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Veröffentlicht am 18.06.2017

Mörderjagd mit Mops – wie immer beste Unterhaltung!

Blutrote Provence
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Der penetrante Unruheständler Albin Leclerc ist mir schon in seinem ersten Fall „Tod in der Provence“ ans Herz gewachsen. In „Blutrote Provence“ erlebt er nun sein zweites kriminelles Abenteuer und auch ...

Der penetrante Unruheständler Albin Leclerc ist mir schon in seinem ersten Fall „Tod in der Provence“ ans Herz gewachsen. In „Blutrote Provence“ erlebt er nun sein zweites kriminelles Abenteuer und auch das war wieder beste Krimi-Unterhaltung.

Albin müsste als Kommissar im Ruhestand ja eigentlich froh sein, nicht mehr in der Nacht wegen eines Falles aus dem Bett geklingelt zu werden, Blut riechen zu müssen oder hässlich verdrehte oder verunstaltete Leichen begutachten zu müssen. Aber – was macht man, wenn man seinen Beruf trotz aller Schwierigkeiten geliebt hat und als Rentner von 100 auf 0 runtergebremst wird? Mit der Oldie-Truppe des Örtchens Boule spielen? Nee, das reicht dem umtriebigen Albin nicht aus und so zapft er alle verfügbaren Quellen an und weiß in der Regel (fast) genauso schnell wie die Polizei, wenn ein Verbrechen begangen wurde. Und dann läuft er zur Hochform aus. Denn jahrzehntelanger Polizeidienst und kriminalistischer Spürsinn lässt sich nicht einfach so ausschalten…

Auch diesmal wieder hat mich Autor Pierre Lagrange, hinter dem ein deutscher Krimi-Autor steckt, mitnehmen können in die flirrende Hitze der Provence. Angesiedelt irgendwo zwischen cosy crime und beinhartem Krimi, weiß der Fall bis zum Schluss mit einem guten Aufbau zu überzeugen. Neben Albin, der sich überall einmischt und von den ehemaligen Kollegen nicht gern gesehen ist, ist auch sein Mops Tyson wieder von der Partie. Mich freut, dass auch hier wieder Tyson das Bild vervollständigt, aber keine tragende Rolle einnimmt (die „tragende Rolle“ hat eher Albin, wenn er Tyson immer in den Kofferraum hieven muss hihi). Ein ermittelnder Mops wäre nicht glaubwürdig und deshalb wird Tyson – aus meiner Sicht zu Recht – im Hintergrund gehalten.

Eine große Rolle spielt diesmal Caterine Castel, eine junge Streifenpolizistin, die früher im Kriminaldienst gearbeitet hat und in die Provence strafversetzt wird. Natürlich findet Albin in seiner gewohnt penetranten Art heraus, was es damit auf sich hat. Und am Ende führt das sogar zu einem mörderisch guten Showdown.

Ein besonderes Highlight sind für mich auch immer Albins Wortwechsel mit Matteo, dem Betreiber seiner Lieblingsbar. Wie die beiden sich hänseln und aufziehen, ist absolut lesenswert und gibt dem Buch bei aller Action dann auch schnell wieder eine lockere Note.

Aus meiner Sicht auch diesmal wieder ein gelungener Mix aus Schmunzeln und Fingernägelkauen… sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 15.03.2026

Eine magische Liebesgeschichte

Zwei in einem Bild
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Die Liebe zwischen Claire und Jean ist magisch. Nicht nur im übertragenen Sinne, sondern ganz wörtlich gemeint - denn Claire kann Jean nur treffen, wenn das Museum still ist und sie in der Dunkelheit als ...

Die Liebe zwischen Claire und Jean ist magisch. Nicht nur im übertragenen Sinne, sondern ganz wörtlich gemeint - denn Claire kann Jean nur treffen, wenn das Museum still ist und sie in der Dunkelheit als Putzfrau durch diesen Raum der Galerie wirbelt. In ihrem einsamen Job entdeckt sie, dass sie eine besondere Fähigkeit hat: sie kann in Gemälde hineinsteigen und die abgebildeten Figuren treffen oder in den gemalten Landschaften wandeln. Ihr Lieblingsgemälde ist ein Familienportrait des Malers Henri Matisse. Unter anderem ist sein Sohn Jean darauf abgebildet und sein Gesichtsausdruck rührt sie. Eines Tages gelingt es ihr, Jean in seinem Bild zu treffen - und es beginnt eine zauberhafte Liebesgeschichte.

 

Man muss sich auf dieses Buch einlassen, um es genießen zu können. Wenn ich potentiellen Lesern einen Rat geben darf, dann ist es dieser: hinterfragt nicht. Zerdenkt es nicht. Nehmt es  einfach hin und lasst euch auf den Zauber ein. Dann ist es wirklich eine rührende, bittersüße Geschichte zweier Menschen, die einander finden und wissen, dass ihre Verbindung etwas Außergewöhnliches ist. Die keine Idee haben, wie sie ihre Beziehung auf einer langfristigen Ebene retten könnten und die deshalb absolut im Moment stehen und jeden Augenblick genießen, den sie miteinander verbringen dürfen.

 

Vielleicht ein kleiner Wink, dass wir alle uns mehr auf das Hier und Jetzt konzentrieren sollten und nicht Pläne machen sollten, was in zwei oder in zwölf oder in zwanzig Jahren sein wird. Denn das wissen wir nicht, und höchstwahscheinlich wird alles ganz anders kommen als gedacht.

 

So auch bei Claire und Jean, die letztlich durch sehr reale Ereignisse ausgebremst werden und nicht wissen, ob und wann sie sich wiedersehen werden...

 

Ich mochte beide Charaktere sehr. Das Buch ist abwechselnd aus Claires und Jeans Sicht erzählt, so dass man sehr nah an beide Figuren und ihr Innenleben herankommt. Jean, der 1917 in einem Bild verewigt wurde, wirkt mit seinem etwas altmodischen Charme auf eine sehr rührende Weise anziehend. Claire aus der heutigen Zeit kämpft mit Geldsorgen und Familienproblemen, hat eine geheimnisvolle Vergangenheit und man wünscht ihr von Herzen einfach etwas Glück im Leben. Die Autorin schafft es, uns beide einzeln als Menschen nahezubringen und für sie als potentielles Paar einzunehmen. Ich habe bis zum Schluss mitgefiebert und ihnen von Herzen gewünscht, dass sie einen Weg zu einer gemeinsamen Zukunft finden.

 

Ob ihnen das gelingt, muss natürlich jeder für sich lesen. Mir hat dieser Roman gut gefallen, mit einer natürlichen Sprache, die den Zauber gemalter Bilder einfängt und uns in eine Welt mitnimmt, in der mehr möglich ist, als sich unser Verstand vorstellen kann. Dennoch würde ich es nicht in den Bereich Fantasy einordnen. Für mich ist es eher ein Roman mit einem magischen Touch. Die Idee dieses Buches fand ich erfrischend und irgendwie „anders“, weshalb mir bestimmte Szenen sicher auch lange in Erinnerung bleiben werden.

 

Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und empfehle das Buch gern jedem, der sich schon einmal gewünscht hat, die Grenzen von Raum und Zeit überwinden zu können und einfach in andere Welten eintauchen zu können. Mit diesem Buch ist das möglich!



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Veröffentlicht am 26.02.2026

Feelgood-Romanze für den Frühling

Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam
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Im Frühling lässt jede Knospe das Herz höher schlagen, man sehnt sich nach dem frischen Grün - und was passt da besser, als eine Love Story inmitten der berühmten „Tulpen von Amsterdam“?


Wir begleiten ...

Im Frühling lässt jede Knospe das Herz höher schlagen, man sehnt sich nach dem frischen Grün - und was passt da besser, als eine Love Story inmitten der berühmten „Tulpen von Amsterdam“?


Wir begleiten Rosie auf ihrem Weg in ein neues Leben in Amsterdam. Eigentlich beheimatet in London, lässt sie alles hinter sich, um sich ihren Traum zu erfüllen: Floristin zu werden und einen Stand auf dem schwimmenden Blumenmarkt von Amsterdam zu betreuen. Doch der Weg ist steinig und die erste Zeit ist von diversen Rückschlägen geprägt. Noch dazu ist Nachbar Max alles andere als bereichernd für Rosie, wenn er sie angrummelt und ihre quirlige Art mit abschätzigen Blicken quittiert. Doch man kann sich denken, was daraus letztlich wird…

 

Ich muss zugeben, ich fand Rosie zunächst etwas anstrengend. Ihre naive Idee, einfach mal alle Zelte in London abzubrechen und spontan nach Amsterdam zu ziehen, um sich dort mit einem Blumenladen selbstständig zu machen, kann dem deutschen (bürokratieerfahrenen) Bürger nur ein Augenrollen entlocken. Ehrlich gesagt, ich fand das lächerlich. Mir schwante, dass ihr da vieles einen Strich durch die Rechnung machen könnte und dass es wohl ziemlich verrückt ist sich einzubilden, einfach mal so einen Standplatz zu bekommen auf dem berühmtesten Blumenmarkt der Welt. Insofern - den Realitätscheck besteht das Buch bzw. Rosie als Figur bei mir nicht, denn für so naiv halte ich eigentlich niemanden in der realen Welt. Aber sei’s drum - wir sind hier in einem Feelgood-Roman und wollen uns amüsieren. Da kann man das sicherlich verschmerzen.

 

Auf jeden Fall war die „Grumpy-meets-sunshine“-Story schön ausgearbeitet und hat mich gut unterhalten. In diesem Zusammenhang muss ich sagen, dass ich Max insgesamt als Charakter besser ausgearbeitet fand als Rosie, da er realistischerweise mit seinem Dasein als (kaum verdienender) Künstler haderte und damit für mich viel nachvollziehbarer war als Rosie in ihrer „Die-Welt-wird-schon-wieder-in-Ordnung-kommen“-Mentalität. Nur eine Sache fand ich bei Max merkwürdig und das war, wie seine Ex-Freundin in die Geschichte eingearbeitet wurde. Ich möchte nicht spoilern und werde das daher nicht näher beschreiben, aber es gab gegen Ende Szenen, die mich sehr verwundert die Stirn runzeln ließen und aus meiner Sicht nicht zu dem Trauma passten, das er aus der früheren Beziehung mit sich trug.

 

Alles in allem aber macht dieses Buch einfach Lust auf den Frühling und kommt damit genau zur richtigen Zeit. Wer sehnsüchtig auf die ersten warmen Sonnenstrahlen wartet, kann sich diese Wartezeit mit dem Roman unterhaltsam verkürzen. Und wem ein schwimmender Blumenladen nicht genug ist, der hat demnächst mit der schwimmenden Buchhandlung in Venedig (Buch 2 der Reihe) und dem schwimmenden Café in Kopenhagen (Buch 3 der Reihe) noch weitere Möglichkeiten, dem Alltag mit einer süßen Geschichte zu entfliehen.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Ein Panorama des Dresdner Lebens zu Anfang des 20. Jahrhunderts

Die Erfinderin der Freiheit
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Christine Hardt arbeitet im Lahmann–Sanatorium auf dem Weißen Hirsch in Dresden als Therapeutin. Aufgrund ihrer Erfahrungen mit Frauen, die wegen des Tragens eines Korsetts in Ohnmacht fallen, versucht ...

Christine Hardt arbeitet im Lahmann–Sanatorium auf dem Weißen Hirsch in Dresden als Therapeutin. Aufgrund ihrer Erfahrungen mit Frauen, die wegen des Tragens eines Korsetts in Ohnmacht fallen, versucht sie die Frauen zu anderen Kleidungsstücken zu überreden, die ihrer Gesundheit förderlicher sind - zum Beispiel einen von ihr erdachten Brusthalter. Sie muss ziemlich kämpfen, denn Konvention geht zum damaligen Zeitpunkt vor Innovation. Dieses Buch soll einer Frau ein Denkmal setzen, die ihrer Zeit voraus war.

 

Doch es geht in diesem Roman nicht nur um Christine. Auch die Mitbewohnerinnen ihres Hauses spielen eine große Rolle. Da ist zum Beispiel ihre Mitbewohnerin Lotta. Und auch Julia, die für sie ab und zu Näh- und Stickarbeiten übernimmt. Alle drei sind Protagonistinnen, deren Geschichten mit der von Christine verknüpft sind. Doch auch bekannte Dresdner Persönlichkeiten lässt die Autorin in diesem Roman wieder lebendig werden - allen voran Amalie Auguste Melitta Bentz, die Erfinderin des Kaffeefilters und Karl August Lingner, der Erfinder des Odol-Mundwassers, dem neben seinem Hang zum Flirten viele Wohltaten für die Dresdner Arbeiterklasse zugeschrieben werden. Das war für mich als Dresdnerin schon sehr interessant.

 

Man sollte aber bei diesem Buch wissen, dass es sich nicht ausschließlich mit der titelgebenden Erfindung des BH beschäftigt. Der wird spätestens ab der Hälfte des Buchs eher zur Nebensache. Vielmehr ist der Roman eigentlich ein Panorama des Dresdener Lebens zu Beginn des 20. Jahrhunderts und greift einige Anekdoten/Fakten/Begebenheiten aus dieser Zeit auf. Ich war darüber ein wenig überrascht. Anhand des Klappentextes hatte ich eine eher „straighte“ Story darüber erwartet, wie Christine auf die Idee kommt, ein neues Kleidungsstück zu designen und wie sie versucht es zu etablieren. Der Roman setzt jedoch bereits dort an, wo es um die Verbreitung des Kleidungsstücks geht und stellt statt dessen mehr die Freundschaft zu ihren Mitbewohnerinnen und deren Irrungen und Verwirrungen zwischenmenschlicher Art in den Mittelpunkt. Gegen Ende hin wird sogar noch fast ein Kriminalfall draus!

 

Mir persönlich war diese Mischung ein wenig zu bunt. Ich hatte mich einfach auf eine andere Art von Geschichte eingestellt und mir diese gewünscht. Das was ich bekam, war definitiv nicht schlecht, sondern ein gut erzählter und unterhaltsamer historischer Roman, der auch gut recherchiert zu sein scheint. Es entsprach nur eben nicht ganz meinen Erwartungen und konnte mich deshalb nicht ganz rückhaltlos begeistern.

 

 

Für alle, die einen Überblick über das Leben in Dresden um die Jahrhundertwende bekommen und auf unterhaltsame Weise einige bekannte Namen der Stadt kennenlernen möchten, ist das Buch auf jeden Fall sehr zu empfehlen!

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Drei Generationen auf der Suche nach sich selbst

Real Americans
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In „Real Americans“ begleiten wir drei Generationen einer chinesisch-stämmigen Familie durch ihr Leben und die Suche nach sich selbst und ihrer (kulturellen) Identität. Dabei geht die Autorin nicht chronologisch ...

In „Real Americans“ begleiten wir drei Generationen einer chinesisch-stämmigen Familie durch ihr Leben und die Suche nach sich selbst und ihrer (kulturellen) Identität. Dabei geht die Autorin nicht chronologisch vor, denn sie beginnt mit Lily, die die „mittlere“ Generation verkörpert - die Generation der Söhne und Töchter von Auswanderern. Geboren in den USA wird Lily zu einer „echten Amerikanerin“ erzogen - oder zumindest dem, was die Auswanderereltern dafür halten.

 

Sie kennt - aus Sicht der Eltern glücklicherweise - nur ein behütetes Aufwachsen in stabilen Verhältnissen und ein Umfeld, in dem sie grundsätzlich alles erreichen kann was sie möchte. Doch was möchte Lily eigentlich? Diese Frage kann sie selbst nicht beantworten. Und als sie in eine Beziehung mit einem reichen Unternehmerssohn - ein weißer Amerikaner mit deutschen Wurzeln - stolpert, nimmt sie dieses Leben im Luxus an. Zunächst.

 

Denn im zweiten Teil begegnen wir Lily 20 Jahre später. Sie ist alleinerziehend und lebt mit ihrem Sohn Nick auf einer kleinen Insel an der amerikanischen Westküste nahe Seattle. Nick ist mittlerweile im letzten High School Jahr und erstaunlicherweise sieht er überhaupt nicht chinesisch aus. Was ihn eigentlich noch „amerikanischer“ macht - und trotzdem ist das für ihn selbst nicht immer leicht zu handhaben. Nick ist mir sofort ans Herz gewachsen und war - das muss ich zugeben - mit Abstand meine Lieblingsfigur in diesem Roman.

 

Als Leser wissen wir nicht, was zwischen Lily und ihrem Mann vorgefallen ist - und Nick weiß es auch nicht. Er kennt seinen Vater nicht, begibt sich aber heimlich auf die Suche nach ihm. Und lernt ihn kennen. Plötzlich fallen für ihn viele Puzzleteile an seinen Platz und auch für ihn wäre ein vermeintlich einfaches Leben im Luxus möglich. Doch Nick geht konsequent seinen eigenen Weg und lernt im Alter von etwa 30 tatsächlich seine Großmutter May kennen - Lilys Mutter, die schon seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrer Tochter hat.

 

May erzählt Nick ihre Geschichte - und die ist nicht nur spektakulär, sondern auch sehr dramatisch und angsteinflößend. Nicht nur für die Figuren des Buches, sondern auch für die Leser, wenn sie die Möglichkeiten der heutigen Wissenschaft bedenken, die hier im Zusammenhang mit Mays und Nicks beruflichem Werdegängen geschildert werden.

 

Rachel Khong hat viele Themen in diesen Roman gepackt, allem voran die Suche nach Identität in mehreren Generationen mit Migrationshintergrund. Aber auch Biogenetik spielt (am Ende) eine große Rolle - in dieses Thema wäre ich gern noch viel tiefer eingetaucht. Denn auch wenn ich Lilys und Nicks Geschichten (Teile 1 und 2) gern gelesen habe, fand ich sie doch ein wenig zu ausschweifend und teilweile zu alltagslastig. Nicks Studentenleben und die Anfänge der Beziehung zwischen Lily und Matthew werden sehr ausführlich, sogar recht ausschweifend geschildert und ich hätte statt dessen gern mehr über Mays Leben in China und ihre Flucht aus dem kommunistischen Regime gelesen, was aus meiner Sicht im letzten Teil ein wenig kurz kam (zumindest im Vergleich dazu, wie ausführlich die beiden vorherigen Teile erzählt wurden).

 

Mit einem etwas anderen Erzählfokus hätte dieses Buch ein Highlight für mich werden können, denn vom Stil war ich wirklich begeistert und bin nur so hindurch gerauscht durch dieses Buch. Trotz der von mir empfundenen Längen im 1. und 2. Teil war es für mich aber immer noch ein absolut lesenswerter Roman. Ich könnte mir auch vorstellen, dass er sich gut für Lesekreise oder Buchclubs eignet, weil es viele diskussionswürdige Aspekte darin gibt.

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