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Veröffentlicht am 07.06.2022

Es wird einmal gewesen sein

Future Fairy Tales – Geschichten aus einer anderen Welt
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"Future Fairy Tales" von Holly-Jane Rahlens sind Geschichten aus einer anderen Welt, vorrangig aus Märchenmotiven hervorgegangen.
Verschiedene bekannte Märchen werden hier in einer anderen Form, als Blogeintrag, ...

"Future Fairy Tales" von Holly-Jane Rahlens sind Geschichten aus einer anderen Welt, vorrangig aus Märchenmotiven hervorgegangen.
Verschiedene bekannte Märchen werden hier in einer anderen Form, als Blogeintrag, Gedicht, Interview oder auch Kurzgeschichte neu erzählt. Dabei werden sie nicht einfach neu erzählt, sondern erhalten dabei meist auch eine andere Sichtweise.
Das Besondere an der Erzählweise ist, dass es jemand in der entfernten Zukunft schreibt, der auf unsere Zeit und teils noch weiter zurückschaut. Zu jeder Geschichte gibt es dann Anmerkungen der Autorin aus der Zukunft, worin man sich dann diese gut vorstellen kann.
Dieser andere Blick hat mir gut gefallen, wobei die Geschichten in der Qualität natürlich variieren. Das Buch ist liebevoll gestaltet mit einem fantastischen Cover und auch zu jeder einzelnen Geschichte findet sich eine Illustration. Diese mochte ich vom Stil allerdings eher weniger.

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Veröffentlicht am 06.06.2022

Auch in Zürich wird gemordet

Tiefes, dunkles Blau
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"Tiefes, dunkles Blau" von Seraina Kobler ist der Auftakt einer Reihe von Krimis, die in und um Zürich spielen.
Rosa Zambrano ist Seepolizistin und hier die Ermittlerin, die wir begleiten. Rosa hat es ...

"Tiefes, dunkles Blau" von Seraina Kobler ist der Auftakt einer Reihe von Krimis, die in und um Zürich spielen.
Rosa Zambrano ist Seepolizistin und hier die Ermittlerin, die wir begleiten. Rosa hat es grade in ihrem Privatleben nicht einfach und da sie es da nicht mit einem Kind noch komplizieren will, geht sie zu einem Spezialisten, der ihre Eizellen einfrieren kann. Kurz danach wird genau dieser Spezialist als Wasserleiche im Zürichsee geborgen. Somit ist Rosa privat und auch dienstlich involviert.
Auf der Suche nach einem Täter und auch einem Motiv, treffen wir hier auf unterschiedliche Frauen. Es ist schon erstaunlich, was für verschiedene Tatmotive sich hier auftun. Es geht um Liebe und Eifersucht, Geld und Macht und auch einige wissenschaftliche Themen.
Das Ermitteln und Befragen läuft hier immer etwas gemächlich und fast im Hintergrund mit. Es hat schon etwas beschauliches an sich. Dazu gesellen sich wunderschöne und anschauliche Beschreibungen der umliegenden Landschaft und der Stimmungen, das ist sehr atmosphärisch und gelungen.
Sehr interessant war auch das Thema der Genomforschung und -veränderung, die ethischen Fragen dazu, dass aber auch nur kurz angeschnitten wird.
Die Figur der Rosa hat mir sehr gefallen, sie hat eine sehr interessante und facettenreiche Persönlichkeit, der Krimi an sich hatte nicht sehr viel Spannung zu bieten, er ließ sich eher als sehr ruhiger Roman mit Lokalkolorit lesen.

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Veröffentlicht am 01.06.2022

Das Leben gewinnt

Das Fundbüro der verlorenen Träume
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"Das Fundbüro der verlorenen Träume" von Helen Frances Paris ist ein sehr vielschichtiger Roman.
Dot arbeitet in London in einem Fundbüro und diese Arbeit ist ihr Leben. Denn Dot hat es sonst nicht leicht, ...

"Das Fundbüro der verlorenen Träume" von Helen Frances Paris ist ein sehr vielschichtiger Roman.
Dot arbeitet in London in einem Fundbüro und diese Arbeit ist ihr Leben. Denn Dot hat es sonst nicht leicht, sie ist einsam, ihre Mutter hat Demenz und mit ihrer Schwester hat sie ein sehr unterkühltes Verhältnis.
Als in der Arbeit alles umstrukturiert wird und privat auch eine Katastrophe nach der anderen folgt, verläßt Dot ihre eingefahrenen Wege. Das Buch klingt so locker und leicht, aber das ist es wirklich nicht. Hier werden in einem lockeren und leichten Erzählton einige wirklich schwierige Themen angesprochen. Hier spielt Demenz eine große Rolle, der Tod und Trauer, Depressionen und Suizid.
Den Erzählstil fand ich an manchen Stellen zu ausschweifend, wobei es mir an anderen an Tiefe gefehlt hat. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, was durch die angenehme Stimme der Sprecherin die Lektüre noch lebendiger gemacht hat.

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Veröffentlicht am 31.05.2022

Leben mit Trisomie 21

Mongo
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"Mongo" von Harald Darer ist ein Roman zu einem Thema, zu dem noch zu oft geschwiegen wird, wo in der Öffentlichkeit noch zu oft weggeschaut wird.
Katja ist schwanger. Katja hat einen Bruder, Markus und ...

"Mongo" von Harald Darer ist ein Roman zu einem Thema, zu dem noch zu oft geschwiegen wird, wo in der Öffentlichkeit noch zu oft weggeschaut wird.
Katja ist schwanger. Katja hat einen Bruder, Markus und Markus ist mit dem Gendefekt Trisomie 21 geboren worden. Katja ist damit aufgewachsen, sich immer vor ihren Bruder zu stellen, ihn zu beschützen, sich zu kümmern und kann Beschimpfungen nicht überhören. Jetzt weiß sie nicht, ob sie sich auf ihr Kind freuen soll, denn der Gendefekt ist vererbbar.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Harry, ihrem Mann erzählt, der Markus ja auch schon eine Weile kennt und von den vielen Problemen weiß. Beide machen sich Gedanken darüber, wie sie sich verhalten, wie sie entscheiden sollen. Und es wird sehr schön die Frage dargestellt, was Leben ist und was Leben lebenswert macht.
Ganz genau werden hier viele Aspekte des Lebens mit Behinderten angesprochen, ungeschönt, mit ehrlichen und klaren Worten. Besonders hat mir gefallen, dass auch Markus selber sehr oft zu Wort kam und mit seiner direkten Art so manche Situation zu entschärfen vermochte.
Ganz viel Stoff zu nachdenken gibt es hier, wie in unserer Gesellschaft mit Menschen wie Markus umgegangen wird, hier ist noch soviel mehr Offenheit und Aufmerksamkeit nötig, kein verschämtes Wegsehen.
Mit der Sprache tat ich mich etwas schwer, was nicht nur an der Mundart des Autors, sondern auch an vielen verschachtelten Sätzen lag. Bei einigen Themen hätte ich mir auch noch eine Vertiefung gewünscht. Empfehlenswert ist das Buch auf jeden Fall.

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Veröffentlicht am 31.05.2022

Krimi mit realem Hintergrund

Der dreizehnte Mann
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"Der dreizehnte Mann" von Florian Schwiecker und Rechtsmediziner Michael Tsokos ist der zweite Band der Justiz-Krimi-Reihe rund um Anwalt Rocco Eberhardt und Rechtsmediziner Justus Jarmer. Den ersten Band ...

"Der dreizehnte Mann" von Florian Schwiecker und Rechtsmediziner Michael Tsokos ist der zweite Band der Justiz-Krimi-Reihe rund um Anwalt Rocco Eberhardt und Rechtsmediziner Justus Jarmer. Den ersten Band "Die siebte Zeugin" habe ich auch gelesen, es wäre für das Verständnis aber nicht notwendig gewesen.
Timo und sein Freund Jörg wollen zusammen mit einer Journalistin einen riesigen Missbrauchsfall aufdecken. Kurz darauf wird Jörg vermisst und nur noch als Wasserleiche wiedergefunden. Rocco ist geschockt, als er von dem Experiment erfährt, in dem Jugendämter Pflegekinder zu Pädophilen gaben. Wer hat aber jetzt ein Interesse daran die Zeugen verschwinden zu lassen?
Der Fall wird sehr spannend aufgebaut und es ist erschütternd zu lesen, dass er auf wahren Geschehnissen beruht. Die Ermittlungen waren nachvollziehbar und die kurzen Kapitel ließen sich schnell und flüssig lesen. Die Ermittlungen nahmen hier viel mehr Raum ein als die Verhandlung vor Gericht und da man als Leser die Geschichte schneller durchschaute, fehlte es ein wenig an Spannung.

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