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JaninaEl

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.08.2025

Zäh bis zum gelungenen Ende

Furye
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Als Erstes hatte mich das Cover aufmerksam werden lassen und vielleicht habe ich mir deshalb so viel von dem Buch erhofft. Leider empfand ich die Geschichte und vor allem dem Weg zum Ende, der Katastrophe, ...

Als Erstes hatte mich das Cover aufmerksam werden lassen und vielleicht habe ich mir deshalb so viel von dem Buch erhofft. Leider empfand ich die Geschichte und vor allem dem Weg zum Ende, der Katastrophe, als eher langwierig und das Buch konnte mich über weite Strecken hin (vor allem im Mittelteil) nicht fesseln, weshalb ich vergleichsweise auch echt lange für die Lektüre gebraucht habe. Eine Teilschuld daran hat vielleicht auch die Übersetzung, die das Geschriebene oftmals etwas holprig und nicht so natürlich auf mich wirken ließ, was mich dann, wie erwähnt nicht so schnell ans Buch fesselt und das Leseerlebnis dadurch zäher wird. Besonders schwer fiel es mir bei den Flashback Kapiteln, die mich immer wieder rauswarfen aus der Geschichte und regelrecht nervten, weil sie mich vom spannenden oder interessanten Part des Buches wieder wegzerrten. Diese Kapitel wirkten auf mich auch anders, was den Schreibstil angeht und entsprachen nicht ganz so meinem Geschmack.
Leider konnten mich die Charaktere auch nicht überzeugen und ich brauche meist Sympathien für die Hauptfiguren, um wirklich mit Herz und Seele in die Geschichte einzutauchen und das war hier nicht der Fall.
Das Ende gefiel mir wiederum wirklich ganz gut, was das Buch wieder auf die 3 von 5 Sternen verhalf, aber hier möchte ich nicht zu viel verraten.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Etwas hinter dem Potenzial geblieben

If You Fly Too Far
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In “If You Fly Too Far” von Tine Nell geht es um die kürzlich verlassene Fitnesstrainerin Elana, die daraufhin nach Fuerteventura auswandert und dort in einem Luxusresort anheuert. Die einzige Regel in ...

In “If You Fly Too Far” von Tine Nell geht es um die kürzlich verlassene Fitnesstrainerin Elana, die daraufhin nach Fuerteventura auswandert und dort in einem Luxusresort anheuert. Die einzige Regel in ihrem neuen Job: keine Flirts oder Beziehungen zu den Gästen des Hotels. Natürlich ist eine ihrer ersten Begegnungen der gutaussehende, junge Adrian, zu dem sie eine Anziehung spürt. Eins kommt zum anderen und die beiden gehen das gefährliche Spiel ein.
Ich fand die Idee und Geschichte wirklich nett und habe mich auch gut unterhalten gefühlt. Klar, das Ende und der Plottwist waren recht früh eindeutig, aber das ist, glaube ich, dem Genre geschuldet und hat mich nicht davon abgehalten, wissen zu wollen, was passiert.
Ein paar Punkte haben mir nicht ganz so gut gefallen, aber das ist natürlich auch einfach persönliches Empfinden.
Einige Ereignisse wurden einfach so erzählt, ohne näher darauf einzugehen. Beispielsweise hat Elanas Exfreund, mit dem sie sogar zusammenwohnte, einfach Schluss gemacht, aber darauf wurde nicht weiter eingegangen oder auch ihre Gefühlslage dazu wurde in ein paar Sätzen abgefrühstückt, als wäre es nur eine kleine Flirterei gewesen. Für mich wirkt das nicht nur unrealistisch, es ist auch eine gute Möglichkeit für Charakterbildung der ansonsten ehrlich gesagt eher flachen Figur Elana nicht genutzt worden. Daraus gelernt hat sie offensichtlich ja nicht, wenn man bedenkt, wie schnell sie sich am Ende wieder in eine ernste Beziehung mit Adrian stürzt. Auch der Vorfall mit Aleksej wird nicht mehr groß thematisiert, wobei Nell sich das ja vielleicht für Teil 2 noch aufgehoben hat. Nicht weiter eingegangen wird auch auf den „Fakt“, dass Elana einfach keine Freunde hat…? Ich meine, sie ist nett und hat im Resort ja auch sofort innige Freundschaften geschlossen. Für mich geht nicht auf, wieso sie gleichzeitig als Einzelgängerin gezeichnet ist...?
Ein weiterer Punkt, der mich irgendwie gestört hat, war diese angebliche Chemie und Anziehung zwischen Elana und Adrian. Die beiden haben nur Sport miteinander gemacht oder waren unterwegs und haben sich angeglotzt. Körperliche Anziehung schön und gut, aber dass sich eine kürzlich so verletzte Frau direkt wieder auf eine verbotene Beziehung mit einem Mann einlässt wirkt für mich sehr naiv und nicht ganz nachvollziehbar. Außerdem ist sie doch noch so jung, wieso ist ihr Glück denn immer von einer festen, monogamen, ernsten Beziehung zu einem Mann in einer Machtposition (beides Mal ihr Chef) abhängig?! Ich glaube, all das war ein Grund dafür, wieso ich von Anfang bis Ende nie so wirklich warm mit Elana und den meisten anderen Charakteren wurde…
Grundsätzlich hätte ich mir anstatt der Beschreibungen des ständigen Sporttreibens (klar, versteh ich schon als Fitnesstrainerin) auch insgesamt einfach mehr Szenen oder Dialoge über echte Emotionen und Gedanken gewünscht. Vielleicht hätte ich dann die Handlungen und Geschehnisse eher als plausibel und spannend empfunden.
Alles in allem war es so ein nettes Leseerlebnis, das mir aber wohl eher nicht längerfristig im Kopf und im Herzen bleibt, was aber vollkommen okay ist, wenn man Lust auf einen recht unterhaltsamen Quick Read hat.

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Tolles Debut

Teddy
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In „Teddy“ von Emily Dunlay verfolgen wir das Leben von Teddy Huntley Carlyle im Sommer 1969 in Rom mit Fokus auf Anfang Juli und einigen Rückblicken auf vergangene Jahre, Monate oder Tage. Aufgewachsen ...

In „Teddy“ von Emily Dunlay verfolgen wir das Leben von Teddy Huntley Carlyle im Sommer 1969 in Rom mit Fokus auf Anfang Juli und einigen Rückblicken auf vergangene Jahre, Monate oder Tage. Aufgewachsen in Dallas, Texas in einer sehr wohlhabenden, konservativen und einflussreichen Familie war sie froh, noch vor ihrem 35. Geburtstag David zu heiraten, einen Mann, den sie noch nicht lang kannte, aber für den sie nach der Hochzeit nach Rom zog, wo er in der amerikanischen Botschaft arbeitet. Wir lernen weitere Charaktere und Details kennen, u.a. Botschaftsmitarbeiter und den Wolf, Davids Chef und aspirierender Präsident, aber auch Menschen aus Teddys Vergangenheit, wie ihre Tante Sister oder einen ehemaligen russischen Liebhaber, Jewgeni/Eugene Larin, aber vor allem lernen wir mehr über die Ich-Erzählerin Teddy. Sie befindet sich in einer Art Verhör, über das wir am Ende erst erfahren, worum es sich tatsächlich handelt. Jedenfalls erzählt Teddy sehr ausschweifend und ausführlich mit viel Introspektive über ihr Leben vor und in Rom, was auf mich als Leserin schon fast tagebuchartig wirkte.
Was ich anfangs sehr unterhaltsam fand und mich schnell in die Geschichte reinkommen ließ, waren der wirklich ausschweifende und „stream of consciousness“-mäßige Erzählstil der Protagonistin und Erzählerin, die gerne diverse Ablenkungen und Abbiegungen nimmt, wenn sie von Ereignissen erzählt und sich in Details verliert. Oftmals wird lange und sehr genau beschrieben, was Teddy oder andere Personen trugen oder ihre vermeintlich unwichtigen Tätigkeiten, während mich als Leserin wirklich brennend interessierte, was denn bitte Anfang Juli geschah. Wirklich detailliert wurde es auch, wenn es um die Kunst und Kultur ging, vor allem in Italien, was ich aber ehrlich gesagt sehr interessant fand und half, dieses Dolce Vita Feeling der 60er Jahre irgendwie sehr gut zu vermitteln. Abgesehen davon wurde ich aber schon beinahe so ungeduldig, wie die Verhörer von Teddy. An manchen Punkten schwenkte meine Ungeduld auch in latentes Genervtsein um. Das ist auch einer der wenigen Kritikpunkte, die ich an dem Roman habe: das Stilmittel, dass so charakteristisch für die Protagonistin und den Erzählstil ist, diese Langatmigkeit und ewigen Ausschweifungen, haben mir weite Teile gut gefallen, aber waren für mich am Ende doch etwas zu viel und lang. Außerdem wurden viele Dinge, Erzählungen, Beschreibungen mehrmals wiederholt, was vielleicht gut zum Charakter der Erzählerin passt, mich aber im Endeffekt immer mehr gestört und genervt hat. Vor allem beim Mittelteil des Romans musste ich mich teilweise wirklich zwingen, weiterzulesen, weil ich hoffte, dass es sich lohnen wird und ich unbedingt das Buch zu Ende bringen wollte und auch wissen wollte, was geschah und wie es für Teddy ausgeht.
Obwohl ich Teddy stellenweise wirklich nicht mochte, was vielleicht wirklich dem zuvor genannten Genervtsein von ihrer Erzählart geschuldet ist, und ich sie manchmal zu naiv und abhängig und unselbstständig und oberflächlich empfand, wünschte ich mir trotzdem unbedingt ein glückliches Ende für sie und hoffte auf eine Art Gerechtigkeit in dieser stark patriarchal geprägten Zeit. Wirkliche Abneigung gegen sie empfand ich nie, ganz anders den Männern in dieser Geschichte gegenüber: Hal, David, der Wolf, Jewgeni/Eugene, Mauro und auch die Verhörer. Ich hatte auch nichts gegen Teddys Charakter, sondern fand eher abscheulich, in was für einer Welt und mit welchen Werten sie großgezogen wurde. In dem Sinne empfand ich ihre Entwicklung und ihren Charakter eher bewundernswert, wenn man bedenkt, mit was für Einflüssen sie aufwuchs und zu welcher Art Frau sie sich auch hätte entwickeln können. Leider war Teddys Selbstbewusstsein nicht gut genug, um das zu sehen und mit ihren Wünschen, Bedürfnissen und Taten gut zu leben und dazu zu stehen, wie sie ihr Leben lebt oder gerne leben würde. Und das ist eine Tatsache, die ich als Frau selbst in der heutigen Gesellschaft noch sehr gut nachvollziehen und mitfühlen kann und daher als besonders tragisch empfinde.
Umso überraschender fand ich das Ende des Romans und vor allem den Epilog. Woher kamen auf einmal der Sinneswandel und die komplette Lebensumstellung? Auch ihre Art zu erzählen, wirkte entspannter und sie hielt sich nicht länger mit unnötigen Details auf, sondern ließ essenzielle Details (Verbleib von David oder ihr Aufenthaltsort) sogar einfach offen. Ist Teddy überhaupt eine vertrauensvolle Erzählerin...?

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Gedankenstarter

Als ich dich traf
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In „Als ich dich traf“ von Rebecca Serle bekommen wir in diversen Gegenwarts- und Vergangenheitserzählungen Einblicke in das Liebesleben von Daphne. Dabei gibt es 2 Besonderheiten. Erstens bekommt sie, ...

In „Als ich dich traf“ von Rebecca Serle bekommen wir in diversen Gegenwarts- und Vergangenheitserzählungen Einblicke in das Liebesleben von Daphne. Dabei gibt es 2 Besonderheiten. Erstens bekommt sie, laut eigener Aussage vom Universum, jedes Mal, wenn sie einen love interest kennenlernt, auf irgendeine Art und Weise einen Zettel, auf dem steht, wie lange diese Liebschaft dauern wird, von einer Nacht bis hin zu mehreren Jahren. Zweitens, und das ist ein Spoiler, da wir diese Tatsache erst in der zweiten Hälfte des Buches erfahren, hat Daphne einen Herzfehler, weshalb es jeden Moment zu schlagen aufhören könnte. Beide Gründe führen dazu, dass Daphne sich nie wirklich auf ihre Beziehungen einlässt, da sie ja sowieso weiß, wann sie enden und wie viele Gefühle und Energie sie entsprechen investieren sollte und da ihr Leben und die Zukunft durch ihren Herzfehler ja irgendwie auch begrenzt und nicht langfristig planbar erscheinen.
Ich fand die Prämisse und das Gedankenspiel spannend und habe mit viel Interesse die verschiedenen Beziehungen Daphnes in der Gegenwart und Rückschau verfolgt, allerdings empfand ich die tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Konzept und was das innerlich mit Daphne macht, manchmal ein bisschen zu flach. Ich stelle mir vor, dass beide besonderen Tatsachen in Daphnes Leben noch viel mehr Gedanken und philosophische Fragen in ihr hervorrufen, mit denen ich mich als Leserin gerne mit ihr auseinandergesetzt hätte.
Das Ende des Buches habe ich so nicht erwartet, was mir sehr gefiel. Allerdings war der Weg da hin und vor allem die entscheidenden letzten Kapitel echt sehr knapp gehalten und ich hatte ein etwas unbefriedigtes Gefühl nach der schnellen Resolution der Geschichte.
Gleichzeitig hat das Buch mich trotzdem nachhaltig beschäftigt, da ich merke, dass ich mir immer noch Gedanken um das Konzept und die möglichen Auswirkungen mache – das Gedankenspiel also auch außerhalb des Buches noch weiterspiele. Genau solche Wirkungen wünsche ich mir von Büchern, weshalb ich sehr froh bin, dieses hier gelesen zu haben. Es war trotz der teilweise schweren Themen ein kurzweiliges und unterhaltsames Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 21.07.2024

Mutter-und-Tochter-Reise im wortwörtlichen und metaphorischen Sinn

Graceland – Die Geschichte eines Sommers
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Im Roman Graceland von Kristen Mei Chase folgen wir Grace und ihrer Mutter Loralynn auf ihrem Roadtrip zum Graceland-Anwesen von Elvis Presley anlässlich Loralynns 70. Geburtstag. Diese ist schon beinahe ...

Im Roman Graceland von Kristen Mei Chase folgen wir Grace und ihrer Mutter Loralynn auf ihrem Roadtrip zum Graceland-Anwesen von Elvis Presley anlässlich Loralynns 70. Geburtstag. Diese ist schon beinahe fanatischer Elvis-Fan, was das Tragen extravaganter Klamotten und Perücken sowie der Sammelleidenschaft sämtlicher Figuren und Memorabilia beinhaltet, ganz zum Unmut ihrer sehr gegensätzlichen und davon genervten Tochter, was auch ein Grund dafür ist, wieso die beiden sich sehr entfremdet und voneinander entfernt haben, seit Grace vor mehreren Jahrzehnten ans andere Ende des Landes aufs College „geflüchtet“ ist. Wir erfahren im Laufe des Buches auch mehr über die schwierigen und traumatisierenden Umstände im Elternhaus aufgrund des alkoholsüchtigen und gewalttätigen Vaters. Weitere zentrale Themen sind die mentale Gesundheit und Panikattacken von Grace, sowie die Krebserkrankung der Mutter, die im Laufe der Geschichte noch wichtiger wird. Während des Roadtrips werden Vergangenheit, Gegenwart, sowie die Mutter-Tochter-Beziehung reflektiert und aufgearbeitet und Bekanntschaften von früher wiedergetroffen.
Ich tat mir anfangs sehr schwer, in die Geschichte reinzukommen und Verbindungen/Sympathien für die Charaktere aufzubauen und mir fehlte ein bisschen das Interesse für den Werdegang der Geschichte. Ich zwang mich nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten weiterzulesen und fand immer mehr den Zugang und stellenweise gefiel mir das Buch dann richtig gut. Wirkliche Begeisterung, sodass ich das Buch nicht mehr weglegen wollte, stellte sich allerdings nicht ein. Eventuell sind mir die Figuren einfach zu fremd und weit entfernt, um mich in ihre Situation und Denkweisen reindenken und -fühlen zu können und wollen. Das liegt gar nicht unbedingt an der asiatisch-amerikanischen Herkunft und Einwanderungsgeschichte, sondern an der Alltagsrealität der Figuren, zumindest vermute ich das. Beispielsweise konnte ich keine richtige Verbindung zur Protagonistin Grace, 40+ Jahre alt, frisch getrennt und mit bevorstehender Scheidung, aufbauen und mich in ihre Gedankenwelt und Verhaltensweisen reinfühlen. Vor allem die Gespräche und zwischenmenschlichen Interaktionen fand ich so seltsam und befremdlich, wobei ich das stellenweise auch auf die holprige und hölzerne Übersetzung ins Deutsche schieben möchte.
Es gab allerdings auch überraschende und schöne Momente, in denen ich das Lesen sehr genoss und bei denen ich froh war, nach den anfänglichen Schwierigkeiten weitergelesen zu haben. Die Gestaltung, die Farben, Optik und Haptik des Covers, gefällt mir sehr gut und hatte direkt mein Interesse geweckt.

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