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Veröffentlicht am 05.06.2022

Leichter Sommerkrimi

Der Tod macht Urlaub in Schweden
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Peter Vinston, Mordermittler in Stockholm ist überarbeitet und bekommt Urlaub verordnet. Den verbringt er in Österlen in der Nähe seiner Tochter Amanda, seiner Ex-Frau und deren neuen Ehemann.

Als er ...

Peter Vinston, Mordermittler in Stockholm ist überarbeitet und bekommt Urlaub verordnet. Den verbringt er in Österlen in der Nähe seiner Tochter Amanda, seiner Ex-Frau und deren neuen Ehemann.

Als er zusammen mit seiner Ex-Frau eine neue, sehr umstrittene Wohnsiedlung am Strand besichtigen will, finden sie die taffe Immobilienmaklerin, die die Häuser vermarkten soll, tot im Wohnzimmer. War es Mord oder ein Unfall? Zusammen mit der jungen Ermittlerin Tove Esping macht sich Vinston auf die Suche...

Am Anfang sind die vielen Figuren, die eine Rolle in dem Fall spielen, etwas verwirrend, aber nach und nach bekommt man einen Durchblick. Im Mittelteil zieht sich das Buch etwas, insgesamt ist es jedoch gut geschrieben und schnell lesbar. Es ist eine Mischung aus heiterem Sommerroman und Krimi, nicht unbedingt mit Tiefgang und Hochspannung, aber nett zu lesen. Mir fehlt etwas der Regionalbezug, daran könnten die beiden Autoren noch arbeiten, denn die Gegend muss sehr schön sein. Das Cover verbreitet gleich Urlaubsstimmung, das rote Haus, die Kornfelder, das Meer, einfach schön! Und im Laufe des Buches erfährt man sogar, warum Apfelbäume darauf abgebildet sind. Eine Übersichtsskizze im Cover und eine Personengalerie helfen den Überblick zu bekommen. Das mag ich sehr.

Ich denke das Buch ist genau das Richtige, wenn man seinen Kopf nicht belasten will und einfach nur etwas Ablenkung sucht. Ein echter Sommerkrimi!

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Veröffentlicht am 29.04.2022

Sehr amerikanisch

Flug 416
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Bill Hoffman ist Flugkapitän und übernimmt vertretungsweise einen Flug von Los Angeles nach New York. Als der Flieger in der Luft ist, wird er von einem Terroristen angerufen, der seine Familie gefangengenommen ...

Bill Hoffman ist Flugkapitän und übernimmt vertretungsweise einen Flug von Los Angeles nach New York. Als der Flieger in der Luft ist, wird er von einem Terroristen angerufen, der seine Familie gefangengenommen hat und droht sie zu töten, wenn Hoffman nicht das Flugzeug abstürzen lässt. Ein spannendes Rennen gegen die Zeit beginnt. Kann es gelingen die 144 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder zu retten und auch die Familie?
Das Buch ist ein typisch amerikanischer Katastrophenthriller, man könnte es 1:1 als Filmdrehbuch umsetzen. Unter der Regie von Roland Emmerich und mit Musik von Hans Zimmer wäre es sicher ein Hit. Es gibt viel Dramatik, viel Pathos und den amerikanischen Hang zu gewaltsamem Eingreifen.
Dabei ist es durchaus bis zum Schluss spannend und auch gut geschrieben. Die wechselnden Perspektiven erzeugen einen zusätzliche Dramatik. Die Terroristen bekommen die Gelegenheit den Hintergrund ihrer Tat zu berichten und man merkt, wie ambivalent ein solches Tun ist. In dieser Hinsicht vermeidet das Buch eine einfache Schwarzweißmalerei.
Leider ist das Buch auch sehr vorhersehbar, in dieser Hinsicht finde ich es etwas zu eindimensional.

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Veröffentlicht am 27.04.2022

Wenig spannend

Tiefes, dunkles Blau
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Rosa Zambrano ist Seepolizistin in Zürich. Sie hat sich bei Dr. Jansen, einem Frauenarzt, Eizellen entnehmen und sie einfrieren lassen, da sie noch nicht weiß, ob sie sich für ein Kind entscheiden soll. ...

Rosa Zambrano ist Seepolizistin in Zürich. Sie hat sich bei Dr. Jansen, einem Frauenarzt, Eizellen entnehmen und sie einfrieren lassen, da sie noch nicht weiß, ob sie sich für ein Kind entscheiden soll. Kurz nach der Eizellenentnahme wird der Frauenarzt tot im Zürichsee gefunden, vollgepumpt mit Drogen. Zuerst ist seine von ihm getrennt lebende Ehefrau verdächtigt, aber dann ergeben sich auch noch andere Spuren. Rosa ermittelt zusammen mit ihrem Studienfreund Martin von der Kripo.
Es geht in diesem Buch viel um Stimmungen, Kochrezepte und Gartenbau, aber wenig um den eigentlichen Kriminalfall. Damit erinnert mich das Buch an die typischen Provence- und Bretagnekrimis, mit denen der Markt überschwemmt wird. Sicherlich sind der Zürichsee und die Stadt Zürich eine reizvolle Kulisse, aber ein wirklicher Krimi mit Spannung ist dieses Buch nicht. Meist wird das Buch aus der Sicht von Rosa erzählt, ihre Gedanken, Stimmungen und Tätigkeiten spielen eine große Rolle. Immer wieder weicht das Buch vom Fall ab, es mäandert durch Rosas Leben. Diese Ermittlerin hat erstaunlicherweise ein echtes Leben!
Hervorzuheben sind die sehr angenehme und wohltuende Sprache von Seraina Kobler, an der Spannung müsste sie noch arbeiten.

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Veröffentlicht am 11.02.2022

Überfrachtet

Im Schatten der Wende
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Zuerst dachte ich, dass dieses Buch das erste von Frank Goldammer sei, denn er macht so einige typische Anfängerfehler. Aber dann sah ich, dass er schon mehrere Bücher geschrieben hat.
Dieses Buch ist ...

Zuerst dachte ich, dass dieses Buch das erste von Frank Goldammer sei, denn er macht so einige typische Anfängerfehler. Aber dann sah ich, dass er schon mehrere Bücher geschrieben hat.
Dieses Buch ist das erste einer neuen Reihe rund um den jungen Polizisten Tobias Falck und seine Kollegen vom KDD in Dresden.
Zuerst erfährt man aber einige Dinge über die Vorgeschichte vor dem Fall der Mauer. Schon da ist Tobias ehrgeizig und gewitzt, er macht sich Gedanken über die Fälle, die er bearbeiten muss. Doch dann fällt die Mauer und alles wird anders. Zusammen mit seinem Vorgesetzten Schmidt und der Kollegin Bach bekommt er zuerst die Fälle von Kriminalität auf den Tisch, die in der "neuen Zeit" passieren. Es drängen Drogenbosse, dubiose Autohändler und flüchtige Verbrecher in den Osten, um das Revier unter sich aufzuteilen. Auch verschwinden immer wieder Leichen. Nicht einfach für die Polizei, denn viele der kriminellen Delikte waren bisher in der DDR unbekannt. Dann taucht auch noch die Hauptkommissarin Sybille Suderberg aus Frankfurt/Main auf und will Hilfe bei der Suche nach einem Mörder.
Das Buch ist überfrachtet mit vielen unterschiedlichen Erzählsträngen, da wäre weniger sicher mehr gewesen. Auch werden nicht alle Fälle logisch aufgelöst und es bleibt ein schales Gefühl. Mich störten auch die zahlreichen Satzfehler, da müsste bei der nächsten Auflage nachgebessert werden. Die Personen bleiben blass.
Was ich allerdings sehr interessant fand, war der geschichtliche Hintergrund rund um die Wende. Da kennt Goldammer sich aus, erzählt atmosphärisch dicht und sehr authentisch. Ich kenne Dresden gut und auch die Gegend um die Lutherkirche ist sehr glaubwürdig geschildert.
Fazit: Es ist noch Luft nach oben, aber den nächsten Band werde ich auf jeden Fall lesen, um zu sehen, ob es eine positive Entwicklung gibt.

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Veröffentlicht am 26.11.2021

Viel Liebesgedöns

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein großer Rausch
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Dies ist der zweite Band um die Polizeiärztin Magda Fuchs, die zu Beginn der 1920er Jahre aus Hildesheim nach Berlin gekommen ist und dort als Polizeiärztin arbeitet. Ihre Hauptaufgabe dabei ist es festgenommene ...

Dies ist der zweite Band um die Polizeiärztin Magda Fuchs, die zu Beginn der 1920er Jahre aus Hildesheim nach Berlin gekommen ist und dort als Polizeiärztin arbeitet. Ihre Hauptaufgabe dabei ist es festgenommene Prostituierte zu untersuchen und sich bei Gewaltverbrechen um die weibleichen Opfer und Täterinnen zu kümmern. Sie liebt den Kommissar Kuno Mehring, kann sich aber anfangs nicht zu einer Ehe entschließen, weil ihr Mann noch nicht lange tot ist. Als sie die Chance bekommt eine eigene Frauenarztpraxis zu eröffnen, greift sie zu und versucht den Frauen zu helfen. Dabei eckt sie oft an.

Als Sidekick wird die Geschichte von Celia erzählt, die die Geliebte eines sehr reichen Mannes wird, aber gern ihre Selbständigkeit behalten und Ärztin werden will. Wie kann sie die Ehe mit ihrem Berufswunsch vereinbaren?

Ich hatte andere Erwartungen an das Buch, deshalb bin ich etwas enttäuscht. Kriminalfälle spielen im Leben von Magda nur eine Nebenrolle, auch ein Messeranschlag wird nur am Rande aufgeklärt. Statt dessen geht es um viel Liebesgedöns, um Verhältnisse, private Krisen... Das war mich einfach zu viel des Guten.

Positiv war der geschichtliche Hintergrund nach dem 1. Weltkrieg, die rasch fortschreitende Inflation, das Elend der einfachen Menschen, das große Leid und die Abhängigkeit der Frauen mit wenigen Wahlmöglichkeiten. Im Gegensatz dazu stand das opulente Leben der reichen Menschen, die sich jeden Luxus leisten können, ihre Angestellten oft ausbeuten und sich keine Gedanken um andere machen. Auch die Politik spielt im Hintergrund eine Rolle, der Mord an Walter Rathenau, das Erstarken der Nazis, die Unterstützung der Industrie für Hitler...

Das Buch hinterlässt bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Das Privatleben der Figuren ist für meinen Geschmack zu sehr ausgebreitet, Spannung kommt nicht auf. Und besonders hat mich der Cliffhanger am Ende gestört. Dadurch habe ich immer den Eindruck ich solle zum Kauf des nächsten Bandes genötigt werden.

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