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Veröffentlicht am 01.10.2022

Börnie auf Mördersuche

Es gibt ein Sterben nach dem Tod
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Nach ihren erfolgreichen Krimödien „Leichen, die auf Kühe starren“ oder „Der Club der toten Sticker“ hat Tatjana Kruse nun ihren neusten Fall „Es gibt ein Sterben nach dem Tod“, der im September 2022 bei ...

Nach ihren erfolgreichen Krimödien „Leichen, die auf Kühe starren“ oder „Der Club der toten Sticker“ hat Tatjana Kruse nun ihren neusten Fall „Es gibt ein Sterben nach dem Tod“, der im September 2022 bei HaymonKrimi erschien, vorgelegt. Seit ein paar Jahren bin ich ein großer Fan dieser Autorin und sobald ein neuer Krimi veröffentlicht wird, bin ich Feuer und Flamme und weiß sofort, dass dieser von mir unbedingt gelesen werden muss. Da geht absolut kein Weg vorbei.

Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin kann mich nach all den Jahren immer noch in seinen Bann ziehen und ihm ist es auch zu verdanken, dass ich bereits ab der ersten Seite in die Geschichte um Börnie ein und abtauchen konnte. Wer schon einmal einen Krimi von Tatjana Kruse gelesen hat, weiß womit sie ihre Leserschaft begeistern kann. Der unverkennbare detaillierte Erzählstil, der durch seinen Wortwitz eine Einmaligkeit bekommt, die man einfach lieben muss. Während des Lesens schaltet sich automatisch bei mir das Kopfkino an und so entsteht immer das Gefühl, dass parallel ein Film abläuft. Aber nicht nur mit dem Erzählstil kann Tatjana Kruse punkten, sondern auch mit ihren liebenswerten Charakteren, die so außergewöhnlich und facettenreich dargestellt worden sind. Ganz egal, wenn ich mir hier herausnehmen würde, sie waren mir alle mehr als nur sympathisch. Marketingexpertin Bernhardine „Börnie“ Hess, die ihre Abschiedsfeier anders verlässt als geplant, nämlich als Geist. Reinigungsfrau Jenny, die (warum auch immer) Börnie sieht und mit ihr sprechen kann. Oder das Medium namens Kai – Uwe mit seinen übersinnlichen Fähigkeiten. Dies sind nur drei der vielen Personen, die diesen Krimi auf ihre Art und Weise bereichern. Die Handlung ist der Knaller. Eigentlich sollte die Abschiedsfeier von Börnie ihr Highlight werden, aber alles kommt anders. Als sie aufwacht liegt sie auf dem Büroboden, aber irgendetwas stimmt hier nicht. Obwohl sie sich auf dem Boden liegen sieht, schwebt sie zweitgleich durch den Raum. Wie soll das funktionieren? Als sie auch noch erfährt, dass sie Opfer eines Mordanschlags geworden ist, weiß sie, dass sie tot ist und zwar mausetot. Aber so einfach lässt sich Börnie nicht unterkriegen und schon gar nicht als Geist. Sie beschließt ihren Mörder zu suchen, aber in ihrer Situation hat sie keine Chance und da trifft sie auf Jenny, die ihr den Rat gibt ein Medium aufzusuchen. Kaum ausgesprochen treffen die beiden auf Kai-Uwe, der zwar mit seinen übersinnlichen Wahrnehmungen punkten kann, aber auch ein wenig chaotisch ist. Obwohl sie so grundverschieden sind, begeben die drei sich auf Spurensuche. Ob sie Börnies Mörder finden werden? In einer rasenden, spannenden und zugleich sehr pointenreichen Handlung nimmt Tatjana Kruse ihre Leser mit auf Mördersuche. Mein Lesefluss wurde nicht durch Langatmigkeit oder Langeweile gestört. Nein, er wurde permanent durch diverse Lachanfälle unterbrochen. Kaum hatte man den einen Wortwitz „verdaut“ kaum auch schon der nächste um die Ecke. Die Sprüche oder auch die Situationskomik sind einfach brillant. Allein die 25 Kapitelüberschriften hatten es in sich. Tatjana Kruse versteht ihr Handwerk mehr als jede andere und so leicht macht ihr das auch keine nach.

Wie der Fall ausgehen wird, verrate ich natürlich nicht, denn dieser Krimi sollte unbedingt gelesen werden. Aber eines ist sicher: mit diesem Ende habe ich nicht gerechnet.

P.S: Liebes Team vom haymonVerlag! Ich würde mich über einen oder weitere Fälle von Börnie sehr freuen! Bitte lasst diese Reihe weiterleben!

Wer einen humorvollen, leicht schrägen, skurrilen, spannenden und temporeichen Krimi lesen möchte, der ist hier bestens aufgehoben. Besser geht es wirklich nicht!!!

Ich kann dieses Buch wirklich nur weiterempfehlen und von mir bekommt er 5 von 5 Sterne (auch wenn er mehr verdient hätte). Absolut Lesenswert!!!!!

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Veröffentlicht am 14.09.2022

Familie Dehmel - die Reise geht weiter

Ulla und die Wege der Liebe
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Nachdem die ersten Bände „Paulas Liebe“ und „Ursula und die Farben der Hoffnung“ aus der erfolgreichen Reihe Eine Familie in Berlin erschienen sind, hat die Autorin Ulrike Renk nun den dritten Teil „Ulla ...

Nachdem die ersten Bände „Paulas Liebe“ und „Ursula und die Farben der Hoffnung“ aus der erfolgreichen Reihe Eine Familie in Berlin erschienen sind, hat die Autorin Ulrike Renk nun den dritten Teil „Ulla und die Wege der Liebe“, der im August 2022 im Aufbau Verlag veröffentlicht worden ist, vorgelegt. Obwohl ich mich mit dem ersten Band etwas schwer anfreunden konnte, so blieb ich dennoch dieser Serie treu und habe es auch keinen Moment bereut. Vor ein paar Wochen habe ich den zweiten Band gelesen und so konnte ich nun nahtlos an den dritten anknüpfen. Ich muss einfach wissen, wie die Geschichte um Familie Dehmel weitergeht bzw. endet.

Tipp: Diese Buchreihe ist nicht für Quereinsteiger geeignet, denn jeder Band schließt nahtlos an den vorherigen an. Es lohnt sich definitiv bei Band 1 anzufangen!!!

Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin kann mich, nach all den Jahren, immer noch faszinieren und restlos überzeugen. Ihm ist es auch zu verdanken, dass ich schon nach ein paar Seiten in seinen Bann gezogen werde. Aber nicht nur mit dem Schreibstil kann Ulrike Renk punkten, sondern auch mit ihren authentischen Charakteren. Sie erschafft nicht nur Figuren, sie haucht ihnen Leben ein. Jedes Mal, wenn ich eine Geschichte von der Autorin lese, dann habe ich das Gefühl, dass ich die Personen schon jahrelang kenne. Jeder Band ist wie eine Art nach Hause kommen und man freut sich auf das große Wiedersehen mit alten und neuen Bekannten. Ich liebe es und es ist einfach grandios. Dieser Eindruck entsteht aber nicht nur bei den Charakteren, sondern auch bei der Kulisse. Die Autorin hat das besondere Gespür, wie sie die damalige Atmosphäre einfängt und so wieder spiegelt, dass der Leser sich genau in die Zeit zurückversetzen kann. Es gibt nur ganz wenige Autoren, die das Talent besitzen und auch umsetzen können und Ulrike Renk gehört definitiv dazu. Sie weiß ganz genau, womit sie ihre Leserschaft in ihren Bann ziehen kann.

Nun zu der Handlung, die in den Leser in die Jahre 1919 und 1924 bringt. Richards erste Frau Paula ist gestorben und hinterlässt eine große Lücke, sowohl beruflich als auch privat. Zudem ist der erste Weltkrieg beendet und Heinrich Dehmel kehrt zu seiner geliebten Ursula „Ulla“ Stolte zurück. Ulla, die mittlerweile ihr Kunststudium erfolgreich beendet hat, sucht nun händeringend eine Arbeit und Richard Dehmel hat sie: er will eine Sonderausgabe vom „Grünen Haus“ seiner verstorbenen Frau Paula herausbringen, die Ulla entwerfen und auch illustrieren soll. Eine größere Ehre und Freude hätte man Ulla nicht machen können und so nimmt sie diesen Job dankend an. Heinrich, der vor seiner Approbation steht, will sich noch weiterbilden und nun Psychologie studieren. Aber wie soll ihre gemeinsame Zukunft aussehen? Trotz aller Bedenken und Zweifel heiraten Ulla und Heinrich und es soll eine Liebe für immer sein. Obwohl ihre Liebe durch die Geburt von ihrer Tochter Fine gekrönt wird, ziehen bald dunkle Wolken heran. Wird diese Front schadlos an ihnen vorüberziehen? Wie wird die Zukunft von Ulla sein? Wird sie je wieder als Künstlerin arbeiten können oder bleibt sie Ehefrau und Mutter? Aber nicht nur Ulla und Heinrichs Leben steht vor einem Wendepunkt. Mehr will ich hier nicht verraten….

Wer die ersten beiden Bände gelesen hat, hat bestimmt gemerkt, mit wieviel Herzblut Ulrike Renk sich dieser Geschichte um die Familie Dehmel hingegeben hat. Erneut hat die Autorin mit Ursula Dehmels Enkelin Regina Polensky zusammengearbeitet und viele Fakten und Informationen über die Familie Dehmel zusammengetragen und ausgewertet, um sie dann brillant in die Geschichte einzuweben. Die Handlung erhält dadurch eine Authentizität, so dass man meinen könnte, dass sie sich genauso abgespielt habe. Nicht ganz, denn einige fiktive Elemente lassen sich auch hier nicht vermeiden, aber das spielt kaum eine Rolle. Einfühlsam, detailliert, hoffnungsvoll, aber auch schonungslos erzählt sie das Leben der Familie Dehmel und mit jedem Band darf der Leser noch tiefer in diese außergewöhnlichen Künstlerfamilie ein- und abtauchen. Einfach beeindruckend wie die Autorin es schafft, den Leser so nah ans Geschehen mitzunehmen. Hier spürt man jede noch so kleineste Gefühlsregung. Wahnsinn!

Wo ich bei Band eins noch gar nichts über Richard oder Paula Dehmel gewusst habe, so ist es nach Band drei ein wahrer Genuss mich auf diese Geschichte einzulassen und zu meinem absoluten Lesehighlight geworden.

Obwohl noch einige Monate vergehen werden, fiebere ich schon Band vier entgegen, denn ich will wissen, wie es mit Ulla und Co, weitergehen wird.

Familie Dehmel, eine geschichtliche und wunderbare Zeitreise, die ich mehr als nur genieße.

5 von 5 Sternen und eine uneingeschränkte Leseempfehlung dazu.

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Veröffentlicht am 03.09.2022

Zoe und ihr Kinderwunsch

Ziemlich runde Zeiten
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Nach ihren Erfolgsbüchern „Ziemlich hitzige Zeiten“ oder „Ziemlich turbulente Zeiten“ hat die Autorin Angelika Schwarzhuber nun ihr neustes Werk „Ziemlich runde Zeiten“, der im August 2022 im blanvalet ...

Nach ihren Erfolgsbüchern „Ziemlich hitzige Zeiten“ oder „Ziemlich turbulente Zeiten“ hat die Autorin Angelika Schwarzhuber nun ihr neustes Werk „Ziemlich runde Zeiten“, der im August 2022 im blanvalet Verlag erschienen ist, vorgelegt. Seit dem Romanauftakt bin ich ein großer Fan von der Reihe „Die Freundinnen vom Chiemsee“ und sobald ich erfahre, dass ein weiterer Band erscheinen soll, fiebere ich der Buchveröffentlichung neugierig entgegen. Jetzt endlich erschien der dritte Teil, der natürlich sofort wieder von mir gelesen werden musste.

Auch wenn es sich hierbei um eine Buchreihe handelt, so kann man jeden Band für sich lesen. Allerdings macht es mehr Spaß, wenn man beim Ersten anfängt, denn ab und zu tauchen auch schon mal alte Bekannte (wie z.B. der Gurkenmann) wieder auf.

Eher selten äußere ich mich zu den Buchcover, aber hier mache ich gerne eine Ausnahme. Für mich sind sie wahre Hingucker und spiegeln genau das wider, was diese Geschichte verspricht: viel Spaß und einzigartige Unterhaltung! Zudem haben sie einen großen Wiedererkennungswert. Wer den Roman in der Buchhandlung sieht, weiß sofort, dass es sich hierbei um ein Buch von Angelika Schwarzhuber handelt. Ein großes Kompliment an den Grafiker, der dieses (oder auch die anderen beiden) Cover entworfen hat.

Wie schon bei den vorherigen Bänden konnte mich der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin erneut überzeugen und ließ mich sofort in die Geschichte um Zoe ein und abtauchen. Auch wenn zwischen dem zweiten und dritten Teil einige Monate ins Land gezogen sind, so war das erste Aufeinandertreffen nach all der Zeit eine große Wiedersehensfreude. Es war fast so eine Art nach Hause kommen und der Wohlfühlfaktor stellt sich ein. Daran erkennt man, dass Angelika Schwarzhuber ihr Handwerk versteht und weiß, womit sie ihre Leserschaft in ihren Bann ziehen kann. Ganz ehrlich, nicht jeder Autor besitzt dieses Talent und die die es besitzen, wissen es einzusetzen. Aber nicht nur mit ihrem einzigartigen Schreibstil kann die Autorin mich begeistern, sondern auch mit ihren facettenreichen und authentischen Charakteren. Mit all ihren Ecken und Kanten wirken sie auf mich, als ob sie mitten aus dem Leben gegriffen worden sind und dadurch wirkt die Geschichte auch so realistisch. Wo in den ersten beiden Teilen Ilona und Anna im Fokus standen, hat nun Zoe ihren großen Auftritt. Die selbstständige Zahnärztin Zoe hat mit dem Thema Männer abgeschlossen, aber ihre biologische Uhr tickt unüberhörbar. In ihrem Urlaub in Kapverden findet sie genügend Zeit sich über ihre Zukunft ein paar Gedanken zu machen und beschließt, dass sie, nach ihrer Rückkehr nach Prien (Chiemsee), eine künstliche Befruchtung durchführen lässt. Als sie ihre Entscheidung ihren besten Freundinnen Anna und Ilona mitteilt, sind diese hellauf begeistert und bieten Zoe prompt ihre Unterstützung an. Nach dem Eingriff muss sie zu einem zahnärztlichen Kongress und dort trifft sie auf einen Mann, der ihre Gefühlswelt mehr als nur durcheinanderwirbelt. Wird Zoe ihre Lebenseinstellung zum Thema Männer ändern? Wie wird er auf den Kinderwunsch reagieren? Eine sehr emotionale Reise beginnt.

Auch wenn Angelika Schwarzhuber für ihren Wortwitz und der dazugehörigen Situationskomik bekannt ist, hat sie diesmal einige sehr ernste Themen aufgegriffen. Zoe, die in ihrem Urlaub auf Menschen trifft, die in ständiger Armut leben müssen und dies auch in medizinischer Hinsicht. Oder als alleinstehende Frau sich zu einer Insemination zu entscheiden. Gerade letzteres ist leider immer noch ein Tabuthema in unsere Gesellschaft. Aber ich kann die Fans von der Autorin beruhigen. Auch wenn es hier und da mal ein ernstes Thema gibt, so gibt es auch sehr viel zu lachen. Allein dafür sorgen schon die drei Frauen inkl. ihrer Freunde.

Die knapp 350 Seiten sind leider immer viel zu schnell ausgelesen und jetzt hoffe ich, dass es noch einen vierten Teil dieser wunderbaren Reihe geben wird.

Wer schon einmal ein Buch von Angelika Schwarzhuber gelesen hat, weiß dass sie nicht nur Geschichten über das Leben schreibt, sondern dass es auch eine kulinarische Reise gibt und wer Lust und Laune zum Kochen oder Backen hat, darf sich gerne an den Rezepten, die sich am Ende dieses Buches sich befinden, ausprobieren.

Für mich war Ziemlich runde Zeiten wieder ein Lesehighlight. Authentisch, lebensnah, warmherzig und mehr als nur unterhaltsam.

5 von 5 Sternen! Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 27.08.2022

Die Reise mit Familie Delgado geht weiter

Zeiten der Sehnsucht
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Nach ihrem Erfolgsroman Zeiten des Wandels (Die Mallorca – Saga Band 1) haben die Autorinnen Elke Becker und Ute Köhler (Pseudonym Carmen Bellmonte) nun ihr neustes Werk Zeiten der Sehnsucht (Die Mallorca ...

Nach ihrem Erfolgsroman Zeiten des Wandels (Die Mallorca – Saga Band 1) haben die Autorinnen Elke Becker und Ute Köhler (Pseudonym Carmen Bellmonte) nun ihr neustes Werk Zeiten der Sehnsucht (Die Mallorca – Saga Band 2) vorgelegt, das im August 2022 im Heyne Verlag erschien. Vor ein paar Monaten habe ich mit großer Begeisterung den ersten Teil regelrecht „verschlungen“ und seitdem warte ich voller Vorfreude auf die Fortsetzung. Ich muss unbedingt wissen, wie es mit der Familie Delgado weitergehen wird. Zum Glück hat die Warterei nun ein Ende und so freute ich mich auf ein Wiedersehen.

Wie schon im vorherigen Teil hat mich der flüssige und leichte Schreibstil der beiden Autorinnen sofort wieder in seinen Bann gezogen und so konnte ich problemlos in die Geschichte um Familie Delgado ein und abtauchen. Auch wenn zwischen dem ersten und dem jetzigen Band Monate ins Land gezogen sind, so war es wie eine Art nach Hause kommen. Direkt traf ich auf alte Bekannte, die ich schon damals liebgewonnen habe. Ich liebe es, wenn sich gleich dieser Wohlfühleffekt einstellt. Diesen Satz habe ich bereits in meiner ersten Rezension schon geschrieben, aber in diesem Fall wiederhole ich mich sehr gerne: die beiden Autorinnen verstehen ihr Handwerk und wissen genau, womit sie ihre Leserschaft begeistern können. Nicht nur mit ihrem Schreibstil konnten sie erneut punkten, sondern auch mit der einmalig eingefangenen und brillant wiedergegebenen Kulisse, die Kuba und Mallorca in der damaligen Zeit erstrahlen ließ. Faszination pur. Neben den oben aufgeführten Punkten dürfen ihre authentischen und lebensnahen Charaktere nicht fehlen, auf die ich mich ganz besonders gefreut habe und so gab es ein Wiedersehen mit Alba, Antonia, Carla oder Leo. Zudem fanden auch neue Figuren ihren Platz in diesem Roman, um ihn durch ihre Präsenz zu bereichern.

Wer den ersten Band „Die Mallorca – Saga“ nicht gelesen hat, wird es sehr schwer haben, Anschluss in diese Handlung zu finden, denn der zweite Teil baut nahtlos auf den vorherigen auf. Nicht für Quereinsteiger geeignet! Wo wir uns im ersten Band in den Jahren 1913 – 1926 befanden, so beginnt die neue Reise 1927 auf Kuba, dort wo Antonia mit Mann Frederico und ihren vier Kindern leben. Sowohl Antonias sowie auch Fredericos Geschäfte laufen gut und das zieht Konkurrenz an. Mit allen Mitteln versucht die American Trust auf dem Zigarrenmarkt die Oberhand zu gewinnen, aber da zieht Frederico nicht mit. Er möchte sein eigener Herr bleiben und seine Kunden zufriedenstellen. Wird er den Kampf gewinnen?

Zeitgleich ziehen auf Mallorca schwarze Wolken auf. Carlas Kinderwunsch wird für immer unerfüllt bleiben und die Geschäfte mit ihrem Aprikosen- und Mandelanbau laufen leider auch schlecht. Ob es noch eine Möglichkeit gibt, den Hof zu retten?

Leo größter Traum ist es immer noch, den elterlichen Hof zu bekommen, aber nur wie? Jedes verfügbare Mittel scheint ihm recht zu sein, um sich diesen Traum zu erfüllen. Ob ihm dies gelingen wird?

Erneut beginnt eine spannende und zugleich emotionale Reise, die den Leser mitfiebern lässt.

Wie schon beim vorherigen Band, so konnte ich auch hier, kaum angefangen, dieses Buch nicht mehr aus den Händen legen. Zu jeden Zeitpunkt wollte ich wissen, wie es mit der Familie Delgardo weitergehen wird. Es zog mich regelrecht in seinen Bann und so folgte ich nicht nur die familiäre, sondern auch die historische Geschichte. Wieder einmal war es eine Zeitreise, die ich so noch nie erleben durfte. Erneut merkte ich, mit wieviel Herzblut die beiden Autorinnen die geschichtlichen Fakten und Informationen aus dieser Zeit zusammengetragen und ausgewertet haben, um sie brillant in die Handlung einzuweben und genau das unterstreicht die authentische Note. Carmen Bellmonte schaffen es, ihre Leser an die Hand zu nehmen und sie in die politisch und wirtschaftliche unruhige Zeit Kubas bzw. Mallorca eintauchen zu lassen und ohne das dies langatmig oder gar langweilig wird. Eher das Gegenteil ist hier der Fall. Es ist informativ und zu gleich spannend wie die beiden Länder die Vorkriegs- bzw. Kriegszeiten durchleben. Ich liebe fiktive Familienromane, die eine wahren historischen Hintergrund basiert.


Ein kleiner Wermutstropfen gibt es dennoch, denn der dritte Band soll voraussichtlich am 15. Februar 2023 erscheinen. Schade, denn ich hätte zu gerne weitergelesen, aber so steigt die Vorfreude.


Erneut haben die beiden Autorinnen sich selbst übertroffen und mit diesem Roman eine grandiose emotionale, lebensnahe, historische und zugleich spannende Fortsetzung geschrieben, die nicht besser hätte sein können. Kompliment! Gracias und Obrigado!


Wer historische Romane liebt, der wird auch diese Saga lieben. Absolut empfehlenswert!

5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 05.08.2022

Auf den Spuren der Familie

Wir sehen uns zu Hause
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Nach ihren Bucherfolgen wie z.B. „Heldinnen werden wir dennoch sein“ oder „Aber Töchter sind wir für immer“ hat Christiane Wünsche nun ihr neustes Werk „Wir sehen uns zu Hause", dass im Juli 2022 im Krüger ...

Nach ihren Bucherfolgen wie z.B. „Heldinnen werden wir dennoch sein“ oder „Aber Töchter sind wir für immer“ hat Christiane Wünsche nun ihr neustes Werk „Wir sehen uns zu Hause", dass im Juli 2022 im Krüger Verlag erschien, vorgelegt. Leider muss ich gestehen, dass ich weder die Autorin noch deren Bücher kenne bzw. gelesen habe. Da ich aber immer wieder auf der Suche nach neuen Autoren und ihren Werken bin und der Klapptext meine Neugierde mehr als nur geweckt hatte, ließ ich mich auf diesen Roadtrip ein.

Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin hat mich angenehm überrascht und bereits nach der ersten Seite war ich in die Geschichte um die Familie Wagner ein und abgetaucht. Während des Lesens merkte ich, dass die Autorin, die Gegend in der sie ihre Geschichte spielen lassen hat, sehr gut kennt. Mecklenburg – Vorpommern hat sie detailliert und brillant eingefangen und wiedergegeben. Ganz egal, ob man hier einen Campingplatz oder die Altstadt nehmen würde, dank der einzigartigen Kulissenbeschreibung konnte ich mir die Gegend sehr gut vorstellen und es gab Orte, an denen würde ich liebend gerne mal Urlaub machen. Die Handlung ist eine Familiengeschichte, die nicht alltäglich ist. Seit knapp 30 Jahren ist Anne Wagner mit ihrem Mann Peter verheiratet. Zusammen haben sie eine Tochter namens Aline, die aber nicht mehr zu Hause wohnt. Seit einiger Zeit planen Anne und Peter ihren gemeinsamen Urlaub, aber mitten in den Vorbereitungen stirbt Peter. Für Anne und ihre Tochter bricht eine Welt zusammen. Um der Trauer zu entfliehen, beschließt Anne den Urlaub allein anzutreten und fährt los. Mitten auf der Fahrt wirft sie ihr eigentliches Reiseziel über Bord und macht sich stattdessen auf, die Heimat ihres Mannes kennenzulernen. Peter, der nach dem Mauerfall im Westen blieb, wollte ihr nie „sein“ Mecklenburg-Vorpommern zeigen. Warum eigentlich nicht? Genau dieses Geheimnis will Anne jetzt lüften. Auf dieser Reise lernt sie nicht nur die schöne Gegend kennen, sondern lernt auch Land und Leute kennen. Aber nicht nur Anne erlebt einiges. Zu Hause sorgt ein Brief für Turbulenzen. Was wird Anne über Peters DDR- Zeit erfahren und warum wollte er nie wieder in seine alte Heimat reisen? Ein sehr bewegender Roadtrip in die Vergangenheit beginnt.

Christiane Wünsche hat nicht nur einen Roman geschrieben, sie hat mir auch die ehemalige DDR ein wenig nähergebracht. Klar, hat man das Thema DDR und ihr Regime damals in der Schule durchgenommen, aber z.B. wusste ich nicht, dass es Bausoldaten gab bzw. was sie gemacht haben oder dass Intelligenzler kein Abitur machen duften. Dank an die Autorin, dass sie meine Wissenslücken diesbezüglich schließen konnte. Aber nicht nur mit dem historischen Teil konnte sie punkten, sondern auch mit ihren vielschichtigen Charakteren, die sehr authentisch und lebensnah herübergebracht worden sind. Zwar wurde hier und da das eine oder andere Klischee ihnen angehängt, aber da es sich (meiner Meinung nach, in Grenzen hielt) störte es mich nicht allzu sehr. Wie schon erwähnt, spielen viele Personen hier eine Rolle und in den meisten Fällen ist es recht schwierig, ihre Emotionen perfekt einzufangen, so dass der Leser sich ein detailliertes Bild von ihnen machen kann. Dieses „Problem“ wurde von der Autorin perfekt umschifft, denn jedes einzelne Kapitel ist zugleich ein Perspektivenwechsel, der den Leser in die jeweilige Gedankenwelt führt. So konnte ich mir ein genaues Bild von jedem einzelnen machen und den Geschehnissen hautnah miterleben. Was mich ein wenig störte, waren die vielen Zufälle, was die Handlung ein wenig vorsehbar machte. Aber das ist nur meine Meinung.

Der Roman endet mit einem kleinen Cliffhanger, der dem Leser Raum bietet seine Fantasie schweifen zu lassen, wie es mit der Familie Wagner weitergehen wird.


Wir sehen uns zu Hause ist nur nicht nur Annes emotionaler Roadtrip, sondern auch eine Reise in die ehemalige DDR, die dem Leser auch die Schattenseiten zeigt.

Ein Buch, das ich ungern aus den Händen gelegt habe und deshalb gibt es von mir 5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung obendrauf.

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