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Veröffentlicht am 29.04.2022

Eine Zeitreise

Die Radioschwestern
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Frankfurt im Jahr 1927. Der Südwestdeutsche Rundfunkdienst ist neu gegründet, als die drei Freundinnen Greta, Inge und Margot dort eine Stelle antreten. Für sie liegt im Radio die Zukunft und sie träumen ...

Frankfurt im Jahr 1927. Der Südwestdeutsche Rundfunkdienst ist neu gegründet, als die drei Freundinnen Greta, Inge und Margot dort eine Stelle antreten. Für sie liegt im Radio die Zukunft und sie träumen von einer glänzenden Karriere. Gesa will Hörspielsprecherin werden, Inge als Sängerin die Bühnen erobern und Margot als Cellistin im Rundfunkorchester Anerkennung finden. Doch die drei Freundinnen müssen gegen die herrschenden Konventionen kämpfen. Ein Kampf für ihren gemeinsamen Traum: Freiheit und Glück!

Eva Wagendorfer nimmt den Leser mit ihrer Trilogie "Die Radioschwestern" mit auf eine Reise in die Geschichte des Rundfunkes. Der erste Band, "Klänge einer neuen Zeit", beginnt im Jahr 1927. Man erfährt von den Anfängen des Rundfunkes, erlebt hautnah, um wie vieles es damals schwieriger war z. B. ein Hörspiel zu senden. Dies hat mich sehr beeindruckt. Trotz dieser Lerneffekte ist das Buch interessant und kurzweilig. Sehr interessant gestalten sich die Anfänge jedes Kapitels. Denn jedes beginnt mit einer Radiomeldung aus dem Jahr 1927. Hier erfährt man Dinge, von denen man zum Teil noch nichts gehört hat. Alle drehen sich um Frauen, die in dieser Zeit etwas gravierendes geleistet haben oder Meilensteine in der Geschichte geschrieben haben. Die drei Freundinnen werden hier äußerst sympathisch beschrieben, so daß man ihren Weg sehr gern verfolgt und sich mit ihnen freut, leidet und kämpft. Geschickt verflechtet Eva Wagendorfer ihre Geschichte mit der Geschichte des Rundfunkes und schafft es, daß man beide Geschichten mit großem Interesse verfolgt. Am Ende des Buches befindet sich ein sehr interessantes Glossar mit Erläuterungen zu wichtigen Ausdrücken, Bauwerken und Persönlichkeiten.
Mir hat der Auftakt dieser Trilogie imponiert und ich bin schon sehr gespannt, wie es mit Greta, Inge und Margot weitergeht.

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Veröffentlicht am 28.04.2022

Diese Möwen sind zum verlieben

Die Möwen von Fehmarn
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Mattis, Berti, Pit, Haui und Fiete - das sind "die Wilden", eine Gruppe von Möwen am Südstrand von Fehmarn. Sie haben Spaß am Leben, spielen gern "Mensch-ärgere-dich" mit den Strandläufern, indem sie denen ...

Mattis, Berti, Pit, Haui und Fiete - das sind "die Wilden", eine Gruppe von Möwen am Südstrand von Fehmarn. Sie haben Spaß am Leben, spielen gern "Mensch-ärgere-dich" mit den Strandläufern, indem sie denen die Brötchen klauen und verehren die Seidenfedern, junge Hybridmöwinnen. Es könnte ein unbeschwertes Leben sein, gäbe es nicht eine rivalisierende Möwenbande, "Die Biester", deren Anführer Raudi ist. Als es am Südstrand zu Morden an Möwen kommt, schließen Mattis und Raudi einen Wettkampf ab. Wer siegt, darf am Südstrand bleiben - der Verlierer muß sein Revier zum Leuchtturm von Staberhuk verlegen. Kann Mattis den Mörder als erster überführen?

"Die Möwen von Fehmarn - Mord am Südstrand" von Rebecca Schulz ist einfach zu gut! Die Freunde Mattis, Berti, Pit, Haui und Fiete sind direkt in mein Herz geflattert und haben ihren Platz dort erobert. Sie sind so liebenswert unbekümmert, machen ihr Ding und denken an nichts Böses. Dabei kann man an einigen Stellen durchaus menschliche Züge bei ihnen entdecken. Rebecca Schulz hat sie so bildhaft dargestellt, daß sie richtig lebendig wirken. Obwohl sie sich bei manchem Verhalten Freiheiten gegönnt hat, wirken die sympathischen Vögel authentisch und man hat direkt die typische Möwe vor Augen, die an der Strandpromenade mit wachem Auge die Touristen beobachtet. Bei mir hatten sie ohnehin leichtes Spiel, denn ich mag sie sowieso. Wer bisher nicht so dachte, wird die gefiederten Freunde jetzt wohl mit anderen Augen sehen. Die Handlung ist durchaus spannend und ungewöhnlich. Hat man es hier tatsächlich mit einem reinen Vogelkrimi zu tun. Als Polizei dienen hier Enten, das Gefängnis befindet sich unter einem Bootssteg. Dies sorgt streckenweise für Lacher, wenn man sich dies vorstellt. Man merkt Rebecca Schulz die Liebe zu den Möwen an. Ebenso ihre Liebe zu ihrer Insel Fehmarn. So schön kann man Örtlichkeiten nur beschreiben, wenn man sie kennt und sich mit ihnen verbunden fühlt!
Bei diesem Buch stimmt einfach alles. Angefangen bei dem wunderbaren und liebevollen Cover über die spannende Handlung bis hin zu den sympathischen Möwen und der Kulisse von Fehmarn. Ich hoffe sehr, daß die Möwenbande noch viele weitere Abenteuer erleben darf. Ich wäre sofort dabei!

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Veröffentlicht am 28.04.2022

Ein Krimi zum wohlfühlen

Lady Hardcastle und das tödliche Autorennen
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Im Jahre 1909 erlebt Gloucestershire eine Woche voller Dinner, Partys und Autorennen. Lady Hardcastle und ihre Zofe Florence folgen der Einladung Lord Riddlethorpes auf dessen Landsitz - klingt doch alles ...

Im Jahre 1909 erlebt Gloucestershire eine Woche voller Dinner, Partys und Autorennen. Lady Hardcastle und ihre Zofe Florence folgen der Einladung Lord Riddlethorpes auf dessen Landsitz - klingt doch alles vielversprechend nach Zerstreuung. Doch direkt beim ersten Autorennen geschieht ein Unfall, ein Fahrer stirbt. Der Rennwagen wurde manipuliert. Ein Fall für Lady Hardcastle und Florence, die den Täter auf ihre ganz eigene Art überführen wollen!

T E Kinsey schickt seine Heldinnen Lady Hardcastle und ihre Zofe Florence mit "Lady Hardcastle und das tödliche Autorennen" nun zum dritten Mal ins Rennen. Und auch diesmal hat mich die Geschichte voll überzeugt. Von Beginn an ist man mitten im Geschehen und wandelt durch die herrlich beschriebene Landschaft. Diesen Landsitz würde ich gern einmal selbst besuchen! Die Handlung überzeugt wieder durch Spannung, die durch mehrere Handlungsstränge und viele überraschende Wendungen überzeugt. Immer wieder hat man neue Verdächtige, bis man letztendlich niemandem mehr traut. Die unterschiedlichen Handlungsstränge sind sehr gut zu verfolgen, fließen zum Schluß gekonnt zu einem sinnvollen Ganzen zusammen und ergeben Sinn. Der Schreibstil ist so gewählt, daß er in das Jahr 1909 passt. Trotzdem wirkt der Text zugänglich, locker und leicht lesbar, so daß man nur so durch die Seiten fliegt. Wohltuend auf ihren Stand nichts gebend sind Lady Hardcastle und Florence. Sie sind trotz Standesunterschied Freunde auf Augenhöhe, geben nichts auf die Meinung anderer dazu und kommen damit nicht überall gut an. Doch sie wissen gut damit umzugehen, wirken dadurch einfach sympathisch und haben mein Herz erobert. Ich kann es schon jetzt kaum erwarten, bis es wieder auf Ermittlungstour mit den beiden wunderbaren Damen geht!

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Veröffentlicht am 27.04.2022

Norderney-Saga

Die Frauen vom Inselsalon
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Anfang des 20. Jahrhunderts lernt Frieda auf Norderney Grete kennen. Die beiden Mädchen sind von nun an unzertrennlich, obwohl sie so unterschiedlich sind. Frieda ist die Tochter eines einheimischen Fischers ...

Anfang des 20. Jahrhunderts lernt Frieda auf Norderney Grete kennen. Die beiden Mädchen sind von nun an unzertrennlich, obwohl sie so unterschiedlich sind. Frieda ist die Tochter eines einheimischen Fischers und Grete ist mit ihren zwei Brüdern und ihren Eltern zur Sommerfrische nach Norderney gekommen. Gretes Vater ist ein wohlhabender Fabrikant aus Berlin. Nach ihrem Schulabschluss wird für Frieda ein Traum wahr. Sie darf im Frieseursalon Fisser als Gehilfin arbeiten. Dabei lernt sie viele Badegäste kennen. Sogar der Reichskanzler von Bülow gehört zu den Kunden des Salons. Als Gretes Bruder ihr den charmanten Grafen Joseph Ritz zu Gartenstein vorstellt, ist es um Frieda geschehen. Sie verliebt sich in ihn. Friedas Freundin Grete begegnet bei ihrem Aufenthalt in der Norderneyer Kurklinik dem jungen Arzt Max Lubinus, der sie mit seinen modernen Ansichten zunächst schockiert. Doch nach und nach merkt Grete, daß sie sich in Max verliebt hat. Sie ertrotzt sich bei ihren Eltern die Erlaubnis, auf Norderney eine Ausbildung zur Krankenschwester zu beginnen. Doch dann bricht der große Krieg aus und alle Pläne der jungen Frauen werden zerstört.

Sylvia Lott hat in ihrem Buch 'Die Frauen vom Inselsalon" eine stimmungsvolle Geschichte über die Bewohner der Nordseeinsel Norderney und ihre Sommergäste zu Anfang des 20. Jahrhunderts geschrieben. Man spürt zuerst die unbedingte Kaisertreue der Menschen, die dann doch schon manchmal bröckelt. Durch die Einbindung realer Personen und Ereignisse in die Handlung bekommt der Roman einen geschichtlichen Hintergrund. Die Menschen werden lebendiger und man kann sehr gut mit ihnen fühlen. Ihre manchmal etwas spezielle Art kommt sehr liebenswert herüber. Die Beschreibung der Insel mit ihren schönen Stränden und dem gemütlichen Ortskern machen Lust auf Urlaub auf Norderney. Man hört schon die Wellen der Nordsee und den Wind in den Dünen rauschen.
Gerade weil das Ende dieser Geschichte kein wirklich schönes Ende ist, möchte man schnell wissen, wie alles weitergeht. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 26.04.2022

Spannung pur

Nebelopfer
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Ein nebliger Februarmorgen in der Geest. An einem Galgenbaum wird eine Leiche gefunden, um ihren Hals ein Schild mit der Aufschrift: "Ich gestehe, im Prozess gegen Cord Johannsen falsch ausgesagt zu haben". ...

Ein nebliger Februarmorgen in der Geest. An einem Galgenbaum wird eine Leiche gefunden, um ihren Hals ein Schild mit der Aufschrift: "Ich gestehe, im Prozess gegen Cord Johannsen falsch ausgesagt zu haben". Bjarne Haverkorn erinnert sich an diesen Fall. Johannsen wurde für den Mord an seiner Familie verurteilt, sitzt seitdem im Gefängnis. Kurz nach dem Leichenfund wird ein weiterer Zeuge von damals tot aufgefunden. Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn wird klar, daß sie schnellstens den wahren Mörder von damals finden müssen!

Mit "Nebelopfer" hat Romy Fölck nun bereits den fünften Band rund um die Kommissare Paulsen/Haverkorn geschrieben. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man aber jeden Band für sich lesen. Natürlich entwickeln sich die Charaktere mit jeder Folge weiter, jedoch vermittelt Romy Fölck alles Wissenswerte, so daß keine Verständnisschwierigkeiten entstehen. Auch ist dieser Fall wieder sehr spannend. Es gilt hier zwei Morde in verschiedenen Zeiten aufzuklären, so daß man zwischen Vergangenheit und Gegenwart pendelt. Dies steigert die Spannung natürlich immens. Romy Fölck verfügt über einen gekonnten Schreibstil, der locker und leicht herüber kommt und fesselt. Klar und deutlich beschreibt sie sowohl die Örtlichkeiten und Charaktere, deren Handlungen logisch und authentisch wirken. Hier wird nichts übertrieben, sondern geradlinig in die Handlung eingefügt.
Mir macht diese Serie unheimlich Spaß, so daß ich auch diesen fünften Fall sehr empfehlen kann!

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