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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.07.2022

Packender, wendungsreicher Thriller

Der Unbekannte
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Christine Brand schreibt einfach total packende Bücher, egal ob es Thriller oder True-Crime-Geschichten sind. Ihre Reihe um Journalistin Milla und Ermittler Sandro begleitet mich nun schon einige Jahre ...

Christine Brand schreibt einfach total packende Bücher, egal ob es Thriller oder True-Crime-Geschichten sind. Ihre Reihe um Journalistin Milla und Ermittler Sandro begleitet mich nun schon einige Jahre und mit „Der Unbekannte“ ist nun der vierte Teil der Reihe erschienen. Die Bücher sind gut unabhängig voneinander lesbar, auch wenn sich die persönlichen Situationen der Hauptfiguren natürlich von Beginn an sehr stark entwickeln. Der Kontext wird allerdings in jedem Buch wieder kurz aufgegriffen, sodass es auch für Quereinsteiger gut nachvollziehbar bleibt. „Der Unbekannte“ beleuchtet nun Nathaniels Vergangenheit.

Zum Inhalt: Nathaniel weiß über seine Erblindung nur das, was ihm die Polizei dazu mitteilte. Nämlich, dass sein Vater die gesamte Familie ermordet und dann sich selbst gerichtet hat. Nur Nathaniel überlebte. Doch Nathaniel will mehr über seine Vergangenheit wissen und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Unwissend, dass er damit mehr Staub aufwirbelt als ihm lieb ist.

Was mir an den Büchern von Christine Brand so gut gefällt, sind die schnellen Perspektivenwechsel. Die Abschnitte sind recht kurz und gehen nahtlos ineinander über, getrennt nur durch kurze Überleitungen von einem Satz. Dadurch schreitet die Handlung sehr rasant voran, man ist an mehreren Orten gleichzeitig und „ermittelt“ an verschiedenen Baustellen. Das gefällt mir richtig gut, denn es hält die Spannung konstant hoch. Präsentiert werden diesmal zwei Fälle, in denen die Hauptfiguren direkt involviert sind und die mit zunehmender Seitenzahl parallel verlaufen und einen gemeinsamen Nenner bekommen.

Die Figuren treten gewohnt charakterstark auf, überschreiten gerne mal ihren Kompetenzbereich und stürzen sich Hals über Kopf in die Ermittlungen. Nathaniel lässt sich dabei von seiner Blindheit ebenso wenig Abschrecken, wie Milla von ihrem Interessenskonflikt mit Sandro. Ich mag diese „Sturm und Drang“-Art der Figuren. Das Buch ist zudem voller Verwicklungen und Wendungen, es passiert eigentlich konstant etwas überraschend. Der Epilog hat mich dann völlig verblüfft zurückgelassen, diesen letzten Plot Twist habe ich absolut nicht kommen sehen- hervorragend umgesetzt!

Inhaltlich ist der Fall und die Wellen die er schlägt fast schon too much für ein einziges Buch, aber irgendwie passt es trotzdem, dass ein stimmiges Bild entsteht, dass nicht erzwungen wirkt. Ich hatte auf jeden Fall viel Spaß mit dem Fall.

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Veröffentlicht am 11.07.2022

Fesselnder altenglischer Who-Dunnit-Krimi

Die Toten von Fleat House
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Lucinda Riley ist natürlich ein Name, den man in der Welt der Literatur kennt- wenn auch nicht unbedingt in Bezug auf Krimis. Denn dieses Buch ist nicht nur die letzte Veröffentlichung der verstorbenen ...

Lucinda Riley ist natürlich ein Name, den man in der Welt der Literatur kennt- wenn auch nicht unbedingt in Bezug auf Krimis. Denn dieses Buch ist nicht nur die letzte Veröffentlichung der verstorbenen Autorin, sondern auch ihr einiger Kriminalroman. Lucinda Riley hat eine riesige Fangemeinde und da sie sich mit diesem Buch eher auf meinem literarischen Interessengebiet bewegt, wollte ich es unbedingt wagen. Und ich muss sagen: ich bin richtig traurig, dass es keine weiteren Fälle geben wird, denn was Lucinda Riley hier abliefert ist echt spitze.

Zum Inhalt: ein englisches Internat in Norfolk, elitäre Umgangsformen und ein altehrwürdiges Gebäude. Was wie der Traum reicher Eltern für ihre verziehenen Sprösslinge klingt, entwickelt sich schnell zum Albtraum, als binnen zweier Tage zwei Tode in Fleat House gefunden werden. Was zuerst noch nach einem Unfall aussieht, entwickelt sich schnell zur Mordermittlung, zu der auch Scotland Yard hinzugezogen wird. Jazz wollte eigentlich den Polizeidienst quittieren, doch dieser ungewöhnliche Fall, lässt sie ihre Entscheidung überdenken. Kann sie den Fall lösen?

Das Cover ist toll gestaltet und passt perfekt zum Inhalt; genauso stelle ich mir so ein privates Internat auf dem Land vor. Das Setting wird gleichermaßen respekt- wie furchteinflößend. Das Buch beginnt unmittelbar vor den ersten Todesfall, es gibt also nicht viel Vorgeplänkel, was aber auch gar nicht nötig ist. Die Spannung wird direkt hochgehalten.

Schon zu Beginn gibt es eine düstere Grundstimmung, die daher rührt, dass scheinbar etwas zu verbergen versuchen. Es wird viel unterschwellig angedeutet, ohne dem Leser aber konkrete Hinweise zu machen, die ihm eine Lösung des Falles ermöglichen. Trotzdem habe ich versucht mitzuraten und zu kombinieren, was wohl vor sich gehen könnte. Vom Aufbau her ist das Buch ein typischer Who-Dunnit-Krimi, voller Befragungen und polizeilicher Ermittlungen, die am Ende das Gesamtbild ergeben.

Generell passiert in diesem Buch ziemlich viel, sodass auf einige Erkenntnisse gar nicht weiter im Detail eingegangen wird. Hier hätte ich mir gerne noch ein paar Seiten mehr gewünscht. Auch weil mir das Buch so gefallen hat und ich gerne noch weiterlesen wollte.
Ich finde es schade, dass wir wohl nie erfahren werden, wie die Geschichte um Jazz weitergeht, einen Folgeband hätte ich liebendgerne gelesen. Dieses Buch zeigt einfach, wie toll Lucinda Riley auch abseits ihres Roman-Genres schreiben konnte.

Ein fantastisches Buch

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Veröffentlicht am 06.07.2022

Wahnsinnig packender Thriller

Im Augenblick des Todes
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Als großer Fan der „Auris“-Reihe war ich erfreut, dass Vincent Kliesch mit Olivia Holzmann und Severin Boesherz gleich zwei neue Ermittler geschaffen hat, deren Fälle in zwei getrennten Reihen parallel ...

Als großer Fan der „Auris“-Reihe war ich erfreut, dass Vincent Kliesch mit Olivia Holzmann und Severin Boesherz gleich zwei neue Ermittler geschaffen hat, deren Fälle in zwei getrennten Reihen parallel und anachronistisch erzählt werden. Das jeweils erste Buch der beiden Reihen hatte mich im Vergleich zur „Auris“ zwar nicht völlig umgehauen, aber dennoch genug angefixt und dranzubleiben. Und siehe da, der neue Band „in Augenblick des Todes“ waren einfach unfassbar spannend und einer der besten Thriller, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

Zum Inhalt: ein grausamer Mord erschüttert Berlin, als die Leiche eines Arztes gefunden wird, der sich scheinbar selbst behandelt. Und nicht nur die bizarr zur Schau gestellte Leiche lässt Ermittler Severin Boesherz erschauern- er hat das schon einmal gesehen. Der Tatort gleicht dem einzigen Fall, den Severin niemals lösen konnte. Jetzt richtet sich scheinbar der Mörder mit einem grausamen Speil an ihn- finde mich oder es wird nicht enden. Aber kann Severin sich seinen Dämonen stellen oder wird die Vergangenheit ihn einholen?

Zuerst einmal: das Cover ist perfekt. Es hat einen direkten Bezug zur Handlung und zum Hauptcharakter Severin Boesherz, was mir richtig gut gefällt. Außerdem finde ich es total stimmungsvoll und es macht richtig Lust herauszufinden, was es damit auf sich hat. Ich bekenne mich schuldig, fanatischer Fan von Vincent Kliesch zu sein und das Buch in einer einzigen Nacht durchgesuchtet zu haben, so packend fand ich den Inhalt. Ich wollte unbedingt wissen, was Severin weiß und sein dunkles Geheimnis lüften. Und oh man, ich wurde absolut nicht enttäuscht.

Das Buch ist grandios geschrieben und der Plot so verzwickt und gleichzeitig so genial verstrickt konstruiert, dass es mich nicht losgelassen hat. Ich liebe es, wie Boesherz mittels Deduktion Fälle löst und Dinge sieht, die anderen nicht auffallen. In diesem Buch hat aber auch Olivia ganze Arbeit geleistet und ich liebe es, wie erklärt wird, wie sie auf die Lösung der mörderischen Rätsel gekommen sind. Oft entscheiden in Thrillern und Krimis ja Zufälle oder geschickte Tipps über den Ausgang des Falls. Hier ist dem nicht so. Es gibt immer ein konkretes Szenario inklusive Rätsel, das von den Ermittlern gelöst wird. Nebenher gibt es einen eher privaten Handlungsstrang um Severin, der ebenfalls entwirrt werden muss. Es hat mir gut gefallen, dass wie der Leser abgeholt wird, so konnte ich mir anhand der Informationen selbst zusammenreimen, was wohl hinter dem Fall stecken könnte.

Der Fall war schon brutal, aber Kliesch beschreibt die Tatorte fast schon mit klinischer Sachlichkeit, sodass ich es nicht abstoßend fand, sondern eher fasziniert war, von der Kunstfertigkeit, die dahintersteckt. Der Fall entwickelte eine wahre Sogwirkung, der ich nicht entkommen konnte. Ich war gebannt von der Lösung des Rätsels. Der Showdown am Ende war einfach fantastisch.
Wer die anderen beiden Bücher der Ermittlerduos gelesen hat (was aufgrund der anachronistischen Reihenfolge kein Muss ist), der wird hier schon den ein oder anderen Hinweis haben.

Erstklassiges Katz-und-Maus-Spiel bei dem nicht klar ist, wer eigentlich die Katze ist. Ich würde 10 Sterne geben, wenn das möglich wäre.

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Veröffentlicht am 25.07.2022

Absolut Zauberhaft

Das kleine Cottage in Irland
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Ich liebe, liebe, liebe die „Romantic-Escapes“-Reihe von Julie Caplins und bin mit ihr und ihren Figuren schon an fantastisch Orte gereist. Mit „das kleine Cottage in Irland“ hat sie mir einen Herzenstraum ...

Ich liebe, liebe, liebe die „Romantic-Escapes“-Reihe von Julie Caplins und bin mit ihr und ihren Figuren schon an fantastisch Orte gereist. Mit „das kleine Cottage in Irland“ hat sie mir einen Herzenstraum erfüllt, denn ich liebe Irland. Das hellgrüne Cover passt perfect zu Irland und macht direkt gute Laune.

Zum Inhalt: Hannah ist Anwältin in Manchester. Sie führt ein geregeltes, unaufgeregtes Leben, was ihr plötzlich nicht mehr genug ist. Spontan nimmt sie sich eine Auszeit vom Job um an einem sechswöchigen Kochkurs in Irland teilzunehmen. Und verliebt sich dort hoffnungslos in das Land, die Leute und in Conor- den Sohn der Besitzerin.

Julia Caplins Bücher sind wie Balsam für die Seele. Sie haucht den Orten an denen ihre Geschichten spielen unheimlich viel Wärme und Leben ein, sodass ich jedes Mal meine Koffer packen und dorthin aufbrechen will. So auch hier. Dieses Buch zu lesen ist wie einen Kurzurlaub zu machen und sich selbst in die wunderschöne, raue Natur Irlands zu verlieben.

Die Charaktere sind einfach nur toll ausgearbeitet, so authentisch und sympathisch. Die Teilnehmer des Kochkurses sind bunt gefächert und jeder hat eine kleine Backgroundstory bekommen, was den Charakteren Tiefe verleiht, auch wenn der Fokus eindeutig auf Hannah und Conor lag.

Ich liebe es, dass Julie Caplin starke Frauenfiguren schafft, die über sich hinauswachsen, etwas wagen und sich nicht unterkriegen lassen. Das macht die Geschichten immer so inspirierend. Zugleich sind die Frauen so bodenständig, dass man sich selbst in ihnen wiederfinden kann.

Julia Caplin hat die Mentalität und den Ton der Iren gut getroffen und mich wieder erfolgreich auf eine romanische Reise mitgenommen.

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Veröffentlicht am 30.06.2022

Großartiger dritter Band der Reihe

The Feeling Of Forever
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Ich habe die St.-Clair-Campus-Reihe von Yvy Kazi damals eher zufällig entdeckt und war bereits vom ersten Band absolut hingerissen. Ich liebe einfach amerikanische Campus-Geschichten und Yvy Kazi hat mit ...

Ich habe die St.-Clair-Campus-Reihe von Yvy Kazi damals eher zufällig entdeckt und war bereits vom ersten Band absolut hingerissen. Ich liebe einfach amerikanische Campus-Geschichten und Yvy Kazi hat mit Fair Haven ein echtes zu Hause geschaffen, mit vielen bezaubernden Orten und liebenswerten Charakteren, sodass ein weiteres Buch der Reihe lesen, sich für mich wie nach Hause kommen anfühlt. Die Bände sind unabhängig voneinander lesbar, ich empfehle allerdings die Bücher der Reihe nach zu lesen um die Verbundenheit mit dem Ort und den Leuten entsprechend zu nachzuempfinden.

Zum Inhalt: Die Otters brauchen einen neuen Cornerback. Leider entpuppt sich dieser ausgerechnet als Pennys One-Night-Stand aus L.A., was sie schockiert feststellen muss, als sein Wagen direkt vor ihrem liegen bleibt. Und dann ist da auch immer noch dieselbe Anziehung, die sie schon in L.A. gespürt hat. Doch Cameron kann es sich nicht leisten, sich in Penelope Perez zu verlieben, denn er hat eine Tochter, die für ihn an erster Stelle steht. Und auch ihre sozialen Unterschiede scheinen zwischen ihnen zu stehen.

Camerons Auftreten wurde ja bereits im vorherigen Band angeteasert und schon da fand ich ihn und seine Tochter Lucy super sympathisch. Dieser Eindruck wurde im Buch jetzt nur verstärkt. Ich finde es toll, dass die Figuren alle so verschieden sind und ganz unterschiedliche Background-Geschichten haben. Penny war bisher ja eher eine Randfigur und durch ihr ganzes Auftreten eher weniger sympathisch, aber in diesem Buch macht sie eine 180 Grad Wende, finde wieder zu sich selbst zurück und hat den Mut sich ihren Eltern und deren völlig überdrehten Erwartungen zu stellen. Sie steht für sich ein und kämpft für das was sie will, auch wenn sie andere damit vielleicht enttäuscht. Ich finde damit hat sie echt Vorbild-Charakter. Ich finde es toll, dass sie sehr menschliche Fehler macht, sich auch mal einen Fauxpas leistet, ihr moralischer Kompass ihr aber am Ende den richtigen Weg zeigt.

Ich fand es toll an altbekannte Orte der Reihe zurückzukehren und die Figuren wiederzutreffen, die ich bereits ins Herz geschlossen hatte. Trotzdem hat es mir gut gefallen, dass die Handlung auch ein bisschen aus Fair Haven heraus verlegt wurde. Es zeigt, dass weggehen nicht schlimm sein muss und Heimat kein Ort, sondern ein Gefühl und geliebte Menschen sind, egal wo sie sich aufhalten.

Ich liebe diese Reihe und ich hab es in den vorherigen Rezensionen sicher auch schon gesagt und sage es wieder: es wird Zeit für ein Buch über Bo! Ich will mehr von dieser Reihe, von diesen Figuren, die ich inzwischen als meine Freunde betrachte!

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