Platzhalter für Profilbild

amena25

Lesejury Star
offline

amena25 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit amena25 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.06.2022

München 1955

Die Nachtigall singt nicht mehr
0

,,Die Nachtigall singt nicht mehr" von Andreas Götz ist der zweite Band mit dem Journalisten Kurt Wieners und spielt in München im Jahr 1955.
Zwar sind seit Kriegsende 10 Jahre vergangen, doch schon tun ...

,,Die Nachtigall singt nicht mehr" von Andreas Götz ist der zweite Band mit dem Journalisten Kurt Wieners und spielt in München im Jahr 1955.
Zwar sind seit Kriegsende 10 Jahre vergangen, doch schon tun sich neue Konflikte auf. Die Spannungen zwischen Kriegsheimkehrern, unbelehrbaren Nazis, Sympathisanten der Kommunisten usw. sind alltäglich. Auch machen Gerüchte über spionierende Emigranten die Runde. Der Journalist Karl Wieners will gemeinsam mit seiner Nichte Magda, die auch als Fotografin arbeitet, darüber eine Reportage machen. Magda, in Wirklichkeit nicht seine Nichte, sondern seine Geliebte, ist verheiratet mit Walter Blohm, einem inzwischen erfolgreichen Geschäftsmann, der aber offenbar in seiner Zeit im KZ Kontakte zu Kommunisten geknüpft hat. Karl wittert die Chance, mit seiner Reportage auch Blohms unlautere Aktivitäten aufdecken zu können und so Magda von ihrem ungeliebten Ehemann zu befreien.
Karls Jugendfreund Ludwig Gruber ermittelt als Privatdetektiv im Fall eines Jugendlichen, der offenbar Selbstmord begangen hat. Doch sein jüngerer Bruder glaubt nicht daran und bittet Gruber, Nachforschungen anzustellen.
Der Roman ist durchaus spannend, allerdings überwiegt in meinen Augen die historische Atmosphäre, die glaubwürdig und anschaulich geschildert wird, während die eigentliche Kriminalhandlung eher zweitrangig wirkt.

Veröffentlicht am 15.06.2022

Reich und arm

Tod an der Goldküste
0

Die reiche Witwe Merlinde Vonlanthen ist nach ihrem Schlaganfall halbseitig gelähmt. Dennoch begibt sie sich mit Hilfe einer Pflegerin und einem Bodyguard auf Kreuzfahrt. Doch auf dem Schiff wird sie eines ...

Die reiche Witwe Merlinde Vonlanthen ist nach ihrem Schlaganfall halbseitig gelähmt. Dennoch begibt sie sich mit Hilfe einer Pflegerin und einem Bodyguard auf Kreuzfahrt. Doch auf dem Schiff wird sie eines Nachts überfallen und ausgeraubt. Als ihr Bodyguard kurz darauf in ihrer Villa tot aufgefunden wird, gerät die mehrfache Millionärin Merlinde Vonlanthen unter Mordverdacht. Und offenbar hat sie so einiges, was in der Nacht geschah, nicht erzählt.
Als sie sich wenige Monate später erneut auf Kreuzfahrt begibt, wiederholt sich die Geschichte fast identisch! Dieses Mal befindet sich aber Milagros von Wirth mit auf dem Kreuzfahrtschiff. Sie ist die Mutter des Schweizer Privatdetektivs Maximilian von Wirth und sie beauftragt sofort ihren Sohn, herauszufinden, wer sich an der alten Dame so rächen will.
Max von Wirth und seine Partnerin Federica Hardegger begeben sich auf ganz unterschiedlichen Wegen auf Spurensuche, was zu großen Spannungen zwischen den beiden führt. Auch stellt sich bald heraus, dass Merlinde Vonlanthen sehr viel verschweigt, was die Ermittlungen erheblich behindert…….
Ein interessanter Fall mit überraschenden Wendungen, der nicht nur das illustre Leben der Reichen und Schönen, sondern auch die Schattenseite mit Neid, Lügen und Einsamkeit vor Augen führt.

Veröffentlicht am 03.06.2022

Unterhaltsam

Baskischer Neid
0

Bei ,,Baskischer Neid“ handelt es sich um Band 2 der Reihe um den sympathischen Ermittler Comisario Rafael Ibara, den man aber auch ohne Kenntnis des 1. Bandes (,,Baskischer Tod“) gut lesen kann.
Als die ...

Bei ,,Baskischer Neid“ handelt es sich um Band 2 der Reihe um den sympathischen Ermittler Comisario Rafael Ibara, den man aber auch ohne Kenntnis des 1. Bandes (,,Baskischer Tod“) gut lesen kann.
Als die junge und kreative Köchin Paola Ortiz in ihrer eigenen Restaurantküche ermordet aufgefunden wird, steht schnell ihr Lebenspartner als Verdächtiger fest. Doch es gibt auch Gerüchte um ein verschwundenes altes Rezeptebuch, das den Neid der anderen Tavernenbesitzer geweckt haben könnte. Paola Ortiz war ehrgeizig und sehr erfolgreich in ihrem Beruf und damit eine große Konkurrenz für die übrige Gastronomieszene.
Comisario Rafael Ibara ist in Deutschland aufgewachsen, aber der Liebe wegen ins Baskenland gekommen und dort hängengeblieben. Er lebt mit seiner 16-jährigen Tochter und seiner Schwiegermutter zusammen, seine Frau hat die Familie schon vor längerer Zeit verlassen. Sein Privatleben nimmt jedoch keinen allzu ausufernden Raum im Krimi ein. So ganz nebenbei erfährt man allerdings vieles über das nicht ganz so bekannte Baskenland, besonders natürlich über kulinarische Eigenheiten.
Die Auflösung am Ende empfand ich als etwas zu konstruiert. Die Machtkämpfe Ibaras mit seinem cholerischen und natürlich unfähigen Vorgesetzten Miguel Arbos aus Bilbao sind etwas zu klischeehaft dargestellt.
Dennoch ist ,,Baskischer Neid“ ein spannender und unterhaltsamer Krimi, den ich empfehlen kann.

Veröffentlicht am 23.05.2022

Mord auf Usedom

Der Tote im Netz
0


Auf der beschaulichen Insel Usedom erwartet man normalerweise Urlaubsidylle und Erholung mit Sonne, Strand und lokalen Spezialitäten.
Doch als ein Fischer tot im Hafenbecken aufgefunden wird, in sein ...


Auf der beschaulichen Insel Usedom erwartet man normalerweise Urlaubsidylle und Erholung mit Sonne, Strand und lokalen Spezialitäten.
Doch als ein Fischer tot im Hafenbecken aufgefunden wird, in sein eigenes Fischernetz gewickelt und in seine Brust das Wort Rache eingeritzt, ist es vorbei mit der Ruhe im Urlaubsparadies.
Für die umtriebige Radioreporterin Franziska Mai ist das Verbrechen jedoch die große Chance! Denn ihr Lokalsender, das Bäderland-Radio, soll von einem großen Konkurrenten aufgekauft werden. Um den kleinen Lokalsender und damit auch ihren Job zu retten, mischt sich Franziska Mai in die Ermittlungen ein. Die Bäderland-Hörer sollen exklusiv über den Leichenfunde und den Fortgang der Ermittlungen informiert werden.
Damit gehen Franziska Mai und ihr Praktikant Janis nicht nur dem ermittelnden Kommissar Kay Lorenz ziemlich auf die Nerven, sondern bringen sich auch selbst in große Gefahr.
Der Krimi liest sich unterhaltsam und locker, besonders die Dialoge zwischen Kay Lorenz und Franziska Mai sind sehr amüsant. Allerdings entwickelt sich die Geschichte zwischen den beiden recht vorhersehbar. Als gewöhnungsbedürftig empfinde ich die Erzählweise in der Ich-Perspektive im Präsens, da man damit doch sehr auf die Perspektive der Radioreporterin begrenzt ist.
Insgesamt ist ,,Der Tote im Netz“ ein unterhaltsamer und überzeugender Krimi, der bis zum überraschenden Ende spannend bleibt. Man darf auf Band 2 gespannt sein.

Veröffentlicht am 18.05.2022

Schrill, bunt und skurril

Der letzte Schrei
0

Der queere Privatermittler Oded Hefer entspricht nicht den typischen Vorstellungen, die man von einem Privatdetektiv hat. Schwatzhaft und dem Luxusleben zugeneigt, mit wenig Erfahrung und Erfolg in privaten ...

Der queere Privatermittler Oded Hefer entspricht nicht den typischen Vorstellungen, die man von einem Privatdetektiv hat. Schwatzhaft und dem Luxusleben zugeneigt, mit wenig Erfahrung und Erfolg in privaten Ermittlungen, lässt er sich zudem von jedem gutaussehenden Mann ablenken. Als er den Auftrag bekommt, sich um die 15-jährige Carine zu kümmern, die nach Meinung ihrer Eltern unbedingt ein Pop-Star werden muss, diese Karriere gerade aber völlig schleifen lässt, wittert Oded die große Chance, mit diesem Fall eine Eintrittskarte in die High Society von Tel Aviv gelöst zu haben. Doch als auf einer Party seines Auftraggebers eine transsexuelle Frau verschwindet und Odeds zunächst widerwilligen Ermittlungen dubiose Machenschaften seines Auftraggebers aufdecken, werden ihm immer größere Steine in den Weg gelegt. Doch das stachelt Odeds Ermittlerinstinkt erst so richtig an….
Tel Aviv als Handlungsort ist erfrischend anders, auch die queere Community zeigt ein buntes Gemisch witziger, schriller, aber auch tragischer Gestalten. Witzige, pointierte und teils politisch völlig unkorrekte Dialoge tragen zu einem großen Teil des Unterhaltungswerts bei. Allerdings muss man sich in die queere Sprache als ,,Normalleser“ erst einmal gewöhnen und nicht alle Andeutungen auf israelische Besonderheiten sind gleich verständlich.
Insofern ist ,,Der letzte Schrei“ ein interessanter, aber auch gewöhnungsbedürftiger Krimi jenseits der konventionellen Schiene.