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Veröffentlicht am 03.07.2022

Eine Freundschaft im Mafia-Milieu

Die Familie
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Die äußere ansprechende Gestaltung des Buch-Covers, der auf ihm befindliche Hinweis „Der New York Times Bestseller“ und die Inhaltsbeschreibungen halten nicht, was sie versprechen.
Ein typischer Mafia-Roman ...

Die äußere ansprechende Gestaltung des Buch-Covers, der auf ihm befindliche Hinweis „Der New York Times Bestseller“ und die Inhaltsbeschreibungen halten nicht, was sie versprechen.
Ein typischer Mafia-Roman mit vielen Darstellungen von Gewalt ist es nicht, was ich als positiv empfand. Im Vordergrund stehen zwei junge Frauen, die ins Milieu hineingeboren wurden und von klein auf befreundet sind. Der Vater der einen wird aufgrund von Ausstiegsabsichten beseitigt, was das Leben seiner kleinen Familie und der befreundeten auf immer prägen wird, die beide im Milieu verhaftet bleiben. Eine wirkliche Handlung mit rotem Faden habe ich vermisst. Vieles wird aus der Gedankenwelt der beiden Frauen wiedergegeben. Nicht selten gehen die Passagen betreffend die eine oder andere übergangslos ineinander über, so dass nicht immer deutlich ist, von wem gerade die Rede ist. Der Schreibstil ist sehr poetisch gehalten und steht damit eigentlich im Widerspruch zum Inhalt.
Alles in allem nur ein durchschnittlicher Roman, der sich mir nicht besonders einprägen wird. Am ehesten zu empfehlen für Leser*innen von Familiengeschichten.

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Veröffentlicht am 15.06.2022

Die Anfänge des sich ankündigenden Umbruchs in der Sowjetunion

Zukunftsmusik
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Wir wohnen an einem ganz besonderen Tag, dem 11. März 1985, als Gorbatschow das Amt des Generalsekretärs der KPdSU übernimmt, dem Leben von Großmutter, Mutter, Tochter und Enkelin in einer sowjetischen ...

Wir wohnen an einem ganz besonderen Tag, dem 11. März 1985, als Gorbatschow das Amt des Generalsekretärs der KPdSU übernimmt, dem Leben von Großmutter, Mutter, Tochter und Enkelin in einer sowjetischen Kommunalka bei. Von der Perestroika und Glasnost ist noch nichts zu spüren. Das Leben der Bürger ist sehr trostlos – die beengte Gemeinschaftsunterkunft, Mangel, fehlende Meinungsfreiheit usw.
Die Romanfiguren blieben für mich sehr distanziert. Den Schreibstil empfand ich als etwas umständlich. Schade, denn das Thema des sich ankündigenden Umbruchs finde ich sehr interessant.

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Veröffentlicht am 06.06.2022

Eine Zeitreise durch Tagebücher

Früher war ich auch mal jung
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Die Autorin ist ja als Moderatorin aus dem Fernsehen recht bekannt. In diesem Buch schildert sie anhand von Originaltagebucheinträgen seit ihrem Jugendalter bis zum Alter von etwa 30 Jahren und sich jeweils ...

Die Autorin ist ja als Moderatorin aus dem Fernsehen recht bekannt. In diesem Buch schildert sie anhand von Originaltagebucheinträgen seit ihrem Jugendalter bis zum Alter von etwa 30 Jahren und sich jeweils anschließenden persönlichen Überlegungen aus der Gegenwart ihr Leben und ihren Werdegang. Alles ist in einer Art Plauderton gehalten, ganz so, wie sie auch in den Medien daherkommt. So manche der Offenbarungen wäre mir persönlich zu peinlich. Da die Autorin nur wenige Jahre älter als ich ist, hatten einige Begebenheiten Wiedererkennungswert bei mir, was mich letztlich beim Lesen an der Stange gehalten hat. Ansonsten fand ich das Lesen etwas ermüdend.

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Veröffentlicht am 27.05.2022

Zu fabulierend

Fischers Frau
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Von der Autorin habe ich früher schon einmal „Bergsalz“ gelesen, was Anlass für mich war, auch ihr neues Buch zu lesen. Es hat mich aber ein wenig enttäuscht zurückgelassen. Der Einstieg in die Geschichte ...

Von der Autorin habe ich früher schon einmal „Bergsalz“ gelesen, was Anlass für mich war, auch ihr neues Buch zu lesen. Es hat mich aber ein wenig enttäuscht zurückgelassen. Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr schwer gefallen. Denn die Vorkommnisse aus der Vergangenheit im Leben der Protagonistin Mia habe ich nicht so recht verstanden, was aber nötig ist, weil sie sie zu der scheuen und zurückhaltenden Frau der Gegenwart gemacht haben. Eine Wende in ihr Leben bringt ein Pommerscher Fischerteppich, den sie in ihrer Eigenschaft als Museumsmitarbeiterin begutachten soll. Sie geht seiner 100jährigen Geschichte und der seiner Knüpferin nach, was sie mehrere Länder bereisen lässt, wo sie auch eine Liebe finden soll. Diesen Strang empfinde ich als zu fantastisch und den fabulierenden Schreibstil als anstrengend. Hingegen finde ich die umfangreichen Fakten zur Teppichknüpferei als sehr informativ und lehrreich.

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Veröffentlicht am 24.05.2022

Rasante Geschichte um Betrug, Erpressung, Kidnapping in Indien

Bekenntnisse eines Betrügers
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Der Klappentext und die ansprechende äußerliche Aufmachung des Buches haben mich glauben lassen, dass seine Lektüre meinem üblichen Lesegeschmack mit Präferenz für anspruchsvolle zeitgenössische Romane ...

Der Klappentext und die ansprechende äußerliche Aufmachung des Buches haben mich glauben lassen, dass seine Lektüre meinem üblichen Lesegeschmack mit Präferenz für anspruchsvolle zeitgenössische Romane entsprechen würde. Leider wurde ich dann doch eher enttäuscht. Bereits der Einstieg in die Geschichte hat mich Mühe gekostet, weil nicht chronologisch erzählt wird. Abschreckend fand ich auch die sehr flapsige Sprache des Erzählers mit vielen Vulgärausdrücken und die Aufnahme vieler indischer Ausdrücke, die ein häufiges Blättern auf das am Ende abgedruckte Glossar erforderten. Die Geschichte als solche nimmt einen fulminanten, zunehmend unrealistisch werdenden Verlauf, der an eine Bollywood-Komödie erinnert. Der Protagonist stammt aus ärmlichen Verhältnissen. Eine Schulbildung wird ihm durch eine wohlgesonnene Nonne ermöglicht. Aus Dankbarkeit ihr gegenüber lässt er sich zur Finanzierung einer für sie notwendigen medizinischen Behandlung auf einen Deal mit ihrem Arzt ein, wonach er für dessen Sohn eine wichtige Aufnahmeprüfung zur Universität absolviert. Es schließen sich weitere solcher Schwindel an. Ein weiterer Mandant wird auf diese Art zum gefragten Werbeträger und Fernsehstar mit dem Schwindler als Manager. Das ist der Ausgangspunkt für Erpressung und Kidnapping. Wirklich Hand und Fuß hatten die Einschübe, in denen heftige Kritik am indischen Gesellschaftssystem geübt wurde mit seinem strengen Kastenwesen, der Korruption und der rechtlosen Stellung der Frauen.
Alles in allem ein durchschnittliches Buch.

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