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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.07.2017

Überzeugender Nordsee-Thriller mit viel Spannung und Dramatik

Blutebbe
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Als auf einem Geisterschiff im Watt die brutal zugerichteten Leichen von 2 Frauen gefunden werden, wird Knut Jansen, dem Leiter der Polizeiwache im ansonsten beschaulichen Nordseeort Valandsiel schnell ...

Als auf einem Geisterschiff im Watt die brutal zugerichteten Leichen von 2 Frauen gefunden werden, wird Knut Jansen, dem Leiter der Polizeiwache im ansonsten beschaulichen Nordseeort Valandsiel schnell klar, das er es hier mit einem besonders skrupelosen Mörder zu tun bekommt. Gut, das er sich wieder auf die tatkräftige Unterstützung der ehemaligen FBI-Ermittlerin Helen Henning verlassen kann. Denn diesmal geraten die beiden selber ins Visier des Mörders ...

Mit dem inzwischen dritten Band aus der Reihe um die ungleichen Ermittler Jansen und Henning legt Derek Meister hier einen fulminanten Nordsee-Thriller vor, der mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.
Neben der spannenden Jagd auf den unheimlichen Mörder führt das Buch auch einige Erzählstränge aus der Vergangenheit der beiden Ermittler fort und führt sie am Ende in einem spektakulären Showdown zusammen. Allerdings muss man die ersten Bände der Reihe nicht unbedingt kennen, um der Geschichte folgen zu können, da für Neu- bzw. Späteinsteiger wie mich alle wesentlichen Informationen zur Vorgeschichte gut in die laufende Handlung eingebunden werden, ohne den Lesefluß dabei zu stören.

Neben einer nahezu perfekt konstruierten Geschichte überzeugt das Buch auch noch mit einem packenden Schreibstil und gut charakterisierten Protagonisten, mit denen man beim Lesen gerne mitfiebert. Das die Identität des Täters hier von Anfang an bekannt ist, tut der Spannung keinerlei Abbruch, da hinter der Geschichte des Täters und den Motiven für die Morde noch eine ganze Menge an überraschenden Wendungen lauern, die die Geschichte immer wieder in eine andere Richtung lenken.

Mein erstes Buch des Autoren wird mit Sicherheit nicht mein letztes bleiben.

Veröffentlicht am 17.07.2017

Clever konstruierter Thriller, der allerdings ein wenig braucht, bis er in die Gänge kommt

Shutter Man
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Als Detective Kevin Byrne mit seinem Team die Ermittlungen in einer Mordserie übernimmt, führen ihn die Spuren schnell auf die Spur der Familie Farren, die seit Jahrzehnten in Philadelphia ihr Unwesen ...

Als Detective Kevin Byrne mit seinem Team die Ermittlungen in einer Mordserie übernimmt, führen ihn die Spuren schnell auf die Spur der Familie Farren, die seit Jahrzehnten in Philadelphia ihr Unwesen treibt. Auch ein dunkles Geheimnis aus Byrnes Vergangenheit hat mit den Farrens zu tun und droht, nun ans Tageslicht zu kommen.
Gut, das sich Byrne auf die Unterstützung seiner ehemaligen Partnerin Jessica Balzano, die als stellvertretende Staatsanwältin gerade einen Prozeß gegen das Oberhaupt des Farren-Clans vorbereitet, verlassen kann.

Richard Montanari legt hier einen weiteren Band aus der Reihe um Kevin Byrne und Jessica Balzano vor, den man aber aber auch ohne Vorkenntnisse aus den vorherigen Büchern problemlos lesen und verstehen kann.
Die Story ist äußerst clever konstruiert, immer wieder erlangen scheinbare Nebensächlichkeiten im weiteren Verlauf noch eine gewichtige Bedeutung. Auch der packende Schreibstil und die gelungenen Charakterisierungen der Haupt- und Nebenpersonen wissen zu überzeugen.
Allerdings müssen zu Beginn auch eine ganze Reihe an Protagonisten eingeführt werden, zudem gibt es zahlreiche (aber absolut notwendige) Rückblenden in die Geschichte der Farrens, so das die Geschichte ein wenig braucht, bis sie so richtig in die Gänge kommt, auch wenn sie auch in diesen Passagen zu keinem Zeitpunkt langweilt.
Ist dieses anfängliche Dickicht dann aber erst einmal erfolgreich überwunden, wird man mit einem spannenden Thriller belohnt, bei dem der Autor alle Register zieht, mit einigen unerwarteten Wendungen zu überraschen weiß und mit einer überzeugenden Auflösung aufwartet.

Klassischer Old-School-Thriller, der alle Fans und Liebhaber dieser Stilrichtung begeistern wird.
Wer eher auf temporeiche Action-Thriller steht, kommt allerdings eher nicht auf seine Kosten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Handlung
  • Spannung
Veröffentlicht am 27.06.2017

Spannender Krimi um einen brutalen Mörder und alte Stasi-Seilschaften

Spätes Gewissen
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Paul ist 15 Jahre alt, als er im Jahr 1960 mit seinen Eltern und seiner Schwester aus der DDR flieht. Kurz nach der Wende kehrt er nun anläßlich der Beerdigung seines Vaters in seinen Heimatort Kröpelin ...

Paul ist 15 Jahre alt, als er im Jahr 1960 mit seinen Eltern und seiner Schwester aus der DDR flieht. Kurz nach der Wende kehrt er nun anläßlich der Beerdigung seines Vaters in seinen Heimatort Kröpelin zurück. Als er dort erfährt, das sich sein bester Freund Karl, den er damals schweren Herzens und ohne Abschiedsworte zurücklassen musste, vor einigen Jahren aus noch ungeklärten Umständen umgebracht haben soll, meldet sich sein schlechtes Gewissen und er setzt alles daran, die noch offenen Fragen zum Tod von Karl zu klären. Seine Suche bringt ihn auf die Spur eines brutalen Mörders und führt ihn und seine Helfer zu alten Stasi-Seilschaften, die immer noch aktiv und vor allem hochgefährlich und absolut skrupellos sind.

Dem Autor Wolfgang Westphal gelingt hier ein spannender, stimmungsvoller und vor allem gut recherchierter Kriminalroman, der zudem im ersten Teil stark biographisch angehaucht ist und auf eigenen Erfahrungen beruht. Aus dieser Ausgangssituation strickt der Autor im folgenden eine gut konstruierte Kriminalgeschichte, die seine Leser durch einen packenden Schreibstil mit jeder Seite tiefer in ihren Bann zieht und mit einem durchgehenden Spannungbogen, der die Geschichte bis zum Ende trägt, ausgestattet ist.

Die Protagonisten in den Haupt- und Nebenrollen des Buches sind überwiegend gut und vor allem lebensnah charakterisiert, lediglich beim Ich-Erzähler Paul bleiben große Teile seiner Biographie aus der Zeit zwischen der Flucht und seiner Rückkehr nach Kröpelin im Dunkeln. Dieser Umstand, der nach Auskunft des Autoren in einer Leserunde zum Buch aber durchaus gewollt war, hat mir den Zugang zu der Figur doch ein wenig erschwert. Dies ist aber durch die absolut gelungenen Beschreibungen zu den anderen Charakteren (Hier sind besonders Pauls Helfer Konrad Grochowski und Susanne Wagner hervorzuheben), mehr als ausgeglichen worden und schlägt somit für mich nicht negativ zu Buche.

Als einziger kleiner Kritikpunkt bleiben somit gewisse kleinere Ungenauigkeiten bei den Zeitangaben im ersten Drittel der Geschichte, die mich beim Lesen das eine oder andere Mal ein wenig ins Schleudern gebracht haben, am absolut überzeugenden Gesamteindruck aber nur einen minimalen Makel hinterlassen konnten.

Wer auf spannende Kriminalromane mit Anspruch steht und am Thema Stasi und dessen Auswirkungen auf das Leben der Menschen in der DDR interessiert ist, wird hier bestens unterhalten und erhält zudem wichtige Informationen und Eindrücke zu diesem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte.

Veröffentlicht am 19.06.2017

Äußerst gelungener Sauerland-Krimi, der in erster Linie von seinen wunderbaren Charakteren lebt

Nichts wie es war
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Der 77-jährige Anton ist entsetzt, als er erfährt, das sein bester Freund Hannes, der an Demenz erkrankt ist, seine polnische Pflegerin ermordet haben soll. Wild entschlossen macht er sich daran, die Wahrheit ...

Der 77-jährige Anton ist entsetzt, als er erfährt, das sein bester Freund Hannes, der an Demenz erkrankt ist, seine polnische Pflegerin ermordet haben soll. Wild entschlossen macht er sich daran, die Wahrheit herauszufinden. Da er aber nach einem Schlaganfall selbst auf Hilfe angewiesen ist, wird seine neue Pflegerin Zofia, die ebenfalls aus Polen stammt, kurzerhand in die Ermittlungen eingespannt. Und so begibt sich das ungleiche Paar auf Mörderjagd im Sauerland.

Kathrin Heinrichs hat hier einen äußerst gelungener Kriminalroman vorgelegt, der neben einer gut konstruierten Geschichte und einem flotten und flüssigen Schreibstil vor allem aber durch seine wunderbar gezeichneten Charaktere überzeugen kann.
Anton und Zofia sind ein wahres Dreamteam, sie harmonieren prächtig und strahlen beide so viel Wärme aus, das man sie einfach gernhaben muss und auch in Gefahrensituationen förmlich mit ihnen mitfiebert.
Die anderen Charaktere des Buches haben es gegenüber diesen beiden Protagonisten dann doch ziemlich schwer, lediglich Antons Sohn, dem Polizisten Thomas, gelingt es im Laufe des Buches an Statur zuzulegen, er entwickelt sich zu einer gelungenen Ergänzung zu den beiden Hobbydetektiven.

Ein Krimi mit Ermittlern, von denen man sehr gerne lesen möchte.

Veröffentlicht am 15.06.2026

Düsterer und leicht abgedrehter Krimi aus dem Frankfurt der 90er Jahre

Beutemacher
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Mit diesem Buch legt der Autor Rolf Silber einen düsteren und leicht abgedrehten Kriminalroman vor, der im Frankfurt des Jahres 1997 angesiedelt ist. Dabei handelt es sich um die überarbeitete Neuausgabe ...

Mit diesem Buch legt der Autor Rolf Silber einen düsteren und leicht abgedrehten Kriminalroman vor, der im Frankfurt des Jahres 1997 angesiedelt ist. Dabei handelt es sich um die überarbeitete Neuausgabe eines Buches, das bereits 1998 im Eichborn Verlag erschienen ist.

Mike schlägt sich eher schlecht als recht durchs Leben und arbeitet als Fahrer für ein Catering-Unternehmen. Als ihm die junge Nika über den Weg läuft, nimmt sein Leben plötzlich eine unverhoffte Wendung. Nika ist auf der Flucht vor dem Beutemacher Rex und sucht dringend einen Unterschlupf. Und so bringt Mike sie in dem heruntergekommenen Haus im Frankfurter Bahnhofsviertel unter, in dem er selbst und eine äußerst schräge Truppe hausen. Ale Rex seine Beute aufspürt, muss aus den Bewohnern aber schnell eine schlagkräftige Gemeinschaft werden, um die Gefahr abzuwenden.

Mit einem packenden Schreibstil, einigen überraschenden Wendungen und jeder Menge schwarzem Humor treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und liefert am Ende eine absolut schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Das der Autor viele Jahren lang als Drehbuchautor und Regisseur für diverse Fernsehformate tätig war, merkt man den bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen, jederzeit an. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die immer wieder für Überraschungen gut sind. Und auch wenn das Buch dem Anspruch „Tarantino meets Monty Python“, der sich auf dem Buchrücken findet, vielleicht nicht ganz gerecht wird, bietet es unter dem Strich doch gute und spannende Unterhaltung.

Wer auf eine gut aufeinander abgestimmte Mischung aus Spannung und schwarzem Humor steht, wird hier gut bedient und unterhalten.

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