen, dass ich als eingefleischte Young Adult Fiction Leserin mit den sehr sachlich und eher nüchtern erzählenden Texten teilweise gehadert habe und dadurch die Lesezeit länger gestreckt wurde, als ich es mir gewünscht hätte. Ich musste häufiger Pausen einlegen und das ganze eher in Häppchen angehen, aber dann lief es gut.
Aufgefangen wurde ich durch viele Bilder und Illustrationen, die das Buch nicht nur hochwertiger machen, sondern das Leseerlebnis auch um ein Vielfaches erleichtern und stützen, wie ich finde. Text und Bild gehen hervorragend Hand in Hand und ergänzen sich super.

Mein Fazit:
Ich musste mich mit dem recht trockenen Stil arrangieren, daher verliert das Buch einen halben Stern. Allerdings werde ich dort, wo nur ganze Sterne möglich sind, auf 5 runden. Denn insgesamt habe ich viele spannende Dinge über Fabelwesen erfahren und die Fakten sind in ein unheimlich ansprechendes Gewand verpackt.

Veröffentlicht am 11.03.2022

Angenehmer Schreibstil und spannend aufbereitet

Die Abenteuer des Odysseus
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Die Abenteuer des Odysseus kannte ich bereits zu Teilen aus einer Kinderserie aus dem Fernsehen, sowie aus einem Buch aus der Sicht seines Sohns Telemachos. Dennoch fehlte mir immer eine gesammelte Ausgabe, ...

Die Abenteuer des Odysseus kannte ich bereits zu Teilen aus einer Kinderserie aus dem Fernsehen, sowie aus einem Buch aus der Sicht seines Sohns Telemachos. Dennoch fehlte mir immer eine gesammelte Ausgabe, die trotzdem kind- bzw. jugendgerecht aufgearbeitet ist, um mich nicht durch die original Odyssee kämpfen zu müssen. Dank diesem Buch kann ich meine Suche nun beenden, denn mit den Geschichten und dem Stil dieses Werks bin ich sehr zufrieden.

Odysseus klappert auf seiner unfreiwilligen Reise viele Orte, Inseln und Länder ab, trifft mystische Wesen, von denen die meisten ihm nicht wohlgesonnen sind, Götter, für die leider das gleiche gilt, und hat immer die Rückkehr zu seinen Liebsten im Hinterkopf, seiner Frau Penelope und seinem Sohn. Der Sprachstil ist zwar schon der älteren Zeit der Geschichte angepasst, also nicht umgangssprachlich oder zu modern, aber auf der anderen Seite auch nicht zu altbacken und kompliziert, sodass die Zielgruppe (plus meine Wenigkeit) sich gut darin zurechtfinden kann, denke ich.

Die Kapitel und damit die einzelnen Abschnitte der Reise hatten eine angenehme Länge, ich habe immer mehrere am Stück verschlungen und mir dann eine Pause gegönnt. Das Buch hat mit knapp 200 Seiten einen überschaubaren Umfang und dennoch fand ich, dass die wichtigsten Punkte der Sage um Odysseus alle enthalten waren, sofern ich das überhaupt beurteilen kann, ohne das Original zur Gänze zu kennen. Es waren jedenfalls alle Stationen drin, von denen ich bisher gehört hatte.
Die Illustrationen, die ab und zu eingestreut wurden, hätten meiner Meinung nach nicht unbedingt Not getan. Ich mochte zwar den leicht verwaschenen Stil, nur eine Zeichnung ist etwas suboptimal gelungen, wobei ich glaube, dass Kinder sich dabei nicht allzu viel denken werden.

Mein Fazit:
Inhaltlich fand ich es gut, nicht zu schwierig geschrieben und zugleich authentisch und nicht zu modern. Bestimmt ist das Original hier für Kinder und Jugendliche auf das wichtigste runtergebrochen worden, aber genau das habe ich ja auch gesucht, bin also sehr zufrieden. Nur der Zeichenstil war nicht ganz meins.
Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen und dort, wo nur ganze Sterne möglich sind, werde ich auf 5 runden.