Ein Familienroman nicht nur über Carl
Über Carl reden wir morgenZugegebenermaßen hatte ich sehr große Erwartungen an das neuste Werk aus der Feder von Judith W. Taschler, und ich kann gleich sagen, ich wurde nicht enttäuscht! Die Geschichte der Müllersfamilie Brugger, ...
Zugegebenermaßen hatte ich sehr große Erwartungen an das neuste Werk aus der Feder von Judith W. Taschler, und ich kann gleich sagen, ich wurde nicht enttäuscht! Die Geschichte der Müllersfamilie Brugger, die uns die Autorin hier erzählt, entwickelt sich über mehrere Generationen, und obwohl es keinen immens großen Spannungsbogen gibt, nimmt einen die Handlung in verschiedenen Strängen derart gefangen, dass man das Buch gar nicht aus der Hand legen möchte. Zwar ist Sohn Carl namensgebend für das Buch, doch auch alle anderen Familienmitglieder bekommen alle ihren eigenen Teil, jeder wird extrem detailliert und einfühlsam beschrieben, so dass man sich alle Figuren bildlich vorstellen kann. Jedes Familienmitglied macht seine Entwicklung durch, die wir als Leser quasi hautnah miterleben. Wir starten zu Beginn des 19. Jahrhundert und landen letztendlich beim Ende des Ersten Weltkrieges. Das Leben auf dem Land ist hart und entbehrungsreich, das ist nicht für jeden etwas. Der eine zieht in die Stadt, der andere sucht sein Glück in Amerika, und doch bleibt immer die Heimat, der Ursprung des Ganzen, die Herkunft, die familiären Verflechtungen im Fokus, das hat mir wahnsinnig gut gefallen! Das Ganze schildert Judith W. Taschler in einem unaufgeregten und doch sogartigen Schreibstil, der den Leser mitten hinein ins Geschehen nimmt. Für mich war das ganz großes Kino und bekommt eine absolute Leseempfehlung! Das in meinen Augen quasi offene Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen!