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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.07.2022

Dem Hass auf der Spur

Die dunkle Leidenschaft
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Professor Reinhard Haller ist Psychotherapeut, Psychiater, Neurologe und Gerichtsgutachter und hatte so im Laufe seines Berufslebens schon viel mit Verbrechen zu tun, bei denen Hass ein Beweggrund war. ...

Professor Reinhard Haller ist Psychotherapeut, Psychiater, Neurologe und Gerichtsgutachter und hatte so im Laufe seines Berufslebens schon viel mit Verbrechen zu tun, bei denen Hass ein Beweggrund war. In seinem neuesten Buch beschäftigt er sich nun genauer mit dem Phänomen Hass, angefangen damit, was alte Philosophen oder die Bibel zum Hass zu sagen hatten. Aber auch Wissenschaftler:innen aus den letzten Jahrhunderten und aktuell noch tätige Expert:innen kommen zu Wort, wenn alle möglichen Seiten des Hasses genauer beleuchtet werden. Das Ganze wird immer wieder praktisch angereichert durch, teils sehr aktuelle, Fallbeispiele aus Professor Reinhard Hallers Berufspraxis oder Vorfälle, die es bis in die überregionalen Medien geschafft haben. So beginnt man, etwas besser nachvollziehen zu können, wie Menschen zu sehr schlimmen Dingen fähig sein können und was Hass in ihnen anrichten kann. Der Autor versucht aber auch, Möglichkeiten aufzuzeigen, was man tun kann, damit Hass nicht immer verbreiteter wird in unserer Gesellschaft.
Das Buch ist so natürlich keine leichte Kost, die der Unterhaltung dient, sondern richtet sich definitiv an Menschen mit Interesse an der Thematik. Der Schreibstil ist relativ wissenschaftlich mit vielen Expert:innenzitaten und Fachbegriffen, allerdings werden Begriffe, die nicht als allgemein bekannt vorausgesetzt werden, auch erklärt, sodass es für mich kein Problem war, dem Inhalt zu folgen. Besonders gut fand ich, dass sehr viele Fallbeispiele einen Zusammenhang zwischen Wissenschaft und Praxis herstellten, sodass es nicht bei theoretischen Hintergrundinformationen blieb.

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Veröffentlicht am 10.07.2022

Abgründe

Das Letzte, was du hörst
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Im Mittelpunkt des neuesten Werkes von Andreas Winkelmann, das den dazu passenden Titel "Das letzte, was du hörst" trägt, steht der Podcast des selbst ernannten Life-Coaches Marc Maria Hagen. Die junge ...


Im Mittelpunkt des neuesten Werkes von Andreas Winkelmann, das den dazu passenden Titel "Das letzte, was du hörst" trägt, steht der Podcast des selbst ernannten Life-Coaches Marc Maria Hagen. Die junge Journalistin Roya Mayer stellt Recherchen über ihn an und hat dann einen Auto-Unfall, als sie auf dem Weg zu einem der weiblichen Fans des Podcasts ist. Diese Frau wollte mit ihr zusammenarbeiten und hatte ihr kurz vor dem Unfall einen Hilferuf geschickt, kann später aber nur noch tot gefunden werden, ebenso wie ihr Lebensgefährte. Roya Meyer und auch eine Kommissarin versuchen herauszufinden, warum die beiden gestorben sind und welche Rolle der Podcaster einnimmt. Im Laufe der Nachforschungen kommt es zu weiteren Todesfällen.

Ich fand die Geschichte sehr spannend und zugleich auch schlüssig aufgelöst, wobei die Spannung lange erhalten blieb. Die Thematik mit dem Life-Coaching per Podcast ist recht aktuell und passt in die heutige Zeit. Dadurch, dass immer wieder aus verschiedenen Perspektiven erzählt wurde, wurde die Spannung zusätzlich gesteigert und man konnte sich gut in die beteiligten Personen hineinversetzen. Der Schreibstil war gut lesbar und auch Cover passt gut zu diesem Genre.

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Veröffentlicht am 01.07.2022

Gelungene Fortsetzung

Die Landärztin - Der Weg ins Ungewisse
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Mir hat auch dieser zweite Teil um die junge Ärztin Thea Graven, deren Traum es ist, als Gynäkologin zu arbeiten, sehr gut gefallen.

Anders als der erste Teil, ist der Handlungsort nicht mehr nur die ...

Mir hat auch dieser zweite Teil um die junge Ärztin Thea Graven, deren Traum es ist, als Gynäkologin zu arbeiten, sehr gut gefallen.

Anders als der erste Teil, ist der Handlungsort nicht mehr nur die Eifel, sondern große Teile der Fortsetzung spielen sich im Allgäu ab, da Thea kurz vor ihrer Hochzeit an Kinderlähmung erkrankt und sich quasi in eine Klinik im Allgäu flüchtet, um ihrem Verlobten nicht zur Last zu fallen. In der Klinik muss sie es irgendwie schaffen, trotz der schlimmen Folgen der Krankheit wieder Lebensmut zu fassen, um sich zurück ins Leben zu kämpfen.

Ich fand es sehr spannend, auf diese Art mehr über die Folgen von Kinderlähmung zu erfahren, einer Krankheit, die es in unserer Zeit dank der Impfungen zum Glück in Deutschland nicht mehr gibt. Es ist wirklich eindrücklich, mitzuerleben, was Thea durchmachen muss. Auch das Wiedersehen mit den anderen Charakteren aus dem ersten Teil hat mich gefreut und die neu hinzugekommenen Personen konnten mein Herz ebenfalls gewinnen. Ich würde mich auf jeden Fall sehr freuen, wenn es auch noch einen dritten Teil der Reihe geben würde, genug Stoff wäre sicher noch vorhanden.

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Veröffentlicht am 26.06.2022

Die Hafenärztin setzt sich für die Auswanderer ein

Die Hafenärztin. Ein Leben für das Glück der Kinder (Hafenärztin 2)
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Der zweite Teil um die Hamburger "Hafenärztin" Anne Fitzpatrick spielt im Jahr 1911, zur Zeit der großen Auswanderungswelle, als im Hamburger Veddel extra Hallen eingerichtet wurden, um die vielen Auswanderungswilligen, ...

Der zweite Teil um die Hamburger "Hafenärztin" Anne Fitzpatrick spielt im Jahr 1911, zur Zeit der großen Auswanderungswelle, als im Hamburger Veddel extra Hallen eingerichtet wurden, um die vielen Auswanderungswilligen, die von weit her anreisten, unterzubringen, bevor es meist nach Amerika ging, wo diese Menschen sich aus verschiedensten Gründen ein besseres Leben versprachen. Natürlich ließ sich auch gutes Geld mit dem Leid der Auswanderer verdienen.

Das ist aber nicht der Grund, warum sich die Hafenärztin neben ihrer Praxis auch um die Auswanderer kümmert. Und auch Helene Curtius, die dort als Lehrerin arbeitet, hat vor allem Mitleid mit den Kindern der Auswanderungswilligen. Als sich dort ungewöhnliche Krankheits- und Todesfälle häufen, machen die beiden sich Sorgen, erhalten aber zunächst wenig Unterstützung, nur Kommissar Rheydt ist ebenfalls alarmiert und stellt weitere Nachforschungen an.

Dieser Band beschäftigt sich mit einem Kapitel der Hamburger Geschichte, über das ich bisher noch sehr wenig wusste. Daher fand ich es sehr spannend, beim Lesen in diese Zeit und ins Hamburger Veddel mit den Auswandererhallen einzutauchen und einige Schicksale von Auswanderern hautnah mitzuerleben. Der Schreibstil der Autorin ist sehr anschaulich und zugleich gut lesbar. Die beiden weiblichen Protagonistinnen sind mir sympathisch, wie sie mutig für die Rechte von Frauen und Kindern einstehen, obwohl sie das selbst in Gefahr bringt. Lediglich davon, wie Anne Fitzpatrick auf dem Cover dargestellt wird, bin ich nicht so begeistert, sie wirkt dort eleganter und unnahbarer, als im Roman.

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Veröffentlicht am 16.06.2022

Fesselnder zweiter Teil um eine Hamburger Kaffeehändler-Familie

Töchter der Speicherstadt – Der Geschmack von Freiheit
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Der zweite Teil der Trilogie beginnt kurz vor Machtergreifung der Nationalsozialisten. Im Mittelpunkt dieses Bandes steht nicht mehr Maria Behmer, sondern ihre Tochter Cläre, deren großer Traum es eigentlich ...

Der zweite Teil der Trilogie beginnt kurz vor Machtergreifung der Nationalsozialisten. Im Mittelpunkt dieses Bandes steht nicht mehr Maria Behmer, sondern ihre Tochter Cläre, deren großer Traum es eigentlich ist, Wirtschaftswissenschaften zu studieren, was ihr als Frau aber verwehrt wird. Auch das Kaffeekontor ihrer Familie könnte sie nicht einfach führen, weil Frauen in der Hansestadt nicht in den Kreis der Kaffeehändler aufgenommen werden. Als dann schließlich die Nationalsozialisten immer mehr an Einfluss gewinnen, wird die Situation eher schlechter als besser.

Ich fand auch die Fortsetzung wieder sehr fesselnd, immer wieder kam es zu überraschenden Wendungen und Cläre ist, ebenso wie ihre Mutter, eine charakterstarke Persönlichkeit, die sich nicht so schnell entmutigen lässt und zugleich sehr sympathisch ist. Es war interessant, diese ereignisreiche Zeit aus ihrer Perspektive mitzuerleben. Anja Marschall schreibt sehr anschaulich und gut nachvollziehbar und die historischen Bezüge wirken sehr gut recherchiert, kleinere Abweichungen werden im Nachwort dann auch noch erklärt. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den Abschluss der Trilogie und bin gespannt, wie es nach Kriegsende mit dem Kaffeehandel und der Familie weitergeht.

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