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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.12.2025

Cozy Herbstroman für zwischendurch

The Pumpkin Spice Latte Disaster
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Kyra Groh erzählt in "Pumpkin Spice Latte Desaster" die Geschichte von Jude, die eigentlich nur für die Hochzeit ihrer Schwester in ihr englisches Heimatdorf Lower Whilby zurückkehrt. Doch kaum angekommen ...

Kyra Groh erzählt in "Pumpkin Spice Latte Desaster" die Geschichte von Jude, die eigentlich nur für die Hochzeit ihrer Schwester in ihr englisches Heimatdorf Lower Whilby zurückkehrt. Doch kaum angekommen trifft sie James, einem Barista und Sohn ehemaliger Brit-Pop-Stars. Aus einer Zweckgemeinschaft im Café entwickelt sich eine Annäherung, die Jude vor die Frage stellt, ob sie zum ersten Mal in ihrem Leben wirklich ankommen kann.

Besonders gelungen ist die liebevolle Ausarbeitung des kleinen Ortes und seiner Bewohnerinnen und Bewohner. Lower Whilby wirkt lebendig und authentisch. Auch der Schreibstil ist insgesamt kurzweilig, und die wechselnden Perspektiven sorgen für Abwechslung und Tempo.

Gleichzeitig blieb bei mir jedoch eine gewisse Distanz zu den Figuren. Mit Jude konnte ich mich kaum identifizieren, und auch ihre Schwester wirkte in ihren Haltungen für mich nur schwer nachvollziehbar. Viele Dialoge waren mir etwas zu forsch und mir fehlte der emotionale Tiefgang, gerade in der Beziehung zwischen Jude und James.

Insgesamt ist Pumpkin Spice Latte Desaster ein schöner Roman für zwischendurch, bei dem ich mir inhaltlich und emotional jedoch etwas mehr erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Kurzweilig, aber ohne echtes Identifikationspotenzial

Hustle
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Julia Bähr erzählt in "Hustle" die Geschichte von Leonie, die ihr Leben nach ihren eigenen moralischen Maßstäben ausrichtet. Als ihr in München das Geld ausgeht, gerät sie in ein Umfeld von Frauen, die ...

Julia Bähr erzählt in "Hustle" die Geschichte von Leonie, die ihr Leben nach ihren eigenen moralischen Maßstäben ausrichtet. Als ihr in München das Geld ausgeht, gerät sie in ein Umfeld von Frauen, die sich ihren Lebensstil mit fragwürdigen Methoden finanzieren. Fasziniert von deren Unabhängigkeit entdeckt Leonie eine eigene Geschäftsidee: bezahlte Racheaktionen für Menschen mit gebrochenem Herzen. Doch mit dem Erfolg kommen auch die Zweifel an sich selbst.

Der Roman lebt vor allem von seinem zynischen Ton und den satirischen Spitzen, mit denen gesellschaftliche Erwartungen und Entwicklungen angeprangert werden. Der Schreibstil ist flüssig und sehr kurzweilig, wodurch sich das Buch schnell lesen lässt. Gleichzeitig hatte ich jedoch große Schwierigkeiten, mich mit der Protagonistin zu identifizieren. Leonies moralische Haltung blieb für mich schwer nachvollziehbar. Hinzu kommt, dass manches unrealistisch oder klischeehaft wirkt, insbesondere die Darstellung Münchens und des dortigen Lebensstils. Zwar ist die Geschichte unterhaltsam, doch mir fehlte eine klare Entwicklung in der Handlung als auch bei Leonie selbst. Das Ende kam für mich recht abrupt und einige Fragen blieben offen.

Insgesamt ist "Hustle" ein flüssig geschriebener Roman mit Unterhaltungswert, der für mir jedoch noch etwas mehr Tiefe hätte vertragen können.

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Veröffentlicht am 02.12.2025

Ehrlich und authentisch, aber wenig Identifikationspotenzial

All the Way to the River
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Elizabeth Gilbert erzählt in „All the Way to the River“ von ihrer tiefen Verbindung zu Rayya, die im Jahr 2000 beginnt. Aus einer Freundschaft entsteht eine außergewöhnliche Liebe: intensiv, kompromisslos ...

Elizabeth Gilbert erzählt in „All the Way to the River“ von ihrer tiefen Verbindung zu Rayya, die im Jahr 2000 beginnt. Aus einer Freundschaft entsteht eine außergewöhnliche Liebe: intensiv, kompromisslos und geprägt von zwei Menschen, die einander Halt geben und gleichzeitig an eigenen Abgründen ringen. Als eine schwere Diagnose alles verändert, wird ihre Beziehung zu einem Weg des Loslassens, der Nähe, aber auch des unausweichlichen Abschieds.

Die Stärke des Buches liegt in seiner Ehrlichkeit. Gilbert beschreibt ungeschönt, was Sucht, Liebe, Abhängigkeit und Verlust bedeuten können. Diese Authentizität macht das Lesen eindrücklich, aber für mich auch fordernd. Ich habe wenig Identifikationspotenzial, und das war vermutlich der Grund, weshalb ich nicht richtig warm geworden bin mit dem Buch. Manche Szenen wirkten auf mich überladen, einige Passagen wiederholten sich, was mir an manchen Stellen „zu viel“ wurde. Gelungen fand ich hingegen die eingestreuten Gedichte und Zeichnungen.

Insgesamt ist „All the Way to the River“ ein schonungslos offener Bericht über eine außergewöhnliche Liebe. Für mich persönlich blieb jedoch eine gewisse Distanz und zu wenig Identifikation.

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Veröffentlicht am 02.12.2025

Ich hatte mehr erwartet

Beste Zeiten
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In ihrem Roman „Beste Zeiten" erzählt Jenny Mustard die Geschichte von Sickan. Die 21-Jährige, will nach Jahren des Mobbings und der Enge in der schwedischen Provinz ein neues Leben in der Großstadt beginnen: ...

In ihrem Roman „Beste Zeiten" erzählt Jenny Mustard die Geschichte von Sickan. Die 21-Jährige, will nach Jahren des Mobbings und der Enge in der schwedischen Provinz ein neues Leben in der Großstadt beginnen: Freundschaften schließen, sich verlieben und herausfinden, wer sie eigentlich ist. Doch das, was man sich unter einem „richtigen Leben“ vorstellt, ist komplizierter, als sie denkt.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen, wodurch man gut in die Geschichte hineinkommt. Inhaltlich hat mich der Roman jedoch nicht ganz überzeugt. Es fehlt an einem klaren Spannungsbogen, und viele, auch sehr emotionale und gesellschaftlich relevante Themen werden zwar angeschnitten, aber bleiben an der Oberfläche. Dadurch wirkt die Handlung stellenweise etwas sprunghaft, ohne klare Linie und mit wenig Tiefgang. Die Hauptfigur bleibt für mich eher blass und bietet wenig Identifikationspotenzial. Auch das Ende konnte mich nicht wirklich erreichen. Insgesamt fehlt für mich eine klare Botschaft, die ich mitnehmen kann.

Insgesamt ein Roman, der sprachlich solide ist, aber inhaltlich zu wenig Tiefe und Struktur bietet, um nachhaltig in Erinnerung zu bleiben.

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Veröffentlicht am 09.04.2022

Sensibles Thema

Mongo
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Der Roman „Mongo“ vom österreichischen Schriftsteller Harald Darer beschäftigt sich mit dem Aspekt Menschen mit Behinderung und beleuchtet dieses sensible Thema aus unterschiedlichen Perspektiven.

Die ...

Der Roman „Mongo“ vom österreichischen Schriftsteller Harald Darer beschäftigt sich mit dem Aspekt Menschen mit Behinderung und beleuchtet dieses sensible Thema aus unterschiedlichen Perspektiven.

Die Geschichte spielt in Österreich und wird durch den Ich-Erzähler Harry erzählt. Katja und Harry erwarten ein Kind. Doch die Vorfreude auf die Elternschaft wird getrübt: Katjas Bruder Markus hat das Down-Syndrom und Katja die Angst, dass auch ihr Kind eine Behinderung hat. Harry reflektiert seine bisherigen Begegnungen mit dem Thema Behinderung. Als Leser:in lernt man dabei sowohl die Lebensgeschichte von Markus als auch generelle Aspekte kennen, die für das Thema Behinderung von wichtiger Bedeutung. Hierunter zählen z. B. der Umgang mit Behinderung während des Nationalsozialismus oder Sexualassistenz für Menschen mit Behinderung.

Der Schreibstil von Harald Darer zeichnet sich durch eine umgangssprachliche und teilweise vulgäre Sprache aus. Er verzichtet im Roman durchgehend auf die Verwendung von Zitatzeichen trotz vielfacher Verwendung der direkten Rede. Als Leser:in erhält man so das Gefühl, man sei noch näher an der Geschichte. Die Identifikation mit dem Protagonist:innen des Buches ist mir persönlich schwergefallen – weder für Katja, die Eltern von Katja und Markus noch Harry spürte ich große Sympathien, fand ihre Einstellung und Werteinstellungen teilweise befremdlich, die Charaktere nur oberflächlich beschrieben. Markus hingegen wird als sympathischer Mensch dargestellt, wobei alle Seiten der Behinderung ungeschönt skizziert werden.

Die Botschaft des Buches als Plädoyer gegen die Herabwürdigung von Menschen mit Behinderung wird deutlich und einige Textstellen bringen einen als Leser:in zum Nachdenken. Dennoch habe ich mir persönlich etwas mehr erwartet von diesem Buch. Alles in allem dennoch eine Empfehlung für Menschen, die sich verstärkt mit dem Thema Menschen mit Behinderung auseinandersetzen und den eigenen Umgang damit reflektieren möchten.

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