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Veröffentlicht am 18.06.2017

Jugendbuch

Heldentage
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Ein Jugendbuch, in dem die fast 16jährige Ich-Erzählerin im Jugendjargon von ihren Problemen mit der alkoholkranken und dauerhaft auf dem Sofa liegenden Mutter und ihrer ersten Liebe Lenny erzählt. z.B. ...

Ein Jugendbuch, in dem die fast 16jährige Ich-Erzählerin im Jugendjargon von ihren Problemen mit der alkoholkranken und dauerhaft auf dem Sofa liegenden Mutter und ihrer ersten Liebe Lenny erzählt. z.B. " Das Kleid und die Omasandalen passen null zusammen, (...), aber was soll ich machen. Nochmal hoch und das Kleid gegen einen Kartoffelsack tauschen ? Never ever." S.91.

Lea hat Probleme mit ihrer Mutter, die Alkoholikerin ist, und um die sie sich wie um ein Kind kümmern muß, da diese selbst nichts mehr auf die Reihe kriegt. Lea erledigt alle Behördengänge, kauft ein, macht den Haushalt, hilft ihrer Mutter beim an-und ausziehen und bekommt Ohrfeigen, wenn sie ihr nicht Alkohol und Zigaretten besorgt.

Lea hat auch Probleme mit ihrem Asthma und damit, dass sie bei Stress rote Flecken in Gesicht und am Hals bekommt. Das ist ihr so peinlich, dass sie sich nicht traut, ihren ersten Freund Lenny zu küssen.

Leas subjektiv größtes Problem sind aber die häßlichen Klamotten aus der Kleiderkammer. Sie hat fast nur zu kleine Schuhe und das einzige Paar, das passt, ist grottenhäßlich. Sie schämt sich permanent dafür, was wiederum ihre Luftnot und die roten Flecken verstärkt.

Der einzige Lichtblick ist ihre Clique und ihre beste Freundin Pola. Aber nun ist sie sitzen geblieben und nicht mehr mit den Freunden in einer Klasse....

Und wie lange bleibt Lenny noch bei ihr, wenn sie jeden Kuß vermeidet ?

Ein gutes Jugendbuch, aber für Erwachsene eher langweilig. Es liest sich jedoch sehr schnell. Ich habe als Jugendliche von Jo Pestum "Auf einem weißen Pferd nach Süden" gelesen und fand mich und meine Gefühlswelt darin wieder. Dieses Buch ist ähnlich gut. Für Jugendliche Vielleser sehr empfehlenswert. Für Lesemuffel wohl zu langweilig, obwohl gerade, was die erste Liebe angeht, sich die meisten Teens darin wiederfinden werden. Das Gefühlsleben und die Gedanken bzgl. Freunde, Liebe, Unsicherheiten, Scham/Schüchternheit usw. ist sehr gut beschrieben und man kann sich leicht mit der Hauptfigur identifizieren.

Veröffentlicht am 25.08.2025

das erste Buch war besser

Das geheime Band zwischen Mensch und Natur
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Nachdem ich das Buch " Das geheime Leben der Bäume" von Peter Wohlleben gelesen habe, war ich begeistert. Dieses Buch, ich weiß nicht, das wievielte es ist, hat mich dagegen etwas enttäuscht, da es nicht ...

Nachdem ich das Buch " Das geheime Leben der Bäume" von Peter Wohlleben gelesen habe, war ich begeistert. Dieses Buch, ich weiß nicht, das wievielte es ist, hat mich dagegen etwas enttäuscht, da es nicht viele neue Infos enthielt. Vielleicht ist es eine Bereicherung für Leute, die sich nicht viel mit Natur, Biologie und Umweltschutz etc. beschäftigen, aber auch, wenn es einige interessante Dinge beinhaltet, war es für mich nicht wirklich informativ. Der Autor philosophiert auch gerne, was mich nicht so interessiert. Und wenn er schildert, mit welchen interessanten Menschen er sich getroffen hat, kommen diese Begegnungen zu kurz und bleiben oberflächlich. Mich hätte interessiert, was diese Menschen zu sagen hatten. Das war bestimmt mehr als die zwei bis drei Sätze, die der Autor wieder gibt. Und auch, wenn er einer solchen Begegnung eine ganze Seite widmet, erfährt man wenig über den, mit dem er sich getroffen hat, sondern hauptsächlich über die Gedanken des Autors zu dieser Begegnung. Das Buch ist einfach und flüssig geschrieben, manches wiederholt sich und es gibt viele kurze Kapitel, sodass man es immer wieder weglegen kann.

Das Buch hat mir gefallen, aber bei weitem nicht so gut wie "Das geheime Leben der Bäume" . Ich weiß nicht, ob der Autor jetzt auf die Schnelle ein Buch nach dem anderen schreibt, aber ich habe noch eins im Regal stehen und werde mir dann ein Urteil bilden. Ja, dies Buch ist gut, aber , wer noch kein Buch von ihm kennt, sollte vielleicht lieber Das geheime Leben der Bäume lesen.

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Veröffentlicht am 22.09.2024

zu oberflächliche Charaktere

Vier Frauen - Jedes. Wort. Eine. Lüge.
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Ein Mord und 4 Frauen, die alle behaupten, sie allein hätten den Mann umgebracht, der tot auf der Terrasse liegt. In einem Luxushotel feiert eine Frau eine Woche lang ihre pompöse Hochzeit. Unter den Gästen ...

Ein Mord und 4 Frauen, die alle behaupten, sie allein hätten den Mann umgebracht, der tot auf der Terrasse liegt. In einem Luxushotel feiert eine Frau eine Woche lang ihre pompöse Hochzeit. Unter den Gästen sind einige Collegefreundinnen, die aber z.T. zerstritten sind oder so keinen Kontakt zueinander mehr haben. Und dann ist da noch die 70jährige Millionärsgattin und eine junge Frau mit Baby. Sie alle haben ihre Probleme. Entweder mit ihren Freunden oder Männern oder mit den pubertierenden Kindern oder weil sie ein Kind verloren haben oder keins bekommen können. Im Hotel treffen sie aufeinander, trinken Unmengen an Alkohol, einige Beziehungen brechen auseinander, einige Freundschaften werden erneuert und alle sind trotz ihrer Probleme irgendwie oberflächlich. Ich möchte mit keiner von ihnen befreundet sein. Die einzige, die als Figur authentisch wirkt, ist Ginger, die 3fache Mutter. Die ist auch als einzige sympathisch. Die 70jährige Lulu mag ich zwar auch, aber auch bei ihr dreht sich alles um sich selbst und ihre kleine reiche abgeschottete Welt, genau wie bei den anderen. Dadurch, dass immer wieder die Vernehmungsprotokolle den einzelnen Kapiteln vorangestellt sind, hält sich die Spannung aufrecht, auch wenn die Protokolle inhaltlich nicht viel Neues bringen. Auch sonst plätschert die Geschichte so dahin, die Frauen trinken anscheinend ständig Alkohol, freuen sich über den Luxus und den Reichtum, in dem sie leben, Es gibt zwar Einblicke in ihre Probleme, Ängste und Verluste, aber ohne wirkliche Tiefe. Es bleibt beim Trinken und Smalltalk. Trotzdem möchte man wissen, was passiert ist und da das Buch flüssig geschrieben ist, liest es sich auch flott. Es gibt dann doch tatsächlich eine überraschende Wende und die Solidarität unter den Frauen gefällt mir, wenn sie auch blödsinnig ist, da unnötig. Das hätten sie auch wissen können. Aber vielleicht sind sie dazu zu überkandidelt. Auch die Anwältin schien wohl der Meinung zu sein, dass die Polizei anzulügen, eine gute Idee ist. Naja, dass die Figuren nicht überzeugend sind, sagte ich ja bereits.

Trotzdem hat das Buch Spaß gemacht zu lesen und war spannend. Mir hat der Aufbau gut gefallen und auch die Idee.

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Veröffentlicht am 25.07.2024

Als meine Großmutter Anfang 20 war

Menschen im Hotel
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Geschrieben in den 1920ern liest sich der Roman dennoch gut. Anfangs fand ich den Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig, aber bald war man mitten drin. Es tut sich aus heutiger Sicht eine andere Welt auf. ...

Geschrieben in den 1920ern liest sich der Roman dennoch gut. Anfangs fand ich den Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig, aber bald war man mitten drin. Es tut sich aus heutiger Sicht eine andere Welt auf. Und das macht das Buch interessant. In einem Grand Hotel begegnen wir vielen Menschen, einem Mann, der vom Arzt eine tödliche Diagnose erhalten hat und der die letzten Wochen seines Lebens eine Erbschaft auf den Kopf hauen will, frei von allen Verpflichtungen, einem depressiven Kriegsverwundeten, der des Lebens überdrüssig ist und der nur noch vor sich hin vegetiert, einem Geschäftsmann, der wichtige Verhandlungen führen muß, die ihn überfordern, einer alternden Tänzerin, einer Sekretärin und einem Gauner. Sie alle treffen im Hotel auf die ein oder andere Art und Weise zufällig zusammen und ihre Wege verflechten sich für kurze Zeit. Einige der Begegnungen sind sehr schicksalshaft, geben Hoffnung oder sind zerstörerisch..

Ich fand es vor allem interessant einen Roman zu lesen aus der Zeit, in der meine Großmutter 20 Jahre alt war. Sie hat also das Berliner Nachtleben gekannt und war auf vielen Tanzveranstaltungen. Später ist sie mit meinem Großvater auch in solchen Nobelhotels abgestiegen und insofern habe ich ein bißchen ihre Welt entdeckt. Dass rausgestellte Schuhe nachts vom Personal geputzt wurden, es Liftboys gab, die einem die schweren Eisengitter des Aufzug öffneten und Kehraus das letzte Lied der Band beim Tanzen war wußte ich schon. Aber hier habe ich erfahren, dass die Liftboys oft einarmige Kriegsveteranen waren, die sonst keinen Job bekamen. Der erste Weltkrieg war ja grade vorbei und einarmig gab es nicht viele Arbeiten, die man verrichten konnte. Auch das die Putzfrauen die Eingangslobby mit feuchten Sägespänen auswischen hatte ich noch nie gehört. Auf jeden Fall kommt das Flair und die Athmosphäre der damaligen Zeit, die Nöte und Sorgen, das Pflichtgefühl, aber andererseits auch die Sorglosigkeit nachdem man den Krieg überstanden hatte, gut rüber.

Nach einigen Anfangsschwierigkeiten hat mir das Buch gut gefallen. Man hat mit allen Charakteren mitgefiebert und da auf dem Klappentext stand, einer würde sterben, einer würde verhaftet, einige reisen ab, andere kommen an, war es auch spannend. Große Liebe, große Dramen, grundlegende Wendungen im Leben einzelner Menschen, aber nie reißerisch, sondern eher zart und behutsam. Das Buch ist in den 30gern mit Greta Garbo verfilmt worden.

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Veröffentlicht am 22.04.2024

Blutrausch

Die Überfahrt
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Auf der schwedischen Ostsee-Fähre Baltic Charisma wird getanzt, gefeiert und reichlich getrunken. Ein abgehalfterter ehemaliger Popstar moderiert das Karaokesingen, ein junger Mann will sich verloben und ...

Auf der schwedischen Ostsee-Fähre Baltic Charisma wird getanzt, gefeiert und reichlich getrunken. Ein abgehalfterter ehemaliger Popstar moderiert das Karaokesingen, ein junger Mann will sich verloben und andere wollen der Einsamkeit entfliehen oder sind auf einen One-night-stand aus. Fast unbemerkt gehen eine Mutter und ihr Sohn an Bord. Sie haben ganz andere Pläne und mit ihnen kommt das Grauen auf das Schiff...

Das Buch ist spannend und flüssig geschrieben, die Personen überzeugend und das Ende hat mir gut gefallen. Abzug gibt es, weil gefühlte 400 Seiten nur aus Blutrausch bestehen. Auch wenn die Spannung durchgehend immer ein wenig aufrecht erhalten wird, wird es langsam eintönig mehrere hundert Seitenlang zu lesen, wer wen wie tötet und es kaum andere Handlung gibt. Manches hat an Stephen King erinnert, reicht aber nicht an ihn heran. Wer Horror und Blutorgien mag, dem gefällt das Buch wahrscheinlich. Ich mag mehr geheimnisvolleren Grusel.

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