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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.08.2018

mangelhaft

Vox
1

VOX von Christina Dalcher hat ein tolles Cover und einen vielversprechenden Klappentext. Und die erste Hälfte des Buches liest sich zügig und durchaus unterhaltsam. Auch wenn es von Anfang an so einiges ...

VOX von Christina Dalcher hat ein tolles Cover und einen vielversprechenden Klappentext. Und die erste Hälfte des Buches liest sich zügig und durchaus unterhaltsam. Auch wenn es von Anfang an so einiges gibt, was etwas gewollt und unrealistisch scheint. Aber ich wollte der Story eine Chance geben und war gespannt, wie die Autorin diese Dystophie zum Finale bringt. Aber spätestens im letzten Drittel häufen sich die Ungereimtheiten. Im Nachwort steht, das Buch wurde innerhalb von zwei Monaten geschrieben. Was war denn da so eilig. Ein bisschen mehr Zeit hätte der Geschichte sicher gutgetan. Soaber finde ich, dass der Plot lieblos und einfaltslos geschrieben ist. Alles geht viel zu schnell. Alle entscheidenen Höhepunkte waren entweder in zwei, drei Sätzen abgehandelt oder wurden nur angedeutet. Ich musste manches nochmal lesen, weil ich auf mehr Verständnis hoffte und die Geschehnisse unzureichend erklärt wurden. Beim Hauptakt, dem eigentlichen Showdown, war man nicht einmal als Leser dabei sondern erfuhr nur nebelhaft eine Andeutung. Es wurde alles nur überstürtzt und fade abgehandelt. Die Autorin hat all das Potential der Geschichte verpuffen lassen.

Ein wirklich ärgerliches Leseerlebnis, weil es so gut anfing und dann so leidenschaftslos abgehandelt wurde. Ja, die eigentliche Idee fand ich gut. Die Umsetzung war mehr als mangelhaft. Von mir gerade noch drei Sterne, mit Tendenz nach unten.

Veröffentlicht am 16.06.2017

etwas langatmig

Der Gaukler und die Tänzerin
0

Als sechsjährige muss Magdalena überstürzt von Zuhause fliehen, da ihre Mutter, eine der Mätressen des hessischen Landgrafen, eines unnatürlichen Todes gestorben ist und sie den Mord beobachtet hat. Zigeuner ...

Als sechsjährige muss Magdalena überstürzt von Zuhause fliehen, da ihre Mutter, eine der Mätressen des hessischen Landgrafen, eines unnatürlichen Todes gestorben ist und sie den Mord beobachtet hat. Zigeuner retten ihr Leben und nehmen sie bei sich auf. Und aus ihr wird das Zigeunermädchen Suni, das als Tänzerin ihren Lebensunterhalt verdient und die Geschehnisse in ihrer Kindkeit verdrängt hat. Aber als sie wieder in ihre Heimatstadt zurückkehr überstürzen sich die Ereignisse, denn sie sieht ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten aus und es gibt Menschen, die sie töten wollen. Gut, dass ihr Kinderfreund Mathis sie findet und ihr hilft.

Es war mein erstes Buch von Nicole Steyer. Beworben wird das Buch als Sittengemälde des 18. Jahrhunderts und als Streitschrift gegen Diskriminierung. Ich finde das etwas zu hoch gegriffen. Ja, es geht um Zigeunerhass und Verfolgung dieser Volksgruppe. Allerdings tut speziell der Graf dies, weil er glaubt, sie hätten seiner Tochter etwas zu Leide getan, das verwässert meiner Meinung nach den Begriff Diskriminierung. Mathis hingegen wird meiner Meinung nach nicht besser oder schlechter behandelt trotz seiner dunklen Hautfarbe. Meistens habe ich diese sogar ganz vergessen. Das ist wohl auch den Verlagsverantwortlichen bei der Covergestaltung so gegangen, denn ich verstehe nicht, wie ich einem Buch den Titel „Der Gaukler und die Tänzerin“ geben kann und der Mohr dann nicht als solcher auf dem Cover abgebildet wird. Das finde ich fast ein bisschen diskriminierend.

Ich fand den Schreibstil etwas aufgebläht und langatmig. Alle Gefühle und Geschehnisse werden extrem durchgekaut und dem Leser wird wenig Spielraum für eigene Gedanken gelassen. Auch ist es einer der historischen Romane, die die Historie mehr als Rahmen benutzen ohne dass ihr richtige Tiefe gegeben wird. Ich habe nichts wirklich Neues über das damalige Leben und die geschichtlichen Fakten erfahren. Das war mir etwas dünn, nachdem ich vorher den aktuellen Gablé genossen hatte.

Ein netter Roman über ein tapferes Mädchen und einen Jugendfreund, mit dessen Hilfe sie zu ihrem Recht und ein paar Übeltäter zu ihrer gerechten Strafe kommen. Mit viel Gefühl und ein bisschen Herzschmerz. Für mich leider zu belanglos – trotz der dramatischen Geschehnisse.

Veröffentlicht am 30.11.2025

nicht überzeugend

Das Antiquariat am alten Friedhof
0

Ich bin eigentlich schon ein treuer Kai Meyer Fan. Als solcher habe ich einige seiner Perlen im Schrank. Erst die alten Histos und Mysteriebücher. Später diverse Jugendbuchreihen. Alle geschätzt und für ...

Ich bin eigentlich schon ein treuer Kai Meyer Fan. Als solcher habe ich einige seiner Perlen im Schrank. Erst die alten Histos und Mysteriebücher. Später diverse Jugendbuchreihen. Alle geschätzt und für so gut befunden, dass sie in meinen Sammlungen einen Platz haben dürfen.

Nur mit dieser aktuellen Reihe werde und werde ich einfach nicht warm. Ein viertes Mal habe ich die Chance ergriffen und ein viertes Mal wurde ich nicht richtig warm mit der Story. Das Antiquariat am alten Friedhof heißt dieser Band.

Zum einen tue ich mich einfach schwer mit zwei Zeitebenen. Diesmal war es sowohl die Spannung, die mir fehlte als auch eine leichte Verwirrung der Zusammenhänge.

Die Personen waren mir zu eindimensional und die Mysterie nur oberflächlich. Ich glaube, der letzte ist der entscheidende Punkt. Ich mag lieber, wenn er richtige Fantasy schreibt. Dieses Zwischending ist für mich nix.

Veröffentlicht am 13.04.2025

nicht meins

Das Ministerium der Zeit
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Dieses Buch hat einiges an Vorschußlorbeeren zu bieten und ich war wirklich freudig gespannt. Zeitreisegeschichten sind wirklich die Sahnehäubchen in der SF-Literatur und bieten einiges an Spielraum und ...

Dieses Buch hat einiges an Vorschußlorbeeren zu bieten und ich war wirklich freudig gespannt. Zeitreisegeschichten sind wirklich die Sahnehäubchen in der SF-Literatur und bieten einiges an Spielraum und Möglichkeiten, den Leser zu unterhalten.

"Das Ministerium der Zeit" hat leider keine meiner Erwartungen erfüllt. Das liegt für mich vor allem an der Art, wie an die Darsteller und das Setting herangegangen wird. Die Hauptdarstellerin bekommt nicht mal einen Namen. Das ist etwas, was ich nicht verstehen kann. Warum will man die Leserschaft nicht abholen? Die Frau ist nicht unsympathisch aber in mir sträubte sich alles bei dieser anhaltenden Namenlosigkeit. Auch die anderen Figuren hatten Potential, aber ich kam ihnen nie nahe.

Und es gibt allgemein kaum Beschreibungen über die Umwelt, das Ministerium, die Gegend. Überhaupt alles. Man merkt, dass die Autorin versucht, wichtige Dinge hineinzubasteln. Aber was will sie mir mit der Geschichte sagen? Keine Ahnung. Ich war froh und habe am Ende nur noch quer gelesen. So gar nicht Mainstream.

Veröffentlicht am 24.02.2025

holprig erzählt

Our Infinite Fates
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Und täglich grüßt das Murmeltier. So geht es zumindest der Hauptdarstellerin Evelyn, die seit Jahrhunderten immer wieder die ersten 18 Jahre eines Lebens lebt um dann von ihrer großen Liebe Arden getötet ...

Und täglich grüßt das Murmeltier. So geht es zumindest der Hauptdarstellerin Evelyn, die seit Jahrhunderten immer wieder die ersten 18 Jahre eines Lebens lebt um dann von ihrer großen Liebe Arden getötet zu werden. Und dann erneut auf die Welt zu kommen, um erneut zu lieben und zu sterben. Warum das Ganze? Und wie diesen Kreislauf durchbrechen?

Das ist in Kurzform die Geschichte und leider passiert ansonsten nicht wirklich viel. Man erfährt, was so in einem Schnelldurchlauf die letzten Male passiert ist. Und in der Gegenwart kämpft Evelyn darum, wenigstens einmal das Geschehen zu verändern. Ich habe irgendwie nicht richtig einen Draht zu den beiden bekommen. Ja, das Mädel ist freundlich und warmherzig und liebt ihre aktuelle Schwester. Und er ist der geheimnisvolle Typ, den man sehr lange nicht verstehen kann, da seine Gefühle und Intentionen nicht erklärt werden. Dennoch fehlten mir Empathie und Spannung. Es wird einfach sehr holprig erzählt. Da hatte ich mir etwas anderes erhofft.