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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2022

Spannend - aber ein enttäuschender Schluss

Hinter diesen Türen
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Rowan Caine bewirbt sich als Kindermädchen in der Einöde Schottlands. Das Haus ist ein Aufeinanderprallen von viktorianischer Architektur und Moderne. In jedem Zimmer gibt es Kameras und alles wird per ...

Rowan Caine bewirbt sich als Kindermädchen in der Einöde Schottlands. Das Haus ist ein Aufeinanderprallen von viktorianischer Architektur und Moderne. In jedem Zimmer gibt es Kameras und alles wird per Tablet gesteuert. Rowan bekommt die Stelle beim Architektenehepaar mit ihren vier Kindern.
Die Kinder verhalten sich eher seltsam, die Zugehfrau ist mürrisch, die Eltern sind nie da und das Haus ist mehr als unheimlich. Und dann passiert ein schreckliches Unglück...
Ruth Ware hat den Thriller richtig gut aufgebaut, die Spannung steigert sich von Seite zu Seite und man möchte das Buch nicht aus der Hand legen. Der Schluss ist leider vergleichsweise lahm und enttäuschend. Nichtsdestotrotz ist es eine unterhaltsame Geschichte.

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Veröffentlicht am 16.04.2022

Fesselnder Krimi mit Karibik-Flair

Die Knochenleser
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Michael Digson, genannt Digger, lebt auf der Karibikinsel Camaho. Seine Mutter ist verschwunden, wahrscheinlich wurde sie ermordet. Sein Vater ist der Polizeichef, der aber nichts mit Digger zu tun haben ...


Michael Digson, genannt Digger, lebt auf der Karibikinsel Camaho. Seine Mutter ist verschwunden, wahrscheinlich wurde sie ermordet. Sein Vater ist der Polizeichef, der aber nichts mit Digger zu tun haben will und umgekehrt.
Detective Superintendent Chilman ist eine ziemlich eigenwillige Figur und nicht so ganz durchschaubar. Er zwingt Digger quasi zum Polizeidienst und ermöglicht ihm eine Ausbildung in London zum Forensiker.
Zu der neu geschaffenen Ermittlungstruppe stößt Chilmans Tochter, Miss Stanislaus.
Sie bekommen es mit einem alten und ungelösten Fall zu tun, dem Verschwinden eines jungen Mannes.
Mit jeder Seite taucht man tiefer in die karibische Welt ein. Allerdings nicht in eine Wohlfühlwelt mit Strand, Sonne und Cocktails. Jacob Ross zeigt uns die gefährliche und gewaltbereite Seite der Insel. Vor allem Frauen haben unter gewalttätigen Männern zu leiden.
Das Buch fängt gemächlich an und steigert sich dann immer mehr und zieht einen in den Bann. Ich habe bisher noch nie einen karibischen Krimi gelesen. Die Übersetzung des karibischen Englisch hat mir teilweise nicht gefallen. So spricht kein Mensch, das ist eine Fantasiesprache, die ich für nicht sehr gelungen halte. Teilweise konnte ich die Kommunikation, die Interaktion zwischen den Akteuren und ihre Handlungsweisen nicht ganz nachvollziehen. Ich könnte mir vorstellen, dass dies auch kulturell bedingt sein kann. Nichtsdestotrotz hat mich dieser atmosphärische Krimi fasziniert und gut unterhalten. Der Titel des Buches ist etwas irreführend, da die Forensik nicht so sehr im Vordergrund steht, wie man das vermuten könnte. Eine Fortsetzung ist bei Suhrkamp in Vorbereitung und darauf bin ich schon sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 16.04.2022

Freundschaft, Lügen, Selbstfindung und die Liebe

Viele Träume führen ans Ziel
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Leni hat gerade ihr Abitur gemacht und soll wie auch ihre Eltern und ihr Bruder Juristin werden. Doch sie will nicht Jura studieren. Allerdings weiß sie auch nicht so recht, was sie denn mit ihrem Leben ...

Leni hat gerade ihr Abitur gemacht und soll wie auch ihre Eltern und ihr Bruder Juristin werden. Doch sie will nicht Jura studieren. Allerdings weiß sie auch nicht so recht, was sie denn mit ihrem Leben anfangen möchte. Unerwartet bekommt sie die Möglichkeit ein Praktikum bei den Bavaria Filmstudios in München zu absolvieren. Dort lernt die den Hauptdarsteller Jonas kennen, der auch so seine Probleme mit seinem Vater und seinem Leben hat. Gloria Trutnau hat authentische und sympathische Figuren erschaffen. Das Setting Bavaria Filmstudios ist sehr gut beschrieben.
Ein schöner und unterhaltsamer Roman, der von Freundschaften, Notlügen, Selbstfindung und der Liebe handelt.

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Veröffentlicht am 11.04.2022

Poetisch und wortgewaltig

Die Molche
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Volker Widmann nimmt uns mit in ein bayerisches Dorf im Nachkriegsdeutschland. Wir lernen den 11 Jahre alten Max kennen, der keinen Anschluss bei den anderen Kindern findet. Seine Familie ist erst später ...

Volker Widmann nimmt uns mit in ein bayerisches Dorf im Nachkriegsdeutschland. Wir lernen den 11 Jahre alten Max kennen, der keinen Anschluss bei den anderen Kindern findet. Seine Familie ist erst später in das Dorf gezogen und gehört daher nicht so richtig zur Dorfgemeinschaft. Max hat auch einen Bruder. Beide werden von einigen Jungen aus dem Dorf tyrannisiert. Eines Tages geschieht dabei ein schlimmes Unglück.
Max zieht sich daraufhin immer mehr zurück und sucht seinen Frieden in der Natur. Doch dann bekommt er unerwartete Unterstützung.
Das Kriegsgeschehen hängt nach wie vor über allem und allen, auch oder gerade weil niemand darüber sprechen will. Die Erwachsenen sind traumatisiert und leben in ihrer eigenen Welt, die teils aus Alkoholmissbrauch oder Brutalität besteht. Für die Kinder sind die Erwachsenen wie fremde Wesen, einfach unnahbar.
Wir erfahren sehr viel über Max Gedankengänge, die mir für einen 11 Jährigen allerdings viel zu reif waren. Der Autor hat einen wunderbaren Schreibstil, nur an den Stellen, an denen Max seine ersten sexuellen Erfahrungen macht, war die Sprache wie ein Bruch für mich und hat meinen Lesefluss gestört. Abgesehen davon begeistert mich die Sprache von Volker Widmann. Teilweise habe ich ganze Absätze mehrmals gelesen und mir die Worte quasi auf der Zunge zergehen lassen. Poetisch, kraftvoll und bildgewaltig. Ich konnte vor allem bei den Naturbeschreibungen alles vor meinen Augen sehen und den Wald, die Wiesen, die Sommerhitze riechen und spüren.
Wer weniger auf actionreiche Handlungen, sondern mehr auf eine außergewöhnlich schöne Sprache steht, der ist bei dem Roman ‚Die Molche‘ genau richtig.
Mich konnte der Autor mit seinem Schreibstil auf jeden Fall verzaubern.

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Veröffentlicht am 02.04.2022

Schön schaurig und morbide

Das Buch des Totengräbers (Die Totengräber-Serie 1)
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Leopold von Herzfeldt, aus Graz kommend, wird Inspektor in Wien. Er bringt neuartige Ermittlungsmethoden mit sich, wie Tatortfotografie, Beweismittel- und Spurensicherung. Wir schreiben das Jahr 1893 und ...

Leopold von Herzfeldt, aus Graz kommend, wird Inspektor in Wien. Er bringt neuartige Ermittlungsmethoden mit sich, wie Tatortfotografie, Beweismittel- und Spurensicherung. Wir schreiben das Jahr 1893 und die neuartigen Ermittlungsmethoden stoßen nicht nur auf Gegenliebe bei den Kollegen. Geht ein Serienmörder um in Wien? Mehrere Dienstmädchen werden ermordet und gepfählt. Zugleich macht ein weiterer vermeintlicher Selbstmord dem jungen Inspektor zu schaffen. Bei seinen Recherchen macht er die Bekanntschaft mit Augustin Rothmayer, seines Zeichens Totengräber vom Wiener Zentralfriedhof.
Oliver Pötzsch schreibt flüssig und hat interessante Figuren in seinem historischen Krimi erschaffen. Es ist auch ausreichend Wiener Lokalkolorit vorhanden und diese typisch morbide Atmosphäre ist gut eingefangen. Ein wirklich unterhaltsamer Krimi, leider war mir das Ende zu vorhersehbar. Trotz allem freue ich mich schon sehr auf Band 2, der bereits darauf wartet, gelesen zu werden.

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