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Veröffentlicht am 04.09.2022

Mitten hinein in die Wünsche

Zehn Wünsche, sieben Abenteuer und eine sprechende Katze
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Als Ed und Roo Zeit bei der älteren, in ihren Augen langweiligen Nachbarin Miss Filey verbringen sollen, sind sie alles andere als begeistert. Ed, der im Rollstuhl sitzt, ärgert vor allem das fehlende ...

Als Ed und Roo Zeit bei der älteren, in ihren Augen langweiligen Nachbarin Miss Filey verbringen sollen, sind sie alles andere als begeistert. Ed, der im Rollstuhl sitzt, ärgert vor allem das fehlende WLAN. Als er und seine Schwester sich dort über den Gartenzaun hinweg mit dem Nachbarsjungen Willard anfreunden, verspricht das zumindest etwas Abwechslung. Nie hätten die Kinder gedacht, dass das Haus von Miss Filey einen magischen Schatz birgt: Wunscherfüllungskerzen! Doch diese sind von ganz spezieller Natur und schon bald stecken nicht nur die Kinder, sondern auch Miss Filey mitten in haarsträubenden Wünschen...

Schön wenn Kinderbücher wie dieses auch Erwachsenen Spaß machen. Am meisten begeistert hat mich der Kater Atlee, der trotz seiner allgegenwärtigen schlechten Laune mit in die Wünsche gesogen wird und nie um einen süffisanten Spruch verlegen ist. Die ganz nebenbei eingeflochtenen Botschaften, wie selbstverständliche Inklusion und dass sich nicht nur die Kinder, sondern allen voran Miss Filey selbst gehörig weiterentwickeln muss. haben mich berührt. Das ganz Geschehen rund um die Wunschmagie fand ich fantasievoll erdacht.

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Veröffentlicht am 01.09.2022

Konklikte als Einladung mit Schleifchen

Mach's wie die Möwe, scheiß drauf!
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Lea Blumenthal erzählt hier sehr amüsant und einfallsreich aus der Ich-Perspektive von der eigenen Harmoniesucht. Dabei treibt sie es wirklich auf die Spitze und das erste Aha-Erlebnis für mich war, dass ...

Lea Blumenthal erzählt hier sehr amüsant und einfallsreich aus der Ich-Perspektive von der eigenen Harmoniesucht. Dabei treibt sie es wirklich auf die Spitze und das erste Aha-Erlebnis für mich war, dass ich mir doch gar nicht so viel bieten lasse wie gedacht. Das hat auch der im Buch enthaltene Test bestätigt.

Die Autorin hat kein trockenes Lehrbuch verpasst. Vielmehr schildert sie Situationen, anhand derer den Lesenden dann geschickt psychologisches Wissen mit eingeflochtenen Praxistippss vermittelt wird. Diese stammen häufig aus dem Mund ihrer Psychologen-Freundin, die Lea regelmäßig zum Joggen schleppt, was Lea hasst, aber sich nicht zu sagen traut. Ihr Freund Boris ist ein ganz anderer Typ und geht keiner Auseinandersetzung aus dem Weg.

Was zunächst wirkt, wie lediglich gekonnt erzählte Anekdoten, ist tatsächlich sehr strukturiert aufgebaut und entfaltet in meinem Fall anscheinend auch einen nachhaltigen Effekt hin zu mehr Konfliktfähigkeit.

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Veröffentlicht am 28.08.2022

Wortzauberin und Homo Faber

Ingeborg Bachmann und Max Frisch – Die Poesie der Liebe
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"Nein, ich nehme keine Drogen, ich nehme Bücher zu mir." (Ingeborg Bachmann)

Unglaublich nahe bin ich den beiden Literaturgrößen gekommen, so umfassend hat sich Bettina Storks in die Jahre der Beziehung ...

"Nein, ich nehme keine Drogen, ich nehme Bücher zu mir." (Ingeborg Bachmann)

Unglaublich nahe bin ich den beiden Literaturgrößen gekommen, so umfassend hat sich Bettina Storks in die Jahre der Beziehung zwischen Max Frisch und Ingeborg Bachmann eingefühlt. Ich hatte oft das Gefühl, dass sie dabei eine ähnliche Sensibilität erreicht, wie sie auch Ingeborg Bachmann nachgesagt wird.

Max Frisch ist mir noch aus dem Deutsch-Leistungskurs ein Begriff. Sein Homo Faber hat mich damals so beeindruckt, dass ich noch einiges von ihm gelesen habe. Nun war ich neugierig, was für ein Mensch er gewesen ist. Seine Beziehung zu Ingeborg Bachmann war mir bisher kein Begriff.

Frisch und Bachmann begegnen sich 1958 in Paris. Frisch ist bereits Ende 40 und hat Kinder aus einer zurückliegenden Beziehung. Die wesentlich jüngere Dichterin Bachmann fasziniert den eher pragmatischen Schweizer und studierten Architekten auf nie gekannte Weise. Trotz Ingeborg Bachmann großen Freiheitsdranges werden die beiden ein Paar. Während Max Frisch selbst bisher nie treu war, macht ihm die Umschwärmtheit Ingeborgs und vor allem ihre andauernde Freundschaft zu ihren ehemaligen Geliebten Paul Celan sehr zu schaffen.

Bettina Storks wirft nicht nur Schlaglichter auf zwei faszinierende Persönlichkeiten mit sehr unterschiedlicher Herangehensweise an ihr jeweiliges literarisches Schaffen. Sie schildert auch eine Beziehung, die zwischen Annäherung und Flucht schwankt, sowie eine Zeit, in der es nicht einmal Lektorinnen, sondern nur Lektoren gab und in der Ingeborg Bachmann als weibliche Literaturschaffende noch eine große Ausnahme darstellte.

Zunächst blieb mir Max Frisch etwas fremd. Im Laufe des Buches hatte ich aber das Gefühl, dass Max' Perspektive deutlich die Überhand gewann und mir Ingeborg etwas verloren ging. Zwangsläufig konzentriert sich der Roman auf die Jahre, in denen die beiden ein Paar waren, so dass manches Interessante, wie etwa Ingeborgs Beziehung zu Celan, nur in der Retrospektive oder gar nicht beleuchtet werden kann. Insgesamt hat mich aber die Schilderung so fasziniert, dass ich das Buch hintereinander weg hätte lesen können. Durch die eingestreuten, kursiv gesetzten Originalzitate sind viele beeindruckende Einblicke gelungen.

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Veröffentlicht am 21.08.2022

Faszinierende Hubschrauber

Wieso? Weshalb? Warum? junior. Der Hubschrauber
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Man sieht sie nicht so oft am Himmel, aber sie faszinieren meine Neffen, wenn sie dann auftauchen, immer sehr. Daher fand ich die spielerische Art der Wissensvermittlung in diesem Buch für ihn ...

Man sieht sie nicht so oft am Himmel, aber sie faszinieren meine Neffen, wenn sie dann auftauchen, immer sehr. Daher fand ich die spielerische Art der Wissensvermittlung in diesem Buch für ihn genau passend. Natürlich versteht er mit seinen drei Jahren noch nicht alles, wofür so ein Hubschrauber gut sein kann, aber ich denke, es wird sich ihm im Lauf der Zeit durch das Vorlesen und die aussagekräftigen Bilder der unterschiedlichen Hubschraubereinsätze immer mehr erschließen.

Besonders gern bewegt er die in diesem Buch vorgesehenen Klappen, um die Geschichte interaktiv werden zu lassen. Zum Beispiel hat er so den Eindruck, die Scheinwerfer des Hubschraubers zum Leuchten zu bringen und da leuchten seine Augen dann auch gleich mit Rabiatere Entdecker könnten hier, allein gelassen, vielleicht Schäden anrichten, er ist da eher umsichtig.

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Veröffentlicht am 11.08.2022

Durch die Augen der Meeresbewohner

Tintoretto und seine Freunde
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Dirk Rossmann kannte ich bisher nur durch die Vorstellung seiner Bücher im Magazin zur gleichnamigen Drogeriekette. Hier bin ich nun für meinen Neffen über ein Kinderbuch gestolpert, das meiner Meinung ...

Dirk Rossmann kannte ich bisher nur durch die Vorstellung seiner Bücher im Magazin zur gleichnamigen Drogeriekette. Hier bin ich nun für meinen Neffen über ein Kinderbuch gestolpert, das meiner Meinung nach kleine Leser sehr kindgerecht an die wichtigen Themen Klima und Umweltverschmutzung heranführt. Diese bleiben nicht länger abstrakt, wenn Tintenfisch Tintoretto auf einmal in einer fortgeworfenen Flasche feststeckt. Ich denke, solche Bilder prägen sich nachhaltig ein. Auch die hübschen Illustrationen tragen dazu bei.

Tintoretto und seine vielgestaltigen Freunde sind zudem richtige Sympathieträger, mit denen man sich identifizieren und deren Abenteuer man nachspielen und selbst weiter ausschmücken kann. Weiterhin gefällt mir, dass das Buch robust gestaltet ist, was gerade bei Kindern wie meinem Neffen, die gerade erst in die empfohlene Altersklasse hineinwachsen, wichtig ist.

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