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Veröffentlicht am 02.05.2022

Als Agatha Christie verschwand...

Mrs Agatha Christie
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Im Oktober 1912 lernt Agatha Miller bei einem großen Ball Lieutenant Archibald Christie kennen und ist sofort fasziniert. Der Lieutenant macht ihr schon bald seine Aufwartung, die beiden verlieben sich ...

Im Oktober 1912 lernt Agatha Miller bei einem großen Ball Lieutenant Archibald Christie kennen und ist sofort fasziniert. Der Lieutenant macht ihr schon bald seine Aufwartung, die beiden verlieben sich ineinander und heiraten. Mit seiner Unterstützung kann Agatha ihre Kreativität ausleben und sie beginnt Bücher zu schreiben. Jahre später verschwindet die mittlerweile bekannte Autorin Agatha Christie in der Nacht vom 3. Dezember 1926 spurlos. Elf Tage suchen die Polizei, ihre Familie und ihr Mann sie verzweifelt, bis sie aus dem Nichts wieder auftaucht. Erklärungen gibt Agatha Christie keine ab, die Wiederkehr ist genauso mysteriös, wie ihr Verschwinden.




Der Grundstein für diese Geschichte wird in einer wahren Begebenheit gelegt. Am 3. Dezember 1926 verschwindet die berühmte Autorin Agatha Christie nämlich für elf Tage. Hier wird also eine tatsächliche Sache mit einer fiktiven Geschichte verwoben. Man spürt, dass eine gute Recherchearbeit geleistet wurde. Die Suche wurde, soweit ich das beurteilen kann, mehr oder weniger authentisch beschrieben. So wird zum Beispiel ein See durchsucht oder ihr Führerschein taucht auf, etwas was sich auch in der Realität so ereignet hat. Für mich war neu, dass die Krimiautorin damals verschwand, und ich habe dank dieser Geschichte per Internet dies nachgelesen und erfahren. Ich mag das sehr gerne, wenn wahre Begebenheiten Aufnahme in einem fiktiven Roman finden. Hier kommt dazu, dass Marie Benedict mit der Story eine mögliche Erklärung für das Verschwinden, das heute immer noch im Dunklen liegt, geliefert hat. Noch dazu eine mehr als überzeugende Erklärung!


Die Geschichte ist in zwei Zeitebenen gegliedert. Abwechselnd handeln die Kapitel 1926, als Agatha Christie verschwindet. Und einmal um 1912, als sie ihren zukünftigen Mann Archie kennenlernt. Die Mischung empfand ich großartig. Kapitel, die ein Krimi und Kapitel, die nahe an einer Liebesgeschichte sind. Zudem erfährt man, wie Agatha Christie zum Schreiben kam und wie sie mit ihrer Schwester Madge eine Wette abgeschlossen hat, dass sie einen Krimi schreiben wird. Wie wir ja nun wissen, ist es bei weitem nicht bei einem Krimi geblieben.


Ganz wie gehabt, ist das Frauenbild der damaligen Zeit angepasst. So auch im Hause Christie. Archie ist das Oberhaupt, Agatha ordnet sich unter, vernachlässigt sogar ihre Tochter Rosalind, damit ihr Ehemann im Mittelpunkt steht. Agatha wurde, wie viele Frauen in den 20er Jahren, von ihrer Mutter auf die völlige Fokussierung auf ihren Ehemann, gedrillt.


Nach „Frau Einstein“ und „Lady Churchill ist das das dritte Buch rund um „starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte“ und mir gefällt die Idee, das Leben bekannter weiblicher Persönlichkeiten zu beleuchten, sehr gut. Hier in dem Buch über Agatha Christie spielt ihr Schaffen als eine der bekanntesten Krimiautorinnen eine Rolle. Man ist zum Beispiel hautnah an der Entstehung der Figur Hercule Poirot dabei. Das Privatleben neben der Arbeit an ihren Büchern wird jedoch vermehrt in den Mittelpunkt gerückt. Einiges davon biografisch, einiges fiktiv.

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Veröffentlicht am 28.04.2022

Thema lässt nicht kalt...

Kaltherz
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Ein Ausflug an den Feringasee soll es werden, als Clara mit ihrer 5 Jahre alten Tochter dort auf dem Parkplatz das Auto abstellt. Clara findet nach einem kurzen Besuch in dem Toilettenhäuschen das Auto ...

Ein Ausflug an den Feringasee soll es werden, als Clara mit ihrer 5 Jahre alten Tochter dort auf dem Parkplatz das Auto abstellt. Clara findet nach einem kurzen Besuch in dem Toilettenhäuschen das Auto leer vor. Von ihrer Tochter Marie fehlt seither jede Spur. Viereinhalb Monate sind vergangen und Clara Lipmann am Ende ihrer Kräfte. Ein Hoffnungsschimmer für die verzweifelten Eltern ist da Kommissarin Kim Lansky, die neu in der Vermisstenabteilung der Kripo München arbeitet. Kann die engagierte Beamtin eine neue Spur aufdecken?





Ein Thriller mit einem Thema, das wohl niemanden kaltlässt. Ein kleines Kind verschwindet in Obhut seiner Mutter. Ein kurzer Augenblick der Unachtsamkeit und das Leben ist für die Eltern nicht mehr, wie es war. Die Verzweiflung der Mutter ist sehr authentisch skizziert. Gut getroffen sind auch die unterschiedlichen Gefühle von Mutter Clara und Vater Jakob im Hinblick auf den enormen Verlust. Die Schuldgefühle, die die Mutter empfindet und die offenen und unterschwelligen Schuldzuweisungen des Vaters haben mich berührt.

Die verschiedensten Spuren werden vom Autor geschickt gelegt. Denn man fragt sich, was mit der kleinen Marie geschehen ist. Eine überraschende Wendung, als ich schon dachte, zu wissen, wer in der Entführung federführend war, hat mich nicht nur überrascht, sondern auch diesen WoW Effekt, den ich in Büchern mit Ermittlungen so mag, eingestellt.



In der Figur der Ermittlerin Kim Lansky hält eine schillernde und witzige Kommissarin das Zepter in der Hand. Sie ist sehr kompetent, geht aber auch unkonventionelle Wege und zündet das Feuer der Hoffnung für die Eltern. Clever, wie die Kommissarin Ermittlungsergebnisse erzielt. Noch cleverer, wie der Autor diese gestrickt hat.

Mich haben einzelne Szenen und Dialoge zwischen Lansky und ihrem Vorgesetzten Kriminalhauptkommissar Theo Rizzi schmunzeln lassen. Es gibt da eine Szene, in der die beiden eine Observierung durchführen und ein Pärchen sich ihrem Auto nähert…da habe ich laut gelacht, so gut ist die Szene geschrieben. Etwas weniger unterhaltsam empfand ich Erklärungen und ausschweifende Gespräche zu der Firma ComCoin, in der Maries Vater arbeitet. Da hätte für meinen Geschmack sehr gekürzt werden dürfen.

Gefallen hat mir, dass Henri Faber in abwechselnden Kapiteln die wichtigsten Bezugspersonen, die Ermittlerin, sowie die entführte Marie zu Wort kommen lässt. In den Kapiteln in Ich Perspektive von Marie wurden nicht nur der Schreibstil angepasst und wirkt so, wie eine 5-Jährige denkt und spricht. Sie sind auch äusserst aufschlussreich beim Rätseln um die Identität der Täter.

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Veröffentlicht am 21.04.2022

Humorvoll und leicht überzeichnet!

Mach mir den Garten, Liebling!
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Luisa Fröhlich geht ganz in ihrem Job auf, denn sie möchte stellvertretende Geschäftsführerin werden. Die Firma Great Fun Connection, die Geschenkartikel herstellt, könnte frischen Wind gut gebrauchen. ...

Luisa Fröhlich geht ganz in ihrem Job auf, denn sie möchte stellvertretende Geschäftsführerin werden. Die Firma Great Fun Connection, die Geschenkartikel herstellt, könnte frischen Wind gut gebrauchen. Das jetzige Team ist eine Katastrophe und Luisa setzt alles daran, als Chefin dringend notwendige Veränderungen einzuführen. Doch als sie bei der Beförderung übergangen wird, erkennt sie frustriert, dass sie zugunsten der Karriere ihr ganzes Privatleben geopfert hat. Und dann ist da auch noch der Schrebergarten von Tante Ruth, um den sich Luisa kümmern sollte. Den hat Luisa nicht nur vernachlässigt, dieser Garten wächst ihr komplett über den Kopf.




Ellen Berg ist ein Garant für humorvolle Geschichten mit gut charakterisierten Figuren und einer Handlung, die immer ein Quäntchen Nachdenklichkeit mit sich bringt. Die Frage, ob das Leben denn nur aus Karriere und Arbeit besteht, zeigt die Autorin am Beispiel von Luisa Fröhlich eindrücklich. Dazu kommt, dass Luisa in einem Team arbeitet, in dem jede und jeder dem anderen absolut nichts gönnt. Offene und versteckte Mobbingattacken sind an der Tagesordnung.

Dies wirkt oft etwas überspitzt, verfehlt jedoch nicht seine Wirkung, bei der sich Luisa plötzlich fragt, ob das denn alles im Leben gewesen sein soll? Mich haben all die Spitzen, Beleidigungen und Frechheiten doch sehr heruntergezogen.

Anders dann im lauschigen Garten ihrer Tante Ruth. Da habe ich mich sofort wohlgefühlt, auch wenn er zu Beginn doch sehr vernachlässigt ist. Der Schrebergarten im Kleingartenverein Sonnenschein zeigt Luisa, was wirklich wichtig ist im Leben. Sich Zeit nehmen und den Blumen beim Wachsen und Gedeihen zusehen, dabei die Seele baumeln lassen und Bekanntschaften auch außerhalb des Jobs zu schließen. Herzerwärmend sind die Arbeiten und Bekanntschaften rund um die Gartenlaube beschrieben.

Denn Ellen Berg versteht es, schöne Passagen einzubringen. Sätze wie dieser von Seite 30 : „ ...als hätte jemand in ihrem Herzen die Möbel umgestellt. Plötzlich gab es viel Platz zum Tanzen."

Mich hat einmal mehr Ellen Berg mit einem ihrer Romane aus einer Mischung aus Humor, tiefergehende Themen und einer Prise Liebe gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 19.04.2022

Heitere Lesestunden garantiert!

Dein Flüstern im Meereswind
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Die beiden Freundinnen Marie und Caro haben richtig Erfolg mit ihrem Lädchen auf Hiddensee. Caro ist Juristin, ihr Herz schlägt jedoch für Bücher und Marie ist gelernte Floristin. Zusammen verkaufen sie ...

Die beiden Freundinnen Marie und Caro haben richtig Erfolg mit ihrem Lädchen auf Hiddensee. Caro ist Juristin, ihr Herz schlägt jedoch für Bücher und Marie ist gelernte Floristin. Zusammen verkaufen sie Bücher und Blumen in ihrem "Traumschlösschen". Die Kunden kommen sogar von Rügen, um bei ihnen einzukaufen. Marie steht kurz vor der Hochzeit mit ihrem Freund Ole, bei Caro will es nicht so ganz klappen mit der Liebe. Ihrer Mutter, die penetrant immer wieder nachfragt und sich in Caros Leben einmischt, zaubert Caro einen Verlobten aus dem Ärmel. Der Schreck ist groß, als Frau Baumgartner sich zum Besuch anmeldet,…denn woher soll Caro auf die Schnelle einen passenden Mann hernehmen?





„Dein Flüstern im Meereswind“ ist eines dieser Inselbücher, die mir heitere Lesestunden beschert haben. Es geschieht immer etwas. Die Handlung wirkt lebendig, wenn auch vorhersehbar. Damit hat man hier eines dieser Bücher, mit dem man, ohne viel zu überlegen, lesend ausspannen kann.

Dazu kommt ganz viel Inselflair, denn die kleine Insel Hiddensee wurde von der Autorin malerisch beschrieben. Man fühlt sich lesend wohl auf der kleinen Ostseeinsel und wird kulinarisch, leider auch nur lesend, mit allerhand Gebäck versorgt. Vor allem die beliebte Zutat Sanddorn, mit der Maries Großmutter mit Vorliebe backt, ist Beigabe für viele Leckereien. Eine kleine Auswahl an Rezepten ist dann auch ganz am Schluss des Buches eingefügt.

So viel zu Inselfeeling und Kulinarik!

Die Liebe, die Caro sehnlichst ersehnt, überfällt sie dann auch ziemlich plötzlich und ist mein Kritikpunkt. Denn die Figur Hannes, der ihr aus der Patsche hilft, konnte mich nicht überzeugen. Beim ersten Zusammentreffen ist er wortkarg und unbeholfen. Ein paar Seiten weiter hat sich der einsilbige und linkische Nerd in einen attraktiven und liebevollen Mann verwandelt. Das war mir dann doch zu weit hergeholt und nicht überzeugend. Eine fast ebenso unglaubliche Wandlung macht Caros Mutter durch. Vom rechthaberischen, bitterbösen und notorisch unzufriedenen Drachen wird sie zu einer mitfühlenden, emphatischen und helfenden Frau.



Handelt der vordere Band „Wie das Leuchten von Bernstein“ hauptsächlich von Marie, steht nun Caro im Mittelpunkt. Beide Geschichten sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden.

Nele Blum ist das Pseudonym der Autorin Mila Summers und mir hat ihr Schreibstil gut gefallen. Einfach gehalten, locker und flüssig zu lesen, habe ich mich gut unterhalten gefühlt.

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Veröffentlicht am 18.04.2022

Brutal!

Nadelherz
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Mit einem Campingwochenende will Jasmin Harms ihre beste Freundin Tessa Martens von ihrem Liebeskummer ablenken. Sie schlagen ihr Zelt in der Nähe der schwäbischen Alp auf. Die beiden werden nachts aus ...

Mit einem Campingwochenende will Jasmin Harms ihre beste Freundin Tessa Martens von ihrem Liebeskummer ablenken. Sie schlagen ihr Zelt in der Nähe der schwäbischen Alp auf. Die beiden werden nachts aus ihrem Zelt verschleppt und verbringen anschliessend über ein Jahr in Gefangenschaft. Tessa kann befreit werden, nachdem ein Pärchen auf einer Wanderung sie in dem abgelegenen Haus entdeckt. Jasmin wird bei der Befreiung getötet und von nun an ist das Leben für Tessa nicht mehr wie vorher. Als Tessa auch noch ein menschliches Herz per Paketpost zugestellt bekommt, alarmiert sie die Mannheimer Kripo. Die steht vor einem Rätsel, denn kurz darauf wird auch noch eine Frau brutal hingerichtet.



„Nadelherz“ ist der dritte Band aus der Feder von Julia Corbin rund um die Mannheimer Kripo. Die ersten beiden Teile habe ich nicht gelesen und kann bestätigen, dass dieser dritte Band auch ohne Vorwissen gelesen werden kann. Wichtiges wird wiederholt und vieles konnte ich mir zusammenreimen. Zu Beginn ist ein Personenglossar der Mannheimer Kripo beigefügt und ich habe öfters zurückgeblättert, um die Ermittler einsortieren zu können.

Mich hat dieses Buch neugierig auf die ersten beiden Bände gemacht. Denn die Protagonistin Alexis Hall, die die Leitung des Falles „Nadelherz“ innehat, finde ich eine äusserst spannende Figur. Sie ist nämlich bei Pflegeeltern aufgewachsen, da ihre Eltern verurteilte Serientäter sind.


Die Geschichte verbindet die grausige Tat an den beiden jungen Frauen mit dem aktuellen und nicht minder grausigen Fall in der Gegenwart. Eklig, abstossend und detailliert wird die Gefangenschaft der beiden Frauen beschrieben. Hier hat die Autorin schonungslos jede Quälerei und jede Verletzung beschrieben. In der Gegenwart empfand ich vor allem die Untersuchungen am zugesandten Herz und einem Opfer als haarsträubend. Da erfährt man zum Beispiel, warum eine Leiche leuchtet oder wann Schädlinge sich daran gütlich tun. In der Figur von der Kriminalbiologin Karen Hellstern werden Tote in den verschiedensten Stadien beschrieben. Dies oft meiner Meinung nach zu ausschweifend und wissenschaftlich/biologisch.


Ich fand die Idee ein ehemaliges Opfer noch mal in einen neuen Fall hineinzuziehen spannend. Durchwegs habe ich mich gefragt, wer es denn auf Tessa Martens abgesehen hat? Ein Nachahmungstäter? Ein Angehöriger ihrer verstorbenen Freundin? Oder jemand, der in den damaligen Fall durch die Ermittlungen involviert war? Diese Frage fand ich sehr spannend und ich habe gespannt auf die Auflösung gewartet. Die schlüssig und für mich sehr überraschend war!

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