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Kathi1984

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Veröffentlicht am 17.10.2022

Toll für interessierte Kinder

Auf fliegender Mission 5 - Die Wapatumi
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Lutz Kucher legt mit Die Wapatumi bereits den fünften Band seiner Kinderbuchreihe vor. Die Freunde sind mit ihrem fliegenden Teppich auf dem Weg nach Südamerika, um von einem Volk dort eine Pflanze zu ...

Lutz Kucher legt mit Die Wapatumi bereits den fünften Band seiner Kinderbuchreihe vor. Die Freunde sind mit ihrem fliegenden Teppich auf dem Weg nach Südamerika, um von einem Volk dort eine Pflanze zu finden. Eben jenes Volk, die Wapatumi, verschenken diese Pflanze jedoch nicht an jeden, schon gar nicht an Fremde.
Gleich zu Beginn befinden sich die Freunde über dem Ozean und retten einem Hai das Leben, weil er in einen Ölteppich geraten ist. Bereits hier werden Themen, die die Politik, den Klimawandel und Nachhaltigkeit betreffen, sichtbar. Diese ziehen sich durch das gesamte Buch. Dabei versteht es Lutz Kucher, die Themen kindgerecht zu gestalten. Auch im späteren Verlauf des Buches, als die Freunde im Dschungel auf das Volk der Wapatumi trifft, kann er ganz wunderbar die Unterschiede zwischen den Wapatumi und den Freunden und ihrer Welt deutlich machen. So leben die Wapatumi gerne in der Gemeinschaft zusammen, in der es nicht um Geld, Macht und Erfolg geht, sondern um die Gemeinschaft an sich. Alle Menschen dort helfen sich dort untereinander, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Besonders schön war für mich die Tatsache, dass im Volk der Wapatumi vor allem der Rat der Kinder etwas zu sagen hat, weil dies die Generation ist, die mit den Entscheidungen, die das Volk trifft, am längsten leben muss.
Die Themen, die in dem Buch angeschnitten werden, sind wichtig, auch für die Zielgruppe. Leider ist bei mir mit der Geschichte keine Spannung erzeugt worden. Da gibt es für diese Altersklasse schon spannendere Geschichten. Ich empfehle das Buch daher nur Kindern, die an den Themen Politik, Klimawandel und Nachhaltigkeit bereits Interesse haben.
Das Cover und auch die Illustrationen sind dezent gestaltet und die Farbe grün steht dabei im Mittelpunkt. Die Freunde sind in neutralen Grautönen gestaltet, sowohl auf dem Cover als auch in dem Buch. Meiner Meinung nach hätte ein wenig Farbvielfalt dem Buch gutgetan.
Von meiner Seite gibt es für interessierte Kinder ab 10 Jahren eine Kauf- und Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 14.10.2022

Meerjungfrau auf der Suche nach sich selbst

Die Meerjungfrau von Black Conch
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Der Roman spielt in einem fiktiven Ort in der Karibik und handelt von einem kleinen Dorf, in dem eines Tages am Meer eine Meerjungfrau am Strand auftaucht. Die Fischer des kleinen Dorfes schwanken zwischen ...

Der Roman spielt in einem fiktiven Ort in der Karibik und handelt von einem kleinen Dorf, in dem eines Tages am Meer eine Meerjungfrau am Strand auftaucht. Die Fischer des kleinen Dorfes schwanken zwischen Faszination und Ekel vor dem unbekannten Wesen.
Zu Beginn des Romans war ich leicht verwirrt ob der Thematik, schließlich begegnet einem nicht alle Tage eine Meerjungfrau. Allerdings entfaltet der Roman sofort eine Sogwirkung und man kann nicht aufhören zu lesen. Die Dorfbewohner von Black Conch erscheinen animalisch, wenn sie der Meerjungfrau direkt ihre Männlichkeit aufdrücken wollen. Als Frau solidarisiert man sich sofort mit der Meerjungfrau und möchte sie vor diesen schlechten Männern retten. Gleichzeitig symbolisiert die Meerjungfrau auch den Weg einer Frau, die auf der Suche nach sich selbst ist und aus ihrer vorgegebenen Rolle ausbrechen möchte.
Hilfe erfährt Aycayia von dem jungen Fischer David, der die Meerjungfrau bei sich aufnimmt. Die Beziehung zu David ist nicht immer harmonisch, weil Aycayia erst wieder ihre Rolle im Leben einer „normalen Frau“ finden muss. David verliebt sich sofort in sie und versucht ihr so gut es geht, auf ihrem Weg zu helfen. Spannend ist zu verfolgen, wie Aycayia erst ihre äußere Hülle verändert und zunehmend auch ihr charakterliches Wesen.
Die Geschichte wird aus der drei Perspektiven erzählt: zunächst ein Erzähler, dann gibt es Tagebucheinträge von David, in denen er viele Jahre später seine Erinnerungen an die schöne Zeit mit Aycayia niederschreibt sowie ihre eigene Sicht, die in Versform formuliert ist. Sprachlich sind einige Wörter seltsam: zum Beispiel „kaschen“ und „Sexing“. Das mag aber auch an der Übersetzung des Dialektes liegen oder an sprachlichen Feinheiten im Original.
Mir haben besonders die fantastischen Aspekte in diesem Roman gefallen und auch die kleinen politischen Einschübe zur Kolonialzeit.
Von meiner Seite gibt es eine klare Kauf- und Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 20.09.2022

Zwischen Freiheit und Gesellschaft

Kerl aus Koks
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Michael Brandner war mir bislang selbstverständlich aus dem Fernsehen ein Begriff. In seinem Roman erzählt er von Paul, der von seiner Mutter aus Bayern zu seinem Stiefvater nach Dortmund gebracht wird ...

Michael Brandner war mir bislang selbstverständlich aus dem Fernsehen ein Begriff. In seinem Roman erzählt er von Paul, der von seiner Mutter aus Bayern zu seinem Stiefvater nach Dortmund gebracht wird und dort seine Kindheit und Jugend verbringt. Der Roman spielt ab der Nachkriegszeit und den damit verbundenen Entbehrungen und Schwierigkeiten der Zeit.
Paul erlebt auf seinem Weg zum gestandenen Mann viele Abenteuer, in denen häufig Frauen eine Rolle spielen. Gleichzeitig tut er sich sehr schwer damit, reifer und älter zu werden und die damit einhergehenden gesellschaftlichen Erwartungen von sich zu weisen. So lebt er beispielsweise in seinen Zwanzigern und Dreißigern noch gerne in Wohngemeinschaften. Fortan tut er sich schwer damit, sesshaft zu werden oder sich festzulegen. Paul braucht stets seine Freiheit. Dieses Hin und Her zwischen Freiheit und der Erfüllung gesellschaftlicher Erwartungen war vor allem in der Mitte des Buches eine spannende Phase bei der Lektüre.
Die Charaktere, vor allem Paul, erscheinen mir während des gesamten Romans als sehr realistisch und sympathisch. Seine Familiengeschichte ist streckenweise ein wenig langweilig, aber spätestens ab der Zeit des Wehrdienstes war das Buch vor allem amüsant geschrieben.
Das Buch ist ein Stück Zeitgeschichte, denn Paul erlebt die Dinge im typischen Stil seiner Zeit. Dabei ist er teilweise rebellisch und gegen das System gerichtet. Am Ende findet er nach vielen Schwierigkeit noch das große Glück.
Zum Schluss bleibt für den Leser die Frage, inwiefern hier autobiografische Erlebnisse von Michael Brandner verarbeitet wurden. Von meiner Seite gibt es nach anfänglichen Schwierigkeiten eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 12.09.2022

Tolles Sachbuch für Kinder und Erwachsene

Wie wir Menschen die Welt eroberten
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In seinem ersten Sachbuch ganz speziell für Kinder „Wie wir Menschen die Welt eroberten“ zeichnet Yuval Noah Harari gekonnt den Siegeszug des Menschen nach. Anhand vieler kleiner Geschichten wird dem Leser ...

In seinem ersten Sachbuch ganz speziell für Kinder „Wie wir Menschen die Welt eroberten“ zeichnet Yuval Noah Harari gekonnt den Siegeszug des Menschen nach. Anhand vieler kleiner Geschichten wird dem Leser immer wieder vor Augen geführt, wie ausgerechnet der Mensch das mächtigste Lebewesen werden konnte. Durch unsere Beherrschung des Feuers sowie der Fähigkeit, mit anderen Gruppen zu kooperieren, konnte sich der Mensch langfristig an die Spitze der Macht durchsetzen.

Die einzelnen Kapitel sind kurz gehalten und wechseln auch teilweise zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Relativ viele Kapitel befassen sich mit der Steinzeit. Auch der Klimawandel und die Corona-Pandemie werden beleuchtet, wenn auch beide Themen leider nur sehr kurz.

Sprachlich ist das Buch wunderschön geschrieben. Die Geschichten sind gut verständlich dargestellt und nicht zu schwer. Für interessierte Kinder ab zehn Jahren sollte das Buch auf jeden Fall gut lesbar sein. Unter zehn Jahren empfehle ich die Lektüre mit einem Elternteil. Durch die vielen Illustrationen ist das Buch zwar abwechslungsreich gestaltet, allerdings kann die Fülle an Text für einige Kinder auch nicht anziehend wirken. Außerdem stellen sich den Kindern über das Buch hinausgehende Fragen, die von einem Erwachsenen weiter besprochen werden müssen. Meinen Kindern war vor allem das Kapitel über die Französische Revolution zu kurz, hat aber bei ihnen viele weitergehende Fragen verursacht. Möglicherweise wird aber in einem weiteren Band der Reihe dieses Thema noch näher betrachtet.

Besonders gut gefallen hat mir die Mischung aus wissenschaftlicher Erkenntnis und dem erzählenden Charakter des Buches. Harari stellt außerdem klar, dass wir noch nicht alles wissen können und manche Dinge nur vermutet werden können.

Die Illustrationen sind wunderschön und kindgerecht gestaltet. Es gibt kaum Seiten ohne Zeichnungen. Gerade für die jüngeren Kinder ist das eine schöne Auflockerung.
Von meiner Seite eine klare Kauf- und Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 26.08.2022

Lädt zum Schmunzeln ein

Liebe machen
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Susanne Fröhlich und Constanze Kleis haben gemeinsam das Buch Liebe machen verfasst. Darin schreiben sie abwechselnd zu verschiedenen Themen, die die Liebe betreffen, aus ihren eigenen Sichtweisen. Die ...

Susanne Fröhlich und Constanze Kleis haben gemeinsam das Buch Liebe machen verfasst. Darin schreiben sie abwechselnd zu verschiedenen Themen, die die Liebe betreffen, aus ihren eigenen Sichtweisen. Die Voraussetzungen bei den beiden Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Susanne Fröhlich, selbst lange Single gewesen, sieht manche Aspekte anders als Constanze Kleis, die seit 30 Jahren mit demselben Mann verheiratet ist.

Jede Autorin schreibt für sich selbst ein Kapitel zu einem Thema der Liebe und stellt am Ende eine Frage, auf die die jeweils andere Autorin in ihrem Kapitel eingeht. Es entsteht eine Art Gespräch zwischen den beiden Frauen.
Die allermeisten Themen werden rein aus Frauensicht beschrieben, was teilweise schade ist, denn die Sicht der Männer auf die Dinge wären bestimmt ebenso spannend gewesen.

Jede Frau, die selbst schon mal auf der Suche nach einem Mann war, oder in einer Beziehung gewesen ist, findet sich in diesem Buch auf jeden Fall wieder! Besonders lustig waren für mich die Kapitel über Tinder und andere Datingplattformen im Internet sowie das Verhalten mancher Männer in der Kommunikation, vor allem über Whatsapp. Wie oft hat man selbst schon auf eine Nachricht oder eine Antwort gewartet. Aber sie kommt einfach nicht, weil Männer am Ende nun mal doch nicht so kommunikative Wesen sind wie wir Frauen und darin auch kein Problem sehen. Auch die Szenen aus dem Alltag mit einem Mann in Bezug auf den Haushalt laden zum Schmunzeln ein.

Der Schreibstil des Buches kommt locker und flockig daher und ich als Leser konnte häufig lachen und dachte: „Genau so ist es!“ Das Buch lebt natürlich von den allgemein gängigen Klischees, was Mann und Frau angeht, aber an den meisten Klischees ist eben immer auch ein Fünkchen Wahrheit.

Von meiner Seite eine klare Leseempfehlung, allerding nur für die Frauen unter uns.

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