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Veröffentlicht am 21.09.2022

Was ist ein Leben wert?

Diese eine Entscheidung
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Die Ermittlungsrichterin Alma Revel untersucht den Fall von Abdeljalil Kacem, gegen den jungen Mann besteht ein Terrorismusverdacht. In ihrem Privatleben ist Alma nicht glücklich, ihre Ehe ist am Ende ...

Die Ermittlungsrichterin Alma Revel untersucht den Fall von Abdeljalil Kacem, gegen den jungen Mann besteht ein Terrorismusverdacht. In ihrem Privatleben ist Alma nicht glücklich, ihre Ehe ist am Ende und so fängt sie eine Affäre an, ausgerechnet mit Emmanuel Forest, der den Verdächtigen vertritt. Als das Urteil fällig wird, trifft Alma eine Entscheidung, die nicht nur ihr Leben implodieren lässt, sondern auch ihr Land in Gefahr bringt.

Anfangs ist mir nicht klar, worauf die Geschichte hinausläuft, denn hauptsächlich geht es um die Arbeit der Ich-Erzählerin als Ermittlungsrichterin in der Anti-Terror-Abteilung. Vorrangig geht es um Politik, Religion und Terrorismus. Unterbrochen wird die Erzählung durch Auszüge von Verhören durch die Richterin und den Anwalt der inhaftierten Person. Als mir klar wird, worauf die Beziehung der Richterin mit dem Verteidiger genau der Menschen, über die sie ermittelt und richtet, hinausläuft, erwarte ich nichts Gutes, bin aber über das Ausmaß der tatsächlichen Konsequenzen entsetzt und erschüttert. Die Geschichte nimmt eine Wendung, die ich vielleicht hätte erwarten sollen, die mich aber dennoch kalt erwischt und dazu bringt, dass ich eine Zeit lang mit meinen Gefühlen kämpfen muss. Es ist ein schwieriges Thema, zu dem wohl jeder eine eigene Meinung hat; ein explosiveres Thema für kontroverse Diskussionen kann ich mir kaum vorstellen. Die Autorin wirft hier Fragen auf, die mich noch lange beschäftigen werden. Sehr besonders finde ich dabei die Mischung aus Realität und Fiktion, wobei die Grenzen verwischen und dadurch unklar ist, was real und was erfunden ist.

Dieses Buch entfaltet seine Wucht erst spät, dann aber heftig und gewaltig. Es hinterlässt soziale, politische und juristische Fragen, lässt mich dabei aber auch hinterfragen, was ein Leben wert ist und vieles mehr. Eine Gesellschaftskritik, die richtig und wichtig ist. Volle Punktzahl und eine Leseempfehlung gibt es von mir.

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Veröffentlicht am 19.09.2022

Suche mich

Was ich euch verschweige
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DCI Jonah Sheens sitzt mit seiner Tochter im Biergarten, als plötzlich ein blutüberströmtes junges Mädchen vor ihm steht. Keely Lennox ist nicht verletzt und antwortet auf die Frage, ob sie Hilfe braucht, ...

DCI Jonah Sheens sitzt mit seiner Tochter im Biergarten, als plötzlich ein blutüberströmtes junges Mädchen vor ihm steht. Keely Lennox ist nicht verletzt und antwortet auf die Frage, ob sie Hilfe braucht, dass nicht sie, aber ihre Schwester dringend welche bräuchte. Wo sich ihre Schwester befindet und was passiert ist, verrät Keely nicht. Erst muss Jonah sich ihre Geschichte anhören, und zwar von Anfang an, als die Schwestern vor vielen Jahren ihre Mutter verloren haben. Eine Geschichte, die so brutal und erschütternd ist, dass man diese kaum glauben kann. Und genau das wird im folgenden Verlauf zum großen Problem.

Der vierte Teil der Reihe um DCI Sheens und sein Team knüpft fast nahtlos an das vorherige Buch an, zumindest was das Privatleben der Ermittler betrifft. Dieses ist aber fast unwichtig im Vergleich zum neuen Fall für das Team, der verworrener und komplizierter nicht sein könnte. Die Autorin bleibt ihrer Erzählweise treu, die Gegenwart wechselt sich mit der Erzählung von Keely ab, sodass es lange dauert, bis ein klares Bild entsteht. Je weiter die Erzählung der Jugendlichen voranschreitet, desto entsetzter bin ich, dennoch bleiben Fragen offen und so richtig stimmig scheint mir vieles nicht zu sein. Als ich glaube, dass es genauso weitergeht, kommt eine Wendung, die alles auf den Kopf stellt. Ungeheuerliches kommt ans Licht, Spuren werden verfolgt, der ein oder andere Verdacht verworfen, neue Beweise entdeckt. Und als ich schon sicher bin, den Durchblick erlangt zu haben, gibt es eine Enthüllung, die mich kalt erwischt und so überraschend ist, dass ich innehalten und das bisher gelesene Revue passieren lassen muss.

Wer denkt, das wäre es nun gewesen, kennt die Autorin schlecht, denn eine letzte Überraschung hat sie noch parat. Ein Kriminalroman, der keine Wünsche offen lässt und mich wieder total begeistern konnte. Lediglich in der Mitte gab es einen kleinen Hänger, aber dies hat das letzte Drittel wieder wettgemacht. Die Auflösung ist stimmig, alle Fragen beantwortet und mir bleibt nur, auf den nächsten Teil zu warten und zu hoffen, dass es nicht allzu lange dauern wird. Volle Punktzahl gibt es von mir und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 16.09.2022

Der Tod in deinem Bett

Neben wem du erwachst
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Stell dir vor, du wachst nach einer durchzechten Nacht auf, ein mörderischer Kater kündigt sich an, du möchtest dich an deinen Mann schmiegen, der neben dir im Bett liegt, und plötzlich merkst du, dass ...

Stell dir vor, du wachst nach einer durchzechten Nacht auf, ein mörderischer Kater kündigt sich an, du möchtest dich an deinen Mann schmiegen, der neben dir im Bett liegt, und plötzlich merkst du, dass da ein Fremder liegt. Als wäre das nicht schlimm genug, fühlst du, dass das Bett in Blut schwimmt und der Mann neben dir nicht nur fremd, sondern auch tot ist. So ergeht es Louise, als sie aufwacht, und dann trifft diese eine fatale Entscheidung, bevor sie die Polizei ruft.

Dies ist der dritte Teil der Buchreihe um DCI Jonah Sheens und sein Team. Man muss die ersten beiden Teile nicht gelesen haben, um dieses Buch zu verstehen, aber es wäre von Vorteil. Zum einen, weil es grandiose Kriminalromane sind, zum anderen, weil das Privatleben der ermittelnden Beamten immer wieder thematisiert wird, wenn auch nicht zu übermäßig, denn der jeweilige Fall steht immer sehr im Vordergrund. Der Schreibstil ist flüssig und der Erzählstil toll gewählt; die Gegenwart wechselt sich ab mit einer Art Brief, mit dem Louise sich an ihren Mann wendet. So verfolge ich parallel die Ermittlungen und kann gleichzeitig lesen, welche Erinnerungen Louise schriftlich festhält. Es gibt immer wieder überraschende Wendungen, die meine Vermutungen ad absurdum führen, was mich aber nicht davon abhält, weiterhin zu raten, was tatsächlich geschehen sein könnte. Als sich dann ein Tathergang klar herauskristallisiert, bin ich entsetzt, erschüttert und den Tränen nahe. Dennoch schafft es die Autorin, mich auf den letzten Seiten noch mehrfach zu überraschen, denn natürlich war das noch nicht alles. Letztendlich ist es unglaublich, wie gut die losen Fäden zusammengeführt und miteinander zu einem Ganzen verbunden werden.

Ein einschneidendes Ereignis im Leben einer der beteiligten Personen am Ende des Buches wird Konsequenzen haben, da trifft es sich gut, dass der nächste Teil der Reihe soeben erschienen und auch bereits auf meinem Stapel der demnächst zu lesenden Bücher bereit liegt. Von mir gibt es die volle Punktzahl und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 12.09.2022

Was geschah mit Emily?

Die Vergessene
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Die siebzehnjährige Emily macht sich bereit für ihren Highschool-Abschlussball, auf dem sie nicht willkommen ist. Denn Emily verbirgt ein Geheimnis, das vielen Personen gefährlich werden könnte. Eine dieser ...

Die siebzehnjährige Emily macht sich bereit für ihren Highschool-Abschlussball, auf dem sie nicht willkommen ist. Denn Emily verbirgt ein Geheimnis, das vielen Personen gefährlich werden könnte. Eine dieser Personen bringt Emily für immer zum Schweigen. Ein Zeitsprung, es sind vierzig Jahre später. Andrea Oliver hat gerade ihre Ausbildung zum US-Marshal beendet, ihr erster Auftrag ist es, eine Richterin zu beschützen, die Morddrohungen erhält. Aus persönlichen Gründen fängt Andrea nebenher an, eigene Ermittlungen anzustellen, um herauszufinden, was damals mit Emily passiert ist. Ihr ist nicht klar, wie gefährlich diese Suche für sie werden könnte.

Dies ist die Fortsetzung des großartigen Bestsellers „Ein Teil von ihr“ und ein Wiedersehen mit Andrea, die in diesem Buch nebst ihrer Mutter die Hauptperson gespielt hat. Man muss den Vorgänger nicht zwingend gelesen haben, um dieses Buch zu verstehen, ich würde es aber zum besseren Verständnis raten, zumal es viele Hin- und Verweise auf die Vorgeschichte gibt, die auch in diesem Thriller wieder eine Rolle spielen. Die Story springt zwischen 1982 und der Gegenwart vierzig Jahre später hin und her. Die Vergangenheit ist interessant, aber dennoch wird nichts verraten, das einen Hinweis auf die schuldige Person geben könnte, was die Suche in der Gegenwart umso spannender macht. Anfangs habe ich meine Probleme damit, mich an die Vorgeschichte zu erinnern, aber durch die vielen eingestreuten Anmerkungen erinnere ich mich bald an viele Einzelheiten. Immer tiefer tauche ich in die Geschichte ein, die mit jeder Seite vielschichtiger und komplexer wird. Je mehr ans Licht kommt, desto erschütterter bin ich darüber, was geschehen ist. Immer wieder gehe ich die Verdächtigen durch und revidiere meine Meinung, dennoch bin ich meilenweit von der tatsächlichen Auflösung entfernt. Diese habe ich überhaupt nicht erwartet, obwohl es im Nachhinein die logischste Erklärung für den Tathergang ist.

Ein unglaublich spannender Thriller, der mich begeistert zurück- und auf eine weitere Fortsetzung hoffen lässt. Von mir gibt es fünf Sterne mit Sternchen und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.09.2022

Was hast du getan?

Fake – Wer soll dir jetzt noch glauben?
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Patrick Dostert bekommt Besuch von der Polizei, eine Frau beschuldigt ihn, ihre Freundin misshandelt und entführt zu haben. Patrick kennt die Frauen nicht, da ist es gut, dass er ein Alibi hat, er verweist ...

Patrick Dostert bekommt Besuch von der Polizei, eine Frau beschuldigt ihn, ihre Freundin misshandelt und entführt zu haben. Patrick kennt die Frauen nicht, da ist es gut, dass er ein Alibi hat, er verweist auf ein Geschäftsessen mit einem potentiellen Kunden seines Arbeitgebers. Dumm nur, dass dieser Kunde nicht nur nicht auffindbar ist, sondern gar nicht existiert. Als dann noch ein Video auftaucht, in dem Patrick eine Frau massiv bedrängt und bedroht, spitzt sich die Situation zu, denn nun ist Patrick der einzige Verdächtige, an dessen Unschuld nicht einmal mehr seine Frau glaubt.

Holla, die Waldfee, das war ein spannendes Leseerlebnis! Eigentlich wollte ich das Buch in einem Buddyread lesen, aber schnell war klar, dass daraus nichts wird, als ich nach wenigen Stunden, ohne es zu merken, im letzten Drittel angekommen bin. Natürlich konnte ich gerade in diesem Abschnitt keine Pause mehr machen und dann war es auch schon geschehen; ich war am Ende angekommen und klappte das Buch mit einem zufriedenen Gefühl zu. In diesem Buch war nichts so, wie es auf den ersten Blick schien. Bereits der Prolog hat mich vor ein Rätsel gestellt, konnte ich diesen bis zum Ende hin nicht in einen Zusammenhang bringen mit der restlichen Story. Erst der Epilog, der das fulminante Finale einläutete, brachte Licht in das Dunkel. Ich habe immer wieder gerätselt und auch die ein oder andere Person verdächtigt, aber auf diese Auflösung bin ich tatsächlich nicht gekommen. Ein großartiger Thriller, der die volle Punktzahl verdient und für den ich sehr gerne eine Leseempfehlung ausspreche.

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