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Veröffentlicht am 21.05.2022

Fabelahftes und magisches Abenteuer

Fabula - Das Portal der dreizehn Reiche
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Bei einer Biologie-Exkursion im Central Park fällt dem dreizehnjährigen Will ein Baum auf, den er noch nie gesehen hat, deren Blätter einen tiefen Schatten werfen und fliegen da nicht komische Wesen davon, ...

Bei einer Biologie-Exkursion im Central Park fällt dem dreizehnjährigen Will ein Baum auf, den er noch nie gesehen hat, deren Blätter einen tiefen Schatten werfen und fliegen da nicht komische Wesen davon, die unglaubliches können? Will ist verblüfft! Noch mehr, als er mit seiner Zwillingsschwester Charlotte nach Hause zurückkehrt und dort nicht ihre Mutter, sondern eine Furie vorfindet. Auf der Flucht vor ihr und auf der Suche nach ihrer Mutter kommen die zwei ungleichen Geschwister nach Fabula, einem fantastischen Land voller unzähliger Geschöpfe: Elfen, Zwerge, Einhörner, kopflose Reiter und viele mehr.

Wie gewohnt hat der Autor wieder eine sehr mitreißende und fantasievolle Geschichte geschrieben. Selbst Kleinigkeiten, wie der Nachname Grimm und der Beruf des Vaters der Zwillinge als Autor tragen zu der fantastischen Erzählung bei. Akram El-Bahays Ideen erschaffen hier eine großartige Fabelwelt mit der Magie des Geschichtenerzählens. Die Zwillinge finden eine beeindruckende Welt vor, bestehen Abenteuer und müssen auch selbst ihren Mut und Begabungen unter Beweis stellen. Auch der Schreibstil ist gewohnt leicht, detailliert und ideenreich. Vorgelesen bekommt die Geschichte eine richtig tolle Atmosphäre, denn ich habe selbst im Kopf die Worte betont. Es ging gar nicht anders und Akram El-Bahays Worte haben dabei eine angenehme Sprachmelodie geschaffen.

Auch die Buchgestaltung passt perfekt zu der Geschichte voller Fantasywesen, Magie und Abenteuer. Während des Lesens lassen sich immer mehr Details auf dem Cover erkennen, die eine tragende Rolle spielen. Und das Vorsatzpapier, das ebenfalls wie das Cover von Max Meinzold illustriert wurde, lädt schon vor dem Lesen ein, die Zwerge und Sirenenelfen kennenzulernen. Akram El-Bahays Buch hinterlässt einen bleibenden Eindruck, dazu passt es gut, dass am Ende des Buches ein Diagramm enthalten ist, mit dem man seine eigene Rolle im Buch ermitteln und sich somit noch länger mit den Charakteren der Geschichte befassen kann. Zum Schluss werden noch die dreizehn Feenkreiszeichen abgebildet und erklärt, sodass man auch während des Lesens immer wieder darauf zurückgreifen kann.

Das Ende des Abenteuers gipfelt in spannende, gefährliche und beeindruckende Erlebnisse. Einzig eine nähere Erklärung zu dem Autor Grimm hat mir schlussendlich gefehlt (in einem Kinderbuch reicht aber sicherlich eine Andeutung). Aber so ein kleines Detail mindert definitiv nicht das Lesevergnügen, denn ich hatte sehr viel Spaß und wer weiß, vielleicht kehren Will und Charlotte mit uns wieder in die Welt Fabulas zurück.

Fazit:
Fabula ist eine großartige und fantasievolle Welt, die nicht nur von unzähligen Fabelwesen erzählt, sondern auch von der Magie der Geschichten. Akram El-Bahay hat wie gewohnt eine großartige und ideenreiche Erzählung geschaffen, die Groß und Klein beeindruckt. Ob zum Selbstentdecken oder Vorlesen trägt das Buch auch mit seinen passenden und schönen Illustrationen auf dem Cover und Vorsatzpapier, sowie die weiteren Seiten am Ende der Geschichte bei. Vor allem Vorgelesen entfalten Akram El-Bahays Worte erst ihren vollen Zauber.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.01.2022

Extrem fesselnder, raffinierter und rätselhafter Jugendthriller

The Inheritance Games
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Die 17-jährige Avery möchte den bestmöglichen Highschool-Abschluss machen um mithilfe eines Stipendiums ihrem entbehrungsreichen Leben zu entkommen. Überraschend erhält sie ein milliardenschweres Erbe ...

Die 17-jährige Avery möchte den bestmöglichen Highschool-Abschluss machen um mithilfe eines Stipendiums ihrem entbehrungsreichen Leben zu entkommen. Überraschend erhält sie ein milliardenschweres Erbe von einem Unbekannten. Doch warum sie? Diese Frage stellt sich auch die Familie des Verstorbenen, unter anderem die vier Enkelsöhne. Noch dazu muss Avery nun ein Jahr lang in Hawthorne House leben, um das Erbe anzutreten - mit der verärgerten, enterbten Familie!

Der Verstorbene Tobias Hawthorne hat Rätsel und Spiele geliebt, weshalb es in dem beeindruckenden Haus sehr viele Geheimgänge und Verstecke gibt (und ich liebe die Bibliotheken mit ihren besonderen Details!). Zudem hat er seinen vier Enkeln regelmäßig Rätsel aufgegeben, die sie lösen mussten um zu gewinnen. Vor allem Jameson konzentriert sich nun sehr darauf Tobias' letztes Rätsel zu lösen und dadurch zu erfahren, warum die Familie enterbt wurde. Gemeinsam mit Avery folgt er Schritt für Schritt den Hinweisen seines Großvaters, was ich gespannt verfolgt habe. Nicht nur die Suche nach der Rätsels Lösung war sehr fesselnd, sondern auch die weiteren Geheimnisse der Familie und die vielschichtigen Charaktere. Mit der enterbten Familie ist der Gegner eigentlich klar, aber eben auch nicht, weil z. B. die Enkelsöhne mehr oder weniger freundlich zu Avery sind. Wer von der Hawthorne-Familie ist wirklich nett, wer hat etwas zu verbergen und wer ist der wahre Antagonist? Die Autorin hat die Rätsel von Tobias total raffiniert angelegt und eine extrem fesselnde Geschichte geschaffen.

Jennifer Lynn Barnes hat mich damit überrascht, dass es nicht nur um das Geheimnis rund um Tobias' Erbe an Avery geht, sondern auch anschaulich gezeigt, wie es Avery mit dem überraschenden Erbe geht, z. B. durch die Presse vor den Toren des Anwesens oder ihrem Image und Verpflichtungen. Dieser Aspekt hat mir sehr gut gefallen, wie auch Averys beste Freundin, die Schimpfwörter nicht benutzen darf und sie deshalb so verdreht, dass mich die Kreationen ständig total amüsiert haben.

Das Ende war natürlich auch sehr spannend, als Avery und die vier Enkel das Ende des Rätsels erreicht haben und auch einige Geheimnisse ans Licht kamen. Mit einer gewissen Liebesbeziehung konnte mich die Autorin aber nicht überzeugen, weil sie für mich einfach aus dem Nichts kam. Bezüglich der Antwort, warum Tobias dieses Testament geschrieben hat, war ich zugegeben etwas enttäuscht. Aber der Klappentext zum zweiten Band deutet darauf hin, dass dazu noch nicht alles aufgelöst wurde.


Fazit:
"The Inheritance Games" beinhaltet eine tolle Idee mit raffinierter Umsetzung durch viele Rätsel des Verstorbenen und undurchsichtigen Charakteren. Auch wenn ich am Ende nicht alles gelungen finde, konnte mich die Autorin mit dem Buch total begeistern und fesseln, sodass ich atemlos durch die rätselhafte Geschichte geflogen bin.

Veröffentlicht am 14.01.2022

Beeindruckender Weltenaufbau & Liebe zur Natur

Helles Land
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In Helles Land scheinen gleichzeitig zwei Sonnen, was Hitze und Trockenheit mit sich bringt. Doch im Refugium mitten im Wald steht die Lichteiche, ein besonderer Baum, der mit der enormen Sonneneinstrahlung ...

In Helles Land scheinen gleichzeitig zwei Sonnen, was Hitze und Trockenheit mit sich bringt. Doch im Refugium mitten im Wald steht die Lichteiche, ein besonderer Baum, der mit der enormen Sonneneinstrahlung umgehen kann und alle Bäume um sich herum schützt. Damit der lebensnotwendigen Lichteiche kein Schaden zugefügt werden kann, kennt deren Standort nur die Hüterin des heiligen Baumes: Clay und ihre Nachfolgerin Camille. Daneben gibt es noch zwei weitere Orte: Weit entfernt befinden sich die Türme, unter deren Dach einige Menschen leben, sowie in der Wüste vereinzelt Siedlungen zu finden sind. Als einige Menschen im Refugium verschwinden und Mysteriöse geschieht, scheint die Lichteiche in Gefahr zu sein.

Ich finde den Weltenaufbau unheimlich toll! Im Refugium leben die Menschen im Einklang mit der Natur, an die sich auch die Sprache angepasst hat, und dort gibt es viele Pflanzen und Tiere, die noch bunter und bewundernswerter sind als in unserer Realität, z. B. der winzig kleine Vogel Tausänger, bei dem die orangenen Männchen das Morgenlied zwitschern und die grünen Weibchen am Abend singen. Ich liebe die Natur und bin oft draußen unterwegs, weshalb ich dieses Fantasywelt so gerne besuchen würde. Die Welt in Helles Land hat einige Parallelen zu unserer, finde ich: Wie wir leben die Türmer mit vielen Errungenschaften, Technik und Wissenschaft in ihrer Großstadt. Die Bewohner der Wüste Savannah führen das entbehrungsreiche Leben, das uns bevorstehen könnte, wenn wir nicht endlich mehr gegen den Klimawandel kämpfen. Und das Refugium, in dem die Natur geachtet und sogar verehrt wird, zeigt, dass wir Menschen mehr Liebe und einen respektvollen Umgang zu ihr entwickeln sollten.

》Die Blätter der Sträucher, die ich im Vorbeikommen mit den Fingerspitzen streifte, erglühten vor Lebensfreude. Pflanzen, das wusste ich seit meiner Kindheit, feiern jeden Morgen wie ein neues Leben. Nach der Kühle und Dunkelheit der Nacht erwachen sie mit dem Durst nach Licht und dem Drang, zu wachsen, zu blühen und zu duften.《, S. 148

Die Geschichte ist vor allem am Anfang enorm spannend, weil man einfach nicht weiß, wer nun der Feind ist. Anfangs ist noch alles offen, weil die Autorin geschickt die wenigen Hinweise in verschiedene Richtungen lenkt bzw. überhaupt kaum welche preisgibt. Auch dass man erst nach und nach die Lebensweise in den Türmen und der Wüste Savannah kennenlernt, macht das Geschehen interessant und spannend. Im Mittelteil macht Clay zwar ein paar Entdeckungen, aber trotzdem keine richtigen Fortschritte. Mary E. Garner hat weiterhin tolle Ideen und führt mehrere neue Charaktere ein, die vielleicht Misstrauen wecken, schockieren oder ich sie immer mehr ins Herz geschlossen habe.

Das Ende hat nochmal einiges zu bieten, weil es mich überrascht, schockiert und bestätigt hat. Es gibt Action, aber auch einen Aspekt, der mir zu einfach gelöst wurde und zu wenig Emotionen bei den Protagonisten vorhanden waren. Apropos Emotionen: Die Autorin hat mich zu Tränen gerührt und mein Herz zerstört, es aber zum Glück gleich wieder zusammengesetzt.

Fazit:
"Helles Land" besitzt einen unglaublichen Weltenaufbau, tolle Ideen und man spürt Mary E. Garners Liebe zur Natur. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen und konnte mich am Ende sogar zu Tränen rühren.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasie
Veröffentlicht am 14.01.2022

Gemütlichkeit und Schönheit in jeder Jahreszeit

Ein Buch, vier Jahreszeiten
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Dieses Buch ist ein toller Begleiter durchs ganze Jahr. Es zeigt die Schönheit und Vorzüge jeder der vier Jahreszeiten. Auf ca. 50 Seiten gibt es pro Jahreszeit eine Schöne-Dinge-Liste mit Tätigkeiten, ...

Dieses Buch ist ein toller Begleiter durchs ganze Jahr. Es zeigt die Schönheit und Vorzüge jeder der vier Jahreszeiten. Auf ca. 50 Seiten gibt es pro Jahreszeit eine Schöne-Dinge-Liste mit Tätigkeiten, die man genau zu der Zeit im Jahr tun und genießen kann, eine Übersicht über die entsprechenden drei Monate, Gedichte, DIYs, Rezepte für Getränke, Hauptmahlzeiten oder Süßes, kurze Listen von Dingen, die gerade blühen oder geerntet werden können, sowie Gedichte, Zitate (von z. B. Lew Tolstoi, Thich Nat Hanh, Frank Sinatra, Henry Thorreau, T'ien Yiheng & Konfuzius) und eine Geschichte. Sprich, eine Fülle von Dingen, die die entsprechende Jahreszeit ausmachen und uns kleine, oder sogar große, Freuden im Alltag bringen. Es gibt auch Listen für Gartenarbeiten, die aber eher nur als Anstoß und Inspiration für die richtige To-Do-Liste genommen werden können, gleichzeitig werden aber auch Großstädter ohne eigenen Garten angesprochen. In diesem Buch ist je nach Geschmack oder Interesse für jede/n etwas dabei. Die vielfältigen Ideen haben stets die Umwelt (z. B. Lavendelwaschmittel selbst herstellen, Tipps für nachhaltiges Weihnachten) und Natur (z. B. Bastelanleitung eines Insektenhotels) im Blick.

Die Gestaltung des Buches ist genau mein Geschmack. Es sind einige, oft auch großformatige, Fotografien enthalten, die mit ihren warmen und sanften Farben die Jahreszeiten bildhaft darstellen. Es gibt einige Fotos, die kreativ sind oder nicht nur die Schönheit der Jahreszeit zeigen, sondern auch ein damit verbundenes Gefühl, z. B. gibt es im Frühling nicht nur typische Blumenbilder, sondern auch eines mit weißer Wäsche, die in der Frühlingsluft flattert. Dass zu Beginn weiße Kürbisse den Winter repräsentieren, ist schade, da ich diese mehr mit dem Herbst in Verbindung bringe. Auch der Text ist mit Illustrationen aufgelockert, da es immer passende Aquarellzeichnungen gibt, z. B. eine Gießkanne mit Blumen bei der Garten-To-Do-Liste.

Fazit:
Ich habe das Ende des Herbstes und den Anfang des Winters mit diesem Buch verbracht, das eine schöne Inspirationsquelle für jede Jahreszeit ist und uns ihre Besonderheiten und Wichtigkeit bewusst macht. Es zeigt uns trotz, z. B. der Dunkelheit im Winter, was er uns gibt und wie man ihn trotzdem genießen kann. Das Buch bringt uns Menschen wieder dem Rhythmus der Natur näher, was ich sehr schön finde, weil wir mittlerweile oft so weit entfernt vom Treiben in der Natur leben. Im Deutschen gibt es, glaube ich, keinen entsprechenden Begriff für Coffee Table Book, was dieses Buch definitiv ist, weil es wunderschön bebildert und illustriert ist und man es immer wieder in die Hand nimmt um diese zu genießen oder sich inspirieren zu lassen. Das Buch lädt uns ein mehr im Einklang mit der Natur zu leben und auch die kleinen Momente der Jahreszeiten zu zelebrieren.

Veröffentlicht am 28.12.2021

Lebensbejahende und berührende Geschichte

Der Club der Lebensmutigen
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Im Prolog lernen wir Marleen kennen, die mit ihrem Freund Rico in Norwegen Urlaub macht. Durch einen Unfall kommt dieser ums Leben und Marleen versinkt in Trauer. Bereits auf den wenigen Seiten des Prologs ...

Im Prolog lernen wir Marleen kennen, die mit ihrem Freund Rico in Norwegen Urlaub macht. Durch einen Unfall kommt dieser ums Leben und Marleen versinkt in Trauer. Bereits auf den wenigen Seiten des Prologs spürt man, wie verliebt die beiden sind und wie sehr Rico Marleen fehlen wird. Zwei Jahre später lebt Marleen nun in ihrer Heimatstadt und hat immer noch mit ihrer Trauer zu kämpfen. Bei einem weiteren Besuch bei ihrer Therapeutin schickt diese Marleen zu einem roten Tor, hinter dem sich der Club der Lebensmutigen verbirgt, wo sie auf Hannes trifft.

Der Schreibstil von Josefine Weiss ist unglaublich gut! Zum einen schreibt sie sehr poetisch und anschaulich, sodass ich direkt in der Geschichte versunken bin und mir die Gefühle aller Protagonist/innen sehr nahe gingen. Die Geschichte hat sich dadurch sehr schnell in mein Herz geschlichen und ich habe mir einige schöne Textstellen markiert. Daneben ist die Atmosphäre leicht und wunderschön, obwohl es in dem Buch oft um Trauer oder den Tod geht. Josefine Weiss schafft es, eine Leichtigkeit in diese doch sehr niederdrückenden Gefühle zu bringen. Dies geschieht unter anderem auch wegen Hannes, der so lebensfroh, aktiv und voller Elan ist. Auch die vielen anderen Charaktere finde ich alle sehr sympathisch und haben sich in mein Herz geschlichen.

>> Erinnerungen sind das Kostbarste, was wir voneinander haben. All das hier, was wir gerade erleben, ist nur ein Moment, der mit einem Augenblinzeln Vergangenheit sein wird.<< , Hannes, 72 %

Die Geschichte ist stets emotional: Anfangs geht es um Marleens Trauer und ihre Unsicherheit ihr Leben zu genießen, danach geht es oft um die rührenden Schicksale der Clubmitglieder und auch die romantischen Gefühle zwischen Marleen und Hannes. Die beiden kommen sich ganz natürlich näher, wovon ich anfangs gerne mehr gelesen hätte. Trotzdem kann man die wachsenden Gefühle der beiden hautnah miterleben und nachvollziehen. Und dann stellt sich nicht nur Hannes die Frage, ob er einer Frau eine Beziehung zumuten kann, wenn das Ende schon feststeht, sondern ob Marleen einen weiteren Verlust überhaupt verkraften würde. Und genau die letzte Frage habe ich mir lange gestellt. Während ich das Buch wirklich gerne gelesen habe, habe ich ständig auf einen Konflikt, irgendeine Art von „Knall“ gewartet. Dieses unbefriedigende Gefühl hat sich aber im letzten Viertel des Buches gelegt und es wurden alle meine Fragen und Zweifel nachvollziehbar und verständlich erklärt. Ich mag es, wie die Geschichte ausgegangen ist. Und ich mag es, wie die Geschichte immer wieder auch positive Gefühle vermittelt, obwohl sie so viel von Traurigkeit handelt.

>> Nichts, was aus dem Herzen kommt, kann man wirklich besitzen. Aber man kann es teilen.<<, Hannes, 92 %

Fazit:
„Der Club der Lebensmutigen“ behandelt zwar auch Trauer und den Tod, jedoch versprüht er und die gesamte Geschichte auch immer wieder Lebensfreude und Leichtigkeit. Josefine Weiss hat einen unglaublich guten Schreibstil, der poetisch und leicht ist. Auch wenn mich manchmal Kleinigkeiten gestört haben, gibt es umso mehr Kleinigkeiten und großartige Charaktere und Momente, die diese Geschichte so besonders machen, dass sie sich in mein Herz geschlichen hat. Eine sehr emotionale und berührende Geschichte, die wunderschön ist!

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