Profilbild von gerlisch

gerlisch

Lesejury Star
offline

gerlisch ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit gerlisch über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2022

Auch was verloren ist, ist ja irgendwo (Zitat)

Der Holländer
0

Während einer Patrouillenfahrt wird eine männliche Leiche auf einer Sandbank gefunden. Das ansteigende Wasser zwingt die Besatzung schnell zu handeln und ohne erst die Zuständigkeiten zu klären, die Leiche ...

Während einer Patrouillenfahrt wird eine männliche Leiche auf einer Sandbank gefunden. Das ansteigende Wasser zwingt die Besatzung schnell zu handeln und ohne erst die Zuständigkeiten zu klären, die Leiche zu bergen. Schnell ist der Tote identifiziert es handelt sich um den Extrem-Wattwanderer Klaus, der mit seinem Freund Peter vom ostfriesischen Festland nach Borkum wandern wollte. Liewe Cupido, ein inoffizieller Ermittler, der an der Küste aufgewachsen ist, beginnt mit der Spurensuche.
Der Schreibstil ist flüssig und ruhig. Der Autor erzeugt aber durch seine Wortwahl eine faszinierende Lebendigkeit in der Story. Durch die detaillierten Beschreibungen der Natur und den Informationen zum Wattwandern, wird hier eine schöne, aber auch teilweise beklemmende Stimmung geschaffen.
Mit dem "Holländer" Liewe hat Mathijs Deen einen sehr interessanten Ermittler geschaffen, der typisch ostfriesisch auch ohne vieler Worte auskommt und die für den Fall relevanten Spuren mehr durch Zuhören und guter Beobachtung sammelt.
Obwohl man die Tathintergründe schon schnell erahnen kann, hat mir dieser atmosphärische Krimi sehr gut gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.05.2022

Schöner ruhiger Regionalkrimi

Tod an der Alster
0

Eine Frau läuft in Hamburg vor einen Bus und stirbt. Wie sich schnell herausstellt hatte sie Stickspuren am Hals. Wer hat die bekannte Schönheitschirurgin getötet? Svea Kopetzki und ihr Team tauchen ein ...

Eine Frau läuft in Hamburg vor einen Bus und stirbt. Wie sich schnell herausstellt hatte sie Stickspuren am Hals. Wer hat die bekannte Schönheitschirurgin getötet? Svea Kopetzki und ihr Team tauchen ein in die Welt der Reichen und Schönen.

Dieser Krimi von Anke Küpper punktet mit viel Lokalkolorit. Durch wechselnde Handlungsebenen baut sich auch aufgrund des klaren Schreibstils sofort und durchgehend Spannung auf.

Durch verschiedene Spuren wird der Leser immer wieder in die Irre geführt, so macht das Miträtseln besonders Spaß.

Die Charaktere wurden authentisch und gut in Szene gesetzt, obwohl mir hier das Privatleben der Protagonisten ein bisschen viel Platz einnahm.

Ein schöner ruhiger Hamburg-Krimi, der auf jeden Fall Lust macht auf den nächsten Teil.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.04.2022

Was für eine verdorbene Welt

Oxen. Noctis
0

Als sieben Kriegsveteranen mit psychischen Problemen durch die Hand eines Heckenschützen sterben, wird Nils Oxen vom Ex-Chef des dänischen Geheimdienstes um Hilfe gebeten. Auf der Suche nach Spuren begibt ...

Als sieben Kriegsveteranen mit psychischen Problemen durch die Hand eines Heckenschützen sterben, wird Nils Oxen vom Ex-Chef des dänischen Geheimdienstes um Hilfe gebeten. Auf der Suche nach Spuren begibt sich Oxen in tödliche Gefahr.
Durch einen sehr anschaulichen Schreibstil ist man als Leser sofort mitten im Geschehen. Unterschiedliche Handlungsstränge verknüpfen sich mehr und mehr zu einer im letzten Drittel des Buches mega spannenden Story.
Nils Oxen, Margarethe Franck und der mittlerweile pensionierte PET-Chef Axel Mossmann, sind mir bereits aus den vier Vorgängerbänden sehr gut bekannt. Hinzugekommen ist die junge und sehr engagierte Sally Finnsen, die auf der Suche nach ihrem verschollenen Bruder die Wege der drei Hauptprotagonisten kreuzt. Auch dieser Charakter wurde lebendig und authentisch dargestellt und war mir auf Anhieb sympathisch.
Leider hatte die Story in der Mitte ein paar Längen. Nachdem sich eine Geheimdienst-Ermittlung an die nächste reihte, habe ich doch ein paar Seiten quergelesen. Doch zum Ende hin entwirren sich die unterschiedlichen Spuren und das Ganze gipfelt in ungeahnten menschlichen Abgründen.
Fans von brutalen und knallharten Szenen kommen bei diesem Thriller voll auf ihre Kosten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.04.2022

Ein spannender zweiter Fall

Die andere Schwester
0

Die Geschäftsführerin einer Dating-App wird brutal ermordet vor einer Kaffeerösterei gefunden Ist hier ein Dating-in-the-Dark völlig aus dem Ruder gelaufen oder steckt ein ganz anderes Motiv hinter dem ...

Die Geschäftsführerin einer Dating-App wird brutal ermordet vor einer Kaffeerösterei gefunden Ist hier ein Dating-in-the-Dark völlig aus dem Ruder gelaufen oder steckt ein ganz anderes Motiv hinter dem Mord? Der Ex-FBI-Agent John Adderley befindet sich im Zeugenschutzprogramm und getarnt als Ermittler Fredrik Adamsson übernimmt er den Fall. Doch er kann sich nicht richtig auf die Spuren konzentrieren, denn seine Vergangenheit holt ihn ein.

Hier handelt es sich um den zweiten Fall der Karlstad-Serie. Vorkenntnisse sind nicht zwingend notwendig, da es sich hier um einen in sich abgeschlossenen Fall handelt. Allerdings knüpft die Geschichte um den Ermittler an den ersten Teil nahtlos an, sodass Neueinsteigern ein paar Informationen rund um die Vergangenheit von John Adderley fehlen könnten.

Die spannende Story wird mit einem fesselnden Schreibstil aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Charaktere wurden toll dargestellt, besonders Alicias Abhängigkeit von ihrer Schwester Stella schuf eine beklemmende Atmosphäre.

John's Herangehensweise an seine Fälle hat mich schon im ersten Buch fasziniert, allerdings verlor er in diesem zweiten Fall einige Symphatiepunkte aufgrund seiner Art, das Recht zu seinem Vorteil zu verbiegen.

Ich hatte stellenweise das Gefühl, dass der Mord an Stella nur Nebensache war, da John's private Probleme hier sehr präsent sind. Zum Ende hin verknüpfen sich zwar die Handlungsstränge, trotzdem hätte ich gern mehr über präzise Ermittlungsarbeit gelesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2022

Mord in gehobenen Kreisen

Düsteres Watt
1

Als in den Sylter Wanderdünen eine männliche Leiche gefunden wird, bricht Liv Lammers ihren Urlaub ab um die Ermittlungen zu übernehmen. Die Identität des Toten ist schnell geklärt, es handelt sich um ...

Als in den Sylter Wanderdünen eine männliche Leiche gefunden wird, bricht Liv Lammers ihren Urlaub ab um die Ermittlungen zu übernehmen. Die Identität des Toten ist schnell geklärt, es handelt sich um den Sohn einer steinreichen Adelsfamilie. Die Todesursache allerdings gibt zusätzliche Rätsel auf, denn Karl von Raboisen ist ertrunken. Wie ist er in die Dünen gekommen? Als Trümmerteile von einer Drohne gefunden werden, startet die Suche nach der Besitzerin, doch diese wird vermisst.

Auch in diesem Krimi versteht es Sabine Weiss wieder, den Leser mit ihrem fesselnden Schreibstil ab der ersten Seite in ihren Bann zu ziehen.

Die Protagonisten wurden sowohl bildlich als auch authentisch gut in Szene gesetzt, sodass sie vor den Augen des Lesers lebendig wirken. Auch die Beschreibungen der Handlungsorte sind absolut lesenswert und schaffen eine malerische Kulisse.

Die gewählte Thematik der Story schafft eine beklemmende Atmosphäre. Häusliche Gewalt und psychische Unterdrückung machen auch vor der High Society nicht halt. Mit dem unerwarteten Ende entsteht eine interessante Ausgangsposition für den nachfolgenden Band.

Obwohl dieser sechste Fall mit Liv Lammers wieder fesselnd und spannungsreich geschrieben ist, hat mir der Vorgänger-Band doch noch ein bisschen besser gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover