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Veröffentlicht am 26.04.2022

Ein absolutes Highlight und Herzensbuch für mich!

Amelia. Alle Seiten des Lebens
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Als man mir im vergangenen Jahr das neue Frühjahrsprogramm des Arctis Verlags vorstellte, wusste ich augenblicklich, dass ich „Amelia. Alle Seiten des Lebens“ unbedingt lesen muss. Der Klappentext klang ...

Als man mir im vergangenen Jahr das neue Frühjahrsprogramm des Arctis Verlags vorstellte, wusste ich augenblicklich, dass ich „Amelia. Alle Seiten des Lebens“ unbedingt lesen muss. Der Klappentext klang einfach so, so gut und in das bezaubernd hübsche Cover habe ich mich auf den ersten Blick verliebt. Ich ließ das Debüt von Ashley Schumacher also nur zu gerne bei mir einziehen.

Die 18-jährige Amelia Griffin ist ein absoluter Bücherwurm. Eine Buchreihe liebt sie ganz besonders: Die Chroniken von Orman, geschrieben von dem jungen und sehr zurückgezogen lebenden N. E. Endsley. Diesen Büchern hat sie es zu verdanken, dass sie sich mit Jenna angefreundet hat, nachdem ihr Vater sie und ihre Mutter verlassen hat. Die beiden Mädchen werden im Nu allerbeste Freundinnen und teilen alles miteinander. Nach ihrer Schulzeit wollten sie gemeinsam aufs College gehen, doch dann soll alles ganz anders kommen. Jenna stirbt bei einem tragischen Unfall und Amelia beginnt alles, was sie für die Zukunft geplant hatten, in Frage zu stellen. Als sie eines Tages plötzlich ein rätselhaftes Päckchen erreicht, in welchem sich eine seltene Ausgabe der Orman-Chroniken befindet, begibt sich Amelia auf eine alles verändernde Suche nach Antworten. Wer hat ihr das Buch zugeschickt? War es Jenna? In einem Buchladen in Michigan wird sie auf den geheimnisvollen Nolan treffen – der Autor ihrer Lieblingsbuchreihe. Dank ihm wird sie schließlich erkennen, dass es niemals zu spät ist, um ein neues Kapitel im Leben aufzuschlagen.

Es gibt diese Bücher, bei denen man einfach schon nach wenigen Zeilen weiß, dass man sie lieben wird. „Amelia. Alle Seiten des Lebens“ war so ein Buch für mich. Wobei – eigentlich war mir sogar schon damals, als ich zum ersten Mal von Ashley Schumachers Erstlingswerk hörte, sofort klar, dass es mich komplett verzaubern wird. Und tja, wie gesagt, dem war dann auch so. Ich hoffe nun sehr, dass ich hier in meiner Rezension die richtigen Worte finden werde, um deutlich zu machen, warum mich dieses Buch so dermaßen beeindruckt, berührt und gefesselt hat.

Mich hat die Geschichte von der ersten Seite an packen und begeistern können. Von dem Schreibstil war ich sofort ganz hingerissen, er ist ausdrucksstark und gefühlvoll und steckt voller Poesie und Tiefe. Irgendwie kann ich es kaum glauben, dass es sich bei „Amelia“ tatsächlich um das erste Werk der Autorin handelt. Natürlich trägt auch die hervorragende Übersetzungsarbeit von Barbara König dazu bei, dass sich das Buch so gut liest, aber dass in Ashley Schumacher ein großes Talent schlummert und sie ein besonderes Gespür für die Schönheit der Sprache besitzt, ist dennoch mehr als offensichtlich.

Mit den Charakteren hat mich die Autorin ebenfalls gänzlich überzeugen können. Sie wurden vielschichtig und glaubhaft ausgearbeitet, alle besitzen sie ihre Ecken, Kanten und Besonderheiten, was sie so herrlich echt erscheinen wird. Ich gehe fest davon aus, dass mir die Figuren in diesem Buch eine lange Zeit im Gedächtnis bleiben werden, sie sind einfach allesamt einzigartig. Amelia, Nolan, Jenna, Val, Alex, Wally – ich habe sie alle wahnsinnig liebgewonnen.

Besonders fest in mein Herz geschlossen habe ich Amelia, unsere 18-jährige Hauptprotagonistin und Ich-Erzählerin. Mit ihr habe ich mich vom allerersten Moment an richtig verbunden gefühlt, es war irgendwie fast schon unheimlich, wie gut ich mich in ihr wiederfinden und in sie hineinversetzen konnte. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass es jedem anderen genauso ergehen wird wie mir. Mit Amelia hat die Autorin eine Romanheldin erschaffen, die man als Leserin einfach sofort gernhaben muss und zu der man von Anfang an eine starke Bindung aufbaut. Allein schon, dass sie Bücher und das Lesen so sehr liebt, macht sie einem ungeheuer sympathisch. Amelia besitzt aber natürlich noch viele andere tolle und faszinierende Eigenschaften. Sie ist liebenswert, authentisch, fantasievoll und klug, sie denkt viel nach und lässt Wale am Himmel schwimmen (was es mit den Walen auf sich hat, werde ich euch hier nicht erzählen, das müsst ihr schon selbst herausfinden) – also ich fand Amelia einfach nur großartig und habe sie nur zu gerne auf ihrer Suche nach Antworten und ihrer Reise zu sich selbst begleitet.

Eine weitere ausgesprochen interessante und spannende Persönlichkeit ist Nolan, der Autor von Amelias Lieblingsbuchreihe: Die Chroniken von Orman. Die Beschreibungen über ihn sind zunächst äußerst vage, sodass ihn anfangs etwas sehr Geheimnisvolles umgibt und man einfach nur noch schleunigst weiterzulesen möchte, um endlich mehr über diesen berühmten und mysteriösen Schriftsteller zu erfahren. Als wir schließlich mit Amelia auf ihn treffen, zeigt sich Nolan erst ziemlich unnahbar und verschlossen. Nach und nach lässt er uns aber hinter seine Fassade blicken, sodass wir den wahren Nolan kennenlernen dürfen, der in Wirklichkeit ein total lieber, einfühlsamer, humorvoller und kreativer junger Mann ist. Da aber auch er, wie Amelia, einen schweren Schicksalsschlag erlitten hat und viel Schmerz und Leid in sich trägt, versteckt er sich stets hinter einer Mauer, um sich selbst zu schützen.

Zusammen mit Amelia und Nolan erlebt man als Leser
in eine höchst emotionale Zeit voller herzzerreißender, ergreifender, lustiger und wunderschöner Momente. Ich habe an vielen Stellen zutiefst mit den beiden mitgefühlt und mitgelitten und ihren Schmerz nur zu deutlich spüren können. Ich habe aber auch sehr oft mit den beiden gelacht und geschmunzelt und jeden einzelnen gemeinsamen Augenblick der beiden, ihre langsame Annäherung und ihre Gespräche, einfach nur zutiefst genossen.

Also in meinen Augen hat Ashley Schumacher die schwierigen Themen Tod und Trauerbewältigung rundum gelungen verpackt. Die Story strahlt trotz all ihrer Tragik und Traurigkeit auch ganz viel Licht und Hoffnung aus, und da sie uns in Vals traumhafte Buchhandlung mitnimmt, verzaubert sie uns auch mit einer wohligen, buchigen Atmosphäre. Die Kulisse habe ich richtig geliebt, ich wäre beim Lesen nur zu gerne in das Buch hineingekrochen, um in Vals Buchladen selbst mal ausgiebig zu stöbern.
Klasse fand ich auch, dass wir einige Textauszüge aus den Orman-Chroniken zu lesen bekommen. Diese Passagen verleihen der Geschichte etwas Magisches und machen sie nur noch außergewöhnlicher und wundervoller.

Fazit: Ashley Schumacher hat mir mit ihrem Debütroman ein absolutes Highlight und neues Herzensbuch bescheren können. Ich liebe dieses Buch, das eine so schmerzlich-schöne und berührende Geschichte über Trauer, Verlust, dem Erwachsenwerden und Freundschaft erzählt und eine Liebeserklärung an die Welt der Bücher und das Lesen ist.
Lauter zauberhafte Charaktere, die man so schnell nicht wieder vergisst; eine malerische, poetische Sprache; eine zarte Liebesgeschichte; ganz viel wunderbare Buchladenatmosphäre; jede Menge Emotionen und Tiefgang – all das und noch mehr erwartet euch hier. Ich kann nur sagen: Unbedingt lesen! Ich kann euch dieses Buch wirklich nur ans Herz legen, mich hat es tief bewegt, durchweg mitgerissen und einfach nicht mehr nicht losgelassen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 21.04.2022

Eine zauberhafte Fortsetzung!

Ein Fuchs für Tomti
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Was war meine Freude groß als ich hörte, dass es dieses Frühjahr endlich mit Tomti weitergehen wird. Den ersten Band fand ich einfach nur bezaubernd. Die Fortsetzung musste ich mir daher natürlich unbedingt ...

Was war meine Freude groß als ich hörte, dass es dieses Frühjahr endlich mit Tomti weitergehen wird. Den ersten Band fand ich einfach nur bezaubernd. Die Fortsetzung musste ich mir daher natürlich unbedingt zulegen.

Als Maja, Fini und Konrad ihrem Baumgeist-Freund Tomti mal wieder einen Besuch abstatten, finden sie einen kleinen Fuchs, der seine Mutter verloren hat. Alleine ist er ist jedoch nicht: Das Wildkind Liska passt auf das kleine Kerlchen auf. Sie ist zunächst überhaupt nicht begeistert von Tomti, erklärt sich aber schließlich doch noch dazu bereit, sich gemeinsam mit ihnen auf die Suche nach der Fuchsmutter zu machen. Ob sie sie wohl finden werden? Ein aufregendes Abenteuer beginnt...

Den ersten Band hatte ich vor über zweieinhalb Jahren gelesen, was nun also schon wieder ein kleines Weilchen her ist. An die Geschehnisse habe ich mich aber dennoch noch ziemlich gut erinnern können, sodass ich mühelos in die Fortsetzung hineingefunden habe. Es wäre allerdings vermutlich auch kein Problem gewesen, wenn mir die Handlung nicht mehr so präsent gewesen wäre. Die Bände bauen zwar aufeinander auf, aber da uns zu Beginn alle wichtigen Figuren kurz noch einmal vorgestellt werden und es einige Rückblicke zum Vorgänger gibt, ist es meinem Empfinden nach nicht zwingend erforderlich, die Bücher in der chronologischen Reihenfolge zu lesen. Ich würde jedoch trotzdem sehr raten, besser mit Band 1 zu starten; das Lesevergnügen ist dann einfach um einiges höher.

Was mein Leseerlebnis angeht, kann ich nur sagen, dass ich mich eindeutig zurecht so sehr auf mein Wiedersehen mit Tomti und Co. gefreut habe. In meinen Augen hat Nina Blazon mit „Ein Fuchs für Tomti“ einen wunderbaren Folgeband geschrieben, der seinem Vorgänger in nichts nachsteht. Auch „Ein Fuchs für Tomti“ erzählt eine herzerwärmende und lehrhafte Geschichte über Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt, Wildtiere und Natur und steckt voller Spannung, Spaß und Fantasie. Also meine Erwartungen konnten definitiv vollkommen erfüllt werden; die Mischung aus abenteuerlich und informativ ist der Nina Blazon einfach mal wieder hervorragend gelungen.

Beginnen tut die Geschichte auch dieses Mal zu Hause bei der Familie Lindemann. Die Eltern und die beiden Schwestern Maja und Fini sitzen gerade am Frühstückstisch, nur irgendwie ist Fini anders als sonst. Sie ist überhaupt nicht morgenmuffelig, sondern richtig aufgekratzt und gut gelaunt. Zum Glück werden wir nicht lange auf die Folter gespannt, was der Grund für Finis sonderbares Benehmen ist: Majas kleine Schwester hat einen neuen Freund und wie Tomti, Maja, Fini und Majas bester Kumpel Konrad, so war mir auch Finis neue Bekanntschaft auf Anhieb sympathisch. Tomti aber, so viel sei schon mal verraten, ist zunächst nicht allzu begeistert und reagiert ziemlich eifersüchtig. Ich musste stellenweise sehr über Tomti und sein leicht brummeliges Verhalten schmunzeln und fand es richtig schön zu sehen, wie er seine Eifersucht schließlich noch überwindet. Tomti ist einfach ein so lieber Kerl, ich habe ihn schon längst fest in mein Herz geschlossen. Mit ihm hat Nina Blazon eine einzigartige Buchfigur erschaffen, mit der wir hoffentlich noch so einige weitere aufregende Abenteuer erleben werden.

Neben Tomti wurden auch die weiteren Charaktere mit viel Liebe ausgearbeitet und besitzen ihre Eigenschaften und Besonderheiten. Ob bekannte Gesichter wie Maja, Fini oder Konrad, oder Neulinge wie das temperamentvolle Wildmädchen Liska - ich mochte sie alle richtig gerne.

Sehr gut gefallen hat mir auch wieder die Einbindung von Informationen rundum um die Natur und verschiedene Tierarten. Während allerdings im ersten Band der Fokus auf Bäumen und Pflanzen lag, geht es dieses Mal über unsere heimische Tierwelt. Vor allem über Füchse erfahren wir eine Menge, aber auch über andere Wildtiere wird viel berichtet, wie zum Beispiel über Waschbären und Marder.

Die Altersempfehlung vonseiten des Verlags liegt bei ab 8 Jahren und dem schließe ich mich abermals an. Wer schon geübter im Lesen ist, sollte bei der Tomti-Reihe meiner Ansicht nach keine Schwierigkeiten mit dem Selberlesen haben. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, die Schrift ist angenehm groß, die vielen Kapitel sind sehr kurz gehalten und es gibt zahlreiche Bilder, die den Textfluss auflockern. Zum Vorlesen ab 6 Jahren bieten sich beide Bände aber auch prima an, die Tomti-Erzählungen sind einfach die idealen Vorlesebücher.

Illustriert wurde auch dieser Band von Karin Lindermann. Sie hat die Geschichte mit vielen unterschiedlich großen, farbigen Illustrationen versehen, die allesamt perfekt zum Geschehen im Text harmonieren, total süß gezeichnet sind und eine wundervolle Atmosphäre schaffen.

Bezüglich der Handlung möchte ich dann auch gar nicht mehr groß ins Detail gehen. Für mich, als Erwachsene, kam jedenfalls an keiner Stelle Langeweile auf. Ich habe das Buch quasi in einem Rutsch durchgelesen und hatte einfach nur super viel Spaß dabei.

Enden tut die Geschichte in sich abgeschlossen, aber Potenzial für eine weitere Fortsetzung ist definitiv vorhanden. Also ich hoffe sehr, dass es auch noch einen dritten Band geben wird, ich mag mich von Tomti und den weiteren liebenswerten Charakteren einfach noch nicht verabschieden.

Hinten im Buch gibt es dann noch einen liebevoll gestalteten Anhang, in welchem sich unter anderem „Finis kleine Wildtierschule“ und „Majas kleine Baumschule“ befinden und in dem uns in Form von kleinen Bildern und kurzen und einfach formulierten Texten viele interessante Dinge über verschiedene Tier- und Baumarten nähergebracht werden.

Fazit: Mit „Ein Fuchs für Tomti“ ist Nina Blazon ein rundum gelungener Folgeband geglückt, der genauso schön und zauberhaft ist wie sein Vorgänger. Auch das zweite Abenteuer von Tomti und seinen Freunden vermittelt auf eine fantasievolle und unterhaltsame Art und Weise eine Menge tolles Wissen über Wildtiere und die Natur und ist spannend und lehrreich zugleich. Mir hat es unheimlich viel Freude bereitet, in das Buch einzutauchen und mich beim Lesen von der warmherzigen Geschichte und den vielen bunten, wunderhübschen Illustrationen verzaubern zu lassen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 16.04.2022

Einfühlsam, tiefgründig, mitreißend, witzig, wunderschön!

Sommerwind in der Mähne
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Die Bücher von der Mina Teichert lese ich immer wahnsinnig gerne – vor allem ihre Pferderomane liebe ich sehr. Meine Freude war daher groß als ich hörte, dass dieses Frühjahr ein neuer Pferdeschmöker ...

Die Bücher von der Mina Teichert lese ich immer wahnsinnig gerne – vor allem ihre Pferderomane liebe ich sehr. Meine Freude war daher groß als ich hörte, dass dieses Frühjahr ein neuer Pferdeschmöker von ihr erscheinen wird. Das Buch war natürlich ein absolutes Muss für mich!

Die 15-jährige Enola hat einen tragischen Reitunfall hinter sich und hat seitdem nicht nur mit einer schweren Knieverletzung zu kämpfen, sondern auch mit großen Schuldgefühlen und Selbstzweifeln. Ihre Eltern fassen schließlich den Entschluss, ihre Tochter über den Sommer nach Schottland zu ihrer Tante Hillary zu schicken, in der Hoffnung, dass es ihr dort gelingen wird, den Verlust und das Geschehene zu verarbeiten. Doch auch der idyllisch gelegene Shetlandponyhof der Tante, die schottische Landschaft und süßen kleinen Shettys schaffen es nicht, Enola aus ihrer Melancholie herauszuholen. Doch dann stößt sie auf das alte Tagebuch eines Jungen namens Georgie, der in den 30er Jahren gemeinsam mit seinem Pit-Pony Lucky in den Kohleminen verschüttet wurde und der trotz der schlimmen Situation, in der er sich befand, niemals den Mut verloren hat. Die Einträge von Georgie bewegen etwas in Enola. Als sie dann auch noch mit den Nachbarskinder Effie und Finley Freundschaft schließt und viel Zeit mit ihnen verbringt, beginnt sie wieder Hoffnung zu schöpfen. Ob sie in Schottland vielleicht doch noch aus ihrer Trauer herausfinden wird?

Mich hat bisher noch kein Buch von Mina Teichert enttäuschen können. An ihr neues Werk aus dem Ueberreuter Verlag bin ich daher natürlich mit ziemlich hohen Erwartungen herangegangen und um es kurz zu machen: Sie konnten gänzlich erfüllt werden.
Mir hat das Buch genau das beschert, was ich mir erhofft habe: Eine gefühlvolle, mitreißende und sommerliche Geschichte mit Tiefgang, die einen tief berührt, zugleich aber auch bestens unterhält und die so viel mehr ist als nur ein Pferderoman. Natürlich spielen Pferde eine große Rolle – Cover, Titel und Klappentext versprechen da eindeutig nicht zu viel – aber die Story handelt auch noch von vielen anderen tollen und wichtigen Dingen wie Trauer, Schicksalsschläge, Selbstfindung, das Hinauswachsen über sich selbst, Liebe, Freundschaft und Vertrauen. Ich kann das Buch daher auch deutlich weniger pferdeverrückten Leserinnen nur ans Herz legen, sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen.

Mich hat die Handlung von den ersten Seiten an in ihren Bann ziehen und begeistern können. Mina Teicherts lockerer und spritziger Schreibstil gefiel mir mal wieder auf Anhieb – für mich hat er sich erneut superangenehm lesen lassen – und von dem Setting war ich ebenfalls sofort ganz angetan. Schottland zählt schon seit langem zu meinen liebsten Schauplätzen in Büchern. Mich hat es daher sehr gefreut, dass uns Mina Teichert dieses Mal dorthin mitnimmt und durchweg mit einer wunderbaren Schottland-Atmosphäre verzaubert.
Auch unsere 15-jährige Protagonistin und Ich-Erzählerin Enola mochte ich vom ersten Moment an. Mit Enola hat die Autorin eine starke und sympathische Hauptfigur erschaffen, die jederzeit völlig authentisch wirkt und der man sich dank der gewählten Erzählform und empathischen Darstellungsweise ihres Seelenlebens beim Lesen extrem nahe fühlt. Auch ich, als Erwachsene, habe mich unheimlich gut in Enola hineinversetzen und ihren Schmerz nur zu deutlich spüren können.

Als Leser
in wird einem gleich zu Beginn klar, dass Enola gerade eine verdammt harte Zeit durchmacht und ihren schlimmen Unfall und Verlust noch längst nicht verarbeitet hat. Ich habe zutiefst mit unserer Protagonistin mitgefühlt und mitgelitten, aber keine Sorge, zu bedrückend wird die Handlung nicht. Mina Teichert ist es in meinen Augen hervorragend gelungen, eine schwere Thematik altersgerecht zu verpacken. Enolas Trauerbewältigung wird mit viel Feingefühl und der genau richtigen Portion Leichtigkeit beschrieben und da uns die Geschichte zudem auch viele lustige und heitere Augenblicke beschert, ist das Buch trotz der schwierigen Themen ein echter Wohlfühlroman. Dennoch muss ich sagen, dass ich mit der Altersangabe ein kleines bisschen hadere. Für manche 10-jährige Leserinnen könnte die Story trotz allem vielleicht dann doch etwas zu ernst und emotional sein und da Enola überdies bereits 15 Jahre alt ist, würde ich persönlich „Sommerwind in der Mähne“ eher ab 12 Jahren empfehlen.

Mit den Nebenfiguren hat mich Mina Teichert ebenfalls komplett überzeugen können. Sie wurden allesamt liebevoll und glaubhaft skizziert und besitzen ihre Eigenschaften und Besonderheiten. Da hätten wir zum Beispiel Enolas herzensgute Tante Hillary, die ich richtig liebgewonnen habe, und die beiden Geschwister Effie und Finley, mit denen sich unsere Romanheldin innerhalb kurzer Zeit anfreunden wird und die sich sofort in mein Herz geschlichen haben. Vor allem Effie fand ich klasse. Sie ist so herrlich aufgeweckt und witzig drauf, ich habe mich stellenweise köstlich über ihre schräge Art amüsiert.
Bestens unterhalten haben mich auch zwei tierische Charaktere: Tante Hillarys verrückter Kater Dobby und ihr kleiner Shetty-Wallach Pitty. Die zwei sind ebenfalls einfach nur einmalig, ich musste ständig über die beiden schmunzeln. Für das Erschaffen von zauberhaften und unvergesslichen Figuren hat die Mina Teichert zweifellos ein wahres Händchen, mit diesem Aspekt kann sie mich jedes Mal aufs Neue begeistern.

Sehr gut gefallen haben mir auch die vielen berührenden Tagebucheinträge des Jungen Georgie, die uns in die 30er Jahre mitnehmen. Wie die vorherigen Pferderomane der Autorin, so enthält also auch „Sommerwind in der Mähne“ zwei verschiedene Erzählperspektiven, was schriftlich prima gekennzeichnet wurde. Ich mochte diesen Mix aus Gegenwart und Vergangenheit abermals total gerne, sie gestalten das Leseerlebnis nur noch spannender und machen die Pferdebücher von Mina Teichert zu etwas ganz Besonderem.

Für mich kam beim Lesen an keiner Stelle Langeweile auf. Mich hat die Handlung durchgehend packen können, vor allem zum Ende hin habe ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen können, da mich die dramatischen Geschehnisse so sehr gefesselt haben.
Das Ende hat mich ebenfalls zufriedenstellen können. Es ist bewegend und wunderschön und da keine Fragen offenbleiben, gehe ich davon aus, dass es sich auch bei „Sommerwind in der Mähne“ um einen Einzelband handelt. Potenzial für einen zweiten Teil wäre zwar durchaus vorhanden, aber da bisher alle Ueberreuter-Pferdebücher von Mina Teichert alleinstehende Werke waren, rechne ich auch hier mit keiner Fortsetzung. Aber wer weiß, vielleicht irre ich mich ja auch. Lassen wir uns einfach überraschen.

Fazit: Einfühlsam, tiefgründig, unterhaltsam. Eine wundervolle Geschichte, die bewegt, mitreißt und nicht mehr loslässt.
Die deutsche Autorin Mina Teichert hat mit „Sommerwind in der Mähne“ einen weiteren tollen Roman für Leser
innen ab 10 Jahren geschrieben, in dem so viel mehr steckt als nur eine typische Pferdegeschichte. Das Buch enthält einfach die perfekte Mischung aus Pferde, Sommer und Abenteuer und ist trotz der ernsten Themen eine richtige Wohlfühllektüre mit vielen Schmunzelmomenten. Ich habe großartige Lesestunden mit dem Buch verbracht und vergebe sehr gerne 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 15.04.2022

Zauberhaft schön!

Annes turbulente erste Schultage
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Was war meine Freude groß als ich erfuhr, dass dieses Frühjahr endlich ein weiterer Band der Vorlesebuch-Reihe zu Lucy Maud Montgomerys Kinderbuch-Klassiker „Anne auf Green Gables“ erscheinen wird. Von ...

Was war meine Freude groß als ich erfuhr, dass dieses Frühjahr endlich ein weiterer Band der Vorlesebuch-Reihe zu Lucy Maud Montgomerys Kinderbuch-Klassiker „Anne auf Green Gables“ erscheinen wird. Von dem ersten Teil war ich ganz hin und weg. Der zweite war daher natürlich ein absolutes Muss für mich.

Der Herbst ist da und wie jeder in Avonlea, so liebt auch Anne von Green Gables diese Jahreszeit über alles. Ihr Leben ist gerade einfach nur herrlich. Seit drei Wochen geht sie nun schon zur Schule und findet es dort ganz wunderbar. Dies soll sich jedoch ändern, als Gilbert Blythe in die Klasse zurückkehrt. Dieser ist zwar sehr gutaussehend, hat allerdings auch lauter Flausen im Kopf. Als er Anne an einem ihrer Zöpfe zieht und „Karotte“ nennt, schwört sie sich, nie wieder ein Wort mit diesem unverschämten Jungen zu wechseln. Dass er sich über ihre roten Haare lustig gemacht hat, kann sie ihm einfach nicht verzeihen. Doch dann gerät Anne eines Tages beim Spielen am Teich in eine äußerst unglückselige Situation und es ist ausgerechnet Gilbert, der sie rettet. Ob sie seine Entschuldigung vielleicht doch annehmen sollte?

Mit den Geschichten über das rothaarige Waisenmädchen Anne Shirley hat die kanadische Autorin Lucy Maud Montgomery etwas ganz Wunderbares und Einzigartiges erschaffen. Sie sind definitiv zurecht zu so bekannten Klassikern geworden und dürfen in meinen Augen auf gar keinen Fall in Vergessenheit geraten. Ich finde es daher großartig, dass es inzwischen eine Anne-Vorlesebuch-Reihe gibt, in denen die Erlebnisse des quirligen Rotschopfs für eine jüngere Leserschaft nacherzählt werden und dank der schon Kinder ab 5 Jahren die Möglichkeiten erhalten, ihre Liebe für Anne zu entdecken.
Also ich bin schon seit langem ein riesiger Fan der „Anne auf Green Gables“ - Serie und kann in die Bücher gar nicht oft genug eintauchen. Meine letzte buchige Reise nach Avonlea hat mir nun also Kallie George mit einer ihrer Nacherzählungen beschert und tja, was soll ich sagen, ich habe mich eindeutig zurecht so sehr drauf gefreut.

Mich hat auch dieser Band auf ganzer Linie überzeugen können. Kallie Georgie ist es meiner Meinung nach erneut hervorragend gelungen, einen Teil von „Anne auf Green Gables“ auf eine stark gekürzte und vereinfachte Art und Weise neu zu erzählen, ohne dass dabei der besondere Zauber des Originals verloren geht.
An alle, denen es noch nicht bewusst war: Die Bände dieser Reihe enthalten nicht die Originalgeschichten, sie beruhen nur darauf und das in einer sehr komprimierten und sprachlich altersgerechten Form. Wobei einem das ja eigentlich schon bei einem Blick auf die geringe Seitenzahlen der Bücher klar sein müsste. ;)
Dieser Band umfasst ungefähr 70 Seiten – anders als der vorherige, der gut doppelt so viele hat, da er gleich zwei Erzählungen enthält. Auf Englisch sind alle Bände einzeln erschienen, im Deutschen hat man sich jedoch dazu entschlossen, die ersten beiden Nacherzählungen in ein Buch zu packen. Das, was bei uns also als der zweite Teil der Reihe gilt, ist im Englischen der dritte. Nur so zur Info, falls ihr euch wundert, dass sich die Seitenzahlen der Ausgaben unterscheiden.

Da die Geschichte nicht so lang ist, die Sätze sehr einfach gehalten sind und die kurzen Kapitel eine ideale Vorleselänge besitzen, eignet sich auch dieser Band fabelhaft zum Vorlesen für Kinder ab 5 Jahren. Für Erstleser bietet er sich meiner Ansicht nach aber ebenfalls prima an. Die Schrift ist sehr groß und da sich stets nur wenig Text auf einer Seite befindet und es viele Bilder gibt, sollten Grundschulkinder das Buch problemlos selber lesen können.

Was die Aufmachung angeht, könnte ich euch nun wieder endlos etwas vorschwärmen. Das Cover sieht einfach nur bezaubernd aus und auch der Innenteil des Buches ist so hübsch und liebevoll gestaltet. Zu jedem Kapitelanfang gibt es eine von Blumen umrankte farbige Zeichnung und auch in den Kapiteln kommen wir in den Genuss von zahlreichen bunten Illustrationen, die meistens eine ganze Seite einnehmen.
Ich habe mich an den vielen Bildern mit ihren warmen, herbstlichen und satten Farben gar nicht sattsehen können. Sie sind einfach so wunderschön und fangen die besondere Atmosphäre des Originals rundum gelungen ein. Der nostalgische Zeichenstil von Abigail Halpin passt wahrlich einfach nur perfekt zu den zeitlosen Anne-Geschichten.

Bezüglich der Handlung habe ich euch ja bereits berichtet, dass es auch Kallie Georgie erneut prima geglückt ist, den Charme der herkömmlichen Geschichte in ihrer Nacherzählung beizubehalten. Anne ist das aufgeweckte, fantasievolle und dickköpfige junge Mädchen, wie wir es kennen und lieben; Gilbert der freche und sympathische Junge und auch die weiteren Figuren besitzen ihre jeweiligen bekannten Eigenschaften und Besonderheiten. Mir hat es erneut unheimlich viel Spaß gemacht, Zeit mit den ganzen liebenswerten Charakteren zu verbringen und ich freue mich schon sehr auf mein nächstes Wiedersehen mit ihnen. Zum Glück werde ich mich da gar nicht so schrecklich lange gedulden müssen. Der nächste Band wird nämlich voraussichtlich dieses Jahr im September erscheinen.

Fazit: Mit „Annes turbulente erste Schultage“ beschert uns Kallie George eine weitere ganz zauberhafte Nacherzählung des kanadischen Kinderbuchklassikers „Anne auf Green Gables“, die ich jedem, egal ob Jung oder Alt, nur ans Herz legen kann. Das Buch erzählt eine wundervolle Geschichte über Freundschaft, Schule, das Ärgern und Verzeihen. Es ist unterhaltsam und lehrreich zugleich, zum Träumen schön illustriert und ein großes Muss für alle Anne-Liebhaber*innen. Ich bin absolut begeistert von diesem Schätzchen und vergebe sehr gerne 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 06.04.2022

Ein monsterstarker Auftakt voller Spannung, Spaß, Action & Grusel!

Creepy Chronicles – Bloß nicht den Kopf verlieren!
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Als ich das erste Mal von „Creepy Chronicles“ hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Spannende und witzige Monster- und Horrorgeschichten für Kinder und Jugendliche sind einfach absolut mein Ding! Ich ...

Als ich das erste Mal von „Creepy Chronicles“ hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Spannende und witzige Monster- und Horrorgeschichten für Kinder und Jugendliche sind einfach absolut mein Ding! Ich zögerte daher gar nicht lange und ließ das Buch bei mir einziehen.

Der 14-jährige Padraig O‘Sullivan und sein Vater sind Monsterjäger und stehen im Dienste der Geheimorganisation BEAST. Gemeinsam reisen sie durch ganz Schottland, stets gut bewaffnet, und gehen auf Monsterjagd. Ihr letzter Auftrag, der sie in das Gewölbe einer Kirche führt, geht allerdings mächtig schief und Padraigs Vater verschwindet spurlos. Auf sich alleine gestellt stößt Padraig wenig später auf das Mädchen Hannah und rettet sie vor zwei Hautsammlern. Sie bietet ihm daraufhin ihre Hilfe bei der Suche nach seinem Vater an. Zusätzliche Verstärkung erhalten die zwei kurz darauf von Pfarrerssohn Brandon. Dieser ist ein absoluter Monsterfan und besitzt einen Blog namens „Creepy Chronicles“, auf welchen er über Vermisstenfälle und mysteriöse Vorkommnisse mit dämonischen Erscheinungen berichtet. Als sich seine Schwester auf einmal noch merkwürdiger verhält als sonst und ihre beste Freundin Cassy plötzlich vermisst wird, schrillen bei Brandon sofort sämtliche Alarmglocken. Hinter dem Ganzen steckt garantiert ein Dämon, davon ist er überzeugt. Während seiner Nachforschungen wird er auf Padraig und Hannah treffen und sich ihnen ohne zu zögern anschließen. Vielleicht können sich die drei ja gegenseitig helfen und sowohl Padraigs Vater als auch Cassy retten.

Als ich mit dem Lesen begann, ist mir bereits nach wenigen Seiten klar geworden, dass mich mein Riecher mal wieder nicht im Stich gelassen hat und ich mit dem Start der Creepy Chronicles-Serie einen echten Glückstreffer gelandet habe. Mich hat das Buch einfach von Anfang an begeistern und mitreißen können, sodass ich, einmal darin versunken, am liebsten gar nicht mehr daraus auftauchen wollte. Ich habe es innerhalb kurzer Zeit beendet und definitiv das zu lesen bekommen, was ich mir erhofft habe: Eine spannungsgeladene und actionreiche Fantasy-Mysterystory mit der perfekten Mischung aus Horror und Humor. Solltet ihr meine Leidenschaft für solche Geschichten mit mir teilen, kann ich euch nur ans Herz legen, es mir gleichzutun und ebenfalls zum Auftaktband der Creepy Chronicles-Reihe zu greifen.

Ich habe mühelos in die Handlung hineingefunden. Von dem packenden und humorvollen Schreibstil war ich vom ersten Moment an ganz angetan und auch die Erzählweise konnte sofort bei mir punkten.
Die Geschichte wird abwechselnd von Padraig und Brandon geschildert, jeweils in der Ich-Perspektive, und neben diesen ständigen Sichtwechseln kommen wir dann auch noch in den Genuss von ein paar Beiträgen von Brandons Blog sowie einiger Auszüge aus dem Notizbuch von Padraigs Vater, dem sogenannten Bestiarium. Das Leseerlebnis ist durch diese verschiedenen Erzählstile enorm abwechslungsreich gestaltet und da sich das Buch einfach nur klasse liest und einen die Handlung durchweg mitfiebern lässt, mag man mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören.

Padraig und Brandon waren mir beide auf Anhieb sympathisch. Mit ihnen hat der Autor zwei großartige und sehr verschiedene Hauptprotagonisten erschaffen.
Padraig und Brandon sind wirklich die reinsten Gegensätze. Padraig ist ein echter Monsterjäger und arbeitet für die BEAST-Organisation, er sieht gut aus und ist ziemlich mutig, selbstbewusst und furchtlos. Brandon dagegen ist ein absoluter Nerd und Sportmuffel, er ist von dicklicher Statur und besitzt ein großes Faible für Monster aller Art. Während er viel Zeit vor seinem Computer verbringt, regelmäßig Beiträge für seinen Blog „Creepy Chronicles“ schreibt und Abenteuer nur aus Büchern und Filmen kennt, geht Padraig ständig mit seinem Vater auf Monsterjagd und ist in seinem Leben schon lauter gefährlichen Kreaturen begegnet.
Eine wichtige Rolle nimmt dann auch noch das Mädel auf dem Cover ein: Hannah, auf die Padraig relativ zu Beginn des Buches stoßen wird. Über sie erfahren wir allerdings um einiges weniger als über unsere beiden Ich-Erzähler und da sie sich recht unnahbar gibt, strahlt sie die ganze Zeit etwas sehr Geheimnisvolles aus.

Neben den Dreien dürfen wir noch viele weitere wundervolle Charaktere kennenlernen wie zum Beispiel Padraigs Vater (der allerdings gleich im ersten Kapitel spurlos verschwinden wird) und Brandons große Schwester Penelope, die nichts lieber zu tun scheint, als ihren kleinen Bruder zu piesacken und zu ärgern.
Auch Ungeheuern dürfen wir im Verlauf der Geschichte natürlich begegnen und dies wahrlich nicht zu knapp. Monsterliebhaberinnen werden in diesem Buch auf jeden Fall ganz auf ihre Kosten kommen. Es treiben eine Menge furchterregende und abscheuliche Erscheinungen ihr Unwesen zwischen den Seiten wie Angstzehrer, Friedhofsschlurfer und Hautsammler. Also ich finde ja, dass schon die Bezeichnungen mehr als deutlich machen, dass viele von diesen Bestien ziemlich grausig sind und, so viel sei schon mal gesagt, die Namen sind wirklich vollkommen passend gewählt.
Für schwache Nerven ist dieses Buch zweifellos nichts, die Story enthält so einige eklige und etwas brutale Szenen. So werden beispielsweise Eiterbeulen zerquetscht und Köpfe abgeschlagen, Blut spritzt herum und auch vor kleinen schwarzen herumkrabbelnden Spinnen werden wir nicht verschont. Zu spooky und widerlich wird das Ganze aber natürlich nicht; der Spannungs- und Gruselfaktor ist in meinen Augen völlig angemessen für die Zielgruppe, sprich für Leser
innen ab 12 Jahren. Die Geschichte besitzt zudem auch zahlreiche unterhaltsame Momente, die die düstere Atmosphäre prima auflockern. So sorgen vor allem die vielen lustigen Dialoge und die coolen, flotten Sprüche unserer Hauptprotagonisten für die allerbeste Unterhaltung.

Für mich kam beim Lesen an keiner Stelle Langeweile. Mir hat es einfach nur tierisch viel Spaß gemacht, mich gemeinsam mit Padraig, Brandon und Hannah in ein monsterstarkes Abenteuer zu stürzen, zusammen mit ihnen gegen fiese Untiere zu kämpfen und lauter Geheimnissen auf den Grund zu gehen.

Am Ende bleibt so einiges offen, sodass man am liebsten sofort weiterlesen möchte. Hoffentlich müssen wir uns auf den zweiten Band nicht allzu lange gedulden. Ich bin total gespannt wie es wohl mit unserem Trio weitergehen wird.

Was dann auf gar keinen Fall unerwähnt bleiben darf, ist die Innengestaltung des Buches. Falk Holzapfel, dessen Zeichenstil ich wahnsinnig gerne mag, hat sowohl die Kapitelanfänge als auch die Seiten des Bestiariums mit tollen, stimmungsvollen schwarz-weiß Illustrationen versehen. Besonders gut gefallen haben mir die Monster-Bilder aus dem Notizbuch, diese sehen wirklich genial aus. Gruselige Monstergestalten zeichnen hat der Falk Holzapfel, auch als Zapf bekannt, definitiv voll drauf!

Fazit: Fesselnd, originell, witzig-schräg und einfach nur monstermäßig gut. Ein herrliches Lesevergnügen voller Action, Spannung, Spaß und Grusel!
Sergio Dudli ist mit „Creepy Chronicles – Bloß nicht den Kopf verlieren!“ ein wunderbares Debüt gelungen, welches ich jedem Monsterfan, egal ob Jung oder Alt, nur ans Herz legen kann. Mir hat der schweizerische Autor mit seinem Erstlingswerk schaurig-schöne Lesestunden bescheren können. Ich habe unser ungleiches Team nur zu gerne auf ihrem ersten Abenteuer begleitet und freue mich schon riesig auf ihr nächstes. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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