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Veröffentlicht am 12.06.2022

Vollauf gelungener Auftakt zur Seebad-Krimireihe aus dem Deutschen Kaiserreich

Die Tote in der Sommerfrische
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"Die Tote in der Sommerfrische" bildet den äußerst gelungenen Auftakt zur Seebad-Krimireihe der Autorin Elsa Dix, die die selbstbewußte, nach Selbstbestimmung strebende, angehende Lehrerin Viktoria Berg ...

"Die Tote in der Sommerfrische" bildet den äußerst gelungenen Auftakt zur Seebad-Krimireihe der Autorin Elsa Dix, die die selbstbewußte, nach Selbstbestimmung strebende, angehende Lehrerin Viktoria Berg und den charismatischen Jung-Journalisten Christian Hinrichs - beide aus Hamburg - zu Zeiten des Deutschen Kaiserreichs auf der Nordseeinsel Norderney zusammenführt.

Die Insel ist im August des Jahres 1912 zur Sommerfrische gut besucht - viele Urlauber höheren Standes und einige Emporkömmlinge aus den gutbürgerlichen Schichten, die durch Industrie und Handel viel Geld verdient und damit Einfluss gewonnen haben, sind im mondänen Kaiserlichen Seebad zu Gast, als die Leiche einer Hotelbediensteten aus dem Wasser geborgen wird. Für die Polizei ist schnell klar - Selbstmord. Aber Viktoria Berg, die die Tote kannte und Christian Hinrichs, der die Tote aus dem Wasser zog, haben große Zweifel und beginnen auf eigene Faust zu ermitteln. Sie stoßen in ein Wespennest aus Intrigen, Eifersucht, politischen Ränkespielen und mehr...

Elsa Dix ist mit "Die Tote in der Sommerfrische" ein äußerst lesenswerter historischer Krimi gelungen, der sehr gut recherchierte Fakten mit einer tollen Story und extrem sympathischen Protagonisten verbindet. Die Standesunterschiede und die damit verbundenen Umgangsformen der damaligen Zeit werden ebenso gut herausgearbeitet, wie die Besonderheiten der Insel Norderney. Kenner der Insel finden viele real existierende Orte, Geschäfte und Hotels in der Geschichte wieder, so dass man die Schauplätze praktisch während des Lesens gedanklich mit Ablaufen kann - mit dem Charme von vor gut 100 Jahren.

Ein toller Krimi, der Lust auf einige Fortsetzungen und ein tieferes Eintauchen in die Geschichte um Viktoria Beg und Christian Hinrichs macht.

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Veröffentlicht am 12.06.2022

"Man weiß erst, was man hat(te), wenn man es verliert"

Jeder Tag ein neues Wunder
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Simon Barsch und seine Frau Anja hatten ein schönes gemeinsames Leben. Sie haben eine liebevolle Ehe geführt, waren beide beruflich erfolgreich, haben zwei tolle Kinder, ein schönes Haus - eigentlich schien ...

Simon Barsch und seine Frau Anja hatten ein schönes gemeinsames Leben. Sie haben eine liebevolle Ehe geführt, waren beide beruflich erfolgreich, haben zwei tolle Kinder, ein schönes Haus - eigentlich schien nichts zu fehlen.

Erst als Anja stirbt und sie ihren letzten Wunsch "Bring mich nach Hause" an ihren Simon heranträgt wird ihm klar, dass seine Frau ihre eigenen Interessen, ihre vorgezeichnete erfolgreiche Karriere, ihre Träume für die Beziehung und die Familie zurückgestellt, ja letztlich sogar ein Stück weit aufgegeben hat.

Simon fühlt sich schuldig, würde gerne so vieles anders machen und seiner Frau ihre Träume erfüllen - aber es ist zu spät. Er zerbricht fast an der Trauer und den Selbstvorwürfen, aber Ihren letzten Wunsch - den wird er nun in Angriff nehmen. Koste es, was es wolle.

Obwohl körperlich schon sehr gehandicapt und von Seekrankheit geplagt, macht er sich gemeinsam mit seiner resoluten polnischen Haushälterin Milena, die ganz eigene Probleme und Ängste um ihre beiden in Polen bei der Oma zurückgebliebenen Söhne mit sich herumträgt, auf den Weg, um seine Frau an den Ort zu bringen, an dem sich die beiden verliebt haben - nach Helgoland.

Eine turbulente Reise für beide beginnt, auf der sich überraschende Freundschaften entwickeln und auf der beide viel mehr über das Leben, die Liebe, Verzeihen, Mut, Trauer und die Möglichkeiten neuen Lebensmut zu finden, lernen, als sie es jemals für möglich gehalten hätten.

"Jeder Tag ein neues Wunder" ist genau das - ein wundervolles, Mut machendes Buch, das den Leser mitnimmt auf die inspirierende Reise zweier Menschen, die sich seit Jahren kennen, aber jetzt erst beginnen, den jeweils anderen kennenzulernen und wirklich wahrzunehmen.

Eine Geschichte - von der Trauer um einen geliebten Menschen inspiriert, durch Schuldgefühle und Verzweiflung auf den Weg gebracht, die sich zu einer der schönsten, ermutigenden und lebensbejahenden Erzählungen überhaupt entwickelt.

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Veröffentlicht am 22.05.2022

Eine beeindruckende Frau besteht das Abenteuer ihres Lebens und findet sich selbst

Fräulein Stinnes und die Reise um die Welt
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Deutschland in den 1920er Jahren - Clärenore Stinnes ist die Tochter eines der erfolgreichsten Industriellen des Landes. Nach dem Tod ihres geliebten Vaters, der sie immer gefördert hat und in ihr die ...

Deutschland in den 1920er Jahren - Clärenore Stinnes ist die Tochter eines der erfolgreichsten Industriellen des Landes. Nach dem Tod ihres geliebten Vaters, der sie immer gefördert hat und in ihr die würdige Nachfolgerin für die Führung des Familienkonzerns sah, strebt sie den ihr zugedachten Führungsposten an, aber ihre erzkonservative Mutter hält Frauen für minderwertig und traut ihnen nur die Rolle als Ehefrau und Mutter zu. Da sie jedwede andere Beschäftigung als unschicklich und Blamage für die Familienehre ansieht, verweigert sie Clärenore den Posten in der Führung des Familienunternehmens und überträgt die Verantwortung lieber Clärenores älteren, aber unfähigen Brüdern.

Clärenore lehnt sich auf, wird Autorennfahrerin und siegt bei einem renommierten Langstreckenrennen in Russland - natürlich ausschließlich gegen Männer. Doch ihre Pläne sind viel größer: das junge Fräulein Stinnes möchte als erste Frau in einem Automobil um die ganze Welt reisen.

Erwartungsgemäß verweigert ihre Mutter ihr jegliche finanzielle Hilfe bei der Umsetzung des Plans, aber die Zeit ist günstig. Die deutsche Automobil-Industrie ist durch die von Henry Ford in den USA etablierte Fließband-Produktion in Zugzwang geraten und benötigt dringend einen repräsentativen Werbeträger. Was wäre da eindrucksvoller als eine Frau, die in einem deutschen Auto die Welt umrundet?

Nach einem Jahr Planung startet Clärenore Stinnes Mai 1927 von Frankfurt aus gemeinsam mit zwei deutschen Mechanikern und einem schwedischen Filmoperateur, der die Stationen der Reise professionell auf Film und Fotos festhalten soll, mit zwei Fahrzeugen der Marke "Adler" Richtung Osten. Für Clärenore Stinnes beginnt die Reise ihres Lebens - in fremde Länder, rund um den Globus, durch viele Abenteuer und Gefahren. Vor allem aber beginnt die Reise zu sich selbst. Clärenore lernt, was wirklich wichtig ist in Ihrem Leben und das etwas, für das sie bislang immer vergeblich gekämpft hatte, völlig unwichtig ist.

"Fräulein Stinnes und die Reise um die Welt" ist eine Romanbiografie, für die sich die Autorin Lina Jansen eng an den Original-Reiseaufzeichnungen der Clärenore Stinnes orientiert hat. Alle beschriebenen Abenteuer sind tatsächlich so passiert und lassen die Reise, die vor knapp 100 Jahren stattgefunden hat, noch eindrucksvoller wirken.

Lina Jansen ist ein bild- und sprachgewaltiges Buch über eine starke Frau gelungen, die spannende Abenteuer besteht, ihre innere Zerrissenheit überwindet und zu sich selbst findet. Uneingeschränkt empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 05.05.2022

Spannung pur vor dem Hintergrund eines hochbrisanten Themas

Mord bei Anruf
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Als großer Anhänger der St. Tropez-Krimireihe von Luc Winger habe ich mit Spannung auf den mittlerweile 15. Fall mit Commissaire Lucie Girard als Haupt-Protagonistin gewartet - und "Mord bei Anruf" hat ...

Als großer Anhänger der St. Tropez-Krimireihe von Luc Winger habe ich mit Spannung auf den mittlerweile 15. Fall mit Commissaire Lucie Girard als Haupt-Protagonistin gewartet - und "Mord bei Anruf" hat mich nicht enttäuscht.

Im Gegenteil - in jedem einzelnen Buch der Serie schafft es der Autor problemlos, den Leser nach wenigen Seiten in die Welt der 1970er Jahre an der französischen Mittelmeerküste zu versetzen und mit einem spannenden Kriminal-Fall zu unterhalten.

Diesmal wird es für Lucie Girard und ihre sympathische Familie so persönlich wie nie - und leider auch politisch so aktuell wie niemals zuvor. Mitten im Kalten Krieg im Jahr 1976 wird die Commissaire in einen Konflikt mit dem russischen KGB hineingezogen. Es geht diesmal nicht nur einfach um einen Mord, sondern um Spionage, Geheimdienste, Weltpolitik und letztlich in der Hauptsache auch um das ganz persönliche Wohlergehen und Glück der Familie Girard-Leclerc.

Wieder einmal ein Highlight aus der Feder des hervorragenden Autors Luc Winger. Ich kann nur von ganzem Herzen fünf Sterne vergeben und eine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 05.05.2022

Eine Liebeserklärung an die Liebeserklärungen

Liebeserklärungen
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Wladimir Kaminer ist ein Autor, der mit den Worten jongliert wie kein Zweiter, Er trifft grundsätzlich den richtigen, für die jeweilige Geschichte angemessenen Ton - mal liebevoll, mal provokant, mal sarkastisch. ...

Wladimir Kaminer ist ein Autor, der mit den Worten jongliert wie kein Zweiter, Er trifft grundsätzlich den richtigen, für die jeweilige Geschichte angemessenen Ton - mal liebevoll, mal provokant, mal sarkastisch. Vor allem aber immer zum Vergnügen für seine begeisterten Leser.

In den "Liebeserklärungen" widmet sich Kaminer der wichtigsten Hauptsache der Welt - der Liebe in allen möglichen Facetten und Ausprägungen. Dabei erzählt er so bildhaft und authentisch, dass der Leser sich häufig fragt: "Ist das dem Autor wirklich passiert oder hat er diese Begebenheit erfunden?"

Einfach ein sehr unterhaltsames Buch voller Humor und genau der richtigen Prise nachdenklichmachender Ernsthaftigkeit.

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