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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.11.2022

Faszinierendes Magiesystem, atmosphärisch geschrieben

Die Dunkeldorn-Chroniken - Blüten aus Nacht
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Mit dem Auftakt der „Dunkeldorn-Chroniken“ lädt Katharina Seck uns in eine Welt ein, in dem die aus dem Dunkeldorn gewonnene Blütenstaub die Basis der Macht und Magie der Dunkeldornmagier darstellt. Opal, ...

Mit dem Auftakt der „Dunkeldorn-Chroniken“ lädt Katharina Seck uns in eine Welt ein, in dem die aus dem Dunkeldorn gewonnene Blütenstaub die Basis der Macht und Magie der Dunkeldornmagier darstellt. Opal, unsere Protagonistin, ist eine der Plantagearbeiterinnen und obwohl ihr von Kindheit an beigebracht wurde, sich vor dem gefährlichen Dunkeldorn zu hüten, steht sie einer unvorhergesehenen Katastrophe schutzlos gegenüber und gerät zudem in einen Mahlstrom aus Geheimnissen und Intrigen.
Ohne jeden Zweifel ist der Dunkeldorn der Star des Romans: von mythischem Ursprung, magischer Befähigung bis hin zu wissenschaftlicher Manipulation bildet er das Herzstück des Settings und erfüllt diese Rolle auf spannende und originelle Weise. Ausgesprochen gut haben mir die Enthüllungen um den (desaströsen) gesellschaftlichen Umgang mit dem Dunkeldorn gefallen. Der flüssige, einnehmend-rankende Schreibstil der Autorin passt hervorragend zu der Thematik und macht das Lesen zu einem kurzweiligen Vergnügen.
Die Protagonistin hingegen hat mich stellenweise nicht überzeugt, besonders ihre Faszination und Anziehung zum Dornenprinz konnte mich nicht einnehmen.
Im Mittelstück des Romans gibt es eine ruhigere Phase der Neuorientierung, doch zum Ende nimmt die Handlung rasant an Fahrt auf, zieht mit überraschenden Wendungen in seinen Bann und endet viel zu früh.
Alles in allem ein gelungener Reihenauftakt, der mit interessantem Worldbuilding und Cliffhanger-Ende Lust auf mehr macht.

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Veröffentlicht am 30.09.2022

Die Geschichte der Imperia von Konstanz

Das Lächeln der Imperia
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1414: Zusammen mit zwei Kolleginnen macht sich die junge Prostituierte Gabriella nach Konstanz auf, wo das Kirchenkonzil mit seiner Vielzahl versammelter weltlicher und geistlicher Großen eine einmalige ...

1414: Zusammen mit zwei Kolleginnen macht sich die junge Prostituierte Gabriella nach Konstanz auf, wo das Kirchenkonzil mit seiner Vielzahl versammelter weltlicher und geistlicher Großen eine einmalige Gelegenheit bietet.
Auf erfrischend authentische Art und Weise verfolgt "Das Lächeln der Imperia" von Antje Windgassen den Werdegang Gabriellas, die sich noch vor ihrer Ankunft in Konstanz in Imperia umbenennt. Vor allem das menschliche Miteinander spielt in diesem Roman eine große Rolle, durch zufällige Bekanntschaften und gegenseitige Hilfeleistungen spinnt sich die Handlung fort. Das Spannungslevel ist dabei nicht sehr hoch, der der flüssige, angenehme Schreibstil sorgt für Kurzweile.
Die dunkleren Aspekte der Zeit werden nur beiläufig erwähnt, oder tauchen in erzählter Form in Figurenrede auf (z.B. die Verbrennung von Jan Hus). Dadurch entsteht bisweilen eine beinahe märchenhafte Stimmung, wozu auch das Ignorieren des Themas Sprachbarrieren beiträgt.
Prolog und Epilog sind ungewöhnlich lang, hier werden dem Leser interessante Informationen geliefert, um die Historizität des Gelesenen besser einzuordnen.
Alles in allem kann ich den Roman jedem Leser empfehlen, der angenehme Wohlfühl-Lektüre ohne viel Tiefe sucht.

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Veröffentlicht am 15.07.2022

Eine junge Frau zwischen Pflicht und Fernweh

Der Duft der Kirschblüten
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In „Der Duft der Kirschblüten“ erweckt Rosalie Schmidt das rasant wachsende Berlin der 1870er zum Leben. Die Protagonistin Clara, eine sympathische Figur mit Stärken und Schwächen, führt inoffiziell das ...

In „Der Duft der Kirschblüten“ erweckt Rosalie Schmidt das rasant wachsende Berlin der 1870er zum Leben. Die Protagonistin Clara, eine sympathische Figur mit Stärken und Schwächen, führt inoffiziell das Teehaus der Familie. Als ein unabsehbarer Schicksalsschlag die Winterfelds trifft, muss sie eine Entscheidung zwischen familiärer Pflicht und Sicherheit, sowie andererseits persönlicher Freiheit tätigen, deren Folgen weit reichen.
In einem angenehmen Schreibstil wird nicht nur die überraschend komplexen Familienbande um Clara Winterfeld veranschaulichst, eine große Rolle kommt Tee zu: Neben Handel und kulturellen Differenzen im Umgang mit ihm sind es besonders die anschaulichen Beschreibungen der Gerüche und Geschmäcke der verschiedenen Teesorten und von Claras Tee-Experimenten die einen großen Reiz des Romans ausmachen. Ein so authentisches, lebendiges Bild dieses Gutes ist mir nirgendwo sonst begegnet.
Auch historischen Aspekten anderer Art kommt diese Liebe fürs Detail zu, es entsteht eine schöne Atmosphäre, die es berechtigt den Roman als Schmöker zu bezeichnen.
Allerdings hätte ich mir was die Romanze zwischen Clara und Akeno angeht einen anderen Auftakt gewünscht: die auf die Erstbegegnung folgenden Briefkorrespondenzen sind für den Leser nicht ersichtlich, deshalb erscheint es mir als „Liebe auf den ersten Blick“. Das ist generell nicht mein Ding, aber gerade hier, wo ein anderer Charakter aufgrund seines oberflächlichen Verliebtseins/Wollens negativ agiert, hätte ich als Kontrast dazu eine sich entfaltende Romanze passender und sinnvoll gefunden.
An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass es sich nicht um einen alleinstehenden Roman handelt, sondern einen Reihenauftakt, der Lust auf die Fortsetzung macht.
Alles in allem ist „Der Duft der Kirschblüten“ der perfekte Roman zum Entspannen, vorzugsweise mit einer Tasse Tee.

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Veröffentlicht am 11.06.2022

Gelungene Geschichte mit schleichendem Grauen

Hunger
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Dieses Hörbuch nimmt uns mit auf eine Reise in das Bayern des 19. Jahrhunderts, wo die Welt nur auf den ersten Blick in Ordnung scheint. Denn obwohl sich rasch ein geständiger Täter des schockierenden ...

Dieses Hörbuch nimmt uns mit auf eine Reise in das Bayern des 19. Jahrhunderts, wo die Welt nur auf den ersten Blick in Ordnung scheint. Denn obwohl sich rasch ein geständiger Täter des schockierenden Mordes an der Müllerin Creszenzia Aytermoser findet, ist damit noch lange nicht alles geklärt…
Trotz ihrer Kürze ist die Geschichte komplex und hat Wiederhörwert. Charaktere werden auf einzigartige, bildliche Weise beschrieben und bleiben gut im Gedächtnis. Hierzu trägt nicht zuletzt die intelligent-humorvolle Wortwahl des Autors bei.
Stellenweise empfand ich die Sprechweise von Philipp Engelhardt zu dramatisiert, was nicht so recht zu dem schleichenden, unterschwelligen Aspekt des Grauens passte, doch das ist wohl Meinungssache.
Alles an allem möchte ich das Hörbuch an alle Freunde des klassischen Grauens und eloquenter Formulierungen empfehlen.

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Veröffentlicht am 25.05.2022

Spannende Fortsetzung mit starken Charakteren und Überraschungen

Loreley
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Der zweite Band der Loreley-Reihe schließt nahtlos an den ersten an (weshalb ich hier eine genauere Inhaltsangabe unterlassen werde, um nicht das Ende des ersten Bandes zu spoilern).
Im selben angenehmen ...

Der zweite Band der Loreley-Reihe schließt nahtlos an den ersten an (weshalb ich hier eine genauere Inhaltsangabe unterlassen werde, um nicht das Ende des ersten Bandes zu spoilern).
Im selben angenehmen Schreibstil werden die drei Perspektiven von Jermaine, Atlas und Belen weiterverfolgt, im ersten Teil aufgeworfene Fragen werden beantwortet, allerdings auf eine geschickte Weise, durch die weitere Fragen und Konflikte entstehen. Der am Ende des vorherigen Bandes gefasste Plan wird von den Elmanauten und der Crew der Ruby verfolgt, allerdings nicht sonderlich einmütig und zu diesen Auseinandersetzungen auf der Personenebene kommen überraschende Hindernisse hinzu. Derweil hat der Belen-Handlungsstrang ein niedrigeres Spannungslevel, die Kapitel um ihre sich entwickelnde Beziehung mit Thaloan sind süß zu lesen und auch was das Worldbuilding angeht sehr interessant, aber die Konflikte sind deutlich anderer Art. Mit einer Ausnahme scheinen sie allesamt weniger ernst/ weniger drängend. Generell mag ich Wechsel von aktionreichen zu ruhigeren Kapiteln, aber ich hatte beim Lesen den Eindruck eines erheblichen Ungleichgewichtes zwischen den drei Perspektivfiguren.
Die Autorin foreshadowed gekonnt: es lässt sich die Form des Ergebnisses erahnen, sobald das Rätsel aufgelöst wird, ist man als Leser dennoch von der Zusammensetzung und den Details überrascht. Und falls das unverständlich klingt, kann ich nur empfehlen es selbst zu lesen, denn ich kann es nicht besser in Worte fassen.
Alles in allem liegt mit Salz&See eine absolut gelungene Fortsetzung vor, die nicht nur selbst Spaß macht, sondern auch große Lust auf den nächsten Band.

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