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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.07.2017

In Ordnung

Die Gang
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Ich habe in den letzten Monaten bereits einige Bücher von Richard Laymon gelesen und war von denen meist auch sehr begeistert, von daher war ich schon sehr auf "Die Gang" gespannt und hatte doch recht ...

Ich habe in den letzten Monaten bereits einige Bücher von Richard Laymon gelesen und war von denen meist auch sehr begeistert, von daher war ich schon sehr auf "Die Gang" gespannt und hatte doch recht hohe Erwartungen an die Geschichte. Diese wurden zwar nicht gänzlich erfüllt und das Buch ist sicherlich nicht perfekt und besitzt auch viele Schwächen, allerdings fand ich es am Ende dennoch ganz in Ordnung.

Richard Laymon besitzt hier zwar wieder seine oftmals saloppe, sehr direkte und einfach gehaltene Sprache, die mir immer sehr zugesagt hat, allerdings wollte bei "Die Gang" nie ganz der Funke überspringen. Das Buch liest sich recht flüssig und leicht, besitzt den ein oder anderen Schocker und auch die Figuren sind im Großen und Ganzen gut ausgearbeitet, allerdings hat mir hier die Besonderheit gefehlt, um voll und ganz ans Buch gefesselt zu werden. Dennoch ist die Geschichte nicht schlecht.

Bereits die ersten Seiten beginnen bereits sehr brutal und man bekommt einen guten Einblick in die Gang und wie brutal und skrupellos diese sein können. Was damit anfängt, dass man Obdachlose - hier als "Trolle bezeichnet - einfach nur aus dem Ort loswerden möchte, endet mit immer größerer Brutalität, wenig Schuldgefühlen und einer enormen Hetzjagd, die im typischen Stil des Autors gehalten ist.

Das Cover trifft meinen Geschmack zwar nicht ganz, allerdings muss ich schon sagen, dass dies gut zur Geschichte passt und somit gelungen ist. Die Kurzbeschreibung liest sich dagegen richtig spannend und fasst nur das Nötigste zusammen, sodass man auf den Verlauf der Geschichte gespannt sein darf.

Kurz gesagt: Obwohl "Die Gang" sicherlich nicht Laymons bestes Werk ist und die ein oder andere Schwäche beinhaltet, fand ich das Buch dennoch in Ordnung und war von der vorherrschenden Brutalität und Skrupellosigkeit oftmals geschockt, sodass das Buch definitiv Eindruck hinterlassen hat. Eingefleischte Laymon-Leser sollten dem Buch eine Chance geben.

Veröffentlicht am 25.07.2017

Guter Thriller, aber kein Kracher

Die Moortochter
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"Die Moortochter" hat mich aufgrund der interessanten Kurzbeschreibung schon vor dem Erscheinungstag angesprochen, sodass ich das Buch direkt nach Erhalt unbedingt lesen musste. Hier habe ich mir eine ...

"Die Moortochter" hat mich aufgrund der interessanten Kurzbeschreibung schon vor dem Erscheinungstag angesprochen, sodass ich das Buch direkt nach Erhalt unbedingt lesen musste. Hier habe ich mir eine spannende und düstere Geschichte erhofft und diese auch zum Teil bekommen. Dennoch hat mir am Ende etwas gefehlt, um vollends begeistert zu sein.

Der Schreibstil ist hierbei so eine Sache: Einerseits fand ich die Geschichte spannend und auch gut erzählt, sodass man sich hierbei auch viele Situationen durchaus bildlich vorstellen konnte. Problem ist jedoch, dass es auch sehr viele Wiederholungen gibt, die die Atmosphäre wiederum kaputt machen, was ich sehr schade finde, denn hier hätte man deutlich mehr aus der Geschichte herausholen können. Die Figuren waren dagegen gut ausgearbeitet, man lernt sie ausreichend kennen und ich konnte mich das ein oder andere Mal in Helena hineinversetzen.

Interessant ist hierbei, dass die Geschichte auch häufig die Vergangenheit thematisiert und man somit einen guten Einblick in Helenas Leben erhält und gleichzeitig erfährt, wie ihr Vater eigentlich tatsächlich ist und was er auch ihrer Mutter angetan hat. Dabei ist die Vergangenheit oftmals spannender als die Gegenwart, denn in der Gegenwart passierte mir stellenweise viel zu wenig, wenn man doch bedenkt, dass es hier eigentlich um eine brutale Jagd nach seiner Flucht aus dem Gefängnis gehen soll. Dennoch fand ich viele Ideen von der Autorin gelungen, auch wenn sie mich damit nicht immer packen konnte.

Das Cover ist düster und bildet die vorherrschende Atmosphäre perfekt ab, sodass das Cover rundum gelungen ist. Auch die Kurzbeschreibung hat mich direkt angesprochen und mein Interesse geweckt, sodass ich dem Buch sehr gerne eine Chance gegeben habe.

Kurz gesagt: Obwohl "Die Moortochter" eigentlich alles hat, was ein guter Psychothriller ausmacht, ist der Funke bei mir leider nicht so übergesprungen, wie ich es mir erhofft habe. Es ist zwar ein netter Thriller für zwischendurch, allerdings blieb der große Knaller aus. Dennoch: Wer Psychothriller mag, sollte auch diesem Werk eine Chance geben.

Veröffentlicht am 27.06.2017

Gute Geschichte mit einigen Schwächen

Die Überfahrt
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Mats Strandberg kannte ich bislang nur durch seine "Engelsfors"-Trilogie, die mir sehr zugesagt hat, von daher war ich sehr auf "Die Überfahrt" gespannt. Da Strandberg bereits im Vorfeld als der "schwedische ...

Mats Strandberg kannte ich bislang nur durch seine "Engelsfors"-Trilogie, die mir sehr zugesagt hat, von daher war ich sehr auf "Die Überfahrt" gespannt. Da Strandberg bereits im Vorfeld als der "schwedische Stephen King" bezeichnet wurde, lagen meine Erwartungen besonders hoch. Letztendlich muss ich jedoch sagen, dass ich mir hier ein wenig mehr erhofft habe.

Der Schreibstil ist sehr gelungen. Die Geschichte liest sich spannend und aufgrund der kurzen Kapitel auch sehr flott. Dadurch, dass die Geschichte in gleich mehreren Perspektiven erzählt wird, erhält man einen guten Einblick und erlebt das Geschehen auf der Baltic Charisma genau mit.

Mein Problem ist jedoch, dass die Geschichte zwar an sich gut ausgearbeitet ist und auch den ein oder anderen Schockmoment mit sich bringt, ansonsten allerdings eher nur darauf ausgebaut ist, um möglichst viel Blut zu vergießen. An sich kann man dies dem Autor bei dem Genre nicht einmal vorwerfen, allerdings wirkte es manchmal recht ideenlos, denn immer dann, wenn die Geschichte an Schwung verliert, wurde einfach eine möglichst blutige Szene eingebaut, sodass diese stellenweise wie kleine Platzhalter wirken.

Bei den Figuren bin ich dagegen ein wenig unentschlossen. An sich mochte ich einige sehr davon, Problem ist jedoch, dass man sie nur soweit wie nötig kennenlernt und ich mich somit manchmal nicht in sie hineinversetzen konnte, sodass ich letztendlich auch weit weniger mitgefiebert habe.

Die Auflörung rund um das sogenannte Grauen, bzw. die Seuche, ist zwar an sich gut durchdacht, allerdings wollte manches dabei für mich nicht zusammenpassen, da das Szenario nicht gänzlich ausgereift war. Dennoch muss man den Autor loben, dass er sich getraut hat, hierbei gleich mehrere Genres miteinander zu vermischen.

Das Cover ist sehr gelungen und hat mich direkt angesprochen. Gleiches gilt auch für die Kurzbeschreibung, die sich spannend und geheimnisvoll lesen lässt, sodass ich dem Buch unbedingt eine Chance geben wollte.

Kurz gesagt: "Die Überfahrt" ist stellenweise eine richtig gute und spannende Geschichte, konnte meine Erwartungen allerdings nicht gänzlich erfüllen, da ich sowohl manche Ideen als auch Figuren als sehr flach empfand. Dennoch sollten Thriller- bzw. Horror-Fans einen Blick in das Buch riskieren.

Veröffentlicht am 29.05.2017

Oftmals viel zu abgedreht

Sweet Rotation
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"Sweet Rotation" gehört zu der Sorte Buch, die ich unbedingt mögen wollte. Da mir die Leseprobe gut gefallen hat, hatte ich hohe Erwartungen und die Hoffnung, dass das Buch ein echter Kracher werden könnte. ...

"Sweet Rotation" gehört zu der Sorte Buch, die ich unbedingt mögen wollte. Da mir die Leseprobe gut gefallen hat, hatte ich hohe Erwartungen und die Hoffnung, dass das Buch ein echter Kracher werden könnte. Leider war ich dann am Ende doch ein wenig enttäuscht, da das Buch dann letztendlich doch nicht so meins war.

Was den Schreibstil angeht, so kann man der Autorin nichts vorwerfen, denn die Geschichte liest sich nicht nur sehr angenehm, sondern auch trotz der manchmal doch recht schwermütigen Thematik erstaunlich humorvoll. Das Problem war für mich eher die Protagonistin Anna, mit der ich leider bis zum Schluss nicht warm wurde. Ich hätte gerne so viel mehr mit ihr mitgelitten und sie auf ihrem Weg begleitet, aber irgendwie war sie mir stets zu distanziert, hat sich zu wenig weiterentwickelt und war manchmal auch nicht immer authentisch, sodass es mir doch schwer gefallen ist, mich mit ihr anzufreunden.

Anna muss mit gerade einmal neunzehn Jahren den plötzlichen Tod ihrer Mutter verarbeiten. Dabei bekommt sie weder großartig finanzielle Unterstützung, noch den Halt ihres Vaters, der ihr absolut keine Hilfe ist. Da sie mit ihrem Leben allgemein überfordert ist und sich bislang nie großartig mit dem Leben eines Erwachsenen beschäftigt hat, kommt für sie auch kein normaler Beruf in Frage, um ihr Leben zu finanzieren. So entscheidet sie sich dafür als Escortgirl zu arbeiten und bekommt es so mit verschiedenen Menschen zu tun, die jedoch nie wirklich wichtig für ihr Leben sind, bis sie auf Nelson trifft, in den sie sich direkt verliebt. In ihn sieht sie direkt die Lösung aller Probleme, allerdings muss auch sie feststellen, dass eine Beziehung nicht unbedingt einen Menschen mit Problemen, Sorgen und Ängsten von allein heilen kann...

An sich besitzt die Geschichte viele gute Ideen und Ansätze, das Problem ist jedoch, dass mir manches zu überdreht war. Sicherlich wird es auch Menschen wie Anna geben, die nicht viel wert auf Erwachsensein und Verpflichtungen legen, allerdings hat sie meiner Meinung nach schon zu viel erleben müssen, um sich so zu verhalten, wie sie es teilweise macht. Ich fand sie stellenweise zwar authentisch, aber auch viel zu überzogen, was auch leider für alle anderen Figuren ebenfalls gilt.

Das Cover ist schlicht, aber durchaus passend, denn hier hätte ein zu vollgepacktes oder gar buntes Cover absolut keinen Platz gehabt. Die Kurzbeschreibung ist gelungen und hat mich direkt neugierig gemacht, sodass ich der Geschichte sehr gerne eine Chance gegeben habe.

Kurz gesagt: Auch wenn "Sweet Rotation" letztendlich nicht das Buch war, was ich erwartet habe, wurde ich dennoch oftmals zum Nachdenken angeregt und gleichzeitig unterhalten. Es wird zwar nie mein Lieblingsbuch und konnte mich auch nie ganz in den Bann ziehen, allerdings sollte man dennoch dem Werk eine Chance geben, wenn man sich mit komplexen und oftmals desillusionierten Figuren anfreunden kann.

Veröffentlicht am 04.04.2017

Nette Geschichte, allerdings ohne das gewisse Etwas

Die Liebe in diesen Zeiten
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Nachdem ich bereits vor einigen Jahren "Gold" von Chris Cleave gelesen habe und mir das Buch gut gefallen hat, war ich sehr gespannt, wie ich sein neuestes Werk "Die Liebe in diesen Zeiten" finden werde. ...

Nachdem ich bereits vor einigen Jahren "Gold" von Chris Cleave gelesen habe und mir das Buch gut gefallen hat, war ich sehr gespannt, wie ich sein neuestes Werk "Die Liebe in diesen Zeiten" finden werde. Hier habe ich mir eine tragische Liebesgeschichte erhofft, die ich auch zum Großteil erhalten habe. Dennoch hat mir bei diesem Werk insgesamt etwas gefehlt, um vollends begeistert zu sein.

Chris Cleave besitzt auch hier einen angenehmen, leicht zu lesenden Schreibstil, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Die Mischung aus Drama und Melancholie hat mir hier sehr gut gefallen und auch die Figuren wurden soweit beschrieben, dass ich man sie gut kennen lernt. Auch das Thema "zweiter Weltkrieg" wurde gut in die Geschichte eingebaut, sodass man hier persönliche Schicksale in der schlimmen Zeit kennen lernt.

Hierbei geht es um Mary, die es in ihrem Leben eigentlich gut getroffen hat und aus gutem Hause stammt. Da sie zu Beginn des zweiten Weltkriegs allerdings auch helfen möchte, wird sie als Hilfslehrerin eingeteilt. Was sie dabei jedoch nicht ahnt, ist, dass sie dabei auf Tom trifft, der ihr Leben verändern wird. Noch mehr verändert sich ihr Leben allerdings durch Alistair, einem Freund von Tom, der Gefühle in ihr weckt, die sie vorher selbst nicht gekannt hat. Da dieser allerdings nur auf Heimaturlaub ist und bald wieder in den Krieg ziehen muss, werden die beiden schnell wieder getrennt, sodass ihnen nur Briefe bleiben, was jedoch schwieriger als gedacht ist, denn der Krieg zeigt sich als immer gnadenloser und nimmt auch auf persönliche Schicksale keine Rücksicht.

An sich ist die Geschichte wirklich interessant und ich finde es gut, dass man hier auch mal England beim zweiten Weltkrieg hervorgehoben hat, sodass man hier auch mehr über die schlimme Zeit des Krieges in Großbritannien erfährt. Dabei hat sich der Autor sehr an die geschichtlichen Fakten gehalten, mir diese allerdings etwas zu ausführlich beschrieben, sodass dies häufiger von der eigentlichen Geschichte zwischen Mary und Alistair abgelenkt hat. Dennoch fand ich die Schilderungen insgesamt sehr gut, wenn auch manchmal sehr verstörend und zu intensiv.

Das Cover gefällt mir sehr gut, denn es passt hervorragend zur Thematik und zeigt auf, wie sehr Zerstörung und Schönheit beieinander liegen können. Die Kurzbeschreibung hat mich ebenfalls direkt angesprochen, sodass ich dem Buch gerne eine Chance gegeben habe.

Kurz gesagt: "Die Liebe in diesen Zeiten" ist insgesamt eine interessante Geschichte mit vielseitigen Figuren, sodass ich die Geschichte erschreckend und nett zugleich fand. Leider hat mir allerdings insgesamt auch das gewisse Etwas gefehlt, um vollends begeistert zu sein, sodass das Buch für mich leider nur als "nett" in Erinnerung bleiben wird.