Profilbild von Gamora

Gamora

Lesejury Star
offline

Gamora ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gamora über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.06.2022

Äußerst unterhaltsam

Wie man sich einen Lord angelt
0

Kitty Talbot hat es wahrlich nicht leicht: Nachdem ihr Verlobter die Verlobung gelöst hat, muss sie schleunigst einen neuen Ehemann finden, der vermögend ist. Denn nur so kann sie sich und ihre Schwestern ...

Kitty Talbot hat es wahrlich nicht leicht: Nachdem ihr Verlobter die Verlobung gelöst hat, muss sie schleunigst einen neuen Ehemann finden, der vermögend ist. Denn nur so kann sie sich und ihre Schwestern vor dem sicheren Ruin bewahren. Seit dem Tod ihrer Eltern fehlt es den Talbot-Schwestern an jeglichen finanziellen Mitteln, dafür haben sie umso mehr Schulden, sodass ihnen der Verlust ihres Hauses droht. Also macht sich Kitty auf den Weg nach London und stürzt sich auf die dortigen Bälle von Lords und Ladies.

Worauf das Buch hinausläuft und wie es schließlich enden wird, ist dem Leser recht früh klar. Das mindert aber nicht die Lust, die das Buch stets auf‘s Weiterlesen macht. Bei diesem Buch geht es eindeutig nicht um ein überraschendes, unerwartetes Ende. Es geht um den Weg dahin und dieser ist überaus unterhaltsam, nervenaufreibend und auch spannend. Angefangen damit, dass man weder von der aufgeweckten Kitty noch vom zu gern sarkastischen Lord Radcliffe genug bekommt.
Der Schreibstil der Autorin ist der Zeit angepasst und wirkt (überwiegend) authentisch. Mit Kitty hat die Autorin zudem eine unbeschreiblich tolle Figur geschaffen: aufgeweckt, ihrer Zeit voraus, wortgewandt, klug und scharfsinnig, bereit jegliche Opfer für ihre Familie zu bringen - ein rundum gelungener und unterhaltsamer Charakter. Ich hatte große Freude daran, Kitty auf ihre Bälle der Londoner High Society zu begleiten und habe bei ihrer Männerjagd stets mitgefiebert. Wer danach sucht, wird sicherlich Ähnlichkeiten zu „Stolz und Vorurteil“ finden, dennoch ist die Geschichte eine ganz andere und ich mochte sie nahezu genauso gern lesen wie den Klassiker von Jane Austen. Wer in diesem Buch allerdings wilde Romantik und Liebeleien sucht, ist damit schlecht bedient. Das hat das Buch eindeutig mit „Stolz und Vorurteil“ gemein, denn es handelt sich um eine der Zeit angepasste, sehr seichte Liebesgeschichte.

Neben Kitty gibt es zahlreiche weitere Charaktere, die man problemlos in sein Herz schließen kann, da sie alle samt toll ausgearbeitet und jeder für sich genommen besonders ist.

Ich habe das Lesen wirklich genossen und auch die wenigen Längen des Buches haben dem keinen Abbruch getan. Klare Leseempfehlung für Fans von Jane Austen und Liebesromanen aus dieser Zeit!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.09.2021

Umfangreich und schön gestaltet

ministeps Mein erstes großes Wörterbuch - ab 12 Monate
0

Mit dem ersten großen Wörterbuch von mini steps können sich die Kleinen ab 12 Monaten bereits spielerisch mit dem Wortschatz auseinandersetzen. Das Buch ist dazu absolut hilfreich und trotz insgesamt 250 ...

Mit dem ersten großen Wörterbuch von mini steps können sich die Kleinen ab 12 Monaten bereits spielerisch mit dem Wortschatz auseinandersetzen. Das Buch ist dazu absolut hilfreich und trotz insgesamt 250 enthaltener Begriffe nicht überfordernd.

Die Begriffe sind dafür nach verschiedenen Kategorien sortiert - eine Kategorie pro Doppelseite, zum Beispiel Kleidung, Lebensmittel, Spielzeug, Fahrzeuge, aber auch vielseitigere Themen wie der Bauernhof oder gefährliche Gegenstände (Messer, Kerze und Co.) werden abgedeckt. Die Seiten sind dabei nicht zu kleinteilig gestaltet, die Bilder haben meiner Ansicht nach ideale Größe. Auch haptisch ist das Buch ideal für die Kleinen. Dank dicker Pappseiten und extra dickem und beschichtetem Umschlag wirkt das Buch unkaputtbar. Die Kleinen können also sorglos damit spielen, auch wenn das Buch dadurch schon ein entsprechendes Gewicht hat.

Ich kann das Buch wärmstens weiterempfehlen und finde auch den Preis von 14,99 Euro dafür vollkommen angemessen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 10.08.2021

Süßes, detailverliebtes Buch für die Kleinsten

Dreh hin – Dreh her 2: Aufgewacht, kleiner Bär!
0

"Aufgewacht, kleiner Bär!" ist ein Mitmachbuch, dass sich bereits für Kleinkinder ab 18 Monaten eignet. Den Kleinen wird dabei spielerisch das morgendliche Ritual des Aufstehens, Anziehens, Frühstückens ...

"Aufgewacht, kleiner Bär!" ist ein Mitmachbuch, dass sich bereits für Kleinkinder ab 18 Monaten eignet. Den Kleinen wird dabei spielerisch das morgendliche Ritual des Aufstehens, Anziehens, Frühstückens und Zähneputzens veranschaulicht.
Zum Mitmachen lädt die "Dreh hin, dreh her"-Funktion ein. Diese funktioniert über eine Schlaufe, an der gezogen wird. Damit schiebt sich ein "verstecktes" Bild vor das bestehende, sodass der kleine Bär eben noch im Bett geschlummert hat und im nächsten Moment aufwacht und sich die Augen reibt. Der Schleifenzug funktioniert ohne Haken oder ähnliches einwandfrei. Die Schleife macht den Eindruck als hält sie einiges aus, sodass das Buch hoffentlich eine lange Lebenszeit hat.
Für mich punktet das Buch nicht nur durch schöne große Bilder, die die komplette Doppelseite einnehmen, sowie durch kurze, gut verständliche Texte, sondern auch mit Detailverliebtheit. Der Zeichenstil ist wirklich schön, dabei ein bisschen einfacher gehalten, aber trotzdem voller Details. Ein Beispiel: Auf mehreren Bildern sind kleine Mäuse drauf, die durch das Ziehen an der Schlaufe gemeinsam mit dem kleinen Bär ihre Position oder Tätigkeit verändern. Ein wirklich süßes Detail! Es gibt also viel zu entdecken in dem Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.04.2021

Düstere High Fantasy as its best

Vardari - Eisenwolf (Bd. 1)
0

Juva ist Jägerin und macht in den Wäldern Jagd auf Wölfe, deren Blut ihre Stadt benötigt, um die Steine, die als Reiseportale dienen, in Betrieb zu halten. Die Jagd macht ihren ganzen Lebensinhalt aus; ...

Juva ist Jägerin und macht in den Wäldern Jagd auf Wölfe, deren Blut ihre Stadt benötigt, um die Steine, die als Reiseportale dienen, in Betrieb zu halten. Die Jagd macht ihren ganzen Lebensinhalt aus; dass sie gebürtig aber eigentlich zu den Blutleserinnen gehört, verdrängt sie, denn in ihren Augen sind diese nichts als Schwindlerinnen, die den Menschen falsche Wahrheiten vorgaukeln, wie Wahrsagerinnen. Bis eine Reihe von Morden geschehen, die Juvas komplettes Leben verändern. Sie muss feststellen, dass die Blutleserinnen ein noch viel größeres Geheimnis umhüllt, bei der der Eisenwolf, der sie in ihrem Träumen verfolgt, eine große Rolle spielt.

Die Welt, die Siri Pettersen hier geschaffen ist, ist viel zu komplex als das so wenige Sätze auch nur annähernd den Inhalt dieses Buches wiedergeben könnten. Sie ist durchweg düster und vereint zudem noch verschiedene Völker in sich, sodass es eine sehr lange Weile gedauert hat, bis ich dem auf die Schliche gekommen bin, wer hier eigentlich wer ist und was es bedeutet. Auf den ersten gut 250 Seiten wirft die Autorin wahnsinnig viele Fragezeichen auf. Sie wirft einen mitten in die Handlung, ohne gefühlt auch nur ansatzweise etwas zu erklären. Und tut sie es doch, stellen sich einem sofort neue Fragen. Doch diese Seiten höchst aufmerksam zu lesen, lohnt sich dann spätestens ab der Buchmitte vollends. Alles ergibt plötzlich Sinn, es wird atemberaubend spannend und wir können alles über den Haufen werfen, was wir von Gut und Böse glauben zu wissen. Die Wendungen in der Handlung sind absolut unvorhersehbar und damit einfach fantastisch. Siri Pettersen konnte mich hier immer wieder schockieren, aufwühlen und auch manchmal ekeln. Für Zartbeseitete ist dieses Buch vielleicht weniger etwas, die Ausdrücke sind des Öfteren ruppig; Gewalt, Tod und sexuelle Spannungen werden offen geschildert.

 Diese Fantasy-Welt mag den Lesern der Rabenringe-Trilogie in Teilen nicht komplett fremd sein, mir war sie allerdings neu und ich habe sie trotz ihrer tiefsten Düsterkeit geliebt! Ein Hauch von Romantik kommt hier ebenfalls auf, aber auch diese in ihrer düstersten und dreckigsten Form. Wirklich gelungen, was Siri Pettersen hier geschaffen hat! Ich warte nun gespannt auf Band 2, jedoch ohne mit einem fiesen Cliffhanger leben zu müssen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2021

Bewegende, schockierende und wichtige Lektüre

Dunkelnacht
0

Die Novelle von Kirsten Boie versetzt uns zurück an den Tag und in die darauffolgende Nacht des 28. Aprils 1945. Dabei bekommen wir einen kurzen Einblick in das Leben der drei Jugendlichen Marie, Schorsch ...

Die Novelle von Kirsten Boie versetzt uns zurück an den Tag und in die darauffolgende Nacht des 28. Aprils 1945. Dabei bekommen wir einen kurzen Einblick in das Leben der drei Jugendlichen Marie, Schorsch und Gustl aus Penzberg und erleben hautnah, was die drei an diesem Tag - kurz vor dem Selbstmord Hitlers und dem Ende des 2. Weltkriegs - und in dieser dunklen Nacht erleben. Was hier von Kirsten Boie zwar erfunden wurde, findet seinen historischen Ursprung in den sogenannten Endphasenverbrechen, die sich am 28. April 1945 tatsächlich in Penzberg ereignet haben und bei denen viele unschudlige Menschen ihr Leben verloren. 

Die Novelle ist in zwei Abschnitte unterteilt, die Tag und Nacht voneinander trennen. Der restliche Text ist dann wiederum in viele kurze Abschnitte unterteilt, bei denen wir zwischen den Perspektiven der Figuren wechseln. Als Leser bekommen wir hier nicht nur den Blick durch die Kindesaugen von Marie, Schorsch und Gustl, wir blicken auch durch die Augen derjenigen, die aus Angst falsche Entscheidungen treffen, derjenigen, die nach Macht gieren und diese demonstrieren, derjenigen, deren letzte Chance die Flucht ist und derjenigen, die schon verloren haben. 

Der Schreibstil fällt besonders durch seine kurzen, prägnanten Sätze auf, die zwar fast wie ein Ereignisbericht anmuten, jedoch inhaltlich keinesfalls einem Ereignisbericht gleich kommen. Zwischen diesen kurzen Sätzen hat Kirsten Boie dermaßen viele Gefühle gepackt, sodass ich mit Beenden des Buches nicht mehr wusste, wo mir der Kopf stand. Dieses Buch zu lesen war für mich einerseits schockierend, andererseits wahnsinnig lehrreich. Leider fällt es so unglaublich schwer gar den Inhalt des Buches in Worte zu fassen. Es ist einfach ein Werk, das gelesen werden muss und dabei ist es egal, ob man sich für die deutsche Geschichte interessiert. Diese Novelle hat mich jedenfalls sehr berührt und ich hoffe dass sie in den nächsten Jahren noch viele, viele weitere genauso berühren wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere