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Veröffentlicht am 15.09.2016

Typischer Mittelband

Young World - Nach dem Ende
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Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (27. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3423761376
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 16 Jahre
Preis: 18,95€
auch als E-Book erhältlich

Typischer ...

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (27. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3423761376
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 16 Jahre
Preis: 18,95€
auch als E-Book erhältlich

Typischer Mittelband

ACHTUNG: Dies ist der 2. Band einer Trilogie. Meine Rezension kann daher SPOILER zum 1. Band enthalten.


Man sollte den 1. Band unbedingt gelesen haben, denn der 2. baut direkt darauf auf. Ohne Vorkenntnisse dürfte es schwer werden, der Handlung zu folgen. Diese setzt genau da ein, wo der 1. Band endete. Einige wichtige Ereignisse aus dem Vorgängerband werden nebenbei noch einmal ins Gedächtnis gerufen, gerade so viel, dass man wieder auf dem Laufenden ist. Für Neueinsteiger dürfte es aber zu wenig sein.

Inhalt:
Jefferson, Donna und ihre Freunde werden von der Marine gefangen genommen und auf ein Schiff gebracht, wo sie immer wieder verhört werden. Wenigstens haben sie das Heilmittel, mit dem die Überlebenden der Katastrophe gerettet werden können. Nach ihrer Befreiung verschlägt es Jefferson wieder nach New York, wo er einen neuen Staat gründen will. Donna dagegen landet in England in den Fängen des Geheimdienstes.

Meine Meinung:
Wie schon im 1. Band wechselt auch hier wieder die Perspektive kapitelweise zwischen Jefferson und Donna, in der 2. Buchhälfte kommen auch noch andere Personen dazu. Dies ist umso sinnvoller, als die Freunde getrennt sind. So kann man als Leser den Weg beider Protagonisten verfolgen.

Auch der Schreibstil ist wie gewohnt. Die Sprache ist ziemlich einfach und teilweise vulgär, die Beschreibungen sind sehr bildhaft – das Kopfkino springt direkt an beim Lesen. Auch macht sich wieder bemerkbar, dass Chris Weitz beim Film arbeitet, denn es gibt immer wieder kleine Anspielungen auf diese Branche.

Für mich war „Nach dem Ende“ ein typischer Trilogie-Mittelband. Die Handlung bringt nicht so viel Neues wie im Auftaktband, aber auch noch keine Lösung wie der Endband, sondern fungiert großteils als Lückenfüller zwischen diesen beiden. Die Geschichte ist zwar nett zu lesen, plätschert aber ein wenig vor sich hin. Es gibt viele Vernehmungen, die häufig gleich ablaufen. Daneben denken die Protagonisten viel nach, ohne dass dies etwas bewirken würde. So bleibt die Spannung dann leider ein bisschen auf der Strecke. Es gibt zwar einige Szenen, die spannender sind als andere, aber eine richtige Spannungskurve habe ich vermisst.

Da Jefferson und Donna die meiste Zeit getrennt sind, kommt auch die Liebesgeschichte ein bisschen zu kurz.

Positiv empfand ich, dass die Handlung nicht so brutal ist wie im 1. Band. Zwar gibt es auch hier noch den ein oder anderen Toten, aber es wird nicht mehr so leichtfertig mit dem Leben anderer umgegangen.

Ein großes Thema bilden Vertrauen und Verrat. Die Jugendlichen wissen ebenso wenig wie der Leser, wem sie trauen können und für wen sie nur Mittel zum Zweck sind. So gibt es manche Überraschung, weil ein Freund oder Feind falsch eingeschätzt wurde.

Die Idee hinter dieser Dystopie finde ich nach wie vor sehr interessant und spannend, und so hoffe ich nun darauf, dass der 3. Band mich vielleicht doch noch überzeugen kann. Wie es weitergeht, möchte ich auf jeden Fall wissen – meine Neugier ist geweckt.

Die Trilogie:
1. Die Clans von New York
2. Nach dem Ende
3. ???

★★★☆☆

Ich bedanke mich ganz herzlich beim dtv für das Rezensionsexemplar, das mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Leider ziemlich vorhersehbar

Tiefe Wellen
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Broschiert: 416 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (21. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841421708
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Inland

Leider ziemlich vorhersehbar

Inhalt:
Als ...

Broschiert: 416 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (21. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841421708
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Inland

Leider ziemlich vorhersehbar

Inhalt:

Als Kind musste Callie Morgan mit ansehen, wie ihre Mutter im Meer ertrank. Seitdem halten sich ihr Vater und sie fern von Wasser, aus Angst, dass auch Callie ertrinken könnte. Doch Callie geht es im Landesinneren gar nicht gut. Sie leidet unter Erstickungsanfällen, Wasser sammelt sich in ihrer Lunge – die Ärzte stehen vor einem Rätsel. Ausgerechnet als ihr Vater im feuchtwarmen Florida einen Job annimmt, geht es Callie wieder besser. Endlich kann sie eine normale Schule besuchen, Freundinnen haben, ja sich sogar verlieben. Und endlich macht sie auch ihren Frieden mit dem Wasser …

Meine Meinung:
Anfangs hat mich das Buch noch stark gefesselt, doch ließ das immer mehr nach. Ich hatte leider schon sehr früh eine Ahnung, worauf die Geschichte hinauslaufen würde und hatte leider auch recht damit. Insofern konnte es mich nicht überraschen. Trotzdem fand ich die Erzählung zuerst noch ganz gut. Die mystischen Elemente drängten sich noch nicht so sehr in den Vordergrund. Wäre mir klar gewesen, worum es in diesem Buch geht (aus dem Klappentext ist dies leider nicht ersichtlich), hätte ich es wohl nicht gelesen.

Irgendwann ging mir dann aber auch der Erzählstil etwas auf die Nerven. Callie erzählt in der Ich-Form und es dreht sich alles nur um sie. Es gibt kaum einen Satz, in dem nicht „ich“, „mir“, „mich“ oder „mein“ vorkommt. Das war mir einfach zu egozentrisch. Leider war mir Callie auch nicht hundertprozentig sympathisch, zum Ende hin immer weniger, sodass es mir lieber gewesen wäre, wenn auch andere Personen oder Dinge näher betrachtet worden wären.

Den Schluss fand ich dann recht seltsam. Die ganze Spannung, die vorher noch da war, verpufft einfach, geht unter wie ein Stein, der ins Wasser geworfen wird.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eine Familie in Gaza

Als die Sonne im Meer verschwand
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Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Diana Verlag (18. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453291706
Originaltitel: The Blue Between Sky and Water

Eine Familie in Gaza

Wer wissen will, wovon Susan ...

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Diana Verlag (18. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453291706
Originaltitel: The Blue Between Sky and Water

Eine Familie in Gaza

Wer wissen will, wovon Susan Abulhawas zweiter Roman handelt, sollte NICHT den Klappentext lesen. Dieser lässt vermuten, dass es hauptsächlich um eine Romanze geht. Dies ist jedoch nicht der Fall. Klar, es gibt diese Liebesgeschichte, doch nimmt sie nur einen verhältnismäßig kleinen Raum ein. Ansonsten begleiten wir Leser mehrere Generationen einer palästinensischen Familie. Abulhawa erzählt von Krieg und Vertreibung, von Krankheit, Tod und Hoffnung, von Liebe, Freundschaft und Zusammenhalt.

Obwohl hier Dinge geschehen, die einem die Haare sträuben und zu Herzen gehen sollten, blieb ich als Leserin seltsam distanziert. Ich schreibe dies dem eher berichtartigen Erzählstil zu. Es wird oft einfach geschildert, was geschieht, ohne die Gefühle und Gedanken der Handelnden miteinzubeziehen, ohne Dialoge, die die Figuren lebendig werden lassen.

Die Autorin erzählt nicht immer chronologisch, sondern springt hin und her und beleuchtet einzelne Ausschnitte. Ich hatte öfter Probleme mit der zeitlichen Einordnung. Auch die Perspektive wechselt immer wieder. Das fand ich allerdings gut, denn so bekommt man einen umfassenderen Überblick.

Hinzu kommt, dass hier viele unerklärliche Dinge geschehen, die ich persönlich für Humbug halte, die aber im Buch als Tatsache hingestellt werden. Zum Beispiel steht eine der Frauen in Kontakt mit einem Dschinn, ein Mädchen hat einen Freund aus der Zukunft … Irgendwann schaffte ich es, beim Lesen über diesen „Unsinn“ hinwegsehen, von da an war es leichter.

Die Sprache, die Susan Abulhawa verwendet, ist recht schön. Wie im Arabischen üblich, wird oft blumig umschrieben, was dem Ganzen einen leicht poetischen Touch verleiht. Dadurch konnte mich der Roman schließlich doch fesseln.

Im Anhang findet sich ein Glossar und ein (nicht ganz vollständiger) Stammbaum, die ich immer wieder zu Rate ziehen musste.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen

Nur einen Horizont entfernt
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Broschiert: 368 Seiten
Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 1 (21. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3810523952
Originaltitel: Sweet Forgiveness

Konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen

Inhalt:
Die ...

Broschiert: 368 Seiten
Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 1 (21. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3810523952
Originaltitel: Sweet Forgiveness

Konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen

Inhalt:

Die Fernsehmoderatorin Hannah Farr ist an einem Wendepunkt ihres Lebens angelangt. Die Beziehung zu Michael tritt auf der Stelle, die Quoten ihrer TV-Show sinken beständig. In ihrer Not erinnert sich Hannah wieder an die Versöhnungssteine, die ihr vor zwei Jahren von einer ehemaligen Schulkameradin geschickt wurden. Fiona wollte sie mit einem Stein um Verzeihung bitten, doch Hannah war noch nicht dazu bereit. Den zweiten Stein sollte Hannah an jemanden schicken, den sie selbst um Verzeihung bitten möchte. Diese Steine bringen nun eine Lawine ins Rollen, unter der Hannahs bisheriges Leben verschüttet werden wird.

Meine Meinung:
Nach dem großen Erfolg ihres ersten Romans „Morgen kommt ein neuer Himmel“ war ich sehr gespannt auf das aktuelle Buch und hatte wohl zu hohe Erwartungen. Mehr als durchschnittlich war das für mich nicht.

Der Schreibstil ist ganz okay, es lässt sich flott lesen, ist aber nicht wirklich außergewöhnlich schön. Ein Klischee reiht sich an das nächste, und vieles ist zumindest in groben Zügen vorhersehbar. Es gibt einige nette Lebensweisen, die aber auch nicht gerade neu sind, z.B. „Die Menschen, die man liebt, gibt man niemals auf.“ Diese Phrase zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung.

Was mich aber tierisch genervt hat, war die Protagonistin Hannah. Ich wurde mit ihr einfach nicht warm. Es hat mich immer wieder gewundert, wie schnell sie in ihren Meinungen umschwenkt. Sie hat erstaunlich wenig Rückgrat, dafür eine Riesenmenge Naivität. Mehr als ein Mal wollte ich sie schütteln und Klartext mit ihr reden. Auch ihre ständige Jammerei ging mir gehörig auf den Keks. Ach hätte ich doch…, ich sollte nicht…, warum habe ich nur… Immer dreht sich alles nur um sie. Und das, obwohl sie doch gerade dabei ist, sich bei anderen zu entschuldigen.

Aber auch die meisten anderen Charaktere waren mir nicht unbedingt sympathisch. Hannahs Maskenbildnerin Jade und der Winzer RJ waren die Einzigen, die mich voll und ganz auf ihre Seite ziehen konnten, wobei RJ schon fast zu gut ist, um wahr zu sein.

Leider blieb am Ende eine wichtige Frage unbeantwortet. Das war für mich recht unbefriedigend. Natürlich kann hier jeder für sich entscheiden, was er vermutet. Ich persönlich hätte lieber eine klare Antwort gehabt.

Was mir an diesem Buch aber gefallen hat, ist, dass es einen zum Nachdenken bringt. Nachdenken darüber, bei wem man sich vielleicht selbst endlich mal entschuldigen müsste. Nachdenken darüber, ob eine Entschuldigung wirklich immer gut ist oder ob man manche Dinge nicht besser ruhen lässt. Nachdenken darüber, auf welche Art man eine Entschuldigung vorbringt. Nachdenken darüber, wie viel befreiter man sich selbst fühlen kann, wenn man den richtigen Schritt getan hat.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Wenig tiefgründig und wenig spannend, aber gut zu lesen

Brennender Midi
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Broschiert: 304 Seiten
Verlag: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG; Auflage: 1 (13. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3832198190
Preis: 14,99€
auch als E-Book und als Hörbuch-Download erhältlich

Wenig ...

Broschiert: 304 Seiten
Verlag: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG; Auflage: 1 (13. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3832198190
Preis: 14,99€
auch als E-Book und als Hörbuch-Download erhältlich

Wenig tiefgründig und wenig spannend, aber gut zu lesen

Inhalt:
Capitaine Roger Blanc, vor kurzem erst aus Paris in die Provence versetzt, ermittelt im Fall eines Flugzeugabsturzes auf einen Olivenhain. Der Pilot war Aspirant auf einer nahegelegenen Militärbasis und absolvierte gerade seine letzte Flugstunde, als es zu dem Unglück kam. Der Besitzer des Olivenhains ist ein erklärter Gegner der Flugmanöver. Hat er etwas mit dem Absturz zu tun?

Meine Meinung:
Dies ist zwar schon der 3. Teil der Reihe um Capitaine Blanc, man kann ihn aber unabhängig von den anderen Bänden lesen. Ich kenne die Vorgänger nicht, hatte aber zu keiner Zeit das Gefühl, dass mir Vorkenntnisse fehlen würden.

Allerdings konnte Rademacher mit diesem Kriminalroman trotzdem nicht überzeugen. Es dauert sehr lange, bis die Handlung Fahrt aufnimmt. Anfangs werden etliche Personen eingeführt, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber alle auf die ein oder andere Art in das Geschehen verwickelt sind.

Die Gendarmerie lässt sich viel Zeit mit den Ermittlungen, die mir nicht wirklich zielgerichtet erschienen. Man befragt halt mal diesen und dann jenen, bekommt von oben mehr oder weniger Ermittlungsverbot in gewisse Richtungen und kommt dadurch einfach nicht vom Fleck.

Nebenbei wird das Privatleben ausgewalzt, aber auch das ist nicht wirklich fesselnd. Erst ab der Hälfte etwa nimmt die Geschichte dann Tempo auf, und der Show down am Schluss ist recht spannend, wenn auch nicht besonders originell.

Schade fand ich, dass die Charaktere wenig tiefgründig angelegt sind – sie wirken zum größten Teil sehr stereotyp. Trotzdem hatte ich in meinem Kopf kein klares Bild von ihnen.

Und was die Handlung angeht, verzettelt sich der Autor für meinen Geschmack zu viel. Hier wird vieles nur oberflächlich angeritzt, anstatt dass ein oder zwei Themen richtig gut ausgebaut werden. Falsche Spuren entstehen dadurch aber kaum. Für mich war die Handlung relativ vorhersehbar. Den Täter hatte ich schon bald nach seiner Einführung im Visier.

Doch nun zum Positiven. Was zu Beginn wie ein wirres Durcheinander von wenig glaubwürdigen Zeugenaussagen aussieht, entpuppt sich am Ende als ein rundes Bild, das in sich stimmig ist. Auch der Schreibstil ist sehr angenehm, locker und leicht zu lesen – trotz der immer wieder eingestreuten französischen Füllwörter, die man aber nicht unbedingt verstehen muss bzw. die quasi selbsterklärend sind.

Fazit:
Dieser Krimi ist locker und leicht zu lesen, lässt aber über weite Strecken Spannung vermissen und war für mich in seiner Gesamtheit leider nur durchschnittlich.

Die Reihe:
1. Mörderischer Mistral
2. Tödliche Camargue
3. Brennender Midi

★★★☆☆

Herzlichen Dank dem DuMont Buchverlag, der mir freundlicherweise ein Leseexemplar als Vorableser des Monats auf vorablesen.de zur Verfügung gestellt hat.