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SilviaOpel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2025

Humorvoller Roman über ernste Themen

Hello Stranger
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Sadie, eine junge Frau, die gegen den Willen ihres Vaters ein Kunststudium absolviert hat, um in die Fußstapfen ihrer Mutter zu treten, bestreitet ihren Lebensunterhalt mit dem Malen von Portraits. Nun ...

Sadie, eine junge Frau, die gegen den Willen ihres Vaters ein Kunststudium absolviert hat, um in die Fußstapfen ihrer Mutter zu treten, bestreitet ihren Lebensunterhalt mit dem Malen von Portraits. Nun bietet sich ihr eine einmalige Gelegenheit - sie ist eine von 10 FinalistInnen eines Portraitwettbewerbs. Ironie des Schicksals - ihre Mutter nahm ebenfalls vor einigen Jahren an diesem Wettbewerb teil, verstarb aber kurz vor der finalen Ausstellung. Und weil das an Gemeinsamkeiten noch nicht genügt, hat Sadie ein paar Wochen vor der Ausstellung einen Unfall aufgrund einer kleinen Fehlbildung im Gehirn. Sie wird ins Krankenhaus eingeliefert, wo diese in einer Gehirnoperation beseitigt wird, da ihr Vater, ein bekannter Herz-Thorax-Chirurg, darauf besteht, dass die Fehlbildung so schnell wie möglich durchgeführt wird. Sadie willigt widerwillig ein, da ihre Mutter den Tod fand, weil sie die OP zu lange aufgeschoben hat.
Leider ergeben sich nach der Operation Komplikationen, Sadie kann keine Gesichter mehr erkennen, sie ist gesichtsblind. Da sie ihr Bild für den Wettbewerb noch malen muss, bricht für sie erst einmal eine Welt zusammen.
Eins ist klar - auf ihre Familie kann sie nicht zählen. Ihr Vater glänzt wie immer durch Abwesenheit, sein Beruf geht vor, ihre Stiefmutter Lucinda ist auf ihr Leben als Arztfrau fixiert, taucht nur gelegentlich auf, um ungebetene Hilfe aufzuzwingen, und für ihre Stiefschwester Parker war Sadie schon immer das perfekte Mobbing-Opfer.
Zum Glück gibt es auch noch Lichtblicke in Sadies Leben - ihr kleiner Hund Peanut, den ihr ihre Mutter kurz vor ihrem Tod geschenkt hat, ihre Freundin Sue und deren Eltern, die sie kostenlos in einer Art Gartenhütte auf dem Dach ihres Hauses wohnen lassen, obwohl diese eigentlich gar nicht dauerhaft bewohnbar ist. Und zuletzt noch die Psychologin, Dr. Nicole, die ihr für die Bewältigung ihrer postoperativen Probleme von der Klinik als Therapeutin an die Seite gestellt wird. Dazu kommen dann noch ein Nachbar, Joe, der an einer Art Helfersyndrom leidet und der Tierarzt, Dr. Oliver Addison, der in der Tierklinik arbeitet, in der Peanut behandelt wird. Beide kommen ihr mit der Zeit näher und sie hat Probleme, sich zwischen ihnen zu entscheiden.

Bei der Lektüre des Buches begleitet man Sadie auf ihrem Weg zurück ins Leben, wie sie versucht, trotz ihrer Gesichtsblindheit (die sie zu einem leichten Opfer für Parker macht, weil sie sich nicht gegen ihre Gemeinheiten schützen kann) mit einem Portrait am Wettbewerb teilzunehmen. Dazu muss sie etliche neue Techniken ausprobieren. Ihre Familie und Sue kennen ihr Problem, vor allen anderen Menschen versteckt sie die Gesichtsblindheit. Dies führt zu einigen interessanten Verwicklungen.

Das Buch ist sehr flüssig und humorvoll geschrieben, auch die schwierigen Themen werden sehr gut eingebunden. Es hat mich gefesselt, so dass ich es in Rekordzeit gelesen habe. Auch wenn es stellenweise innere Monologe gab, die etwas langatmig sind, weil Sadie sich dabei oft wiederholt, Parkers Attacken mir mit der Zeit etwas auf die Nerven gingen, und einige Dinge mir leicht unplausibel erschienen, habe ich das Interesse nicht verloren.
Die Charaktere sind wunderbar angelegt, mit wenigen Ausnahmen (hauptsächlich Mitglieder von Sadies Familie) waren mir alle sehr sympathisch und ich habe mit Sadie die ganze Zeit mitgelitten oder mich mit ihr gefreut, je nach Situation.

Ich habe das Buch von vorne bis hinten genossen und kann es mit gutem Gewissen weiterempfehlen, besonders weil darin so gut auf das Thema der Gesichtsblindheit eingegangen wird, was im Prinzip der Hauptgrund ist, warum mich dieses Buch direkt angesprochen hat.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Ein Roman über Freundschaft, mit deren Hilfe man alles überwinden kann

Die Inselschwimmerin
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Evie ist mit 18 Jahren überstürzt von den Orkney-Inseln nach London geflohen, wo sie 20 Jahre lang gelebt hat und nun nach Hause zurückkehrt, um sich von ihrem sterbenden Vater zu verabschieden. Leider ...

Evie ist mit 18 Jahren überstürzt von den Orkney-Inseln nach London geflohen, wo sie 20 Jahre lang gelebt hat und nun nach Hause zurückkehrt, um sich von ihrem sterbenden Vater zu verabschieden. Leider kommt sie zu spät, aber dennoch bleibt sie, um ihre Vergangenheit endlich aufzuarbeiten. Die größte Hilfe dabei ist Freya, eine gute Freundin ihres Vaters und die gute Seele der Insel.

Das Buch ist in 3 Zeitebenen unterteilt. Die erste erzählt die Geschichte von Evies Eltern und die Kindheit und Jugend von Evie und ihrer Schwester Liv. Die zweite spielt ab 2004, als Evie nach London flieht, und die dritte ab 2024, als Evie nach Orkney zurückkehrt und nach und nach ihre Probleme in den Griff bekommt und sich damit ihr Leben zurückholt. Dabei wird sie mit ihren alten Freunden und ihrer Schwester Liv konfrontiert.

Die Landschaft der Orkneys als Setting ist gut gewählt, das kalte Meer, der Wind, die raue Landschaft, alles symbolisiert die Schwierigkeiten, mit denen Evie zu kämpfen hat, in der Vergangenheit und der Gegenwart. Aber da ist auch die wärmende Sonne, die Freyas Freundschaft, Hilfe und Unterstützung symbolisiert.

Lorraine Kelly beschreibt sehr einfühlsam die seelischen Qualen, unter denen Evie leidet, ihre Schuldgefühle, die Selbstzweifel und das Trauma, unter dem sie seit ihrer Kindheit leidet. Aber auch der Weg, wie ihre Schwester Liv zu der hasserfüllten Frau werden konnte, die ihr Leben durch Alkohol und Drogen erträglich zu machen versucht, und ansonsten nur an Evies Geld interessiert ist, wird nicht vergessen.

Der Dreh- und Angelpunkt des Buches sind die Ereignisse, die Evie dazu brachten, ihre Heimat zu verlassen. Sobald dieses Rätsel gelöst ist, nimmt die Spannung ab, und der Rest ist mehr oder weniger nur noch sehr unterhaltsam.
Durch den angenehmen Schreibstil habe ich das Buch bis zur letzten Seite geliebt und hatte nicht ein einziges Mal das Bedürfnis, es zur Seite zu legen.

Das Buch vermittelt mir die Botschaft, dass man mit Freundschaft und Hilfsbereitschaft alles erreichen kann. Es gibt nur einen Punkt, den ich hier auch noch erwähnen möchte. In diesem Roman werden jede Menge interessanter Themen behandelt, aber leider nicht wirklich ausgeführt, manches gar nur am Rande erwähnt. Das hat mich etwas enttäuscht, der Unterhaltung hat es aber in keinster Weise geschadet.

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  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 11.12.2022

Großstadt meets Natur

Sehnsucht nach Sunset Rock
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Hazel und Nathan lernen sich kennen, als Hazel gerade das Grundstück für den Bau eines Wellnesshotels gekauft hat, das Nathan eigentlich schon versprochen war. Er wollte darauf Baumhäuser bauen, ein Prototyp ...

Hazel und Nathan lernen sich kennen, als Hazel gerade das Grundstück für den Bau eines Wellnesshotels gekauft hat, das Nathan eigentlich schon versprochen war. Er wollte darauf Baumhäuser bauen, ein Prototyp dafür ist sogar schon fertig. Das erschwert natürlich die Situation zwischen den beiden enorm.

Auf den ersten Blick könnten die beiden Protagonisten nicht verschiedener sein, mit der Zeit stellt sich aber heraus, dass sie auch einige Gemeinsamkeiten haben und sich gut dabei helfen können, sich ihrer Altlasten zu entledigen.
Die verschiedenen Charaktere sind alle gut ausgearbeitet, und bis auf 2 Personen sind auch alle sehr sympathisch. Einer der Unsympathen ist Mr. Thompson, über die Hintergründe seines Handelns hätte ich gerne mehr erfahren, aber für die Geschichte selbst sind diese nicht relevant.
Zum Schluss fällt die Entscheidung für ein Projekt, was vermutlich vernünftig ist, aber ich hätte mir auch einen echten Kompromiss vorstellen können, der beide Projekte vereint.

Das typische Kleinstadtfeeling, wo jeder jeden kennt, wo keiner ein Geheimnis lange verbergen kann, finde ich herzerfrischend. Ebenso die kleine Charlotte und die ewig Kuchen backende Abby, Hazels Großtante. Kuchen ist für sie ein Allheilmittel gegen jedes Problem, und sie versorgt damit die gesamte Nachbarschaft. Gute Idee - Kuchen backen hat was meditatives...

Es werden in diesem Buch auch tiefgründige Themen angeschnitten - Hazels Vater hat Krebs im Endstadium und sein Tod wird in dem Buch auch behandelt, allerdings nur recht kurz, dennoch sehr einfühlsam. Ich finde das richtig gut. Wer nach Tiefgang sucht, ist allerdings bei diesem Buch trotzdem falsch.

Die Sprache ist einfach, der Schreibstil sehr flüssig. Es ist das perfekte Buch, um für einen Tag mal abzutauchen und zu entspannen, ich habe es sehr genossen. Wenn es weitere Bände rund um die Familienmitglieder geben sollte - ich bin als Leserin auf jeden Fall dabei!

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Veröffentlicht am 15.08.2022

Anders als erwartet, aber richtig gut!

Wie ein Stern in dunkler Nacht
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Christina hat gerade zum zweiten Mal zu Beginn der Schwangerschaft ihr Baby verloren und ihre Beziehung zu Steffen steht - nicht nur deswegen - vor dem Aus. Da erreicht sie das Angebot ihrer Studienfreundin ...

Christina hat gerade zum zweiten Mal zu Beginn der Schwangerschaft ihr Baby verloren und ihre Beziehung zu Steffen steht - nicht nur deswegen - vor dem Aus. Da erreicht sie das Angebot ihrer Studienfreundin Melina, deren Landarztpraxis in Schottland vertretungsweise für 9 Monate zu übernehmen. Kurz danach befindet sie sich auf dem Weg nach Tobermory.
Sie wird zunächst nicht unbedingt mit offenen Armen aufgenommen, aber mit der Zeit und mit Hilfe einiger "Einheimischer" wird sie gut akzeptiert. Dann steht eines Tages Aidan mit einem blutenden Fohlen auf den Armen in ihrer Praxis und die beiden kommen sich näher.

Das Buch ist schön leicht und flüssig geschrieben. Ein wenig irritierend sind teilweise die vielen Zeitsprünge. Ich hatte zuerst das Gefühl, eine fortlaufende Geschichte zu lesen, auf einmal wurde mir bewusst, dass nicht nur eine Woche, sondern über ein Monat vergangen war. Nähere Angaben zur vergangenen Zeit wären an manchen Stellen sehr hilfreich gewesen, aber auch so habe ich mich nach einiger Zeit daran gewöhnt, dass es mich nicht mehr störte.

Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, die Protagonisten sind mir mal mehr und mal weniger sympathisch, je nachdem,was sie gerade wieder "angestellt" haben. Besonders bei Christina schwankt meine Sympathie immer wieder. Mal ist sie fürsorglich und nett, mal völlig egoistisch, mit Vertrauen hat sie eigentlich die meiste Zeit ein Problem.

Mir persönlich hat das Buch trotz der unerwarteten Wendung gegen Ende sehr gut gefallen, allerdings kann ich es nicht uneingeschränkt weiterempfehlen. Wer ein Buch sucht, um abschalten zu können, mit großem Happy-end und Friede, Freude, Eierkuchen, für den lautet meine Empfehlung: Finger weg!
Menschen, die in der Lage sind, positiv zu denken und das Schöne im Leben zu sehen, auch in kleinen Dingen, die au mit einem kleinen Happy-end glücklich sein können, werden dieses Buch bestimmt genauso zu schätzen wissen wie ich. Für diesen Personenkreis gebe ich eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 23.07.2022

Gelungener Neubeginn

Chicago Bad Boss – Why I'm Yours
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Kurz vor Abschluss ihres Studiums wird Reagan vergewaltigt und verlässt wenig später fluchtartig ihre Heimatstadt Boston. Jahre später, der Liebe und dem Alkohol hat sie komplett abgeschworen, beginnt ...

Kurz vor Abschluss ihres Studiums wird Reagan vergewaltigt und verlässt wenig später fluchtartig ihre Heimatstadt Boston. Jahre später, der Liebe und dem Alkohol hat sie komplett abgeschworen, beginnt sie ein neues Leben in Chicago, wo auch ihre ehemalige WG-Mitbewohnerin inzwischen Karriere macht.
Drew lernen wir als fürsorglichen Familienvater kennen, dessen Ehe gerade dabei ist, vor die Hunde zu gehen. Der Grund dafür ist, dass seine Frau nach der Geburt des Sohnes, Dawson, unter postpartaler Depression leidet, aber keine Hilfe annehmen kann oder will.
Einige Jahre später ist Drew geschieden und treibt als Chef seine Assistentinnen reihenweise in den Wahnsinn. Als Reagan als Assistentin seiner Mutter angestellt wird und dadurch zwangsläufig auf Drew trifft, ist sie nicht an einer weitergehenden Bekanntschaft interessiert, da sie ihn für einen gutaussehenden Schwerenöter hält. Sie ist sehr abweisend und sorgt auf diese Weise dafür, dass sie für Drew noch interessanter wird, als sie es ohnehin schon ist. Erst als sie seinen Sohn Dawson kennenlernt, merkt sie, dass in ihm auch noch ein anderer Mensch steckt, als sie vermutet hat. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf...

Das Buch ist wunderbar flüssig geschrieben, aber leider haben sich bei der Übersetzung einige grammatikalische Fehler eingeschlichen, die ich beim besten Willen nicht überlesen konnte. Öfter passten der Anfang und das Endeeines Satzes absolut nicht zusammen (inhaltlich schon, aber nicht grammatisch). Dies hat den Lesefluss - zumindest bei mir - doch sehr gestört. Auch einige Druckfehler waren nicht zu ignorieren, allerdings hat das alles keine Auswirkung darauf, dass das Buch an sich trotzdem gut zu lesen ist.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, und sie sind auch fast alle sehr sympathisch. Die Ausnahmen sind Zane (der Vergewaltiger) und Jennifer (Drews Ex-Frau).
Das Ende kam mir persönlich allerdings ein wenig zu schnell und war extrem kitschig, da hätte es bestimmt auch noch andere Möglichkeiten gegeben. Und irgendwie kamen die Nebencharaktere zu kurz, was aber wohl daran liegt, dass sie die Protagonisten des nächsten Teils sind.

Trotz des schwierigen Themas, das sehr gut eingebunden ist, lässt sich das Buch gut lesen, es regt gelegentlich dazu an, sich über das Leben Gedanken zu machen, und es fiel mir schwer, bei der Lektüre Pausen eizulegen.
Alles in allem ein Buch, das gutgeschrieben ist, recht vorhersehbar, aber trotzdem fesselnd, ich kann es als Unterhaltungslektüre mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

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