Profilbild von CynthiaM94

CynthiaM94

Lesejury Star
offline

CynthiaM94 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit CynthiaM94 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.08.2022

Für die Seele

Fühle mich. Unendlich
0

„Fühle mich unendlich“ ist eigentlich der vierte Band einer Reihe von Katinka Engel. Ich hab aber jetzt einfach mal mit diesem hier gestartet, weil er so heiß ersehnt war, dass ich neugierig geworden. ...

„Fühle mich unendlich“ ist eigentlich der vierte Band einer Reihe von Katinka Engel. Ich hab aber jetzt einfach mal mit diesem hier gestartet, weil er so heiß ersehnt war, dass ich neugierig geworden. Und das Buch ist absolut den Hype wert. Habs jede Sekunde gespürt und von Anfang bis Ende geliebt.

Zum Inhalt: Sophia ist aus dem Gefängnis raus und in einem tollen Resozialisierungsprogramm untergekommen. Als ihre Betreuerin sie bittet sich im Zuge des Programms mit Spendern zu bitten, ist das für sie Ehrensache. Doch da wusste sie nicht, dass sie beim Abendessen auf Philip treffen würde. Der so gar nicht zu ihr passt und dessen Welt so anders ist. Aber der sie ansieht, als wäre das alles egal. Und Sophia beginnt zu hoffen.

Zuerst mal: das Buch hat sich super lesen lassen, ohne die anderen Bände zu kennen. Ist jetzt natürlich Ehrensache, dass ich mir die noch kaufen werde, nachdem mich dieses Buch so weggeflasht hat. Man steigt super in die Geschichte ein und hat die wechselnden Erzählperspektiven von Sophia und Philip.

Die Charaktere sind einfach nur super cute. Nicht nur die zwei Protagonisten, sondern auch dir ganzen Nebencharaktere und irgendwie sogar die böse Omi. Katinka Engel steckt da einfach unglaublich viel Herz rein, was man beim Lesen wirklich merkt. Ich hab sofort eine Verbindungen zu den Figuren und den Orten, vor allem dem Imogens gehabt und mich im Buch direkt heimisch gefühlt. Super schöne Atmosphäre, eine Geschichte mit Tiefgang, in der nicht alles nur Friede-Freude-Eierkuchen ist und Charaktere die zu Freunden werden. Was will man mehr? Nichts, korrekt.

Ich hab das Buch an einem Tag durchgesuchtet, so dringend hab ich mir ein Happy End für alle gewünscht. Das Buch jetzt ausgelesen zu haben fühlt sich ein bisschen leer an und ich wäre gerne noch länger verweilt.

Ein ganz ganz tolles Buch, das mir richtig gut gefallen hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.08.2022

Berührend

Findelmädchen
0

„Findelmädchen“ von Lilly Bernstein ist ein berührender und herzzerreißender Roman über das Leben im Nachkriegsdeutschland, zwischen Wiederaufbau und Wirtschaftswunder, zwischen Kriegsschrecken und neuer ...

„Findelmädchen“ von Lilly Bernstein ist ein berührender und herzzerreißender Roman über das Leben im Nachkriegsdeutschland, zwischen Wiederaufbau und Wirtschaftswunder, zwischen Kriegsschrecken und neuer Hoffnung. Ich finde vor allem den Titel sehr eingängig und passend und auch das Cover ist sehr treffend gewählt, auch wenn ich normalerweise keine Menschen auf Buchcovern mag. Die ganze Aufmachung des Buches wirkt sehr rund und stimmig. Und das Buch selbst ist einfach fantastisch geschrieben und lässt einen nicht los.

Zum Inhalt: Helge und ihr Bruder Jürgen haben in den Ruinen des zerbombten Kölns gelebt, bevor ein Ehepaar aus Frankreich, dass seinen Sohn suchte, sich den beiden annahm. 10 Jahre nach Kriegsende plötzlich der Brief aus Deutschland: der Vater der beiden ist aus der russischen Kriegsgefangenschaft entlassen worden, die Kinder können heimkehren. Doch was erwartet sie in Deutschland, in den Trümmern ihres ehemaligen Lebens? Helga wünscht sich nichts mehr als das Gymnasium besuchen zu dürfen, wird aber in die Bräuteschule geschickt. Trotzdem ist ihr Leben erfüllt von neuen Freunden und einer ersten Liebe. Aber die scheinbar heile Welt droht zu zerbrechen, als Helga sich gegen die Zustände im Waisenhaus wendet, in dem sie ihr Praktikum macht. Und auch von Helgas Mutter fehlt weiterhin jede Spur. Werden Helga und Jürgen je erfahren, was damals geschah?

Das Buch beginnt in Frankreich, wo die Kinder von einem sympathischen Ehepaar aufgenommen worden, die sich um sie kümmern, als wären sie tatsächlich mit den Kindern verwandt. Umso harscher erscheint plötzlich das wahre Leben der Kinder in Deutschland und die ganze Zeit habe ich mich gefragt, wie die Geschichte wohl verlaufen wäre, wenn sie nicht nach Deutschland zurückgekehrt wären. Da die Kinder keine Erinnerung an die Zeit des Krieges haben, schwebt die Ungewissheit über den Verbleib der Mutter über der gesamten Geschichte und wird stilistisch durch Tagebucheinträge aus der Nachkriegszeit untermauert, die die Lebensumstände der Kinder im Bunker schildern. So erfährt man nach und nach was während der Besatzungszeit geschehen ist, am Ende wird auch das Geheimnis um die Mutter gelüftet.

Die Geschichte ist sehr anschaulich geschrieben, sie erfasst gut die Lebensumstände in Köln und schmückt die Geschichte mit Kultobjekten wie Milchbars, Petticoats, Kofferradios und James Dean aus, sodass ein authentisches Feeling für die damalige Zeit entsteht. Ich fand es wirklich spannend der Geschichte zu folgen, so interessant war das Schicksal von Jürgen und Helga und so mysteriös der Verbleib der Mutter und das Schweigen der Tante darüber. Die Geschichte ist wirklich fesselnd erzählt und lässt den Leser nicht wieder los.

Besonders eindringlich bleiben mir die Episoden aus dem Waisenhaus in Erinnerung, wo es kalt und grausam zuging, die Kinder schikaniert wurden und die Diskriminierung des farbigen Besatzerkindes an der Tagesordnung war. Ein unglaublich berührendes Buch, von dem ich froh bin, es gelesen zu haben. Klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.08.2022

Nachdenklicher Auftakt

Die karierten Mädchen
0

„Die karierten Mädchen“ ist der Auftaktband einer Trilogie von Autorin Alexa Hennig von Lange und basiert teilweise auf dem Leben und den Erinnerungen ihrer Großmutter. Die Tatsache, dass das Buch zum ...

„Die karierten Mädchen“ ist der Auftaktband einer Trilogie von Autorin Alexa Hennig von Lange und basiert teilweise auf dem Leben und den Erinnerungen ihrer Großmutter. Die Tatsache, dass das Buch zum Teil auf realen Ereignissen beruht und sowohl teils in meiner Wahlheimat NRW als auch in Sachsen-Anhalt spielt, wo ich aufgewachsen bin, macht es unglaublich interessant für mich.

Zum Inhalt: Klara fängt in einem Kinderheim in Oranienbaum als Lehrerin an. Eines Tages wird dort die kleine Tolla abgegeben, die eigentlich nur betreut werden soll, die ihre Mutter eine Arbeit gefunden hat. Doch die nimmt sich das Leben und überlässt ihr Kind der staatlichen Obhut. Klara, die zu dieser Zeit wie eine Mutter für das Kind ist nimmt sich diesem an. Was da noch keiner ahnt: die Nazis kommen immer stärker an die Macht und bald wird das Kinderheim auf staatlicher Unterstützung angewiesen sein. Und schlimmer noch: Tolla, die inzwischen wie eine echte Tochter für Klara ist, ist Jüdin. 60 Jahre später hält Klara ihre Erinnerungen auf Kassetten fest und erzählt damit eine unglaubliche Geschichte von Mut, Liebe und Verlust.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, einmal der Gegenwart, in der die 90-Jährige Karla Resümee über ihr Leben zieht und die Vergangenheit der jungen Karla, die im Kinderheim in Oranienburg arbeitet in einer Zeitspanne von circa zehn Jahren. Ich habe das Ebook gelesen und fand der Wechsel zwischen den Zeitschienen war manchmal nicht ganz einfach zu erkennen, vor allem wenn er mitten im Kapitel geschah. Das hätte man vielleicht durch Jahreszahlen oder so kennzeichnen können. Vielleicht war diese fließende Übergang aber auch stilistisch gewollt. Mich hat es manchmal ein bisschen aus der Geschichte geworfen, wenn wir plötzlich wieder in der Gegenwart waren.

Klara ist ein meinen Augen eine ganz bemerkenswerte Protagonistin, umso mehr da sie ein reales Vorbild hat. Sie ist herzlich, intelligent und mutig. Sie tut was nötig um zu überleben und die Kinder in ihrer Obhut gut versorgt zu wissen, ohne aber ihre eigenen Ideale zu verraten. Die Beziehung zu Tolle ist ganz besonders, von Beginn an sehr innig und greift auch emotional auf den Leser über.

Die Umstände der Zeit werden anschaulich beschrieben, dienen aber größtenteils in diesem ersten Band als Kulisse für die Haupthandlung. Bisher ist keine Personen direkt von historischen Ereignissen betroffen, ich könnte mir aber vorstellen, dass sich das in Folgebänden ändern wird.

Die Geschichte ist unglaublich interessant und sehr fesselnd zu lesen. Am Ende des Buches konnte ich nicht glauben, dass der Leser so in der Schwebe gelassen wird, ich fiebere jetzt schon auf den zweiten Band hin um zu erfahren, wie es weiterging. Vieles wird natürlich durch die Umstände in denen Klara in der Gegenwart lebt bereits verraten. Trotzdem bin ich gespannt, wie sich ihre Geschichte entwickelt.

Ein sehr authentisches, warmherziges Buch, das man gelesen haben sollte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.08.2022

Seelenfutter

Fast bis zum Nordkap
0

„Bis zum Nordkap“ ist für mich ein absolutes Feelgood-Buch. Das Cover ist richtig schön kitschig verspielt und gibt mir direkt ein heimeliges Gefühl. Ich liebe Skandinavien, die raue Natur, die Ursprünglichkeit ...

„Bis zum Nordkap“ ist für mich ein absolutes Feelgood-Buch. Das Cover ist richtig schön kitschig verspielt und gibt mir direkt ein heimeliges Gefühl. Ich liebe Skandinavien, die raue Natur, die Ursprünglichkeit aber auch die Gastfreundschaft für die die Menschen im Norden bekannt sind. Und all das vermittelt dieses Buch. Es ist wie nach Hause kommen in der Ferne.

Zum Inhalt: Bea hat einen Top-Posten in einer Werbeagentur und die liebt ihren Job, sie ist gut darin. Aber seit einiger Zeit hat sie Magenschmerzen und Schwindel wenn sie an die Arbeit denkt. Ein drohender Burn-Out? Bea beschließt sich eine Auszeit zu gönnen und nach Norwegen zu fahren. Einfach drauf los ins Abenteuer. Doch als ihr Bulli den Geist aufgibt und sie in Sjöhyttan strandet, beginnt das wahre Abenteuer.

Die Geschichte um Bea ist einfach wunderbar nahbar und total herzlich. Ich glaube besonders in der aktuellen Zeit können sich viele mit Burn-Out, Alltagserschöpfung und Stress identifizieren. Das macht Bea so authentisch und zu einer Frau, die eine meiner Freundinnen sein könnte. Ihre Entscheidung ihr Leben in Hamburg 6Monate auf Eis zu legen finde ich mutig und zugleich überstürzt und Bea merkt ja schnell selbst, dass das gar nicht so einfach ist. Wie sie sich selbst in Frage stellt und öfter mal einfach das Schicksal entscheiden lässt, hat mich schmunzeln lassen.

Die Menschen in Sjöhyttan sind einfach zuckersüß, allen voran die zwei Mädels von Per. Ich hab mich, genau wie Bea, direkt wohlgefühlt in diesem verschlafenen Städtchen und hätte am liebsten meine Sachen gepackt um Bea nachzureisen. Das Buch lebt von diesen wundervollen Figuren, skurrilen Begegnungen und der charmanten Aufdringlichkeit der Dorfbewohner.

Natürlich ist die Entwicklung, typisch Liebesroman, ganz schön überstürzt, aber das erwartet man ja bei solchen Büchern, sodass ich es Autorin Judith Pinnow nicht zum Vorwurf machen will. Denn insgesamt fand ich ihr Buch natürlich ganz bezaubernd und habe es in einem Stück verschlungen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.08.2022

Feelgood-Roman

Das Glück auf der letzten Seite
0

Das Cover von „Das Glück auf der letzten Seite“ hat mich einfach total angesprochen. So herrlich verspielt, dass ich einfach nicht widerstehen konnte und richtig Lust auf diesen Roman bekommen habe.

Zum ...

Das Cover von „Das Glück auf der letzten Seite“ hat mich einfach total angesprochen. So herrlich verspielt, dass ich einfach nicht widerstehen konnte und richtig Lust auf diesen Roman bekommen habe.

Zum Inhalt: in dem Nachttisch eines Hotels taucht ein herrenloses Manuskript auf, dass Anne-Lise einfach nicht mehr loslässt. Kurzerhand schickt sie es an seinen Schöpfer zurück und beschließt, herauszufinden wie es in ihre Hände gelangen konnte. Es beginnt die abenteuerliche Reise einer Geschichte, die das Leben vieler berührt hat.

Das Buch ist als Briefroman geschrieben, was ich eine schöne Idee finde, die ganz wundervoll zum Inhalt passt. So lesen wir diverse Briefwechsel nicht nur zwischen Manuskript-Finderin Anne-Lise und dem Autor des Werkes, sondern auch mit diversen Freunden und Fremden, die sie auf der Reise zur Geschichte des Manuskriptes trifft.

Durch diesen stilistischen Aufbau bekommt der Leser natürlich nur kleine Ausschnitte präsentiert, diese wirken dadurch aber umso authentischer, persönlicher und emotionaler. Den Briefen kann der Leser nicht nur den Weg des Manuskriptes durch diverse Hände entnehmen, sondern auch wie diese ungewöhnliche Lektüre ganze Leben verändert hat und immernoch verändert. Aus Fremden werden Freunde und es werden noch ganz andere, vorsichtige Bande geknüpft.

Obwohl das Buch nur knapp 300 Seiten fasst erfährt man unglaublich viel über die Charaktere und ihre jeweiligen Schicksale, was total genial sind ist. Es geht viel um Liebe und Freundschaft, um Verlust und verpasste Chancen, aber auch um Neuanfänge. Und um die Liebe zur Literatur und wie sie ein Leben nachhaltig beeinflussen kann. Dieses Buch ist eine Hymne auf das Leben und das Lesen.

Für mich ein ganz wundervolles Buch, das ich wärmsten empfehlen kann

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere