Profilbild von Stillesen

Stillesen

Lesejury Star
offline

Stillesen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Stillesen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.06.2022

Erfrischend anders

All Lovers Lost
0

Ich liebe Vampirromane und habe ich sehr auf das Buch gefreut!

Es war mal erfrischend anders und viel düsterer, als ich erwartet habe. Zudem spielt die Geschichte in Hamburg – das hat mich noch neugieriger ...

Ich liebe Vampirromane und habe ich sehr auf das Buch gefreut!

Es war mal erfrischend anders und viel düsterer, als ich erwartet habe. Zudem spielt die Geschichte in Hamburg – das hat mich noch neugieriger gemacht.

Die Kapitel sind angenehm kurz und wechseln immer zwischen vier Perspektiven, das hat mir echt gut gefallen.

Von manchen Charakteren hätte ich gerne noch mehr erfahren. Die Autorin geht nicht gerade zimperlich mit ihnen um und komischerweise wirken sie so alle viel normaler.

Zwischendrin hatte das Buch für mich einige Längen und auch einige Dialoge fand ich leider anstrengend zu lesen.

Interessant finde ich, dass das Buch eine Mischung mehrerer Genres ist: Vampir-, Krankenhaus- und Kriminalroman. Definitiv ist es kein klassisches Romantasy-Buch. Romantik kam bei mir weniger auf, die Liebesgeschichte nahm ich für mich eher nebensächlich wahr.

Ungeschönt wird die dunkle Seite des Vampirdaseins beschrieben – da hat sich mir manchmal fast der Magen umgedreht.

Die negativen Vibes kamen auf jeden Fall bei mir an und die Gefühle wurden gut durch das Geschriebene auf mich transportiert.

Wer mal Lust auf einen Vampirroman der anderen Art hat, der ist mit diesem Buch bestimmt gut bedient! Na, neugierig?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2026

Leider nicht so überzeugend wie der erste Band

Brimstone - Königin der Finsternis. Krieger der Wölfe
0

Nach dem überzeugenden ersten Band, der ein Highlight für mich war, waren meine Erwartungen an „Brimstone“ entsprechend hoch. Die Fortsetzung knüpft inhaltlich direkt an die Ereignisse von „Quicksilver“ ...

Nach dem überzeugenden ersten Band, der ein Highlight für mich war, waren meine Erwartungen an „Brimstone“ entsprechend hoch. Die Fortsetzung knüpft inhaltlich direkt an die Ereignisse von „Quicksilver“ an, außerdem wird die Welt von einer sich rasch ausbreitenden Krankheit bedroht und Saeris, Kingfisher und ihre Verbündeten stehen vor der Aufgabe, eine Lösung zu finden. Parallel dazu entfalten sich zahlreiche Nebenhandlungen, politische Intrigen und persönliche Konflikte.
Die Grundlagen stimmen weiterhin. Das Worldbuilding besitzt große Strahlkraft, das Magiesystem ist interessant angelegt und die düstere Atmosphäre rund um Fae, Vampire und Machtkämpfe sorgt grundsätzlich für eine starke Fantasy-Basis. Auch stilistisch bleibt sich die Autorin treu.
Dennoch gelingt es dem Roman nicht immer, sein Potenzial wirklich auszuschöpfen. Die zentrale Handlung verliert sich zunehmend in Nebensträngen, die nicht immer zwingend erscheinen. Dadurch wirkt die Geschichte phasenweise unübersichtlich und im Mittelteil leider auch deutlich ausgedehnt, so dass ich sehr lange an dem Buch gelesen habe. Einzelne Logikfehler und das Gefühl, dass hier sehr viele Ideen gleichzeitig verfolgt werden, trüben leider den Lesefluss.
Kingfisher gewinnt im Vergleich zum ersten Band an Profil, während die Beziehung zwischen ihm und Saeris an Intensität einbüßt. Die wiederholte Betonung ihrer Seelenverbindung verliert im Verlauf an Wirkung. Auch die eingestreuten expliziten Szenen wirken stellenweise unpassend in den jeweiligen Kontext eingebunden und bremsen eher den Spannungsfluss, als ihn zu vertiefen.
Erst im letzten Drittel zieht das Tempo an: Die Handlung gewinnt an Dynamik und das Finale ist spannend.
„Brimstone“ ist damit keine misslungene Fortsetzung, bleibt jedoch hinter den Möglichkeiten seiner eigenen Welt zurück. Das Potenzial ist deutlich erkennbar, wird nur nicht immer fokussiert genutzt. Wer den Auftakt mochte, wird auch diesen Band lesen wollen. 3/5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.09.2025

Wenn die Erinnerung lückenhaft wird

Himmelerdenblau
0

Nach „Liebeskind“, „Martha schläft“ und „Perfect Day“ zählte ich mich zu den begeisterten Leser*innen von Romy Hausmann. Umso größer war meine Vorfreude auf ihren neuen Roman „Himmelerdenblau“. Doch leider ...

Nach „Liebeskind“, „Martha schläft“ und „Perfect Day“ zählte ich mich zu den begeisterten Leser*innen von Romy Hausmann. Umso größer war meine Vorfreude auf ihren neuen Roman „Himmelerdenblau“. Doch leider konnte das Buch meine Erwartungen diesmal nicht erfüllen.

Die Podcaster Liv und Phil rollen die Geschichte rund um die vor zwanzig Jahren spurlos verschwundene Julie neu auf und haben die Hoffnung, Licht ins Dunkel zu bringen. Der Vater der damals 16-Jährigen ist Theo Novak, der mittlerweile an fortgeschrittener Demenz leidet und den Podcastern helfen will.

Seine Erinnerungen sind fragmentarisch, widersprüchlich und wirr, was in einem Thriller durchaus ein spannendes erzählerisches Element sein kann. In diesem Fall geriet es jedoch zu einem Stolperstein, leider rissen mich die Kapitel aus seiner Sicht aus dem Lesefluss heraus. Die Handlung verliert sich immer wieder in den Nebeln von Theos Gedächtnis. Realität und Fantasie verschwimmen, ohne dass dies zur Spannung beiträgt.

Die häufigen Perspektivwechsel und unklaren Zeitebenen wirkten auf mich eher verwirrend als fesselnd. Einige Entwicklungen und Entscheidungen der Figuren konnte ich nicht nachvollziehen.

Spannungsmomente gibt es durchaus, aber sie verpuffen oft, bevor sie sich entfalten können. Der Fokus auf die Demenzerkrankung, so relevant und gut gemeint er sein mag, nahm für meinen Geschmack zu viel Raum ein. Dies ging zulasten des Thrill-Faktors, den ich an Hausmanns früheren Büchern so geschätzt habe.

Auch das Ende konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Es wirkte zu konstruiert und ich habe es so ähnlich leider gerade in einem anderen Buch gelesen.

Fazit: „Himmelerdenblau“ bleibt hinter den Erwartungen zurück. Wer Romy Hausmann für ihre dichten, psychologisch komplexen Thriller schätzt, wird sich hier womöglich schwer tun. Die ernste Thematik verdient Anerkennung, doch als Thriller funktioniert das Buch nur bedingt. 3/5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.08.2025

Wunden der Vergangenheit

In den Augen meiner Mutter
0

Ich hatte schon viel zu dem Buch „In den Augen meiner Mutter“ gehört und war sehr gespannt, die Geschichte zu lesen.

Die schwangere Georgie entdeckt durch Zufall im Fernsehen das Bild ihrer Mutter Nancy, ...

Ich hatte schon viel zu dem Buch „In den Augen meiner Mutter“ gehört und war sehr gespannt, die Geschichte zu lesen.

Die schwangere Georgie entdeckt durch Zufall im Fernsehen das Bild ihrer Mutter Nancy, die die Familie vor über 20 Jahren kommentarlos verließ. Zusammen mit ihrem Bruder Dan begibt sie sich auf einen Roadtrip nach Schottland, um Nancy zu finden und endlich alle Fragen aus der Vergangenheit zu klären.

Der Beginn ist spannend und wird abwechselnd von Georgie und Nancy in verschiedenen Zeitebenen erzählt.

Georgie und Dan haben nicht das beste Verhältnis, nähern sich auf der Suche nach ihrer Mutter aber wieder an. Nach und nach kommt das ganze Ausmaß der zerrütteten Familie ans Licht.

Jo Leevers hat einen interessanten, tiefgründigen und einfühlsamen Schreibstil und hat die Figuren behutsam herausgearbeitet. Trotzdem verlor sie mich im Laufe der Geschichte, denn die Spannung nahm ab und einige Gegebenheiten wirkten zu konstruiert.

Das Buch behandelt Themen wie zum Beispiel Depression, Alkoholsucht und Gewalt und die muss man aushalten können. Ich gebe zu, ich habe das Buch schon deswegen schlicht nicht gerne gelesen. Die Trauer und Zerrissenheit der Personen sind die ganze Zeit spürbar.

Die Gründung Georgies eigener kleiner Familie mit der die Geburt für einen Neuanfang steht, konnte mir persönlich keine Hoffnung schenken.

Das Ende verwunderte mich ehrlich gesagt, kam es doch wie ein Happy End daher. Leider konnte das den faden Beigeschmack von der vorherigen Geschichte nicht ganz vertreiben.

Fazit: Für mich war das Buch eine Spur zu tragisch und das Potenzial wurde nicht ganz ausgeschöpft: Trauer und Zerrissenheit haben alles andere überlagert, deshalb 3/5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.08.2025

Konnte nicht ganz überzeugen

Der Lehrer – Will er dir helfen oder will er deinen Tod?
0

Freida McFadden gehört seit der Housemaid-Reihe zu einer meiner absoluten Must-Reads. Die Erwartungen an „Der Lehrer“ waren dementsprechend hoch. Leider konnte mich das Buch nicht so begeistern wie die ...

Freida McFadden gehört seit der Housemaid-Reihe zu einer meiner absoluten Must-Reads. Die Erwartungen an „Der Lehrer“ waren dementsprechend hoch. Leider konnte mich das Buch nicht so begeistern wie die vorherigen.

Der Einstieg ist stark und die kurzen Kapitel und lockere Sprache haben mich durch die Seiten fliegen lassen. Handwerklich ist es wirklich ein guter Thriller. Im Vergleich zu den anderen Büchern der Autorin wirkte die Story allerdings weniger raffiniert, fast schon plump.

Abwechselnd wird das Buch von der Schülerin Addie und der Lehrerin Eve erzählt. Eve ist mit „dem Lehrer“ Nate verheiratet, der ein dunkles Geheimnis hat.

Was mir gefallen hat: Dass ernste Themen wie Machtmissbrauch und Missbrauch an Minderjährigen thematisiert werden und das Buch aufzeigt, wie schnell es gehen kann.

Weniger gefallen haben mir die Charaktere, zu denen ich absolut keinen Zugang entwickeln konnte. So habe ich das Buch heruntergelesen, ohne wirklich mitzufiebern. Das ist schade, denn ich wollte das Buch so gerne mögen.

Das und die Tatsache, dass der letzte Plott-Twist absolut unglaubwürdig war, lassen mir keine andere Wahl, als dem Buch 3/5 Sternen zu geben und nur eine bedingte Leseempfehlung auszusprechen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere