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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.08.2022

Starke Persönlichkeit

Der Gesang der Flusskrebse
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Die kleine Kya sieht zu, wie ihre Mutter das Elternhaus verlässt, ohne ein einziges zurückzuschauen. Da ist sie 6 Jahre alt.
Nach und nach verlassen auch all ihre älteren Geschwister die armselige Hütte ...

Die kleine Kya sieht zu, wie ihre Mutter das Elternhaus verlässt, ohne ein einziges zurückzuschauen. Da ist sie 6 Jahre alt.
Nach und nach verlassen auch all ihre älteren Geschwister die armselige Hütte im Marschland von North Carolina. Kya bleibt allein zurück mit ihrem gewalttätigen, alkoholkranken Vater, der dann auch eines Tages ohne ein Wort weggeht.
Kya ist eine Kämpferin, sie lebt vom Erlös gesammelter Muscheln und überlebt sogar die kalten Winter. Von der Dorfgemeinschaft bleibt sie ausgeschlossen. 
Kya lebt völlig im Einklang mit der Natur, mit der sie sich intensiv auseinandersetzt. Hier findet sie seelischen Halt, auch als ihre erste Liebe zu einer großen Enttäuschung wird.
Kya ist zu einer attraktiven, jungen Frau herangewachsen, als ihr ein Mord angehängt wird. Jetzt zeigt sich, wie stark ihre soziale Isolation tatsächlich ist. 
Man fragt sich, wie bei so schwachen Indizien verbunden mit der starken Abneigung von so vielen Menschen eine faire Verhandlung überhaupt zustande kommen kann. 
Der Mordprozess ist eine spannende Wendung in diesem Roman, der bis zu diesem Zeitpunkt in erster Linie die Emotionen des Lesers berührt hat.
Luise Helm hat dieses Hörbuch eingelesen. Sie fasziniert durch einen facettenreichen Vortrag, der auch die feinsten Stimmungen Kyas einfängt. Emotionen sind generell das Pfund, mit dem die Autorin wuchert. Das tapfere kleine Mädchen, die nach menschlichen Beziehungen hungernde junge Frau und die brillante autodidaktische Naturwissenschaftlerin: Kya wächst einem in allen Lebenssituationen ans Herz.

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Veröffentlicht am 25.08.2022

Erlebnis-Reiseführer

Glücksorte in Paderborn
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Der vorliegende Reiseführer hat ein handliches Format und fühlt sich so an, als könne auch ein Wasserfleck problemlos abperlen.
Innen werden 80 sehenswürdige Orte in Paderborn vorgestellt. 
Jeweils eine ...

Der vorliegende Reiseführer hat ein handliches Format und fühlt sich so an, als könne auch ein Wasserfleck problemlos abperlen.
Innen werden 80 sehenswürdige Orte in Paderborn vorgestellt. 
Jeweils eine Doppelseite besteht aus einem wunderschönen Foto rechts mit einem quirligen Text dazu auf der linken Seite.
Die Auswahl dieser Orte ist eine sehr ausgewogene Mischung aus schönen Ausflugszielen in der näheren Umgebung, interessanten Läden in der Innenstadt, Kulturevents und natürlich auch Tipps, wo man mal gut was essen kann.
Ich war schon öfter in Paderborn, aber dieses Buch zeigt mir einiges Unentdecktes, auf das ich mich noch freuen kann.
Außerdem haben mich die "Glücksorte" so inspiriert, dass ich mir sofort das passende Buch für unseren nächsten Städtetrip bestellt habe.

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Veröffentlicht am 22.08.2022

Frustfressen

Lügen über meine Mutter
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Daniela Dröscher hat einen ganzen Roman über ihre Mutter verfasst. Diese Frau hätte ich gerne kennengelernt, denn allem Anschein nach war sie eine liebenswerte und gütige Person. Dröschers Vater hat mit ...

Daniela Dröscher hat einen ganzen Roman über ihre Mutter verfasst. Diese Frau hätte ich gerne kennengelernt, denn allem Anschein nach war sie eine liebenswerte und gütige Person. Dröschers Vater hat mit ihr eine lebenslustige, wunderschöne Frau geheiratet, mit der er unbeschwerte erste Ehejahre verbracht hat. Mit der Entscheidung, in sein Elternhaus zu seinen Eltern zurückzuziehen, ändert sich alles.
Mutter kommt aus wohlhabendem Verhältnissen, ist trotz Kind berufstätig, eine gute Hausfrau und vor allem eine ausgezeichnete Köchin. Jetzt muss sie sich mit einer bösartigen Schwiegermutter und einem mit Minderwertigkeitskomplexen behafteten Ehemann arrangieren. Ihre Verzweiflung tötet sie mit tausenden Kalorien. Auf ihren immer üppiger werdenden Körper reagiert der Vater zunehmend gehässig.
Der Roman ist schwer auszuhalten. Natürlich hat man auch Mitleid mit der Autorin, deren Kindheit dermaßen von Streitigkeiten vergiftet war, aber in erster Linie leidet man mit der Mutter, die wie in einer Falle sitzt, aus der ihr auch die eigenen Eltern nicht heraushelfen.
Ich will das Ende nicht vorwegnehmen, aber die Geschichte ist von Anfang an bewegend, erst recht, weil sie eine wahre Geschichte ist.
Keine leichte Lektüre, aber eine lesenswerte.

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Veröffentlicht am 16.08.2022

Ukrainischer Schelmenroman

Samson und Nadjeschda
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Ein Kriminalroman? Nein, eher ein Schelmenroman mit Samson in der Rolle des naiven Schelmes. 
Man schreibt das Jahr 1919 in einem Kiew, in dem es drunter und drüber geht. Es herrscht Korruption und fast ...

Ein Kriminalroman? Nein, eher ein Schelmenroman mit Samson in der Rolle des naiven Schelmes. 
Man schreibt das Jahr 1919 in einem Kiew, in dem es drunter und drüber geht. Es herrscht Korruption und fast schon etwas wie Anarchie, weil verschiedenste Gruppierungen um die Vorherrschaft kämpfen. Bei einem Überfall verliert Samson erst seinen Vater, dann sein Ohr, das im Lauf der Geschichte ein interessantes Eigenleben entwickelt. 
Per Zufall landet Samson bei der Polizei, wo er für Ordnung sorgen soll. Ein merkwürdiger Knochenfund, ein Oberschenkelknochen aus purem Silber, fasziniert ihn, und er widmet der Angelegenheit besondere Aufmerksamkeit. Wirklich eine verzwickte Geschichte, doch die Auflösung ist weit von einem Kriminalfall entfernt.
Wie gesagt, eher ein Schelmenstück.
Die Sprache ist umständlich, langatmig und sehr auf winzige Details fokussiert. Man muss es mögen, ansonsten fängt man am besten gar nicht erst mit dem Lesen an. Ich denke, ein besonderes Augenmerk richtet der Autor auch auf die sehr spezielle Situation, die damals in Kiew herrschte. Die Leute waren arm. Es gab noch eine (wechselnde?) Obrigkeit, die unkontrolliert Macht ausüben konnte. Bezahlt wurde in Gutscheinen, die man vielleicht einlösen konnte, vielleicht auch nicht. Kurz eine Situation, die man sich heute nicht mehr vorstellen kann.
Mir hat das Buch sehr gefallen, deswegen 5 Lesesterne, aber es ist auch sehr, sehr speziell.

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Veröffentlicht am 15.08.2022

Auf zur neuen Jagd

Signs of Magic 2 – Die Suche nach Tzunath
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Der erste Band von "Signs of Magic" hat mir schon sehr gut gefallen. Doch ich habe ungeduldig auf die Fortsetzung gewartet, denn ich wollte unbedingt wissen, was sich unter Matildas Schloss an Geheimnissen ...

Der erste Band von "Signs of Magic" hat mir schon sehr gut gefallen. Doch ich habe ungeduldig auf die Fortsetzung gewartet, denn ich wollte unbedingt wissen, was sich unter Matildas Schloss an Geheimnissen verbirgt.
Jetzt bin ich schlauer, nachdem die raffgierige Bankerin Mrs. Lynbrook den schusseligen Albert Tabbs und Matilda in Begleitung der Inkassoeintreiberin Cynthia in die Marschlande geschickt hat. Ein sehr gefährlicher Ausflug, bei dem sie Geld von Lynbrooks Ex-Mann eintreiben müssen. Doch zuvor gilt es, das gefürchtete Tzunath-Monster zu töten.
Wieder ein herrlich witziger, spannender Fantasy-Roman mit vielen Ideen und viel Spannung. Mein persönlicher Star ist natürlich der niedliche Hamster Butterscotch.
Man muss nicht unbedingt "Die Jagd auf den Jadefuchs" gelesen haben. Man kommt auch so gut in die Geschichte rein und hat seinen Spass.
Von mir gibt es 5 Lesesterne ohne Wenn und Aber.

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