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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2022

Gelungener Familienroman

Über Carl reden wir morgen
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Judith W. Taschler hat mit „Über Carl reden wir morgen“ einen sehr schönen Familienroman geschrieben. In dem Buch wird die Geschichte der Familie Brugger aus dem Mühlviertel erzählt. Beginnend in den Anfangsjahren ...

Judith W. Taschler hat mit „Über Carl reden wir morgen“ einen sehr schönen Familienroman geschrieben. In dem Buch wird die Geschichte der Familie Brugger aus dem Mühlviertel erzählt. Beginnend in den Anfangsjahren des 19. Jahrhunderts bis nach dem ersten Weltkrieg erfahren wir in alternierenden Erzählperspektiven über das Leben, Leiden und Lieben dieser Familie.
Die Autorin schreibt sehr schön, sie ist in der Tat eine Geschichtenerzählerin und konnte mir die Menschen, die Szenerien und auch die historischen Hintergründe großartig nahe bringen.
Besonders gefallen hat mir das geschickte Verweben der einzelnen Handlungsstränge. Wie ein Kaleidoskop, das sich langsam zusammensetzt.
Der Roman ist gut recherchiert und die Figuren sind detailliert herausgearbeitet. Am beeindruckendsten fand ich die Szenen im Krieg, die haben bei mir noch nachgeklungen.
Bei all dem Lob, habe ich auch noch Kritikpunkte. Ab der Hälfte des Romans wurden es mir zu viele Figuren, die alle ihre Geschichte bekamen, aber in meinen Augen nicht zum Fortgang der Handlung beigetragen haben. Also das unstimmige Verhältnis zwischen der Wichtigkeit der Figur und ihrer Ausschmückung hat den Roman etwas zerfasert.
Und leider hadere ich auch mit dem Schluss. Er ist für mich nicht ganz stimmig und hat am Ende ein nicht so gutes Gefühl hinterlassen.
Aufgrund des Klappentextes ging ich davon aus, das Carl mehr im Vordergrund steht und finde daher die Beschreibung etwas irreführend.
Insgesamt aber ein lesenswertes Buch. Ich werde auf jeden Fall noch weitere Bücher der Autorin lesen.

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Veröffentlicht am 12.05.2022

Eine etwas andere Liebesgeschichte

A Place to Love
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Juniper lebt mit ihrer Mutter und ihren beiden Schwestern auf einer Obstfarm in Colorado. Als der Vater überraschend vor drei Jahren starb, musste Juniper die Leitung der Farm übernehmen. Seither plagen ...

Juniper lebt mit ihrer Mutter und ihren beiden Schwestern auf einer Obstfarm in Colorado. Als der Vater überraschend vor drei Jahren starb, musste Juniper die Leitung der Farm übernehmen. Seither plagen sie Geldsorgen, und sie hat im Grunde genommen kein Privatleben mehr. All ihre Energie steckt sie in das Familienunternehmen, das sie unbedingt retten möchte.
Vor dem Tod ihres Vaters hatte Juniper ein völlig anderes Leben. In diesem Leben nahm Henry, der charmante Waliser, einen großen Platz in ihrem Herzen ein. Sie gab ihm damals den Laufpass, wobei sie ihm nicht die Wahrheit über den Trennungsgrund nannte.
Und plötzlich steht Henry wieder vor ihr und Juniper ist nicht nur emotional völlig überfordert.
Das Setting ist sehr schön gewählt, die Familie der Protagonistin ist liebenswert und auch Juniper und Henry mag ich sehr. Die Idee dieser Liebesgeschichte gefällt mir, da sich beide ja schon kennen und lieben und nun erneut aufeinander treffen.
Der Schreibstil liest sich flüssig und ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen. Es hinterlässt ein schönes und angenehmes Gefühl und man würde noch gerne dort verweilen…zwischen Pfirsich- und Pflaumenbäumen.
Das Cover und die Aufmachung des Buches möchte ich noch positiv hervorheben, die Gestaltung ist mit viel Liebe gemacht.
Ein rundum gelungener Auftakt zu einer neuen Serie von Lilly Lucas.

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Veröffentlicht am 01.05.2022

Märchenhaft schön

Die sechs Kraniche (Die sechs Kraniche 1)
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Prinzessin Shiori soll heiraten. Aber an dem Tag, an dem sie ihrem zukünftigen Mann vorgestellt werden soll, springt sie in den heiligen See, um ihren magischen Vogel zu retten. Bei dieser Aktion rettet ...

Prinzessin Shiori soll heiraten. Aber an dem Tag, an dem sie ihrem zukünftigen Mann vorgestellt werden soll, springt sie in den heiligen See, um ihren magischen Vogel zu retten. Bei dieser Aktion rettet ihr ein Drache das Leben. Shiori besitzt magische Kräfte, die sie unbedingt geheimhalten will, da sie im Königreich Kiata verboten sind. Ihre Stiefmutter Raikama verwandelt Shioris sechs Brüder in Kraniche und belegt Shiori mit einem Fluch. Sobald ein Laut über ihre Lippen kommt, stirbt einer ihrer Brüder. Sie selbst hat eine Schale auf dem Kopf, wodurch sie niemand mehr erkennt.
Sie hat nur noch ein Ziel: sie will ihre Brüder finden und den Fluch aufheben. Helfen könnte ihr dabei ihr unbekannter Bräutigam Takkan.
Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und konnte dabei wunderbar in eine märchenhafte Welt voll Magie abtauchen. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Ich freue mich schon auf Band 2. Das Cover muss unbedingt noch erwähnt werden - es ist sehr geschmackvoll und passt hervorragend zu diesem Märchen.

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Veröffentlicht am 22.03.2022

Genies sind auch nur Menschen

1774. Als die jungen Genies die Freiheit suchten
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Francesca Schmidt nimmt uns in '1774. Als die Genies die Freiheit suchten‘ mit in das Jahr 1774 rund um den elitären Kreis der Stürmer und Dränger.
Die jeweiligen Kapitel entsprechen einem Monat dieses ...

Francesca Schmidt nimmt uns in '1774. Als die Genies die Freiheit suchten‘ mit in das Jahr 1774 rund um den elitären Kreis der Stürmer und Dränger.
Die jeweiligen Kapitel entsprechen einem Monat dieses gehaltvollen Jahres.
Wir lernen neben Goethe auch Herder, Lenz, Klinger, Schubart, Boie, Lavater, Wagner und Merck näher kennen.
Ich hatte das Gefühl den Männern ein bisschen über die Schulter blicken und an ihrem Leben und Schaffen teilhaben zu können.
Die Autorin pflegt einen sehr angenehmen, lockeren und dabei schönen Schreibstil. Das Lesen und Eintauchen in die Zeit des Sturm und Drang macht großen Spaß. Ich konnte so einige neue Erkenntnisse gewinnen, z.B. dass es üblich war die Werke anonymisiert zu veröffentlichen und noch vieles mehr.
Auch viel Privates wird dem Leser offenbart. Unter anderem, dass Goethe versessen aufs Schlittschuhfahren war.
Neben geschichtlichen Hintergründen, Erklärung wichtiger und noch heute prägender Werke, bekommen wir auch die menschliche Seite der „wilden Kerle“ zu sehen. Diese ist nicht immer so vorzeigewürdig. Da wird gelästert, ordentlich ausgeteilt, aber ganz schlecht eingesteckt. Eben doch sehr menschlich.
Die Sommermonate waren ein bisschen langatmig und verlieren sich in unwichtigeren Details. Aber insgesamt war es für mich eine erfrischende und erhellende Lektüre, die durch einen äußerst informativen Anhang abgerundet wird.

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Veröffentlicht am 08.02.2022

Ein Roman, der gute Laune macht

Liebe beginnt, wo Pläne enden
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Kristin muss erfahren, dass ihr Mann fremdgeht. Allerdings behält sie ihr Wissen vorerst für sich und schafft zuerst einmal einen räumlichen Abstand zu ihrem Mann.
Die Sommerferien über verbringt sie ...

Kristin muss erfahren, dass ihr Mann fremdgeht. Allerdings behält sie ihr Wissen vorerst für sich und schafft zuerst einmal einen räumlichen Abstand zu ihrem Mann.
Die Sommerferien über verbringt sie zusammen mit den beiden Töchtern in einem Freilichtmuseum, in dem das Projekt ‚Gelebte Geschichte‘ stattfindet. Das bedeutet sechs Wochen lang in einem Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert zusammen mit Fremden zu leben. Ein ziemliches Abenteuer!
Der historische Alltag stellt sich als anstrengend, aber auch sehr erfüllend heraus. Was ganz besonders an den Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern liegt.
Sandra Poppe hat in ihrem Roman ‚Liebe beginnt, wo Pläne enden‘ wunderbare Figuren erschaffen. Alle dürfen sie eine Entwicklung durchlaufen und sich sowohl von ihren guten als auch nicht so guten Seiten zeigen. Sie sind alle sehr menschlich, was sie umso sympathischer macht.
Die Idee mit dem Bauernhof in früheren Zeiten ist genial, denn auf der einen Seite ist es schlicht und ergreifend interessant zu erfahren, wie man damals lebte, und auf der anderen Seite gibt es eine herrliche Kulisse für die Geschichte ab.
Es wird viel gelacht und rumgealbert, auch ein wenig rumgezickt, Freundschaften werden geschlossen, Verantwortung übernommen, Geheimnisse aufgedeckt, Geständnisse gemacht, Streiche gespielt und sich verliebt.
Manches ist ein wenig vorhersehbar oder geht dann zu glatt von der Bühne, aber insgesamt wurde ich wirklich gut von dem Roman unterhalten. Er verschaffte mir gute Laune, es gab oft was zum Schmunzeln und ja, am Ende war es dann fast zu schnell rum. Ich hätte gerne noch weiter bei der Truppe auf dem Bauernhof bleiben können.
Mir gefiel der lockere und durchaus lustige Schreibstil und ganz besonders die kleinen Weisheiten, die die Autorin immer wieder eingestreut hat.

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