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Veröffentlicht am 16.05.2022

Eine Frau zwischen zwei Männern

Der Papierpalast
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MEINUNG:

Ich muss sagen, dass ich bei diesem Buch absolut vom Cover angezogen wurde. Ohne den Inhalt zu kennen, bin ich schon Monate bevor das Buch erschienen ist, aufmerksam geworden. Als es dann erschienen ...

MEINUNG:

Ich muss sagen, dass ich bei diesem Buch absolut vom Cover angezogen wurde. Ohne den Inhalt zu kennen, bin ich schon Monate bevor das Buch erschienen ist, aufmerksam geworden. Als es dann erschienen ist, war der Hype schnell groß und es war klar, dass ich das Buch lesen musste.

Der Papierpalast ist in diesem Buch das Sommerhaus von Elle Bishops Familie in Cape Cod. Sie ist 50, Mutter von drei Kindern und glücklich verheiratet mit Peter. Jedes Jahr trifft sich die Familie in Cape Cod, um dort den Sommer zu verbringen und diverse Feste zu feiern. An einem dieser Feste verbringt sie eine unvergessliche Nacht mit ihrem Jugendfreund Jonas. Damit beginnt die Geschichte und es Elle muss sich die Frage stellen für wen sie sich entscheidet.


Der Seitensprung zwischen Elle und Jonas, der ebenfalls verheiratet ist, findet bereits am Anfang statt und man wird als Lese einfach ins kalte Wasser geworfen, was dies angeht und natürlich stelle man sich die essentielle Frage, wie es dazu kommen konnte. Das Buch springt dann geschickt immer zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Man erfährt Elles komplette Lebensgeschichte. Dies geht weit in die Vergangenheit zurück und geht auch auf die Biographie ihrer Mutter ein, die ich sehr amüsant und sympathisch in ihrer doch manchmal recht ruppigen, teils emotionslosen Art fand. Elles Jugendgeschichte läuft parallel zu ihrer Vergangenheit. Wir erfahren, wie sie Jonas kennenlernt. Eigentlich ist klar, dass dieser ihre große Liebe ist, aber ein schicksalhaftes Ereignis reißt die beiden auseinander. Elle ist aber auch mich Peter sehr glücklich. Ich mochte beide Männern sofort und konnte für keinen der beiden so richtig Partei ergreifen. Es ist klar, dass sie beide liebt und das es nicht den einen gibt, der besser ist als der andere. Ich finde die Autorin hat es geschafft, dass man nachvollziehen kann, dass Elle beide Männer im gleichen Maß liebt.

Der Schreibstil ist locker leicht ohne dabei eintönig zu sein. Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen. Die Autorin hat die Kunst wirklich einschneidende Geschehnisse einfach beiläufig einfließen zu lassen und sie nimmt häufig auch kein Blatt vor den Mund. Man sollte sich hier ein wenig auf explizite Sprache einstellen. Das Buch erweckt den Eindruck als wäre es harmlos, aber dem ist ganz und gar nicht so. Ich mochte auch das Setting in Cape Cod. Die leichte sommerliche Atmosphäre konnte gut transportiert werden. Ich war selbst schon mal in der Gegend und konnte mich das gut vorstellen. 

FAZIT:

Der Papierpalast war für mich so ein typische amerikanische Geschichte, die ich mir auch gut als Film oder Serie vorstellen könnte. Ein Frau steht hier zwischen zwei Männern. Ein schicksalhafter Abend führt dazu, dass sie sich endgültig entscheiden muss. Definitiv ein Buch für die kommenden Sommertage! :)

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Veröffentlicht am 14.05.2022

Anjelica Henley ermittelt wieder

Jigsaw Man - Der tote Priester
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MEINUNG:

Jigsaw Man - Der tote Priester ist der zweite Teil Band um die englische Ermittlerin Anjelica Henley. Mir hatte bereits der erste Fall, Jigsaw Man - Im Zeichen des Killers sehr gut gefallen. ...

MEINUNG:

Jigsaw Man - Der tote Priester ist der zweite Teil Band um die englische Ermittlerin Anjelica Henley. Mir hatte bereits der erste Fall, Jigsaw Man - Im Zeichen des Killers sehr gut gefallen. Band 2 war schon länger angekündigt und ist nun endlich erschienen.

Auch wenn der Titel es vermuten lässt, spielt in diesem Teil der Jigsaw Man keine wirkliche Rolle mehr. Natürlich haben Anjelica Henley, ihre Familie und ihre Kollegen damit noch ihre persönlichen Trauma zu bewältigen, aber in diesem Fall wird Henley zu einem brutalen Mord an einem Pastor gerufen. Außerdem findet das Team einem dem Tode nahe jungen Mann im Büroschrank des Pastors. Dies wirft einige Fragen auf zum Wirken und Handeln des Pastors und im Gegenzug müssen sie dessen Tod aufklären. Bald werden weitere Tote aufgefunden.

Auch der zweite Band ist klassischer Ermittlerthriller. Wer solche nicht mag, der wird hier keinen Spaß haben. Man trifft hier auf altbekannte aus dem ersten Band, dessen Handlung ich aber leider nicht mehr ganz so präsent hatte. Henleys Mutter ist gestorben und die Zusammenhänge haben ich nicht mehr zusammen bekommen, aber die ganze Familie leidet darunter. Auch die Ehe von Anjelica und Rob ist wieder Thema. Sie hatte eine Affäre mit ihrem Chef, die sie beendet hat, was natürlich auch für Spannungen sorgt, aber so richtig intakt scheint auch die Ehe nicht. Ich fand das manchmal ein bisschen anstrengend, weil ich mich gefragt habe, was sie nun eigentlich will und warum sie keinen Mut aufbringt die richtigen Entscheidungen zu treffen. Beide haben eine kleine Tochter, Emma, um die sich hauptsächlich Rob kümmert. Normalerweise würde man erwarten, dass Anjelica innerlich zerrissen ist zwischen Job und Tochter/ Familie den Spagat zu schaffen, aber ich hatte eher den Eindruck, dass ihr Job eindeutig Vorrang hat.  

Der Fall ist wie auch bereits der letzte komplex und umfangreich aufgebaut (immerhin fast 600 Seiten). Die kurzen Kapitel machten es möglich, dass ich beim Lesen schnell voran gekommen bin. Die Spannung wurde konstant gehalten. Die Lösung des Falles wurde Stück für Stück erarbeitet. Manchmal waren es mir ein wenig zu viele Personen, so dass ich manchmal Mühe hatte den Überblick zu behalten. Vor allem sind hier die Details wirklich entscheidend, denn später wird genau darauf zurück gegriffen. Alles in allem ist der Mix aus Privatem und der Ermittlung aber gut gelungen. Mir hat gefallen, dass die Autorin hier auch das Thema Rassismus mit eingebaut hat und sich damit im Polizeialltag auseinander. So trifft dies auch die ErmittlerInnen mit Migrationshintergrund.

FAZIT:

Jigsaw Man - Der tote Priester ein klassischer Ermittlerroman, der an die Qualität des ersten Teils anknüpfen konnte. Der Fall gut konstruiert und spannend. Ich hoffe allerdings, dass Anjelica Henley im nächsten Band mal ihre private Situation auf die Reihe bekommt, sonst büßt sie bei mir langsam Sympathiepunkte ein. ;)

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Veröffentlicht am 01.04.2022

Molly goes Columbo

The Maid
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MEINUNG:

Ich muss sagen, dass das Buch nicht meinem klassischen Beuteschema entspricht, aber ich mich hat das Buch einfach angesprochen. Das lag sicher auch daran, dass ich häufig gesehen habe. Mir gefällt ...

MEINUNG:

Ich muss sagen, dass das Buch nicht meinem klassischen Beuteschema entspricht, aber ich mich hat das Buch einfach angesprochen. Das lag sicher auch daran, dass ich häufig gesehen habe. Mir gefällt sehr das schöne Cover in rot mit dem Türschild, welches man so häufig in Hotelzimmern sieht. Es passt perfekt zum Inhalt.

Molly Gray ist 25 Jahre alt und sie ist mit großer Leidenschaft Zimmermädchen im Regency Grand Hotel. Molly ist glücklich und zufrieden, wenn die Zimmer ordentlich und die Gäste glücklich und zufrieden sind. Diese doch recht heile Welt wird zerstört als der reiche Mr. Black von ihr tot in seinem Zimmer aufgefunden wird. Diese Tatsache zerstört nicht nur ihren Sinn für Sauberkeit, sondern stellt auch ihr Leben gehörig auf den Kopf, denn sie wird prompt zur Hauptverdächtigten.

Ich habe parallel zum Lesen auch in das Hörbuch herein gehört und es ist wunderbar vertont von Anna Thalbach. Sie haucht Molly einen unverkennbaren und vor allem äußerst liebenswerten Charakter ein. Molly ist auch der Haupt- und Herzenscharakter von dieser Geschichte. Molly ist für ihr Alter einfach anders. Vielleicht liegt es auch daran, dass sie bei ihrer Großmutter aufgewachsen ist. Jedenfalls hat sie hohe Moral- und Wertevorstellungen. Sie behandelt jede Person mit Respekt und Höflichkeit und versteht häufig nicht und erkennt auch nicht, wenn man ihr das nicht im gleiche Maße gegenüber bringt. Sie nutzt niemanden aus und verschafft sich Vorteile. Diese Charakterzüge bringen sie leider in die missliche Lage, dass sie irgendwann verdächtigt wird. Mir war eigentlich klar, dass sie es nicht ist. Viele der Leute unterschätzen Molly und halten sie vielleicht von geringerer Intelligenz, aber das ist ein Trugschluss.

Ich würde The Maid als Cosy Crime bezeichnen. Natürlich gibt es einen Mordfall, aber die Ermittlung ist eher an Columbo, übrigens die Lieblingsserie von Molly und ihrer Großmutter, und Agatha Christie angelehnt. Normalerweise lese ich deutlich "härteren Stoff", aber die Autorin hat eine runde Geschichte geschrieben. Es gibt sogar noch einige nicht vorhersehbare Wendungen. Eigentlich habe ich vor allem mit Molly mitgefiebert, dass sie sich von den Vorwürfen wieder befreien kann. Es wird nicht wirklich ein Ort benannt, wo es spielt und die Zeit ist auch nicht ganz klar. Mir ist aufgefallen, dass die Autorin noch von der UdSSr in Bezug auf eine Person, die sie Chernobyl nennen. Angesicht der aktuellen geopolitischen Lage sicher keine besonders gute Idee. An der Stelle habe ich mich dann auch gefragt, ob der Autorin nicht bekannt ist, dass die UdSSr nicht mehr besteht und empfinde das als schlecht recherchiert. Das wäre dann aber mein einziger Kritikpunkt zu der Geschichte.

FAZIT:

The Maidhat wider Erwarten richtig gut gefallen. Mit Molly Grey hat die Autorin eine außergewöhnliche Protagonistin geschaffen, die mir wirklich sehr ans Herz gewachsen ist. Die Konstruktion des Kriminalfalls war ebenfalls in sich stimmig, wendungsreich und lässt am Ende keine Fragen offen.

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Veröffentlicht am 07.03.2022

Besser als Band 2

Grabesstern
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MEINUNG:

Anne Mette Hancock konnte mich dem ersten Band, Leichenblume, ihrer Reihe um die Ermittlerin Heloise Kaldan absolut überzeugen. Mit dem zweiten Band, Narbenherz, hatte ich dann so meine Probleme. ...

MEINUNG:

Anne Mette Hancock konnte mich dem ersten Band, Leichenblume, ihrer Reihe um die Ermittlerin Heloise Kaldan absolut überzeugen. Mit dem zweiten Band, Narbenherz, hatte ich dann so meine Probleme. Grabesstern ist nur der dritte Band der Reihe und ich war sehr gespannt darauf. Ich empfehle alle Bände in de richtigen Reihenfolge zu lesen, da man sich sonst zu sehr zu gewissen Themen in Heloises Vergangenheit spoilert.

In diesem neuen Fall beginnt alles damit, dass Heloise Kaldan als ehrenamtliche Sterbebegleitung arbeitet, weil sie zu diesem Thema einen Artikel veröffentlichen möchte. Sie kümmert sich dort um Jan Fischhof. Zwischen den beiden entsteht so eine Art Freundschaft. Heloise merkt dabei, dass Jan irgendwas zu verbergen hat. Ihr lässt es keine Ruhe und sie macht sich auf den Weg in Jans Vergangenheit nach Jütland, an die Flensburger Förde. Einigen Leuten gefällt nicht besonders gut, dass sie beginnt in alten Geschichten zu graben.

Zunächst einmal hat mir gut gefallen, dass die Geschehnisse diesmal von Kopenhagen nach Jütland verlegt worden sind.  Jütland ist der westliche Teil von Dänemark und der Teil, der an Deutschland grenzt. Es ist deutlich spürbar, dass es hier ländlicher zugeht und jeder jeden kennt und natürlich auch die persönlichen Schicksale. Es missfällt einigen Leuten, dass Heloise versucht in der Vergangenheit zu graben. Anne Mette Hancock streut wieder ganz gezielt falschen Fährten aus, so dass man natürlich den besonders zwielichtigen Typen in der Geschichte wieder die Verbrechen zuordnet. Es bleibt wirklich lange sehr unklar, wie Jan Fischhofs Rolle in dem ganzen Konstrukt ist. Ein entscheidender Hinweis bringt dann alles ins Rollen. Ich empfand die Handlung auch als recht atmosphärisch, da Heloise in einem alten Haus einquartiert ist und es manchmal den Eindruck macht, als würde sie beobachtet werden.

Ich bin froh, dass Eric Schäfer zunächst in Kopenhagen bleibt, zumal der Fall auch nicht unter seine Zuständigkeit fällt. Ich mochte seine Art schon im zweiten Band nicht. Mich stört seine Alte-Herren-Manier nicht, die immer zwischen grenzenloser Allwissenheit, klugen Sprüchen und Chauvinismus pendelt. Ich werde mit ihm einfach nicht warm. Heloise dagegen finde in Ordnung. Sie ist meistens mutig und lässt sich von ihrem Weg nicht abbringen. Den Schluss fand ich absolut genial, denn es kommt auf den letzten Zeilen nochmal eine wirklich atemberaubende Wendung kommt, die so nicht vorhersehbar war.

FAZIT:

Grabesstern hat mir im Vergleich zu Narbenherz wieder deutlich besser gefallen. Ich finde Anne Mette Hancocks Thriller immer sehr rasant und spannend, aber ich vermisse manchmal ein bisschen mehr die typischen skandinavischen tief gezeichneten Charaktere. Hier liegt ihr Fokus eindeutig mehr auf der Handlung. 

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Veröffentlicht am 21.02.2022

Trotz schwerer Thematik, unterhaltsam

Ende in Sicht
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MEINUNG:

Ich habe vor etwas längerer Zeit bereist mal etwas von Ronja von Rönne gelesen. Der Roman Wir kommen war es. Leider kann ich mich nicht mehr wirklich gut daran erinnern.



Bei Ende in Sicht ...

MEINUNG:

Ich habe vor etwas längerer Zeit bereist mal etwas von Ronja von Rönne gelesen. Der Roman Wir kommen war es. Leider kann ich mich nicht mehr wirklich gut daran erinnern.



Bei Ende in Sicht war ich zunächst skeptisch, denn ich eigentlich keine Geschichte mit Road-Trips mehr, wo zwei völlig fremde Leute versuchen ihr Leben in den Griff zu bekommen. Depressionen und Suizid, die hier beide thematisiert werden, finde ich auch schwierig. Ich habe sehr viele unterschiedliche Meinungen zu dem Buch gehört und war nun doch neugierig geworden und was soll ich sagen, ich mochte die Geschichte.



Hella ist mit ihren 69 Jahren kein bisschen erwachsen geworden. Sie hat nie gelernt Verantwortung zu übernehmen. Sie schert sich überhaupt nicht um andere Leute, aber sie ist ein alternder Star und nun lebensmüde. Sie ist auf dem Weg in die Schweiz, um ihrem Leben ein Ende zu setzen. Auf dem Weg dahin stürzt die 15-jährige Juli von einer Autobahnbrücke, denn auch sie möchte nicht mehr leben. Juli hat offensichtlich Depressionen. Juli überlebt den Sturz und Hella muss sie zwangsläufig auflesen und mitnehmen.



Beide fahren erstmal weiter in Richtung Schweiz. Wie ich sagte, sind die

Themen hier wirklich ernst und laden eigentlich wenig zum Lachen ein, aber ich fand vor allem Hella einfach unfassbar dreist und musst über sie oft lachen. Juli bietet ihr richtig Parole und genau das hat sie auch gebraucht. Widerwillen mochte ich auch deren Roadtrip. Ronja von Rönne kann einfach gut mit Worten umgehen und mag ihre pointierten Beschreibungen.



Man sollte hier keinen Roman erwarten, der sich tief in das Thema Depressionen einarbeitet und tief in die Psyche von Juli beleuchtet. Da gibt es sicher andere Bücher, die hier näher drauf eingehen. Ich mochte es, dass die beiden sich den Spiegel vor halten und dass der ein oder andere Umdenkprozess stattfindet, ohne dass sie nicht mehr der Mensch sind, der sie vorher waren.



FAZIT:

Mich hat Ende in Sicht sehr gut unterhalten, trotz ernster Grundthematik. Ich habe es gerne gelesen und mochte Juli und Hella, gerade wegen ihrer Unbequemlichkeit.

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