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JaninaEl

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.07.2023

Ein Thema und Buch gleichermaßen fordernd

Schönwald
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Die umfangreiche und generationenübergreifende Problematik und Dynamik, die in dieser Familie herrscht, haben mich sehr interessiert und obwohl mir klar war, dass diese Geschichte nicht auf ein paar hundert ...

Die umfangreiche und generationenübergreifende Problematik und Dynamik, die in dieser Familie herrscht, haben mich sehr interessiert und obwohl mir klar war, dass diese Geschichte nicht auf ein paar hundert Seiten abgehandelt werden kann, hat mich die Länge des Romans teilweise überfordert. Ich finde, langatmig ist nicht das richtige Wort dafür, weil man als Leser*in gebannt und interessiert dem Geschehen folgt. Dennoch ist es eine Herausforderung, der steten Melancholie und unterschwelligen Tragik auf so langer Strecke zu folgen, ohne sich runterziehen zu lassen. Diese emotionale Ergriffenheit spricht natürlich wiederum vollkommen für den Erzähl- und Schreibstil des Autors Philipp Oehmke, aber man muss definitiv in der Verfassung sein und die nötige Energie dafür aufbringen können. Ein ganz subjektiver Gedanke kam mir, als ich mir an einem viel zu heißen Tag schwertat, mich der Geschichte aufmerksam über ein paar Stunden hinweg zu widmen und zwar, dass ich wünschte, mich im Herbst mit voller Energie diesem Buch widmen zu können – wie gesagt, ein sehr subjektiver Gedanke.
Des Weiteren bin ich mir sicher, dass es mir teilweise schwerfiel, das Buch zu genießen, da ich ähnliche Charaktere und Herangehensweisen/Verhaltensweisen im Familiären auch in meinem Umfeld so wahrnehme und sehr damit zu hadern habe. Diese Ängste dann auf mehrere Generationen in einer Geschichte vorgelebt zu bekommen ist dann tatsächlich eine emotionale Herausforderung.
Alles in allem bin ich aber froh, diesen Roman gelesen zu haben und hoffe, dass meine Wertschätzung für das Geschriebene trotz der nüchternen Worte meiner Rezension deutlich wurde.

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Veröffentlicht am 12.04.2023

Zwischen anspruchsvoll und anstrengend

Keine gute Geschichte
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Die junge Frau Arielle kommt nach einem Klinikbesuch wegen psychischen Problemen zurück in die Heimatstadt zu ihrer Großmutter im Ruhrpott. Die eigene Mutter gilt als verschwunden, genau wie neuerdings ...

Die junge Frau Arielle kommt nach einem Klinikbesuch wegen psychischen Problemen zurück in die Heimatstadt zu ihrer Großmutter im Ruhrpott. Die eigene Mutter gilt als verschwunden, genau wie neuerdings auch zwei junge Mädchen. Fortan setzt sich die zurückgekehrte Protagonistin mit sich und den Geschehnissen aus Vergangenheit und Gegenwart auseinander.
Sehr ungeschönt und unvermittelt verfolgt der/die Leser*in die Ich-Erzählerin mitsamt allen Begegnungen und Gesprächen, die sehr explizit und oftmals etwas gewollt im Jugendsprech formuliert sind. Die Darstellung des Milieus ist sicher sehr gelungen, dadurch aber auch sehr beklemmend. Ich bewundere das Geschriebene, kann es aber nicht genießen, was allerdings einfach Geschmackssache ist und auf die Toleranzgrenze der Rezipienten ankommt.
Ähnlich ambivalent geht es mir mit dem Cover, das ich sehr ansprechend und schick finde, was wiederum überhaupt nicht zum Inhalt und Schreibstil der Geschichte passt.

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Veröffentlicht am 11.07.2022

Schmaler Grat zwischen feinfühlig und träge

Ein unendlich kurzer Sommer
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Grundsätzlich hat mich das Thema und anfänglich auch die Charaktere sehr interessiert, aber wirklich gefesselt hat mich leider beides nicht und im Laufe der Erzählung sogar immer weniger. Ich konnte mich ...

Grundsätzlich hat mich das Thema und anfänglich auch die Charaktere sehr interessiert, aber wirklich gefesselt hat mich leider beides nicht und im Laufe der Erzählung sogar immer weniger. Ich konnte mich nicht wirklich in die Figuren, ihre Entscheidungen und Lebensrealitäten reinfühlen, was mir das Interesse daran, ihren Weg zu verfolgen, etwas erschwert hat. Im Großen und Ganzen war das Buch aber nett zu lesen, hatte schöne Momente. Die überwiegende Melancholie war vor allem an verregneten Sommerabenden eine passende Stimmung, hat mich allerdings für leichte oder warme Sommertage dann eher weniger zum Lesen motivieren können. Dementsprechend habe ich eine Weile und länger als gewohnt für die Lektüre gebraucht. Das Design vom Buchcover gefällt mir sehr gut und passt in seiner Ruhe und Unaufgeregtheit zum Inhalt.

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Veröffentlicht am 02.05.2022

Gewöhnungsbedarf auf vielen Ebenen – was nicht schlecht sein muss!

Die Knochenleser
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Der Protagonist Michael "Digger" Digson erzählt in der Ich-Form von seinem ungewöhnlichen Eintritt und Werdegang zum Polizisten und Ermittler in der Karibik. Die Arbeitsweisen und Handlungen der Polizei ...

Der Protagonist Michael "Digger" Digson erzählt in der Ich-Form von seinem ungewöhnlichen Eintritt und Werdegang zum Polizisten und Ermittler in der Karibik. Die Arbeitsweisen und Handlungen der Polizei dort sind der erste gewöhnungsbedürftige Punkt für den „westlichen“ Leser, da sie bestimmt sind durch Korruption, Regelbruch, Gewalt und teils unnachvollziehbare Praktiken. Nichtsdestotrotz sind genau diese Punkte auch sehr spannend und bieten Einsicht in die Strukturen einer Kultur und eines fernen Landes, die man sonst selten erfährt. Eben ein Krimi in der Karibik mit all den dazugehörigen Grausamkeiten und Faszinationen.
Um direkt mit den nächsten Ungewöhnlichkeiten, an die sich der Leser zu gewöhnen hat, weiterzumachen: die Sprache und Wortwahl, vor allem in den Dialogen, ist sehr eigen und teils irritierend, da beispielsweise Silben oder Buchstaben ausgelassen werden. Dass man sich nur schwierig an diese Art der Darstellung von Dialekten oder Slangs gewöhnt und ich persönlich mehr als störend empfinde, mag allerdings auch an der Schwierigkeit der Übersetzung solcher Stilmittel liegen. Teils ist es auch interessant und herausfordernd im positiven Sinne, im Großen und Ganzen lenkt es aber leider auch von der eigentlichen Kriminalgeschichte ab.
Diese entpuppt sich als auch sehr grausam und schlimm, was für den ein oder anderen Leser auch nicht ganz ohne sein dürfte, ohne nun zu viel zu verraten oder gar zu spoilern.
Das Buch war wirklich fesselnd, gerade weil es sich um so ein rundum besonderes und – wie gesagt – gewöhnungsbedürftiges Werk handelt. Ob es den eigenen Geschmack trifft, muss jeder für sich selbst herausfinden. Wenn man aber Lust darauf hat, etwas Neues zu entdecken, gebe ich für „Die Knochenleser“ eine klare Empfehlung! Sollte einem das Buch dann nicht gefallen, hat man ja wenigstens immer noch einen echten Hingucker im Bücherregal stehen! ;)

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Veröffentlicht am 25.04.2022

Für (werdende) Holland-Fans

Sommerschwestern
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Die vier besagten Schwestern werden aus anfangs noch unklaren Gründen von ihrer Mutter nach Holland, das Urlaubsland aus Kindertagen, bestellt. Von Beginn an wird klar, dass es sich um grundverschiedene ...

Die vier besagten Schwestern werden aus anfangs noch unklaren Gründen von ihrer Mutter nach Holland, das Urlaubsland aus Kindertagen, bestellt. Von Beginn an wird klar, dass es sich um grundverschiedene Frauen handelt, was nicht zuletzt eines der Grundthemen des Buches darstellt. Die Dynamiken innerhalb dieser Familie, die sich auch aufgrund der Unterschiede in Charakter und Lebensentwürfen, auseinandergelebt haben, sind interessant. Leider kamen mir die Dialoge und Charakterentwürfe sehr generisch vor und vor allem die Art zu reden, würde ich keinen jungen Frauen zwischen Ende 20 und Ende 30 zuschreiben. Was mich an der Gestaltung und Darstellung der Figuren nicht ganz überzeugt hat, hat wiederum bei Beschreibung der Landschaft ganz wunderbar funktioniert. Die niederländische Szenerie und liebevoll dargebotenen Details zum Schauplatz der Geschehnisse sind ganz wunderbar und machen wirklich Lust auf einen eigenen Trip dorthin. Alles in allem war das Buch eine passende Lektüre für einen Kurzurlaub, die eine ebenso kurzweilige Freude macht und leichte Kost für unterwegs darstellt.

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