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Veröffentlicht am 02.11.2022

Der Kampf um die Krone Englands

Der eiserne Herzog
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„Der eiserne Herzog“ ist ein historischer Roman aus der Feder von Ulf Schiewe.
Der Autor entführt seine Leser in das 11. Jahrhundert und zeigt den Weg von Wilhelm dem Eroberer bei seinem Kampf um die Krone ...

„Der eiserne Herzog“ ist ein historischer Roman aus der Feder von Ulf Schiewe.
Der Autor entführt seine Leser in das 11. Jahrhundert und zeigt den Weg von Wilhelm dem Eroberer bei seinem Kampf um die Krone Englands.

Guilhem, der Herzog der Normandie, musste sich als Kind bereits seinen Widersachern stellen und wuchs unter Verfolgung und ständigem Widerstand auf. Nur durch seinen eisernen Willen und starker Hand konnte er sich in Begleitung einiger weniger getreuer Gefährten durchsetzen.
Durch eine sehr kluge Heirat und die Befriedung der Normandie könnte er sich zufriedengeben, doch als sein Onkel König Eadweard von England ihn zum Nachfolger für den Thron von England ernennt, beginnt für Guilhem das Streben nach höheren Zielen. Doch auch im fernen England warten starke Widersacher auf ihn, allen voran Harold Godwinson – einer der mächtigsten Earls, der ebenfalls einen Anspruch auf den Thron geltend machen will. Ein Kampf um die Krone scheint unausweichlich.

Der Roman ist in seiner äußeren Aufmachung sehr gelungen. So wird man bereits durch das Cover in die Thematik eingeführt. Auch der Einband mit seiner Karte mit den wichtigsten Handlungsorten sowie das sehr ausführliche Personenverzeichnis hilft beim Verständnis des Gelesenen und ich habe nicht nur einmal zurückgeblättert, um mich zu orientieren. Es ist jedoch gerade beim Personenverzeichnis Vorsicht geboten – hier wird einiges zu den Persönlichkeiten verraten. Sollte man sich in der englischen Geschichte noch nicht so gut auskennen und sich vom Verlauf der Geschichte überraschen lassen wollen, würde ich empfehlen, dieses nicht so genau zu studieren.

Der Roman ist in 3 Bücher unterteilt.
Im 1. Buch lernt man vor allem den zukünftigen Herzog der Normandie – Guilhem – besser kennen. Man erfährt einiges über seinen Werdegang und kann somit auch sein Handeln gut nachempfinden. Buch 2 widmet sich dem Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten um die Krone.
Der Leser lernt die beiden Männer sehr intensiv kennen – nicht nur vom politischen Aspekt, sondern vor allem auch von ihrer menschlichen Seite. Beide sind dabei sehr authentisch beschrieben, sodass man für beide Sympathien entwickelt und die Beweggründe des Handelns auf beiden Seiten gut nachvollziehen kann.
Im Buch 3 spitzt sich die Lage unaufhaltsam zu. Der Spannungsbogen ist dabei sehr gelungen. Am Ende kann man den Roman nicht mehr aus der Hand legen. Obwohl Kenner der englischen Geschichte den Ausgang vorhersehen, ist es sehr interessant, der Entwicklung zu folgen.

Für mich war auch die Sicht auf die Frauen sehr gelungen.
Matilda ist in meinen Augen eine der herausragendsten Persönlichkeiten in diesem Roman. Sie verkörpert eine sehr starke Frau mit klugen und weitsichtigen Ratschlägen. Aber auch generell die Rolle der Frau zur damaligen Zeit bleibt nicht außen vor und kommt immer wieder zum Tragen.

Der Schreibstil von Ulf Schiewe hat mich wie gewohnt von Anfang an in seinen Bann gezogen. Wie immer war ich zunächst irritiert von der gewählten Zeitform Präsens und auch die vielen verschiedenen Namen waren am Anfang etwas verworren. Jedoch löst sich das Ganze sehr schnell auf und man ist mittendrin.

Durch die bildhafte und sehr mitreißende Schreibweise ist es Ulf Schiewe gelungen, einen wichtigen Teil englischer Geschichte lebendig werden zu lassen.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für diesen sehr spannenden und gut recherchierten historischen Roman!

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Veröffentlicht am 24.10.2022

Ein absoluter Wohlfühlroman vor atemberaubend schöner Kulisse

Mittsommernachtsküsse
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„Mittsommernachtsküsse – Liebe auf Shetland“ ist der Auftakt der neuen Shetland-Reihe aus der Feder von Cornelia Engel.
Mara arbeitet sehr erfolgreich als Hotelmanagerin in München und plant ihren beruflichen ...

„Mittsommernachtsküsse – Liebe auf Shetland“ ist der Auftakt der neuen Shetland-Reihe aus der Feder von Cornelia Engel.
Mara arbeitet sehr erfolgreich als Hotelmanagerin in München und plant ihren beruflichen Aufstieg, als sie überraschend ein B&B auf den schottischen Shetland-Inseln erbt.
Sie macht sich auf die Reise, um die schon etwas heruntergekommene Pension aufzusuchen und ihr Erbe anzutreten und dann schnell wieder nach Deutschland zurückzukehren.
Doch direkt nach Ankunft kann sich Mara dem Charme von Land und Leuten kaum entziehen – genau wie damals vor 14 Jahren, als sie schon einmal für 1 Jahr hier war und sich unsterblich in Gavin verliebt hat. Auch ihm begegnet sie unverhofft wieder, doch kann sie ihm noch einmal ihr Vertrauen schenken, nachdem er sie damals ohne ein Wort hat sitzen lassen? Und kann sie der kleinen Pension doch noch einen neuen Anstrich verpassen, um ein Leben auf den Shetland- Inseln überhaupt möglich zu machen?
Cornelia Engel gelingt es durch eine sehr bildhafte Beschreibung der Landschaft, der Tiere und Menschen, dass man sich wie zu Hause fühlt und förmlich in die Geschichte hineingesogen wird. Ich habe beim Lesen sofort Lust bekommen, selber einmal die Shetland-Inseln mit ihrem 4-Jahreszeiten-Wetter an einem Tag zu besuchen. Es scheint mir ein herrliches Fleckchen Erde zu sein.
Auch die Freundlichkeit der Menschen hat mich berührt.
Mara ist einem von Beginn an sympathisch. Ihre Gefühls- und Gedankenwelt kann man sehr gut nachempfinden. Ihre Zerrissenheit zwischen der Rückkehr nach Deutschland und dem Verbleib in der Seelenheimat ist spür- und greifbar.
Durch den Perspektivwechsel lernt man auch Gavin sehr gut kennen.
Beiden wünscht man nur das Beste, aber natürlich stehen eine Menge Hindernisse zwischen ihnen und so geht man als Leser durch die verschiedensten Emotionen mit den Liebenden.
Sehr romantisch und nahezu knisternd-spannend wird die Annäherung von Mara und Gavin im gesamten Roman verfolgt und man wartet förmlich auf ein HappyEnd. Wie es sich für einen richtigen Wohlfühlroman gehört, wird der Leser hier natürlich nicht enttäuscht!

Fazit:
Dieser Roman ist wahnsinnig schön geschrieben. Er hat mir von Anfang an einfach nur bezaubernde Lesestunden bereitet.
Da es sich um einen Reihen-Auftakt handelt, freue ich mich jetzt schon auf die erneute Reise zu den Shetland-Inseln und hoffentlich einem Wiedersehen mit lieb gewonnenen Charakteren.
Von mir gibt es für diesen Roman eine absolute Leseempfehlung und klare 5 Sterne!!!

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Veröffentlicht am 18.10.2022

Ein emotionaler historischer Roman

Ein Kind namens Hoffnung
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„Ein Kind namens Hoffnung – Die Geschichte einer heimlichen Heldin“ ist ein historischer Roman von Marie Sand.
Elly Berger arbeitet schon seit vielen Jahren als Köchin bei der jüdischen Familie Sternberg ...

„Ein Kind namens Hoffnung – Die Geschichte einer heimlichen Heldin“ ist ein historischer Roman von Marie Sand.
Elly Berger arbeitet schon seit vielen Jahren als Köchin bei der jüdischen Familie Sternberg und ist den Familienmitgliedern in Freundschaft verbunden.
Als die Familie 1938 an die Nazis verraten wird und diese das Haus stürmen, reagiert Elly blitzschnell und rettet den Sohn des Hauses. Mit Leon zusammen ergreift sie die Flucht und muss versuchen, fern der Heimat sich und den Jungen durch die schweren Kriegsjahre zu bringen – immer mit der Hoffnung, eines Tages zurückzukehren und Leon wieder den eigenen Eltern zu übergeben.
Der Schreibstil der Autorin ist schnell und schnörkellos. Von der ersten Seite an wird man in die Geschichte förmlich hineingesogen und kann das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Unmittelbar wird man mit den handelnden Charakteren konfrontiert und lernt vor allem die Hauptprotagonistin Elly mit ihren Gedanken sehr intensiv kennen.
Elly war für mich eine sehr starke Protagonistin, die all ihr Handeln darauf fokussiert hat, in einer schweren Zeit zu überleben. Sie hat sich ausnahmslos von ihrem Verstand leiten lassen und ihre Gefühle beiseite geschoben. Sie hat funktioniert, um zu überleben und getan, was getan werden musste.
In all den geschilderten Situationen merkt man, was Elly für Opfer bringen musste, welche jedoch notwendig waren, damit sie und Leon die Kriegsjahre überstehen konnten.
Gleichzeitig gelingt es Marie Sand in beeindruckender Weise die damalige Zeit – den Hass auf die Juden, den allgegenwärtigen Hunger der Kriegsjahre und das nachbarschaftliche Misstrauen – darzustellen.
Aber auch kleine Lichtblicke in Gestalt von hilfsbereiten Menschen werden eingestreut.
Besonders gefallen hat mir die teils poetische und bildliche Sprache. Ich konnte mir die Welt, in der Elly gelebt hat, wunderbar vorstellen.
Beim Lesen musste ich jedoch immer mal wieder innehalten, da mich das Gelesene tief emotional berührt hat.
Fazit:
Marie Sand ist ein sehr emotionaler authentischer historischer Roman gelungen. Dass es sich hierbei um ihren Debütroman handelt, ist wirklich beeindruckend und ich freue mich darauf, mehr von ihr zu lesen.

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Veröffentlicht am 04.10.2022

Ein spannender und unterhaltsamer Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht!

Spionin wider Willen
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Mit „Spionin wider Willen – Top Secret“ ist der Auftaktband einer Reihe von Mila Roth alias Petra Schier erschienen, welcher bereits vor ein paar Jahren herausgegeben wurde, nun aber mit neuem Coverdesign ...

Mit „Spionin wider Willen – Top Secret“ ist der Auftaktband einer Reihe von Mila Roth alias Petra Schier erschienen, welcher bereits vor ein paar Jahren herausgegeben wurde, nun aber mit neuem Coverdesign neu aufgelegt wurde.
Die Reihe umfasst zwischenzeitlich bereits 14 Fälle und ein Ende ist nicht in Sicht.
Janna Berg ist eine junge Frau Anfang 30, Pflegemutter von 8-jährigen Zwillingen und steht mit beiden Beinen fest im Leben. Doch als sie ihre Schwester am Flughafen abholen will, wird sie plötzlich von einem fremden Mann angesprochen, welcher ihr einen Umschlag mit einer DVD in die Hand drückt und sie damit in einen ungeahnten Sog internationaler Terrorverbindungen und Geheimdienste hineinzieht.
Der Roman besticht mit einem flotten humorvollen Schreibstil, der es auch an Spannung nicht mangeln lässt.
Die Hauptfiguren sind authentisch beschrieben:
Janna in ihrem familiären sehr liebevollen Umfeld ist einem sofort sympathisch und mit ihrer unbedarften Art habe ich sie vollkommen ins Herz geschlossen. Gleichzeitig ist sie jedoch auch eine Frau, die sich nicht so schnell ins Bockshorn jagen lässt, was auch der sehr gut aussehende Agent Markus Neumann erkennen muss. Dieser ist ein Agent, wie man ihn sich vorstellt – abgeklärt und am liebsten auf eigene Faust unterwegs.
Die Dialoge sind teilweise sehr witzig und haben mich an mancher Stelle zum Schmunzeln gebracht.
Das zwischen den beiden bestehende Knistern ist förmlich spürbar und verspricht für die Folgebände einiges an Spannung und Unterhaltung.
Durch die recht kurz gehaltene Seitenanzahl und auch den schnellen Wechsel der Kapitel wird man in die Handlung hineingesogen und man fliegt förmlich durch die Seiten.
Das Ende ist gut abgerundet, lässt aber auf weitere spannende Ermittlungen dieses wunderbaren Duos hoffen.

Fazit:
Dieses Buch ist ein gelungener Auftakt einer Spionage-Reihe rund um den Geheimagenten Markus Neumann und die Zivilistin Janna Berg, der mir gezeigt hat, dass die Autorin neben historischen Romanen und Liebesromanen auch kurzweilige Unterhaltungslektüre sehr gut verpacken kann.
Mich hat das Buch von der ersten bis zur letzten Seite wunderbar unterhalten und ich werde dieser Reihe mit Sicherheit treu bleiben.

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Veröffentlicht am 04.09.2022

Tolle Fortsetzung der Pilger-Reihe

Das Geheimnis des Pilgers
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Mit „Das Geheimnis des Pilgers“ ist Band 2 der Pilger-Reihe aus der Feder von Petra Schier erschienen, mit dem die Autorin ihre Leser/innen wieder ins Koblenz um 1379 entführt.

Die Geschichte knüpft unmittelbar ...

Mit „Das Geheimnis des Pilgers“ ist Band 2 der Pilger-Reihe aus der Feder von Petra Schier erschienen, mit dem die Autorin ihre Leser/innen wieder ins Koblenz um 1379 entführt.

Die Geschichte knüpft unmittelbar an Band 1 an, sodass es für das Verständnis von Handlung und Protagonisten von Vorteil ist, wenn man diesen zunächst gelesen hat. Jedoch kommt man durch kleine Hinweise und Erklärungen auch ohne Vorkenntnisse gut in die Geschichte hinein.

Conlin muss die Verantwortung für seine Familie und das Gut übernehmen und damit immer mehr Pflichten erfüllen. Gleichzeitig muss er seinen Handel mit Sicherheiten aufbauen, damit neues Kapital reinkommt, um den Wohlstand der Familie zu sichern, welchen sein geistig verwirrter Bruder in große Gefahr gebracht hat. Ausgerechnet seine zukünftige Frau Reinhild möchte ihn hierbei unterstützen, doch kann er die Hilfe einer Frau annehmen, ohne sein Gesicht zu verlieren?

Auch Palmiro arbeitet kräftig daran, seinen Handel mit Pelzen weiter auszubauen, doch um die Sicherheit seiner Geschäfte abzudecken, bekommt er den überheblichen, stets von sich überzeugten Benedikt vom Heidenstein als Wachhauptmann vor die Nase gesetzt. Doch ausgerechnet bei diesem versagt seine Gabe und er kann dessen Seelenlicht nicht sehen. Welches Geheimnis umgibt Benedikt? Kann Palmiro ihm vertrauen?

Der Autorin gelingt durch ihren flüssigen bildlichen Schreibstil, dass man sofort wieder in der Geschichte drin ist und das Wiedersehen mit liebgewonnen Charakteren aus Band 1 genießen kann.

Durch teils sehr einfühlsame und tiefgründige Dialoge, aber auch sehr amüsante, herzerfrischende Auseinandersetzungen werden authentische Figuren gezeichnet, mit denen man sich als Leser/in verbunden fühlt und die ein breites Spektrum der damaligen Gesellschaft aufzeigen.

Neue Charaktere werden sehr gut in die Geschichte eingebunden und es gelingt, dass man auch in diesem Band immer wieder von den Handlungen und Überlegungen mancher Figuren überrascht wird.
Sehr gefühlvoll hat sich die Autorin erneut mit dem Thema der gleichgeschlechtlichen Liebe befasst, deren historische Fakten sie auch noch einmal im Nachwort einzuordnen weiß. Mir hat dieser Aspekt im Buch wieder besonders gut gefallen und neue mir bisher unbekannte Informationen gegeben.

Das Ende der Geschichte ist offengehalten, sodass genügend Spekulationsspielraum für Band 3 verbleibt, der hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lässt.

Fazit:
Der Autorin ist mit der Fortsetzung der Pilger-Reihe wieder ein sehr facettenreicher historischer Roman gelungen, der mich auf eine fesselnde Reise mit in die Zeit des Mittelalters genommen hat.

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