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Veröffentlicht am 16.07.2025

Menschliche Verstrickungen

Das Nest
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Fran und Dom besitzen einen Platz, auf dem sie Wohnwagen vermieten. In einem leben ihre Schwester Ros und ihr Lebensgefährte Ellis mit deren Tochter Sadie. Sadie und der Sohn von Fran Bruno gehen in die ...

Fran und Dom besitzen einen Platz, auf dem sie Wohnwagen vermieten. In einem leben ihre Schwester Ros und ihr Lebensgefährte Ellis mit deren Tochter Sadie. Sadie und der Sohn von Fran Bruno gehen in die gleiche Klasse. Fran ist gerne draußen am Wasser und beobachtet Vögel und deren Gelege. Dort fühlt sie sich am wohlsten. Am Rande des Campingplatzes leben Tad und seine Familie. Sie sind Roma und ein umherziehendes Volk, dass über den Winter hier am See leben. Als die Kinder eine neue Lehrerin in der Schule bekommen, ändert sich das Verhalten von Sadie und Bruno. Außerdem werden in der Umgebung immer wieder tote Vögel gefunden. Dann eines Tages verschwinden auch die neue Lehrerin und Ellis, Frans Schwager.
Der Roman „Das Netz“ von Sophie Morton-Thomas kommt mit einem sehr mystischen Cover daher. Handelt es sich um Fran oder um Sadie oder um die neue Lehrerin, es bleibt etwas im Dunkeln. Genau wie die Story, auch sie bleibt für mich etwas undurchsichtig. Es handelt sich um einen Roman Noir und ja das kommt mir auch so vor. Denn die Hauptcharaktere, denen die Kapitel gewidmet sind, bewegen sich gleitend aufeinander zu und voneinander weg. Es mag auch daran liegen, dass die Familie von Tad Roma sind, ein fahrendes Volk und das hier leichte Vorurteile tief im Innern verarbeitet werden. Für Fran sind die Vögel, die sie beobachtet ein Ankerpunkt in ihrem Leben. Ihr Mann, der außerhalb des Platzes arbeitet, ist keine richtige Stütze für sie und auch Bruno zieht es mehr zu seiner Cousine Sadie. Diese lebt mit ihren Eltern Ros und Ellis auch auf dem Campingplatz. Sadie ist in der beginnenden Pubertät und hat mit sich selber einige Probleme. In diesem Fall ist Tad ein guter Gesprächspartner für sie. Hier begegnen sich die beiden Welten am intensivsten. Als der Mord geschieht, nimmt der Krimi Fahrt auf. Doch die Spannung ist nur am Rande spürbar.
Für mich ist dieser Vertreter des Roman Noir sehr schwer verständlich und ich bin nicht wirklich mit ihm warm geworden. Interessant war es für mich kennenzulernen, wie sich dieses Genre darstellt. Ich denke der Roman ist etwas für Leser, die sich in diesem Genre mehr zu Hause fühlen als ich.

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Veröffentlicht am 18.06.2025

Serienmörder

Andalusische Sonne
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Daniel ist ein junger Mann, der gerade Abitur gemacht hat und seiner Cousine nach Torremolinos folgt. Er sucht noch seinen Platz im Leben. Geld hat er genug, aber er weiß noch nicht, wie er sich fühlen ...

Daniel ist ein junger Mann, der gerade Abitur gemacht hat und seiner Cousine nach Torremolinos folgt. Er sucht noch seinen Platz im Leben. Geld hat er genug, aber er weiß noch nicht, wie er sich fühlen soll. Er geht mit seiner Cousine ins Bett, die das auch reichlich ausnutzt, ist aber auch verliebt in seinen besten Freund Stevie. In Torremolinos macht er die Nacht zum Tag kombiniert mit allerlei Aufputschmitteln. Er verkehrt am liebsten in einer Bar für gleichgeschlechtliche Menschen und fühlt sich auch in Kleidern wohl. Gleichzeitig findet Commissario Ximenez einen abgetrennten Kopf, den er allerdings nicht zuordnen kann. Während Daniel und Laura die Nacht zum Tag machen, werden immer mehr Leichenteile von Männern gefunden. Ein Serienmörder scheint seine Opfer zu suchen.
Der Kriminalroman „Die Andalusische Sonne“ von Diego Sanchez spielt in der Szene der gleichgeschlechtlichen Menschen und beschäftigt sich auf der einen Seite mit dem ungezwungenen Leben von Jugendlichen und auf der anderen Seite mit einem Mörder, der seine Opfer in dieser Szene sucht. Das Cover zu dem Krimi ist sehr schön gestaltet und zeigt eine wohl typische Szene aus einer Region, die in der Nähe des Meeres liegt und damit sehr idyllisch erscheint. Doch hinter dieser Idylle tobt sich ein Serienmörder aus und gleichzeitig ist sie auch das Paradier für Reiche und Schöne. Allerdings wird auch immer wieder der soziale Kontrast deutlich, hauptsächlich wenn Commissario Ximenez ermittelt. Dieser Commissario und seine Team tappen lange im Dunkeln, bis sie die Identität der Opfer gefunden haben und er merkt das auch sein Sohn eines der Opfer kennt. Erzählt wird die Geschichte sehr häufig in einer Ich-Form, aus der ich nicht immer schlau geworden bin, denn es sind Daniel und sein Freund Stevie und der Mörder, die dieser Form benutzen. Ich finde diesen Krimi sehr undurchsichtig und hatte manchmal Schwierigkeiten den Zusammenhang zu verstehen. Klar wird er erst zum Ende und das ist überraschend, aber irgendwie nicht plausibel.
Ich tue mich sehr schwer diesen Krimi einzuordnen, da ich doch während des Lesens meine Probleme hatte. Ich finde er ist sehr konfus beschrieben und ich hatte manchmal so meine Probleme den roten Faden zu finden.

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Veröffentlicht am 22.02.2024

Ein fragwürdiges Geschäftsmodell

Die Kommissarin und der Teufel
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Eine Serie von Erpressungen liebt der Polizei im Raum Stade vor, doch bei einer Geldübergabe verschwindet die Kassette, durch eine Drohne. Frank Torborg ist der Initiator dieser Geschäftsidee und er ist ...

Eine Serie von Erpressungen liebt der Polizei im Raum Stade vor, doch bei einer Geldübergabe verschwindet die Kassette, durch eine Drohne. Frank Torborg ist der Initiator dieser Geschäftsidee und er ist auf diesen Gedanken gekommen, nachdem er Ludwig Petersen getroffen hat, der eine besondere Begabung besitzt. Er ist davon überzeugt, dass er Luzifer ist und kann den Tod von Menschen vorhersagen. Dieses macht sich Frank zunutze, um ein Geschäft aufzuziehen. Er heuert einige Personen an, die das Geld abholen und mithelfen das Geld zu waschen. Ein Sekretärin stellt es auch ein, die ebenfalls viel kriminelle Energie aufweist und in die er sich verliebt. Als die jedoch ein Verhältnis mit einem seiner Geschäftsführer anfängt, sieht er rot und ermordet diesen. Hier kommt nun die Hauptkommissarin Hansen ins Spiel, die nun diesem Spuk sehr ungewöhnlich ein Ende bereiten möchte.
Das Cover weist schon auf eine sehr skurrile Begegnung hin Luzifer trifft einen Engel. Die Schreibweise des Autors in diesem Mystery-Thriller „Die Kommissarin und der Teufel“ von Peter Eckmann kann einen spannenden Thriller erzeugen. Die Idee, die diesem Buch zugrunde liegt, finde ich sehr originell, den Tod von Menschen vorherzusagen und nahe Angehörige zu erpressen. Wie der Autor es beschreibt, ist es auch logisch und nachvollziehbar, niedrige Beträge, die nicht wehtun, dafür in großem Stil. So weit so gut. Zu Beginn ist es auch spannend die Entwicklung mitzuverfolgen, doch diese Spannung lässt leider im Laufe des Buches nach und mir fehlt der rechte Thrill, der ab und zu nochmal durchscheint, aber so ganz überzeugend leider nicht. Es ist nicht der erste Thriller, den ich von Peter Eckmann lesen durfte und bei dem ersten Band war die Originalität sehr gut, aber auch die Spannung lies nicht zu wünschen übrig. Die Liebesgeschichte der Kommissarin ist gut dargestellt und auch ihre Gefangennahme und die abschließende Befreiung lässt nochmal Spannung durchblitzen, aber da ist schon nicht mehr so viel Interesse bei mir. Außerdem finde ich das Ende auch zu erwartbar.
Die Bewertung fällt mir nicht wirklich leicht, da ich die Story gut finde, nur mir fehlt ein bisschen Pepp an diesem Mystery-Thriller.

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Veröffentlicht am 12.09.2023

Nostalgie

Prophet
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Ein unerklärliches Phänomen ist dafür verantwortlich das man Rao aus dem Gefängnis holt und mit Colonel Adam Rubinstein auf den Fall ansetzt. Es gibt einen Diner, der einfach in der Landschaft auftaucht ...

Ein unerklärliches Phänomen ist dafür verantwortlich das man Rao aus dem Gefängnis holt und mit Colonel Adam Rubinstein auf den Fall ansetzt. Es gibt einen Diner, der einfach in der Landschaft auftaucht und ohne Anbindung an irgendetwas dort steht. Adam und Rao kennen sich schon länger und haben schon in Afghanistan zusammengearbeitet. Dieses Phänomen interessiert auch das Militär und genau das ist der Grund, warum Adam in den Fall involviert wurde. Rao ist Spezialist für Wahrheitsfindung. Er kann jede Lüge entdecken. Im Umfeld dieses Diners werden auch zwei Tote gefunden, die aber keinerlei Verletzungen aufweisen. All das sollen Adam und Rao herausfinden um was es sich handelt. Es dauert eine ganze Zeit, bis die beiden sich wieder aneinander gewöhnt haben. Sie befragen viele militärische Angehörige und bekommen mit, dass es sich um einen Stoff handelt, der sich in der Nostalgie bewegt und Menschen beeinflussen kann. Auch die Wissenschaftler der Armee prüfen einen Stoff der Prophet heißt und dessen Wirkung noch nicht ganz klar ist. Also machen sich die beiden auf die Spur diese Substanz.
„Prophet“ von Sin Blache und Helen MacDonald ist ein Roman, der durch sein aggressives und feuriges in knalligem gelb gehaltenes Cover auffällt. Das ist der Knaller zu Beginn. Ansonsten bleibt alles im mystischen Bereich. Ein amerikanischer Diner in England, ohne Anbindung und ohne Sinn. Die beiden Hauptcharaktere, die im Auftrag des Militärs das Phänomen ergründen sollen. So weit, so gut, doch das ist auch alles, was ich am Anfang mitbekommen habe. Zu Beginn wird dann auch noch auf die Situation von Adam als Kind beschrieben. Naja, Nostalgie ist ein Phänomen, das in diesem Mystery/Thriller eine Rolle spielt. Aber langsam wird klar, dass Rao etwas ganz Besondere darstellt und die Beziehung zu Adam auch. Hier wird irgendwann klar, dass es etwas Außergewöhnliches ist. Er ist ein lebender Lügendetektor, der auch den Wissenschaftlern Aufklärung verspricht. Doch was soll er aufklären. Das bleibt für mich lange im mystischen. Es sind endlose Dialoge, die nicht unbedingt für Klarheit sorgt. Es sind verschiedene Hinweise, die immer wieder eingestreut werden. Bis irgendwann klar wird, dass das Militär etwas Großes startet. Der Schreibstil ist alles in allem etwas langatmig und der Spannungsbogen schließt sich zum Schluss logisch, aber doch etwas überraschend.
Der Beginn dieses Romans war vielversprechend, doch das ist im Laufe des Buches irgendwie verloren gegangen. Ich habe mich irgendwann in diesem Roman verloren und mich nur sehr langsam wiedergefunden. Es wird für diese Art Romane Leser geben, die darin aufgehen, ich bin es nicht.

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Veröffentlicht am 15.04.2022

Zukunftsvisionen

Liquid
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Tief im Süden von Amerika arbeitet die Biologin Madeleine Alberti an einem streng geheimen Projekt. Es geht um die Herstellung von Impfstoff für einen internationalen Konzern CELESTIALWORK. Doch durch ...

Tief im Süden von Amerika arbeitet die Biologin Madeleine Alberti an einem streng geheimen Projekt. Es geht um die Herstellung von Impfstoff für einen internationalen Konzern CELESTIALWORK. Doch durch Unterhaltungen mit ihren Kollegen merkt sie das es sich nicht nur um einfache Impfungen handelt. Die Kollegen berichten, dass sie keinen Lohn erhalten, sondern mit einem Chip, der ihnen durch die Impfung implantiert worden ist. Das verwirrt Madeleine sehr und sie beschließt, ihre Arbeit zu kopieren. Durch einen ihrer Kollegen bekommt sie einen Kontakt zu einem mexikanischen Drogenboss und außerdem nimmt sie Kontakt zu Richard Weigelt, dem Vorsitzenden einer NGO gegen das bargeldlose Zahlen. Nach einer abenteuerlichen Reise und einer neuen Identität erreicht sie Deutschland. Doch hier herrscht das Chaos.
Liquid von Herbert Genzmer ist ein Thriller, der sich hauptsächlich im Jahr 2029 abspielt. Er handelt von der Vision des bargeldlosen Zahlens und malt es in eine Schreckensvision. Es werden auch einige aktuellen Zukunftsvisionen verarbeitet, wie das Chippen von Menschen durch eine Impfung und der Einschränkung des Datenschutzes durch die Regierung. Das alles soll dazu beitragen diesen Thriller spannend erscheinen zu lassen. Das geschieht auch am Rande, aber die meisten Schritte, die die Hauptperson Madeleine unternimmt, wie ein großes Abenteuer. Logisch gedacht ist es schon einen Drogenboss als Retter des Bargelds aufzubauen, doch das ist auch ein wenig zynisch. Für Madeleine ist er natürlich die Rettung, aber ist ein derartiges Szenarium vorstellbar. Ich habe meine Zweifel. Auch die Kontaktaufnahme mit dem zweiten Hauptcharakter, Richard Weigelt, ist möglich, es gibt genug Kontaktbörsen im Internet, doch in diesem Fall finde ich es schon weit hergeholt.
Ich empfinde den vorliegenden Thriller, eher als Science Fiktion Roman, da mir die absolute Spannung hier abgeht. Als Science Fiktion Vision kann ich mir das Szenarium vorstellen, vielleicht nicht im Jahre 2029, sondern deutlich später.

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