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JaninaEl

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.06.2025

Gedankenstarter

Als ich dich traf
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In „Als ich dich traf“ von Rebecca Serle bekommen wir in diversen Gegenwarts- und Vergangenheitserzählungen Einblicke in das Liebesleben von Daphne. Dabei gibt es 2 Besonderheiten. Erstens bekommt sie, ...

In „Als ich dich traf“ von Rebecca Serle bekommen wir in diversen Gegenwarts- und Vergangenheitserzählungen Einblicke in das Liebesleben von Daphne. Dabei gibt es 2 Besonderheiten. Erstens bekommt sie, laut eigener Aussage vom Universum, jedes Mal, wenn sie einen love interest kennenlernt, auf irgendeine Art und Weise einen Zettel, auf dem steht, wie lange diese Liebschaft dauern wird, von einer Nacht bis hin zu mehreren Jahren. Zweitens, und das ist ein Spoiler, da wir diese Tatsache erst in der zweiten Hälfte des Buches erfahren, hat Daphne einen Herzfehler, weshalb es jeden Moment zu schlagen aufhören könnte. Beide Gründe führen dazu, dass Daphne sich nie wirklich auf ihre Beziehungen einlässt, da sie ja sowieso weiß, wann sie enden und wie viele Gefühle und Energie sie entsprechen investieren sollte und da ihr Leben und die Zukunft durch ihren Herzfehler ja irgendwie auch begrenzt und nicht langfristig planbar erscheinen.
Ich fand die Prämisse und das Gedankenspiel spannend und habe mit viel Interesse die verschiedenen Beziehungen Daphnes in der Gegenwart und Rückschau verfolgt, allerdings empfand ich die tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Konzept und was das innerlich mit Daphne macht, manchmal ein bisschen zu flach. Ich stelle mir vor, dass beide besonderen Tatsachen in Daphnes Leben noch viel mehr Gedanken und philosophische Fragen in ihr hervorrufen, mit denen ich mich als Leserin gerne mit ihr auseinandergesetzt hätte.
Das Ende des Buches habe ich so nicht erwartet, was mir sehr gefiel. Allerdings war der Weg da hin und vor allem die entscheidenden letzten Kapitel echt sehr knapp gehalten und ich hatte ein etwas unbefriedigtes Gefühl nach der schnellen Resolution der Geschichte.
Gleichzeitig hat das Buch mich trotzdem nachhaltig beschäftigt, da ich merke, dass ich mir immer noch Gedanken um das Konzept und die möglichen Auswirkungen mache – das Gedankenspiel also auch außerhalb des Buches noch weiterspiele. Genau solche Wirkungen wünsche ich mir von Büchern, weshalb ich sehr froh bin, dieses hier gelesen zu haben. Es war trotz der teilweise schweren Themen ein kurzweiliges und unterhaltsames Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 21.07.2024

Mutter-und-Tochter-Reise im wortwörtlichen und metaphorischen Sinn

Graceland – Die Geschichte eines Sommers
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Im Roman Graceland von Kristen Mei Chase folgen wir Grace und ihrer Mutter Loralynn auf ihrem Roadtrip zum Graceland-Anwesen von Elvis Presley anlässlich Loralynns 70. Geburtstag. Diese ist schon beinahe ...

Im Roman Graceland von Kristen Mei Chase folgen wir Grace und ihrer Mutter Loralynn auf ihrem Roadtrip zum Graceland-Anwesen von Elvis Presley anlässlich Loralynns 70. Geburtstag. Diese ist schon beinahe fanatischer Elvis-Fan, was das Tragen extravaganter Klamotten und Perücken sowie der Sammelleidenschaft sämtlicher Figuren und Memorabilia beinhaltet, ganz zum Unmut ihrer sehr gegensätzlichen und davon genervten Tochter, was auch ein Grund dafür ist, wieso die beiden sich sehr entfremdet und voneinander entfernt haben, seit Grace vor mehreren Jahrzehnten ans andere Ende des Landes aufs College „geflüchtet“ ist. Wir erfahren im Laufe des Buches auch mehr über die schwierigen und traumatisierenden Umstände im Elternhaus aufgrund des alkoholsüchtigen und gewalttätigen Vaters. Weitere zentrale Themen sind die mentale Gesundheit und Panikattacken von Grace, sowie die Krebserkrankung der Mutter, die im Laufe der Geschichte noch wichtiger wird. Während des Roadtrips werden Vergangenheit, Gegenwart, sowie die Mutter-Tochter-Beziehung reflektiert und aufgearbeitet und Bekanntschaften von früher wiedergetroffen.
Ich tat mir anfangs sehr schwer, in die Geschichte reinzukommen und Verbindungen/Sympathien für die Charaktere aufzubauen und mir fehlte ein bisschen das Interesse für den Werdegang der Geschichte. Ich zwang mich nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten weiterzulesen und fand immer mehr den Zugang und stellenweise gefiel mir das Buch dann richtig gut. Wirkliche Begeisterung, sodass ich das Buch nicht mehr weglegen wollte, stellte sich allerdings nicht ein. Eventuell sind mir die Figuren einfach zu fremd und weit entfernt, um mich in ihre Situation und Denkweisen reindenken und -fühlen zu können und wollen. Das liegt gar nicht unbedingt an der asiatisch-amerikanischen Herkunft und Einwanderungsgeschichte, sondern an der Alltagsrealität der Figuren, zumindest vermute ich das. Beispielsweise konnte ich keine richtige Verbindung zur Protagonistin Grace, 40+ Jahre alt, frisch getrennt und mit bevorstehender Scheidung, aufbauen und mich in ihre Gedankenwelt und Verhaltensweisen reinfühlen. Vor allem die Gespräche und zwischenmenschlichen Interaktionen fand ich so seltsam und befremdlich, wobei ich das stellenweise auch auf die holprige und hölzerne Übersetzung ins Deutsche schieben möchte.
Es gab allerdings auch überraschende und schöne Momente, in denen ich das Lesen sehr genoss und bei denen ich froh war, nach den anfänglichen Schwierigkeiten weitergelesen zu haben. Die Gestaltung, die Farben, Optik und Haptik des Covers, gefällt mir sehr gut und hatte direkt mein Interesse geweckt.

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Veröffentlicht am 19.07.2023

Ein Thema und Buch gleichermaßen fordernd

Schönwald
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Die umfangreiche und generationenübergreifende Problematik und Dynamik, die in dieser Familie herrscht, haben mich sehr interessiert und obwohl mir klar war, dass diese Geschichte nicht auf ein paar hundert ...

Die umfangreiche und generationenübergreifende Problematik und Dynamik, die in dieser Familie herrscht, haben mich sehr interessiert und obwohl mir klar war, dass diese Geschichte nicht auf ein paar hundert Seiten abgehandelt werden kann, hat mich die Länge des Romans teilweise überfordert. Ich finde, langatmig ist nicht das richtige Wort dafür, weil man als Leser*in gebannt und interessiert dem Geschehen folgt. Dennoch ist es eine Herausforderung, der steten Melancholie und unterschwelligen Tragik auf so langer Strecke zu folgen, ohne sich runterziehen zu lassen. Diese emotionale Ergriffenheit spricht natürlich wiederum vollkommen für den Erzähl- und Schreibstil des Autors Philipp Oehmke, aber man muss definitiv in der Verfassung sein und die nötige Energie dafür aufbringen können. Ein ganz subjektiver Gedanke kam mir, als ich mir an einem viel zu heißen Tag schwertat, mich der Geschichte aufmerksam über ein paar Stunden hinweg zu widmen und zwar, dass ich wünschte, mich im Herbst mit voller Energie diesem Buch widmen zu können – wie gesagt, ein sehr subjektiver Gedanke.
Des Weiteren bin ich mir sicher, dass es mir teilweise schwerfiel, das Buch zu genießen, da ich ähnliche Charaktere und Herangehensweisen/Verhaltensweisen im Familiären auch in meinem Umfeld so wahrnehme und sehr damit zu hadern habe. Diese Ängste dann auf mehrere Generationen in einer Geschichte vorgelebt zu bekommen ist dann tatsächlich eine emotionale Herausforderung.
Alles in allem bin ich aber froh, diesen Roman gelesen zu haben und hoffe, dass meine Wertschätzung für das Geschriebene trotz der nüchternen Worte meiner Rezension deutlich wurde.

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Veröffentlicht am 12.04.2023

Zwischen anspruchsvoll und anstrengend

Keine gute Geschichte
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Die junge Frau Arielle kommt nach einem Klinikbesuch wegen psychischen Problemen zurück in die Heimatstadt zu ihrer Großmutter im Ruhrpott. Die eigene Mutter gilt als verschwunden, genau wie neuerdings ...

Die junge Frau Arielle kommt nach einem Klinikbesuch wegen psychischen Problemen zurück in die Heimatstadt zu ihrer Großmutter im Ruhrpott. Die eigene Mutter gilt als verschwunden, genau wie neuerdings auch zwei junge Mädchen. Fortan setzt sich die zurückgekehrte Protagonistin mit sich und den Geschehnissen aus Vergangenheit und Gegenwart auseinander.
Sehr ungeschönt und unvermittelt verfolgt der/die Leser*in die Ich-Erzählerin mitsamt allen Begegnungen und Gesprächen, die sehr explizit und oftmals etwas gewollt im Jugendsprech formuliert sind. Die Darstellung des Milieus ist sicher sehr gelungen, dadurch aber auch sehr beklemmend. Ich bewundere das Geschriebene, kann es aber nicht genießen, was allerdings einfach Geschmackssache ist und auf die Toleranzgrenze der Rezipienten ankommt.
Ähnlich ambivalent geht es mir mit dem Cover, das ich sehr ansprechend und schick finde, was wiederum überhaupt nicht zum Inhalt und Schreibstil der Geschichte passt.

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Veröffentlicht am 11.07.2022

Schmaler Grat zwischen feinfühlig und träge

Ein unendlich kurzer Sommer
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Grundsätzlich hat mich das Thema und anfänglich auch die Charaktere sehr interessiert, aber wirklich gefesselt hat mich leider beides nicht und im Laufe der Erzählung sogar immer weniger. Ich konnte mich ...

Grundsätzlich hat mich das Thema und anfänglich auch die Charaktere sehr interessiert, aber wirklich gefesselt hat mich leider beides nicht und im Laufe der Erzählung sogar immer weniger. Ich konnte mich nicht wirklich in die Figuren, ihre Entscheidungen und Lebensrealitäten reinfühlen, was mir das Interesse daran, ihren Weg zu verfolgen, etwas erschwert hat. Im Großen und Ganzen war das Buch aber nett zu lesen, hatte schöne Momente. Die überwiegende Melancholie war vor allem an verregneten Sommerabenden eine passende Stimmung, hat mich allerdings für leichte oder warme Sommertage dann eher weniger zum Lesen motivieren können. Dementsprechend habe ich eine Weile und länger als gewohnt für die Lektüre gebraucht. Das Design vom Buchcover gefällt mir sehr gut und passt in seiner Ruhe und Unaufgeregtheit zum Inhalt.

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